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Folge 5 - ratiopharm ulm gegen die Telekom Baskets Bonn


Waow, das ist mal eine Stimmung in der Arena. Gewohnt sind wir das ja, diesen Optimismus zu Beginn. Doch heute, am 10. November, dass topt alles! Sogar im Fernsehen übertragen wird das Spiel an diesem Samstag. Darum ist zu Anfang, beim Spielereinlauf, auch ein Moderator mit auf dem Spielfeld, die Fernsehvariante von unserem Hallenmoderator Marc Herrmann von Radio7 sozusagen. Und was die Zuschauer zu sehen bekommen, dürfte die Stimmung ganz gut wiederspiegeln: Eine Halle, in der alle Gäste schon zu Beginn stehen, um ihre Spieler einzuklatschen und anzufeuern.

Angst machen sie einem aber trotzdem, die Jungs vom gegnerischen Team Telekom Baskets Bonn. Da bringt es auch nichts, dass der Gameplan von fünf Siegen bei neun Begegnungen in der letzten Saison spricht. Und von einem 10,8-Punkte-Vorsprung für Ulm. Hoffen wollen wir es ja, aber die Würfe, mit denen die Bonner sich aufwärmen, sehen böse aus. Das wird auf jeden Fall ein spannendes Spiel heute - so viel ist klar.

Schon zu Beginn zeigen die Gegner mit einem 3er, dass in ihren Outfits zwar niedlich aussehen, aber alles andere als das sind. Auch den Rest des ersten Viertels spielen sie gekonnt. Zudem liegen sie immer vorne - was auch sein Gutes hat, denn so freuen sich die Zuschauer umso mehr, wenn es unsere Spieler mal schaffen, den Ball in den Korb zu kriegen.

Naja, ganz so hatte ich mir das nun nicht vorgestellt. In diese Vorstellung passt es schon besser, dass Bryant und Günther nach Minuten, die sich wie Stunden anfühlen, endlich auch anfangen Körbe zu machen. Als Schwethelm und Esterkamp sich dann noch einbringen, schaffen es unsere Ulmer sogar kurzzeitig fast, die Gegner einzuholen. Die meiste Zeit des ersten Viertels jedoch wirken unsere Spieler neben den Konrahenten wie Kleinkinder, die vergeblich versuchen, ihrer Mutter ein Spielzeug abzuluchsen. Da scheint es fast wie ein Wunder, dass das erste Viertel mit 25:28 endet. Uff...

Als die Halle kurz nach Beginn des zweiten Viertels jubelt, denke ich kurz, Ulm hätte die Führung errungen, aber nein - es steht "nur" 29:30. Naja, ein Anfang ist es ja.. Um mir nicht weiter Gedanken um eine mögliche Führung zu machen, versuche ich stattdessen zeitweise zu verstehen, warum die Fans pfeifen und die Schiedsrichter anbrüllen. Von Offensiv- und Defensivfouls habe ich gelesen, von unsportlichen und disqualifizierenden und davon, dass man bei fünf Fouls (oder zwei unsportlichen/einem disqualifizierenden) vom Rest des Spiels ausgeschlossen wird.

Dennoch bleibt mir das Treiben auf dem Spielfeld in Sachen Fouls ein Rätsel, es geht einfach viel zu schnell...

Verdächtig ist aber, dass die Ulmer erstmals, seit ich bei den Spielen vom Pressetisch aus zuschaue, mehr Fouls haben, als die Gegner. Gut, es ist kein großer Unterschied - Teamfouls hat Ulm zu diesem Zeitpunkt fünf, Bonn hingegen nur drei. Trotzdem seltsam...Soll sich die Spielmoral so geändert haben? Zu denken gibt es jedenfalls. Ebenso die Führung, mit der die pinken Gegenspieler das zweite Viertel durchschreiten. Erst steht es 34:39, dann 36:41 und später - JAAAA!!!

Kurz schafft es Ulm doch tatsächlich, mit 43:41 die Führung zu erringen, bevor sich beide Mannschaften bei 44:44 treffen. Man, ist das ein Spiel!

Ulm führt gerade wieder mit 49:46, als erneut geflucht wird. Ein Korb von Ulm ist laut Schiedsrichter ungültig - Ralf Grimminger haut wütend auf den Tisch und hinter mir brüllt jemand dem Schiedsrichter entgegen "Mach mal deine Ausbildung zu Ende!"

Die Stimmung schlägt wieder um, als die Ulmer 51:46 werfen.

Atemberaubend sind die letzten Sekunden vor der Pause, es wird viel daneben geworfen und schließlich geht es mit 54:48 in die zweite Halbzeit.

