Zitat von LadyFiona:
ich hab auch einige selbst geschrieben! hier ist eins:
Weil du nicht da bist
Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dieses Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.
Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.
Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.
Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.
»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Wörter über dem Papier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.
Weil du nicht da bist, blättre ich in Photographien
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Mutter, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.
und noch eins:
Das Muss
Geschlagen von der großen Qual
immer durchhalten zu müssen.
Nur ein einziges mal
loslassen von dem Müssen.
Das wünsch ich mir so sehr.
Diesem Druck auf meinen Schultern
kann ich nicht länger standhalten.
Jemand soll mich erlösen
und meine Funktionen ausschalten.
Das wünsch ich mir so sehr.
Von außen bin ich immer glücklich
und niemals allein.
Doch innen fühl´ ich mich
wie eine alte Maschine:
alt und aus Stein.
Das bin ich nicht
und will´s nicht sein.
Doch aus meiner Sicht
schaff ich´s nicht allein.
Auszubrechen
von all dem.
Und zu stechen
in alle anderen Herzen.
Dass sie sehen
wie weh es tut
immer nur zu dienen
ohne jeglichen Mut.
Den anderen
seine Meinung zu sagen.
Wegzulaufen
ohne immer zu fragen.
Ausgesaugt, einsam
und seelisch am Ende.
Steh´ ich nun hier
unter meiner Linde.