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Die Fledermaus

Operette in drei Akten von Johann Strauss

(redback) - Wir kennen sie alle, der eine vielleicht besser als der andere: Die gute, alte „Fledermaus“. Und wir wollen sie so sehen und hören, wie wir sie kennen und lieben. Wir alle lauern auf Rosalindes notorisches Verlangen nach einem „Pillerl“, juchzen innerlich, wenn „der Herr von Nummero 12“ eine Avokado anstelle eines Advokaten verlangt, warten auf die obligatorischen, kommentierenden italienischen Opernfetzen des liebestollen Tenors, die uns in der eigenen Repertoirekenntnis bestärken, und wissen genau, wo die Prüfsteine eines Frosch liegen: Da reicht die Palette vom immer wieder herunterfallenden Hut am verfehlten Wandhaken über den 32. Dezember bis hin zum zielstrebigen Gang in den Wandschrank: „Herr Direktor, wir sind eingemauert!“

Um der Handlung folgen zu können, muss man zwei Vorgeschichten kennen. Erstens: Vor einiger Zeit besuchten Gabriel von Eisenstein und sein Freund Dr. Falke einen Maskenball: Eisenstein als Schmetterling verkleidet, Dr. Falke als Fledermaus. In den frühen Morgenstunden ließ Eisenstein den völlig betrunkenen Dr. Falke im Straßengraben liegen. Begleitet vom Gejohle der Passanten gab es ein böses Erwachen. Seither sinnt Falke auf Rache. Zweitens: Vor kurzem hat Einsenstein einen Polizisten beleidigt und ihn obendrein geohrfeigt. Nun soll er für fünf Tage ins Gefängnis – der Gerichtstermin ist heute.

Handlung: Vor dem Haus Eisenstein buhlt der Tenor Alfred lautstark um Aufmerksamkeit. Im Innern hat Adele, Kammerzofe bei Eisensteins, gerade einen Brief mit der Einladung zum abendlichen Fest beim Prinzen Orlofsky erhalten. Um einen freien Abend zu bekommen, erfindet sie schnell eine sterbenskranke Tante, die dringend ihren Besuch erwartet. Dieser Umstand kommt der Hausherrin Rosalinde gerade recht: Ihr Mann soll heute seinen Arrest antreten, und wenn auch Adele aus dem Haus ist, kann sie ihren Liebhaber Alfred ungestört empfangen.

Eisenstein kehrt wütend von seinem Gerichtstermin zurück: Aus fünf Tagen Haftstrafe sind nun acht geworden. Rosalinde tröstet ihren Ehemann. Weitaus größeren Trost bietet allerdings Dr. Falke. Er überredet Eisenstein, ihm heute Abend heimlich zum Fest des Prinzen Orlofsky zu folgen – seinen Arrest könne er auch noch morgen antreten. Von geheuchelter Trauer überwältigt nimmt das Ehepaar Eisenstein pathetisch voneinander Abschied.

Endlich kann Rosalinde Alfred empfangen. Doch die erotische Idylle wird durch das unerwartete Erscheinen des Gefängnisdirektors Frank gestört, der Eisenstein persönlich hinter schwedische Gardinen bringen möchte. Die Situation ist kritisch und die Lösung unbefriedigend – zumindest für Alfred: Aus Rücksicht auf Rosalindes prekäre Lage muss er sich als Eisenstein abführen lassen.

In der Villa Orlosfky erwarten der Prinz und Dr. Falke die geladenen Gäste. Falke verspricht dem notorisch gelangweilten Russen eine gelungene Komödie, die sich im Laufe des feuchtfröhlichen Abends entwickeln werde.

Adele hat auf Falkes fingierten Brief prompt reagiert und mischt unter dem Künstlernamen Olga das bunte Treiben ordentlich auf. Eisenstein selbst nennt sich hier Marquis Renard. Eine Begegnung mit Adele lässt sich nicht vermeiden, wobei sich Eisenstein vor der gesamten Festgesellschaft blamiert. Auch Gefängnisdirektor Frank ist unter den Gästen, allerdings unter dem Namen Chevalier Chagrin. Eisenstein und er verstehen sich prächtig und freunden sich sofort an.

Dr. Falke hat auch Rosalinde zum Fest eingeladen, die dort maskiert als ungarische Gräfin erscheint. Eisenstein ist sofort Feuer und Flamme für die unbekannte Schöne. Bei einem feurigen Flirt kann sie ihrem nichts ahnenden Ehemann seine Taschenuhr entwenden. Eine kollektive Verbrüderung im melancholischen Walzer- und Champagnerrausch läutet das Ende des Festes ein.

Am nächsten Morgen gibt es für Eisenstein ein böses Erwachen. Während Adele bei Gefängnisdirektor Frank um finanzielle Unterstützung für ihre Ausbildung zur Künstlerin wirbt, muss Eisenstein bei Arrestantritt feststellen, dass seine Zelle bereits belegt ist. Verkleidet als Advokat kann er das Techtelmechtel zwischen Alfred und seiner Gattin aus nächster Nähe betrachten. Seine Wut und seine Vorwürfe verpuffen allerdings angesichts seiner Taschenuhr, die ihm Rosalinde nun präsentiert. Dr. Falkes Rache ist geglückt. Unter dem Gelächter der eintretenden Festgesellschaft bittet Eisenstein um Verzeihung: Der Champagner war an allem Schuld!

Kaum eine andere Operette hält der Gesellschaft indiskreter und gleichzeitig humorvoller einen Spiegel vor. Gesetze und Ehen werden gebrochen, zwanghaftes Amüsement und die Macht des Geldes verpuffen im Nichts feuchtfröhlicher Doppelmoral. Schwungvolle Walzer, feurige Polkas und melancholische Melodienseligkeit machen diese Königin der Operetten zu einem schmissigen Tanz auf dem Vulkan. Dabei bietet das hauseigene Ensemble zusammen mit dem philharmonischen Orchester der Stadt Ulm ausgezeichnete musikalische, gesangliche und auch schauspielerische Leistung. Hinzu kommt wieder ein sehr aufwändig gestaltetes Bühnenbild, das den positiven Gesamteindruck auch optisch abrundet.

Die Operette ist voraussichtlich noch bis Mitte Juni zu sehen. Weitere Infos, Preise und Reservierungen gibt es unter www.theater.ulm.de.

Fotos: Jochen Klenk

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