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Meet your Meat

EroKami-sama - 18
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:38 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR: Zitat von in_sanity: Vegane Lebensweise basiert doch auf einem Grundsatz, der nicht bei Verhinderung von Leid bei Tieren Halt macht. Im Grunde geht es doch darum, Leid allgemein zu minimieren. Da mir die Frage schon im Vegetarierthread nicht beantwortet wurde, stelle ich sie hier halt nochmal. Ab wann hat man "genug" getan und ab wann "muss" man sich nicht mehr rechtfertigen?
Eine Antwort darauf kann nur als Metaphysiker erwartet werden, d.h. man eine übergeordnete Struktur außerhalb subjektiver Kontingenz hofft zu entdecken. Das wird nicht geschehen. Es kann also nur ein Form des Konsens erzielt werden.
Wenn die diskutierende Gruppe es grundsätzlich für verdächtig bis falsch empfindet, vermeibares Leid zuzulassen, wird ein "genug" auch erst bei der konsequenten Beseitigung eben dieses Problems erfolgen.
Wenn wir bei Metaphysik sind kann es je nachdem welche Richtung wie verfolgen sein, dass wir die Existenz von allem außer uns selbst anzweifeln. Wäre dadurch relativ schwierig klar zu sagen ob wir grade wirklich kein Fleisch essen, ob Tiere überhaupt leiden und ob wir überhaupt essen.
REMOVE LUNARIANS.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:39 Uhr
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Zitat von in_sanity:
Interessant wirds dann bei der eigenen "Schmerzgrenze". Wie wiegt man quantitatives gegen qualitatives (und letztlich nicht messbares) Leid gegeneinander auf?
Das kann ebenso in die Metaphysik gleiten und damit unlösbar sein.
Zitat von in_sanity:
Die Frage hängt direkt damit zusammen, wie weit man gehen muss, um seinen Grundsätzen treu zu bleiben. Mag infantil klingen, aber so begründen (viele) Veganer schließlich, warum jeder weniger konsequente Schritt als vegane Lebensweise nicht genug ist.
Das verstehe ich nun nicht.
Wenn man Grundsätze hat, inwiefern sollte man sie dann nicht konsequent verfolgen?
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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in_sanity - 45
Halbprofi
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:41 Uhr
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Zitat von EroKami-sama: Wenn wir bei Metaphysik sind kann es je nachdem welche Richtung wie verfolgen sein, dass wir die Existenz von allem außer uns selbst anzweifeln. Wäre dadurch relativ schwierig klar zu sagen ob wir grade wirklich kein Fleisch essen, ob Tiere überhaupt leiden und ob wir überhaupt essen.
Sowas ist aber nicht zielführend und zudem unplausibel.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:42 Uhr
Zuletzt editiert am: 06.10.2012 um 01:42 Uhr
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Zitat von EroKami-sama:
Wenn wir bei Metaphysik sind kann es je nachdem welche Richtung wie verfolgen sein, dass wir die Existenz von allem außer uns selbst anzweifeln. Wäre dadurch relativ schwierig klar zu sagen ob wir grade wirklich kein Fleisch essen, ob Tiere überhaupt leiden und ob wir überhaupt essen.
Sicher. Das ist eine metaphysische Möglichkeit. Eine oberflächliche, mittelalterliche Vorstellung des "ichs" sicher, aber eine metaphysische natürlich.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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in_sanity - 45
Halbprofi
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:44 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR: Das verstehe ich nun nicht.
Wenn man Grundsätze hat, inwiefern sollte man sie dann nicht konsequent verfolgen?
Weil man sie vielleicht gar nicht hat? Sonst dürfte man mit den Leidminimierungsiterationen niemals aufhören. Fällt eine Dominostein, fallen alle.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:46 Uhr
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Zitat von in_sanity: Sonst dürfte man mit den Leidminimierungsiterationen niemals aufhören. Fällt eine Dominostein, fallen alle.
Scheint mir konsequent und problemlos zu sein.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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in_sanity - 45
Halbprofi
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:52 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR: Zitat von in_sanity: Sonst dürfte man mit den Leidminimierungsiterationen niemals aufhören. Fällt eine Dominostein, fallen alle.
Scheint mir konsequent und problemlos zu sein.
Lebst du als Einsiedler im Wald, der keinerlei "Segnungen" der modernen Lebensweise in Anspruch nimmt? Wie kannst du dein westliches Leben vor hungernden legitimieren? Schwer vorstellbar, dass dein Lebenswandel der bestmögliche Kompromiss ist.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 01:56 Uhr
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Zitat von in_sanity:
Lebst du als Einsiedler im Wald, der keinerlei "Segnungen" der modernen Lebensweise in Anspruch nimmt? Wie kannst du dein westliches Leben vor hungernden legitimieren? Schwer vorstellbar, dass dein Lebenswandel der bestmögliche Kompromiss ist.
