Du bist nicht eingeloggt.

Login

Pass

Registrieren

Community
Szene & News
Locations
Impressum

Forum / Freizeit

Harry Potter 6

<<< zurück   -1- ... -9- -10- -11- -12- -13- ... -20- vorwärts >>>  
Buddl - 38
Experte (offline)

Dabei seit 07.2004
1796 Beiträge

Geschrieben am: 06.10.2005 um 21:56 Uhr

Zitat:

kp wenn ich was von Harry Potter sehn oder soo will,
dann schau ich mir den film an und zwar auf dvd oder im kino aber lesen tu ich net....


Die Bücher sind aber viel besser als die Filme... ;-)

Tagsüber bin ich müde, weil ich nachts ein Superheld bin!

jonny1990 - 36
Profi (offline)

Dabei seit 03.2005
615 Beiträge
Geschrieben am: 07.10.2005 um 22:44 Uhr

Ja. Harry Potter ist einfach super. Ich liebe diese Bücher *g* Schade, dass es nur noch ein Buch geben wird...

Naja ;-) Mit Filmen sind wird ja noch ein paar Jahre ausgesorgt...
girl93 - 32
Halbprofi (offline)

Dabei seit 05.2005
171 Beiträge
Geschrieben am: 08.10.2005 um 12:15 Uhr

FUCK HARRY POTTER!
Ame14 - 34
Anfänger (offline)

Dabei seit 07.2005
15 Beiträge

Geschrieben am: 08.10.2005 um 20:50 Uhr

Harry Potter 6 ist voll cool auf jedem Fall eine spannende Freizeitbeschäftigung in zu lesen

ich bin der coolste

Hamtaro - 33
Halbprofi (offline)

Dabei seit 06.2005
335 Beiträge
Geschrieben am: 08.10.2005 um 23:48 Uhr

Ist echt voll hart, dass Dumbledore stirbt!

Matt Cady, Stacey Tookey

PeopleisShit - 37
Profi (offline)

Dabei seit 05.2005
408 Beiträge

Geschrieben am: 09.10.2005 um 02:24 Uhr

bin bis jetzt noch nicht dazu gekommen eins zu kaufen *grml*
aber werd ich nachholen sobald eine buchhandlung in meiner nähe is ;-)

nennt mich gott ^^

JuliaMarina - 37
Anfänger (offline)

Dabei seit 11.2004
15 Beiträge
Geschrieben am: 09.10.2005 um 21:44 Uhr

ich finds cool ich hab im gleich letzten samstag gekauft ist aber achade das dambeldor stirbt
Corel - 37
Fortgeschrittener (offline)

Dabei seit 03.2005
89 Beiträge

Geschrieben am: 10.10.2005 um 07:47 Uhr

Zuerst war er net so gut wie die Letzten, schon gut zulesen aber halt net so fesselnd. Aber sobald HP mit Dumbledor losfliegt ist des Buch klasse und er Schluss macht einen so richtig neugierig.^^
Aufjedenfall macht man nichts falsch wenn man es ließt.
deus89
Profi (offline)

Dabei seit 08.2005
473 Beiträge
Geschrieben am: 10.10.2005 um 14:40 Uhr

Bin der meinung das die ersten 4 die besten waren und das der fünfte behindert ist und das der sechste jetzt eigentlich wieder ganz gut ist.



scrappy - 36
Profi (offline)

Dabei seit 12.2004
652 Beiträge

Geschrieben am: 10.10.2005 um 14:49 Uhr

Zitat:

Bin der meinung das die ersten 4 die besten waren und das der fünfte behindert ist und das der sechste jetzt eigentlich wieder ganz gut ist.



isch recht ich hab nach dem 2 aufghört zu lesen schau lieber di e
filme an

Wer Hilfe braucht, muss Hilfe geben!