Wunderschön fortgesetzt wird dort die Führung unserer Ulmer und es scheint nicht mehr weit zum 10,8-Punkte-Vorsprung, der im Gameplan versprochen wurde. Vielleicht ist versprochen aber auch ein bisschen zu optimistisch gesagt, denke ich mir, als die Gegner soweit aufholen konnten, dass es 61:61 steht. Mist! Das mit dem Vorsprung hat mir eigentlich besser gefallen..

Apropros gefallen - zu den üblichen Topspielern Bryant und Günther gesellt sich diesmal auch Steve Esterkamp, der mir in den letzten Spielen schon positiv aufgefallen ist. War der schon immer so aktiv? Zusammen mit der Überraschung Sebastian Betz trägt auch er viel bei, zum 73:69, mit dem das dritte Viertel endet. Wir haben immer noch die Führung, JA!

Ebenso gut wie Betz und Esterkamp fügt sich Daniel Theis ins Spiel ein. So sorgt er beispielsweise mit dem 80:76 in diesem letzten Viertel für Jubel und Begeisterung. Noch lauter wurde es kurz darauf, obwohl es da nur noch 82:80 steht und die Bonner schon wieder auf unseren Korb zujagen. Als sie dann auch noch einen 3er-Wurf erzielen nimmt Trainer Thorsten Leibenath eine Auszeit. Richtig so! Das kann ja keiner mit anschauen.. 

Sehr ironisch oder zumindest ein bisschen zu optimistisch wirkt es da, dass Moderator Marc Herrmann die Cheerleader dazu animiert, mit ihren Armen ein "V" für "Victory" (engl. Sieg) zu bilden. Doch es bewehrt sich - kaum, dass es weitergeht, wirft Bryant das 84:83. Aber immer noch sind es 3:30 Minuten zu spielen. Oh Gott! Bryant wirft noch einen 2er, will wohl für Entspannung sorgen, doch die Gegner zerstören das und gleichen aus. 86:86. 

Also ich mag ja keine Ahnung haben, aber für die 10,8-Punkte-Führung sieht es, gelinge gesagt, schlecht aus.

Das mühsam durch Freiwürfe errungene 88:88 bestätigt diese Ahnung.. Aber noch ist nichts verloren. Noch sind es 1:20 Minuten zu spielen. Und das kommt die Rettung - in Form von Per Günter. Er fliegt geradezu auf den Korb zu, den Ball in der Hand, UND TRIFFT!!JA JA JAAA!! 

Doch das 90:88 lassen und die Bonner nicht lange genießen. Sie werfen das 90:90, woraufhin Ulm ein Time-Out nimmt. Ahh, ich sterbe doch jetzt schon fast vor Spannung!! Denn "Jetzt gilt's", wie Marc Herrmann nochmal auf den Punkt bringt, bevor es weitergeht. Und zwar gut - Esterkamp haut vorbildlich zwei Freiwürfe in den Korb. Juhu! 92:90, das ist den Gegnern wohl zu viel und Bonn nimmt sich eine Auszeit. Während ich noch hoffe, dass es für sie nicht ganz so viel bringt wie für uns, sind die schon wieder auf dem Weg zu unserem Korb. In letzter Minute werfen sie einen 2er-Wurf - und treffen! Mist! 

Das heißt, wie Moderator Marc Herrmann wohl für Dummies wie mich erzählt, nach zwei Minuten Pause geht es in eine fünf-minütige Verlängerung. War ja bisher auch noch nicht spannend genug, klaaar... Denn dort geht es weiter, wie bisher. Erst steht es 94:92, dann 94:95, 96:95, 96:98 - es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen in atemberaubenden Tempo. Basketballtempo eben.  Bleibt nur die Frage, wer am Ende den Kopf vorne hat. 

Die Gegner sind es zumindest, die zuerst die 100er-Marke erreichen. Die Ulmer lassen damit auf sich warten und spätestens beim 99:105 überkommt eine leichte Hoffnungslosigkeit die Zuschauer.

Aber hier wird nicht aufgegeben! Fleißig kämpfen die Ulmer weiter, können allerdings nicht mehr viel rausreissen.

So machen sie dieses Spiel somit zum zweiten verlorenen der bisherigen Heimspiele. Mit einer Niederlage von 103:107 endet das Spiel leider, trotz Nachspielzeit. Bleibt nur zu hoffen, dass es beim nächsten Mal besser läuft.

Weiter geht's mit dem Spiel gegen den "KK Cibona Zagreb" aus Kroatien im ersten Eurocup-Heimspiel am 14. November.

Fotos: Devin Sancakli

Veröffentlicht in der Kategorie:Sport
Tags: Basketball, Basketball Ulm, Basketballprojekt, ratiopharm Arena, Ratiopharm Ulm

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