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Theater Wilhelmsburg: Sommernachtstraum


Ein Theaterstück aufzuführen, das die meisten kennen, ist immer eine Herausforderung. Es darf nicht langweilig werden, aber zu ausgefallen auch nicht. Das Theater Ulm verlegte die Bühne für das Shakespeare-Stück "Ein Sommernachtstraum" dieses Jahr auf die Wilhelmsburg. Ob die Inszenierung gelungen ist, hat Team-Ulm-Autorin Melissa Gößling sich am Donnerstag, den 9. Juli, angesehen.

Während die Macher des Musicals West Side Story die historische Kulisse der Wilhelmsburg mit in das Bühnenbild einbezogen haben, wurde es bei Sommernachtstraum komplett ausgeblendet. Weiße Laken bedeckten den Boden und die Bühnenrückwand, auf der in großen Lettern das Wort Love aufgesprüht wurde. Davor stand ein Wohnwagenanhänger, über und über bemalt mit Motiven aus den 70ern.
Love, Peace und Happiness - war das das Thema der Inszenierung?

Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare ist eine Komödie, in der es ein Verwechselspiel zwischen Liebespaaren gibt, weil Elfen einen Zauber ausgespielt haben. Es geht in dem Stück tatsächlich um Liebe, Hochzeit und auch Lust. Letzteres hatte sich der Regisseur der Theater-Ulm-Inszenierung anscheinend sehr zu Herzen genommen.

Die Schauspieler traten scheinbar nackt, mit übergroßen Erektionen oder auch als Baby mit Schnuller und Kissen auf. Sie sprachensowohl Shakespeares Sätze (nicht ausschließlich aus diesem Stück) als auch anderes, nicht immer zu erkennendes deutsches Textgut, gesungen wurde auf Englisch. Provokante Anspielungen fanden sich auch in der Rollenverteilung: Die Feen der nackten Elfenkönigin Titania waren wie Nonnen verkleidet und den Oberon begleitete zeitweise eine alte Dame, die der Queen erstaunlich ähnlich sah.

Nun mag das Motto der freien Liebe aus den wilden 70ern der Leitfaden der Inszenierung gewesen sein - oder man wollte einfach alle Facetten der Liebe darstellen, wozu dann auch Sexualität gehört. Dem kann man grundsätzlich nicht widersprechen. Aber vermutlich gingen einige Zuschauer deshalb bereits in der Pause, weil diese Anspielungen manchmal unfreiwillig komisch und vor allem sehr unmotiviert wirkten. Der Sinn, weshalb gestöhnt oder sexuelle Anspielungen in bestimmten Szenen gemacht wurden, erschloss sich dem Publikum leider selten. So verlor man schnell den Faden, das eigentliche Stück geriet in den Hintergrund und man war dann doch froh, als der Theaterabend zu Ende war.

Die alljährliche Inszenierung eines Theaterstücks auf der Wilhelmsburg ist in diesem Jahr leider nicht geglückt. Sie wirkte insgesamt nicht stimmig und zu bemüht. Schade, aber vielleicht nächstes Jahr wieder.

Fotos: Hermann Posch

Veröffentlicht in den Kategorien:Kultur, Region und Stadtgeschehen
Tags: Komödie, Shakespeare, Theater Ulm, Wilhelmsburg

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