Apfelschnee - 35
Anfänger (offline)

Dabei seit 02.2005
10 Beiträge
Geschrieben am: 10.10.2005 um 15:42 Uhr

Harry Potter 6 war schon gut, aber auf Englisch ist er besser. Aber die Filme sind nix gegen die Bücher. Also Leute:
LEST ALLE HARRY POTTER !!!!!
Wickwam - 36
Anfänger (offline)

Dabei seit 05.2005
10 Beiträge

Geschrieben am: 10.10.2005 um 17:22 Uhr

die bücher sind einfach geil wer eine liest will die anderen auch lesen das isch wie ne sucht ^^. ich finde die Filme besser ganzbesonders freue ich mich auf den 4 teil der glaub ich auch ab 16 isch

Das Leben ist ein scheiß Spiel aber mit ner verdammt geilen Grafik

cc2d - 37
Anfänger (offline)

Dabei seit 08.2005
16 Beiträge

Geschrieben am: 10.10.2005 um 18:52 Uhr

der band!!!!

Harry. Potter.

und. der.

Halbblut-Prinz

frei aus dem Englischen übersetzt

Kapitel. 1:. Der. andere. Minister
Kapitel. 2:. Spinners. End
Kapitel. 3:. Wollen. und. nicht. wollen
Kapitel. 4:. Horace. Slughorn
Kapitel. 5:. Zuviel. Schleim
Kapitel. 6:. Draco’s. Umweg
Kapitel. 7:. Der. Slug-Club
Kapitel. 8:. Snape´s. Triumph
Kapitel. 9:. Der. Halbblutprinz
Kapitel. 10:. Das. Haus. der. Gaunts
Kapitel. 11:. Hermine's. helfende. Hand
Kapitel. 12:. Silber. und. Opale
Kapitel. 13:. Riddle´s. Geheimnis
Kapitel. 14:. Felix. Felicis
Kapitel. 15:. Das. unzerbrechliche. Versprechen
Kapitel. 16:. Sehr. kalte. Weihnachten
Kapitel. 17:. Eine. träge. Erinnerung
Kapitel. 18:. Geburtstagsüberraschungen
Kapitel. 19:. Elfenspuren
Kapitel. 20:. Lord. Voldemorts. Bitte
Kapitel. 21:. Der. unbekannte. Raum
Kapitel. 22:. Nach. der. Beerdigung. Kapitel. 23:. Horcruxes. Kapitel. 24:. Sectumsempra. Kapitel. 25:. Der. belauschte. Seher. Kapitel. 26:. Die. Höhle. Kapitel. 27:. Der. vom. Blitz. getroffene. Turm. Kapitel. 28:. Die. Flucht. des. Prinzen.

