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Team-Ulm testet: Lutz Dammbeck – Filme und Mediencollagen 1975-1986



Kunst gefällig? Wir haben uns die DVD-Box "Lutz Dammbeck - Filme und Mediencollagen 1975-1986" angeschaut. Einen ersten Zugang zum Künstler bietet für Ulmer der Film "Der Schneider von Ulm". Aber ob das reicht? Hier erfahrt ihr es!

Psst: Wir haben sogar zwei der Videos gefunden, einen Einblick in die DVDs geben...

 

 

 

Getestet hat diese DVD für euch Sophia Kümmerle (ma_fia). 

Aufmachung:
Schlicht kommen die DVD-Box und das Menü auf den zwei Discs daher. Insgesamt geben 11 Kurzfilme und Collagen einen Einblick in das Schaffen des deutschen Künstlers Lutz Dammbeck. In den Extras finden sich ergänzend dazu ein Gespräch mit dem Künstler und ein Blick hinter die Kulissen.

Inhalt:
Jeder, der von hier kommt, kennt sie: Die Geschichte vom Schneider von Ulm, der versuchte, mit selbstgebauten Flügeln über die Donau zu fliegen. Mit ihr beschäftigt sich einer der Kurzfilme auf Lutz Dammbecks DVD-Box „Filme und Mediencollagen 1975-1986“. Der 1948 in Leipzig geborene Künstler begann schon sehr früh, in Mediencollagen verschiedene Arten der Kunst zu mischen, interessierte er sich neben dem Animationsfilm auch für Tanz, Malerei und Musik als Ausdrucksmittel. Die Spannung, die durch viele miteinander verbundene Materialien entsteht oder dadurch verstärkt werden kann, ist auch heute noch in vielen seiner Werke zu finden.

Die Geschichte über den Schneider von Ulm bietet für jene, die sie kennen, einen ersten Annäherungspunkt an das Schaffen und den Stil von Dammbeck. So plakativ und oberflächlich, wie der Titel jedoch anmutet, ist des Künstlers Beschäftigung mit dem Medium nicht. Die gewohnten Gassen unserer Stadt wirken im Film nicht nur, wie erwartet aus einer frühere Zeit, sondern auch überraschend leer; das Münster ist stark verzerrt, spricht zu den Bürgern. Jene, die sich nicht als Kunstversteher sehen, werden wohl froh sein, mit dem Schneider von Ulm nach gut sieben Minuten eine Verbindung zur bekannten Geschichte ziehen zu können. Doch wie es auch im Booklet der DVD schon steht, setzt Lutz Dammbeck nicht auf eine feste Interpretation, sondern möchte zum Nachdenken, Hineindeuten und Auseinandersetzen mit der Thematik reizen – auf seine ganz eigene Art und Weise. Schon als der Film 1979 beim DDR-Programmkino gezeigt wurde, verunsicherte er Zuschauer und brachte dadurch zwangsläufig zum (kritischen) Nachdenken. Etwas, was dem deutschen Künstler schon immer von großer Wichtigkeit gewesen war. „Ansehen und Sehen ist nicht dasselbe“, hob er bei einer kurzen Befragung damals hervor.

Spätestens diesem 1981 veröffentlichten Film „Einmart“ löste Dammbeck sich ganz vom Plakativen. Auf einem Flugblatt beschreibt er das Werk als „Eine Landschaft aus Metaphern“ und setzt, wie schnell deutlich wird, auf eine reduzierte Darstellung.

Das sind nur einige der kunstgeschichtlich interessanten Beispiele aus dem Bereich des Experimentalfilms von Lutz Dammbeck, die auf den zwei DVDs in „Filme und Mediencollagen 1975-1986“ zusammengefasst sind. Filme, von denen man einige sicher mehrmals gucken muss, um einen Zugang zu bekommen. Die aber, wie auch das rudimentäre und frühe Werk „Lebe!“ zeigt, mitunter mit (versteckter) Kritik und einer spannenden Auseinandersetzung des Alltags aufwarten.

Bewertung:
Definitiv: Kein Muss! Für Kunstcracks aber bietet sich hier ein interessanter Ausflug in den Bereich des experimentellen Films. Wenn sie sich darauf einlassen und bereit sind, ein wenig Zeit zu investieren.

Lutz Dammbeck – Filme und Mediencollagen 1975-1986, 2 DVDs, 11 Kurzfilme und Collagen, 279 Spielminuten, Alive AG, 26,99 Euro

Veröffentlicht in den Kategorien:Kultur, Musik und Team-Ulm testet
Tags: Film, Filmkritik, Filmrezension, Kritik, Kunst, Rezension, Team-Ulm testet

0 Kommentare zu "Team-Ulm testet: Lutz Dammbeck – Filme und Mediencollagen 1975-1986"

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