Ich weiß nicht wie du auf diese Konklusion kommst, wenn ich eben keine Rechtfertigung darin sehe, irgendwann zu halten und vermeidbares Leid zu rechtfertigen. Die Möglichkeit das mein Leben "sündhaft" ist, bestreitet doch diese Überzeugung nicht, ich würde diese Überzeugung garnicht haben, wenn ich denken würde, dass mein Leben ethisch kohärent ist.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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in_sanity - 45
Halbprofi
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:04 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR:
Ich weiß nicht wie du auf diese Konklusion kommst, wenn ich eben keine Rechtfertigung darin sehe, irgendwann zu halten und vermeidbares Leid zu rechtfertigen. Die Möglichkeit das mein Leben "sündhaft" ist, bestreitet doch diese Überzeugung nicht, ich würde diese Überzeugung garnicht haben, wenn ich denken würde, dass mein Leben ethisch kohärent ist.
Es geht schlicht darum, dass du andere willkürliche Grenzen ziehst als jemand, der einfach sein Schnitzel ißt. Der wird von sich vielleicht auch behaupten, unnötiges Leid zu verhindern, seinen Fleischkonsum aber als "notwendig" erachten. So wie du deine "Sünden" letztlich in Kauf nimmst.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:12 Uhr
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Zitat von in_sanity:
Es geht schlicht darum, dass du andere willkürliche Grenzen ziehst als jemand, der einfach sein Schnitzel ißt.
Oder ein Rassist ist, oder kein Demokrat, oder ein irrer Demokrat. Absolut, ja.
Zitat von in_sanity: . Der wird von sich vielleicht auch behaupten, unnötiges Leid zu verhindern, seinen Fleischkonsum aber als "notwendig" erachten.
Das wäre aber in der Tat eine möglich Debatte der Koheränz. Insofern er glaubhaft machen kann, dass der Fleischkonsum ihm selbst enormes Leid antut, könnte das, insofern er zustimmen würde, dass vermeidbares Leid schlimm ist, ziemlich kontrovers werden. Genauso wie wenn er der Überzeugugn wäre, dass der Verzicht auf die Folterung von Kindern ihm erhebliches Leid zufügt. Man darf aber bezweifeln, dass viele Menschen die Fleisch konsumieren es wirklich als "Leid" definieren würden, wenn sie darauf verzichten müssten. Eher als unangenehme Umstellung, womit man wohl eine gute Grundlage für eine Überzeugung hätte.
Zitat von in_sanity:
So wie du deine "Sünden" letztlich in Kauf nimmst.
Ich nehme meine "Sünden" nicht in Kauf. Dann wären es keine "Sünden".
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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-C6H6- - 33
Anfänger
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:16 Uhr
Zuletzt editiert am: 06.10.2012 um 02:22 Uhr
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ha gell, i hätt jetzt scho bock auf a rechts putaschnitzale mit pilzrahmsoß!
bzw
now im just gonna beat my meat
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Der666Diablo
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:20 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR: Zitat von in_sanity:
Es geht schlicht darum, dass du andere willkürliche Grenzen ziehst als jemand, der einfach sein Schnitzel ißt.
Oder ein Rassist ist, oder kein Demokrat, oder ein irrer Demokrat. Absolut, ja.
Zitat von in_sanity: . Der wird von sich vielleicht auch behaupten, unnötiges Leid zu verhindern, seinen Fleischkonsum aber als "notwendig" erachten.
Das wäre aber in der Tat eine möglich Debatte der Koheränz. Insofern er glaubhaft machen kann, dass der Fleischkonsum ihm selbst enormes Leid antut, könnte das, insofern er zustimmen würde, dass vermeidbares Leid schlimm ist, ziemlich kontrovers werden. Genauso wie wenn er der Überzeugugn wäre, dass der Verzicht auf die Folterung von Kindern ihm erhebliches Leid zufügt. Man darf aber bezweifeln, dass viele Menschen die Fleisch konsumieren es wirklich als "Leid" definieren würden, wenn sie darauf verzichten müssten. Eher als unangenehme Umstellung, womit man wohl eine gute Grundlage für eine Überzeugung hätte.
Zitat von in_sanity:
So wie du deine "Sünden" letztlich in Kauf nimmst.
Ich nehme meine "Sünden" nicht in Kauf. Dann wären es keine "Sünden".
Wie immer gilt: Wer würde noch Kühe etc halten, würde es keinen Gewinn bringen?
Die rein objektiv (da einerseits profilierungssucht mit wir wissen es besser gegenüber kapitalmehrung steht) wohl nicht zu beantwortende Frage ist doch nach wie vor: Ist eine Kuh/ein Schwein wirklich unglücklicher, wenn es lebt um zu sterben - gerade in Bezg dazu, dass ein Schwein schon von jeher Fressfeinden als Mittagsessen diente?
Was ist besser, ein Leben mit dem Ziel des Todes (wenn dieser nicht tagtäglich vor Augen geführt wird) - oder kein Leben?
Spinnen wir das ganze abstrahiert weiter: jeder mensch wird auch sterben, nicht unter diesen Umständen, nicht ganz so geregelt, dennoch sperren äußere Rahmenbedinungen auch uns in einen Käfig des Lebens ein.Sollen wir uns nun also auch entledigen, weil wir sterben?