1



Kapitel. 1:. Der. andere. Minister

Es ging auf Mitternacht zu, und der Premierminister saß alleine in seinem Büro, las
einen langen Bericht, der ihm zu denken gab, ohne die geringste Spur dessen eigentlicher
Bedeutung zu erfassen. Er wartete auf den Anruf des Präsidenten eines weit entfernten
Landes, und inzwischen verwundert, wann der elende Kerl endlich anrufen würde, versuchte
er die unangenehmen Gedanken an eine sehr lange, ermüdende, und schwierige Woche zu
unterdrücken, die ihm kaum noch Zeit liessen über irgendetwas anderes nachzudenken.
Je mehr er versuchte, sich auf die Schrift auf dem Papier vor sich zu konzentrieren,
desto klarer konnte der Premierminister das schadenfrohe Gesicht eines seiner ärgsten
politischen Gegner sehen. Dieser besondere Gegner war an diesem wichtigen Tag in den
Nachrichten erschienen, um nicht nur all die schrecklichen Dinge aufzuzählen, die in
der letzten Woche geschehen waren (als ob irgendjemand daran erinnert werden bräuchte),
sondern auch um zu erklären, das all dies nur den vielen Fehler seiner Regierung
zuzuschreiben sei.
Der Puls des Premierministers beschleunigte sich als er an diese Beschuldigungen
dachte; sie waren weder angemessen noch wahr. Wie in aller Welt sollte es seiner
Regierung möglich gewesen sein den Einsturz der Brücke zu verhindern? Es war unerhört,
dass jedermann behaupte, dass sie nicht genug in den Brückenbau investiert hätten.
Die Brücke war weniger als zehn Jahre alt, und die besten Experten wussten weder ein
noch aus und konnten sich nicht erklären, warum die Brücke sauber in zwei Teile gebrochen
war und dabei ein Dutzend Autos in die Tiefe des darunter liegenden Flusses
gestürzt hatte. Und wie konnten sie es wagen zu behaupten, dass diese beiden, durch
die Presse wohl propagierten und sehr scheußlichen Morde nur hatten geschehen können,
weil es zu wenig Polizisten gab? Oder dass die Regierung irgendwie den heftigen
Hurrikane im Westen vorausgeahnt haben könnte, der bei den Menschen so viel Leid
und Zerstörung angerichtet hatte? Und war es seine Schuld, dass einer seiner
Junior-Minister, Herbert Chorleys, sich in dieser Woche so eigensinnig verhielt,
und auf einmal vorgab mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen?
"Eine düstere Stimmung hat das Land ergriffen." hatte der Gegner am Ende seiner
Rede getönt und konnte dabei sein eigenes breites Grinsen kaum verbergen.
Und unglücklicherweise war das vollkommen wahr. Der Premierminister fühlte es
selbst; die Menschen schienen wirklich unglücklicher als sonst. Sogar das Wetter
war trübselig; überall dieser kühle Nebel - und das Mitten im Juli... Das konnte
einfach nicht sein, das war nicht normal...
Er blätterte auf die zweite Seite des Berichtes, sah, dass es noch endlos so
weiterging und gab es schließlich auf weiter zu lesen. Niedergeschlagen betrachtete
er sein Büro und reckte seine Arme über seinem Kopf. Es war ein stattliches
Zimmer mit einem fein gearbeiteten Marmorkamin der gegenüber den langen Fensterflügeln
stand, die wegen der untypischen Kälte fest geschlossenen waren. Mit leichtem
Schaudern stand der Premierminister auf, ging hinüber zum Fenster und schaute
hinaus in den Nebel, der sich gegen die Glasscheiben drückte. Als er so mit dem
Rücken zum Zimmer stand, hörte er hinter sich ein schwaches Husten.
Er erstarrte, Nase an Nase mit seinem eigenen erschrockenen Spiegelbild in der
dunklen Scheibe. Er kannte dieses Husten. Er hatte es schon mal gehört. Sehr
langsam wandte er sich zum leeren Raum um.
"Hallo?" sagte er und versuchte dabei tapferer zu klingen, als er sich fühlte.
Für einen kurzen Moment hoffte er inständig, dass niemand ihm antworten würde.
Doch antwortete ihm sofort eine raue, kräftige Stimme, die klang, als ob sie
eine vorbereite Erklärung verlas. Sie kam - soweit sich der Premierminister an
das erste Husten erinnern konnte - von dem froschartigen kleinen Wesen, dass bekleidet

2



mit einer langen Silberperücke auf dem schlichten, schmutzigen Ölgemälde in der
hintersten Ecke des Zimmers dargestellt war.
"An den Premierminister der Muggel. - Müssen uns umgehend treffen. - Erbitte
sofortige Antwort. - Hochachtungsvoll, Fudge."
Das Wesen in dem Gemälde sah eindringlich zum Premierminister herüber.
"Ähm," sagte der Premierminister, "hören sie..., das ist zur Zeit sehr ungünstig...
Ich warte auf einen Anruf, wie Sie sehen... vom Präsidenten von -"
"Das können wir jetzt nicht ändern." erwiderte das Portrait sofort. Dem
Premierminister sank das Herz. Er hatte so etwas befürchtet."
"Aber ich erwarte doch jeden Moment den Anruf von -"
"Wir werden dafür sorgen, dass der Präsidenten den Anruf vergisst. Er wird sie
dann statt dessen morgen Abend anrufen" sagte das kleine Wesen. "Antworten sie
Mr. Fudge bitte umgehend."
"Ich.. oh... nun gut" sagte der Premierminister schwach. "Ja, dann werde ich
Fudge empfangen."
Er eilte zurück zu seinem Schreibtisch während er seine Krawatte hastig
zurechtrückte. Er hatte seinen Platz kaum erreicht und versuchte einen
einigermaßen relaxten Eindruck zu machen, als grellgrüne Flammen unter dem
leeren Gitter seines Marmorkamins ausbrechen. Er bemühte sich, keine Anzeichen
seiner Überraschung oder Beunruhigung zu zeigen, während ein korpulenter
Mann (sich) schnell drehend wie ein Kreisel in Mitten der Flammen erschien.
Sekunden später war er aus dem Kamin auf den davor liegenden feinen, antiken
Teppich gestiegen und klopfte die Asche von den Ärmeln seines langen
Nadelstreifen -umhangs, eine limonegrünern Bowler -Hut in seiner Hand.

"Ah... Der Herr Premierminister." sagte Cornelius Fudge, mit seiner ausgestreckten
Hand auf ihn zuschreitend. "Schön sie wieder zu sehen."
Der Premierminister konnte diese freudige Begrüßung nun wirklich nicht
nachvollziehen, so erwiderte er überhaupt nichts. Er war nicht im Entferntesten
erfreut, Fudge zu sehen, dessen gelegentliches Erscheinen, abgesehen davon,
dass diese schon an für sich völlig beunruhigend waren, im allgemein bedeutete,
dass er einige sehr schlechte Nachrichten zu hören bekam. Außerdem sah
Fudge ausgesprochen mitgenommen aus. Er war abgemagert, kahl und blass,
und sein Gesicht sah sehr zerknittert aus. Der Premierminister kannte
diesen Anblick schon von anderen Politikern, und das war noch nie ein
gutes Zeichen gewesen.
"Wie kann ich ihnen helfen?" sagte er, schüttelte Fudge lasch die Hand
und wies auf den unbequemsten der Stühle gegenüber seines Schreibtisches.
"Es ist schwierig; ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll." murmelte
Fudge, während er den Stuhl zu sich heranzog und sich setzte, seinen grünen
Bowler den Knien. "Was für eine Woche, was für eine Woche..."
"Hatten Sie auch so eine schlechte Woche wie ich?" fragte der Premierminister
angespannt, und hoffte dass Fudge bemerken würde, dass er schon genug um die
Ohren hatte, auch ohne sein Dazutun.
"Ja natürlich" erwiderte Fudge, rieb sich müde die Augen und schaute den
Premierminister mürrisch an. "Ich habe die Selbe anstrengende Woche hinter
mir wie sie. Der Einsturz der Brockdale-Brücke... die Morde an Bones und
Vances... ganz zu Schweigen vom Chaos im Westen des Landes..."
"Sie - Äm, - Ihr - ich meine, einige Ihrer Leute haben - sind beteiligt an
diesen - diesen Dingen, ist das wahr?"
Mit einem eindringlichen Blick sah Fudge den Premierminister an. "Aber