Rein objektiv aus Veganer/Umwelthippiesicht wäre es ja das non plus ultra. Keine Erderwärumg, keine toten Tiere, kein Öl im Meer (ich weiss, ein wenig plakativ: Erderwärmung, tote Tiere und Öl im Meer gibt es dennoch). Es gilt trotzdem hier zu Hinterfragen was besser ist.
Bei Geld, Sex und Kunst gibt es keinen abnehmenden Grenznutzen. http://shortlinks.de/oee9
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in_sanity - 45
Halbprofi
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:23 Uhr
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Zitat von ViolentFEAR:
Oder ein Rassist ist, oder kein Demokrat, oder ein irrer Demokrat. Absolut, ja.
Das musste ja irgendwann kommen...
Nochmal, weil das Thema vorher schon angeschnitten wurde: man muss niemanden umbringen, nur wenn es erlaubt wäre.
Zitat:
Das wäre aber in der Tat eine möglich Debatte der Koheränz. Insofern er glaubhaft machen kann, dass der Fleischkonsum ihm selbst enormes Leid antut, könnte das, insofern er zustimmen würde, dass vermeidbares Leid schlimm ist, ziemlich kontrovers werden. Genauso wie wenn er der Überzeugugn wäre, dass der Verzicht auf die Folterung von Kindern ihm erhebliches Leid zufügt. Man darf aber bezweifeln, dass viele Menschen die Fleisch konsumieren es wirklich als "Leid" definieren würden, wenn sie darauf verzichten müssten. Eher als unangenehme Umstellung, womit man wohl eine gute Grundlage für eine Überzeugung hätte.
Empfindest du deinen jetzigen Lebensstil als unangenehm und könntest du mehr tun als du tust?
Zitat: Ich nehme meine "Sünden" nicht in Kauf. Dann wären es keine "Sünden".
Doch, tust du, denn ich nehme dir nicht ab, dass du wider besseren Wissens nicht mehr tun könntest als du tust.
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:25 Uhr
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Zitat von Der666Diablo:
Wie immer gilt: Wer würde noch Kühe etc halten, würde es keinen Gewinn bringen?
Die rein objektiv (da einerseits profilierungssucht mit wir wissen es besser gegenüber kapitalmehrung steht) wohl nicht zu beantwortende Frage ist doch nach wie vor: Ist eine Kuh/ein Schwein wirklich unglücklicher, wenn es lebt um zu sterben - gerade in Bezg dazu, dass ein Schwein schon von jeher Fressfeinden als Mittagsessen diente?
Was ist besser, ein Leben mit dem Ziel des Todes (wenn dieser nicht tagtäglich vor Augen geführt wird) - oder kein Leben?
Spinnen wir das ganze abstrahiert weiter: jeder mensch wird auch sterben, nicht unter diesen Umständen, nicht ganz so geregelt, dennoch sperren äußere Rahmenbedinungen auch uns in einen Käfig des Lebens ein.Sollen wir uns nun also auch entledigen, weil wir sterben?
Rein objektiv aus Veganer/Umwelthippiesicht wäre es ja das non plus ultra. Keine Erderwärumg, keine toten Tiere, kein Öl im Meer (ich weiss, ein wenig plakativ: Erderwärmung, tote Tiere und Öl im Meer gibt es dennoch). Es gilt trotzdem hier zu Hinterfragen was besser ist.
Ich weiß nicht, wieso du uns zitierst, da deine Fragen keine Relevanz für unsere Diskussion haben.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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ViolentFEAR - 33
Champion
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Geschrieben am: 06.10.2012 um 02:32 Uhr
Zuletzt editiert am: 06.10.2012 um 02:34 Uhr
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Zitat von in_sanity:
Das musste ja irgendwann kommen...
Nochmal, weil das Thema vorher schon angeschnitten wurde: man muss niemanden umbringen, nur wenn es erlaubt wäre.
Du solltest es vermeiden persönliche Stichelein zu sehen, wo keien sind. Wenn man metaphysische Argumente ablehnt, gibt es auch keinen absoluten Grund "Demokrat" oder "kein Rassist" zu sein. Etc.
Zitat von in_sanity:
Empfindest du deinen jetzigen Lebensstil als unangenehm und könntest du mehr tun als du tust?
Zitat: Ich nehme meine "Sünden" nicht in Kauf. Dann wären es keine "Sünden".
Doch, tust du, denn ich nehme dir nicht ab, dass du wider besseren Wissens nicht mehr tun könntest als du tust.
Es geht hier um die konkrete Definition von "Sünde", wie ich sie zuerst verwendete. Ich empfinde schuld, weil ich meinen eigenen Überzeugungen nicht völlig gerecht werde. Das nannte ich Sünde. Würde ich "Sünden in Kauf nehmen", dann würde ich meien Schuld einfach als unglückliches Mitbringsel meiner Existenz betrachten und sie eben nicht als meine "Sünden" werten. "Sünden" treiben mich an. "Sünden" sind ja bei mir eben keine "Abweichungen einer mir übergeorndeten Moral".
Aber ich denke, das war eher ein Missverständnis durch unterschiedlichen Gebrauch von Vokabeln. "Sünde" ist auch wirklich nicht besonders konkret, entschuldige.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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