3



natürlich sind wir das, " sagte er, "Sie haben doch sicherlich längst
realisiert was da vor sich geht?"
"Ich... " zögerte der Premierminister
Das war genau das, was er an Fudges Besuchen so verabscheute. Er war
schließlich der Premierminister, und schätzte es nicht, zu einem unwissenden
Schüler degradiert zu werden. Aber natürlich war es ähnlich wie bei seiner
allerersten Audienz mit Fudge an seinem allerersten Abend als Premierminister.
Er erinnerte sich daran, als ob das erst gestern war, und wusste, dass ihm
diese Erinnerung bis zu seinem Tod begleiten würde.
Er hatte allein inmitten dieses stattlichen Büros gestanden und genoss den
Sieg, den sich nach so vielen Jahren Mühen und Schweiß erkämpft hatte, als
er einen Husten hinter sich vernahm, gerade so wie heute Abend. Er drehte
sich herum und entdeckte das hässliche kleine Portrait das zu ihm sprach,
und ihm ankündigte, das der Zaubereiminister in kürze eintreffen werde um
sich vorzustellen.
Natürlich hatte er gedacht, dass er durch die anstrengende Kampagne und
die enorme Anspannung während der Wahl langsam verrückt wurde. Er war
äußerst erschrocken, ein Portrait vorzufinden, das zu ihm sprach, und wusste
nicht wie ihm geschah, als wie selbstverständlich ein Zauberer aus dem Kamin
gesprungen kam und seine Hand schüttelte. Fudges überaus wohlwollende
Erläuterungen, dass es überall auf der Welt Hexen und Zauberer gab, die im
Verborgenen lebten, hatten ihm die Sprache verschlagen. Er könne aber ganz
beruhigt sein und brauche sich nicht weiter den Kopf darüber zu zerbrechen,
da das Zaubereiministerium die volle Verantwortung für die ganze
Zauberergemeinschaft übernahm und die nichtmagische Bevölkerung davor
bewahrte von der ganzen Sache Wind zu bekommen. Und das war eine schwierige,
alles umfassende Aufgabe, von der Überwachung des ordnungsgemäßen Gebrauchs
von Flugbesen bis zur Kontrolle über die artgerechte Haltung und Aufzucht
von Drachen (Der Premierminister erinnerte sich, wie er sich an diesem
Punkt an der Schreibtischplatte festhalten musste um sich abzustützen).
Fudge hatte daraufhin dem völlig sprachlosen Premierminister väterlich
auf die Schulter geklopft.
"Seien sie nicht so besorgt" sagte er "nach diesem Zusammentreffen werden
sie mich vermutlich eh nie wieder sehen. Ich werde sie höchstens belästigen,
wenn sich auf unserer Seite etwas wirklich Schwerwiegendes ereignen sollte,
etwas, das höchstwahrscheinlich auch Einfluss auf die Muggel - die nicht
magische Bevölkerung sollte ich wohl besser sagen - haben wird. Ansonsten
heißt es Leben und Leben lassen. Und ich muss schon sagen, sie nehmen es
viel besser auf als ihr Vorgänger. Er hat versucht mich aus dem Fenster zu
werfen, weil er dachte ich sei ein Scherzbold, der von seinen Widersachern
geschickt wurde.
An diese Stelle hatte der Premierminister seine Sprache endlich wieder gefunden
"Sie sind - sie sind also kein Aprilscherz?"
Es war seine letzte, verzweifelte Hoffnung gewesen.
"Nein." sagte Fudge höflich "Nein, es tut mir leid, das bin ich nicht.
Schauen sie her." Und er verwandelte den Kaffeebecher des Premierministers
in eine Wüstenrennmaus.
"Aber, " sagte der Premierminister atemlos, und sah zu, wie sein Kaffeebecher
an einer Ecke seines nächsten Redemanuskripts knabberte, "aber wieso warum
hat mir niemand gesagt, dass - ?"
"Der Zaubereiminister offenbart sich nur gegenüber dem derzeit amtierenden

4



Muggel -Premierminister" sagte Fudge, und steckte seinen Zauberstab zurück
in seinen Umhang. "Wir finden es die beste Möglichkeit, die Geheimhaltung
aufrecht zu erhalten."
"Aber dann -" beschwerte der Premierminister, "warum hat mich dann der
ehemalige Premierminister nicht gewarnt, dass -"
Darüber musste Fudge wirklich lachen.
„Mein lieber Premierminister, haben sie wirklich vor irgendjemandem
davon zu erzählen?“
Noch immer höchst amüsiert streute Fudge ein wenig Pulver in die Kaminöffnung,
stieg in die smaragdgrünen Flammen und verschwand mit einem lauten Wusch.
Der Premierminister stand vollkommen betäubt da, und begann allmählich zu
begreifen, dass er es niemals in Erwägung ziehen dürfe, auch nur einer
Menschenseele etwas davon zu erzählen, so lange er lebte. Wer um alles in
der Welt würde ihm auch glauben?
Es dauerte eine Weile, bis er den Schock überwunden hatte. Für einen
Moment hatte er versucht sich selbst einzureden, dass Fudge tatsächlich
nur eine Halluzination gewesen war, die durch die äußerst strapaziöse
und Schlafraubende Wahlkampagne ausgelöst wurde. Vergebens bemühte er
sich alle Erinnerungen an diese unangenehme Begegnung zu verdrängen,
gab die Wüstenrennmaus seiner kleinen Nichte, und hatte seinen Privatsekretär
angewiesen, dass scheußliche Gemälde mit dem hässlichen kleinen Wesen,
dass ihm Fudges Ankunft angekündigt hatte, fort zu schaffen. Jedoch
stellte sich zu seiner Bestürzung heraus, dass es unmöglich war, das
Portrait von der Wand zu entfernen. Als selbst etliche Zimmermänner,
ein oder zwei Bauingenieure, ein Kunsthistoriker und der Schatzmeister
vergebens alles Erdenkliche versucht hatten, das Bild von der Wand zu
bekommen, hatte der Premierminister es aufgegeben, und hoffte einfach
nur inständig, dass das Ding für den Rest seiner Amtszeit unbeweglich
und still blieb. Er könnte schwören, dass er den Bewohner des Bildes
gelegentlich gähnen oder sich an der Nase kratzen sah; einmal oder
zweimal spazierte er sogar einfach aus seinem Rahmen und lies nichts
zurück, außer der leeren, schmutzig-braunen Leinwand. Jedoch hatte er
sich antrainiert, nicht sonderlich auf das Bild zu achten, und sich
immer fest zu sagen, dass seine Augen ihm eher einen Streich spielten,
als das er irgendetwas sah.
Dann, vor drei Jahren, in einer Nacht fast wie dieser, war der Premierminister
alleine in seinem Büro, als das Portrait erneut Fudges Erscheinen ankündigte,
der triefend nass und im Zustand höchster Erregung aus dem Kamin geschossen
kam. Bevor der Premierminister auch nur fragen konnte, warum ausgerechnet
er der Auserwählte bei all den ganzen Ex-Ministern sei, hatte Fudge angefangen
über ein Gefängnis herumzuschimpfen, von der er noch nie etwas gehört hatte,
von einem Mann Namens 'Seriös' Black - oder so ähnlich, etwas, das sich wie
'Hogwarts' anhörte, und einem Jungen, der Harry Potter hieß; und nichts davon
ergab für den Premierminister den geringsten Sinn.
". . . Ich komme gerade aus Askaban," hatte Fudge gekeucht, während er einen
Schwall Wasser aus der Krempe seines Bowlers in seine Taschen kippte. "liegt
mitten in der Nordsee, wissen sie, scheußlicher Flug. . . die Dementoren sind
in Aufruhr" - er schauderte - "es hat noch niemals zuvor einen Ausbruch
gegeben. Aber wie auch immer, ich musste zu ihnen kommen, Herr Premierminister.
Black ist ein berüchtigter Muggel-Mörder und wird vermutlich versuchen
sich wieder Du-Weißt-Schon-Wem anzuschließen. . . Aber natürlich; sie können

5



ja noch gar nicht wissen wer Du-Weißt-Schon-Wer ist!" Er blickte den
Premierminister für einen Moment hoffnungslos an; dann sagte er "Nun setzen
Sie sich erst mal, setzen Sie sich hin; ich hätte sie wohl besser informieren
sollen. . . Sie brauchen einen Whisky. . ."
Der Premierminister war eher verärgert darüber, in seinem eigenen Büro gesagt
zu bekommen er solle sich hinsetzen und sich seinen eigenen Whisky anbieten
zu lassen, aber er setzte sich dennoch. Fudge zog seinen Zauberstab hervor,
beschwor aus dem Nichts zwei große Gläser voll mit bernsteinfarbener
Flüssigkeit, drückte eines davon dem Premierminister in die Hand und zog
sich einen Stuhl heran.
Fudge hatte schon mehr als einer Stunde ununterbrochen geredet. Einmal hatte
er sich geweigert, einen bestimmten Namen laut auszusprechen, und schrieb
ihn stattdessen auf ein Stück Pergament, das er dem Premierminister in die
andere, Whisky-Glas freie Hand drückte. Dann, als Fudge schließlich aufstand
um zu gehen, erhob sich auch der Premierminister.
"Sie denken also, dass. . ." Er spickte nach unten auf das Stück Pergament
in seiner linken Hand. "Lord Vol-"
"Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf!" herrschte ihn Fudge an.
"Verzeihung... Sie glauben also, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf
immer noch am Leben ist?"
"Nun, Dumbledore sagt, dass er es ist," sagte Fudge, während er seinen
Nadelstreifenumhang überstreifte, "aber wir haben ihn nirgends gefunden.
Wenn Sie mich fragen ist er nicht gefährlich so lange er keine
Unterstützung bekommt. Es ist Black, um den wir uns Sorgen machen müssen.
Sie werden diese Warnung also weitergeben? Ausgezeichnet! Also dann, ich
hoffe wir werden einander nicht wieder sehen, Herr Premierminister! Gute Nacht."
Aber dann hatten sie sich doch wieder gesehen. Vor weniger als zwei Jahren
tauchte ein verstört -dreinblickender Fudge wie aus dem Nichts im Kabinettszimmer
auf, um den Premierminister darüber zu informieren, dass während der
Quidditch -Weltmeisterschaft (oder etwas, das sich zumindest so ähnlich anhörte)
ein dunkles Mal erschienen war, und dass mehrere Muggel darin "verwickelt"
worden waren, aber dass sich der Premierminister keine Sorgen zu machen brauche.
Die Tatsache, dass das Zeichen von Du-Weißt-Schon-Wem wieder erschienen ist
habe nichts zu bedeuten. Fudge war überzeugt, dass es die Tat eines Einzelnen
gewesen war; und das Muggel-Verbindungsbüro sei bereits voll damit beschäftigt,
alle Erinnerungen zu verändern, während sie gerade sprachen.
"Oh, und jetzt hätte ich doch fast vergessen," fügte Fudge hinzu, "Wir werden
drei fremdländische Drachen und eine Sphinx für das Trimagische Turnier aus
dem Ausland importieren; alles reine Routine, aber die Abteilung für die
Regulierung und Kontrolle magischer Geschöpfe sagte mir, dass die Regeln besagen,
dass wir Sie zu unterrichten haben, wenn wir gefährliche Kreaturen ins Land holen."
"Ich - wie - Drachen?" stammelte der Premierminister überrascht.
"Ja, drei," sagte Fudge. "Und eine Sphinx. Also dann, schönen Tag noch."
Der Premierminister hatte inständig gehofft, dass mit Drachen und Sphinxen
nun endlich das Schlimmste von all dem erreicht sein möge, aber das war es
nicht. Vor weniger als einem Jahr war Fudge schon wieder aus Kaminfeuer
hervor geschossen, und dieses mal brachte er Neuigkeiten von einem Massenausbruch
aus Askaban.
"Ein Massenausbruch?" wiederholte der Premierminister heiser.
"Keine Sorge, dass ist kein Problem!" rief Fudge, mit einem Fuß in den Flammen
stehend. "Wir werden sie im Nu wieder eingefangen haben - ich dachte nur, dass

6



sie es vielleicht wissen sollten!"
Und bevor der Premierminister auch nur zurückrufen konnte, "Halt, warten sie
einen Moment!" war Fudge schon in einem grünen Funkenregen verschwunden.
Was die Presse und die Gegenseite auch sagten, der Premierminister war kein
Narr. Es war ihm weder entgangen, dass sie sich hingegen Fudges Beteuerungen
bei ihrem ersten Zusammentreffen jetzt all zu häufig sahen, noch, dass Fudge
mit jedem Besuch ein wenig verstörter wirkte. Und obwohl er nur ungern über
den Zaubereiminister (oder "Den anderen Minister" wie er Fudge für sich selbst
genannt hatte) nachdachte, konnte sich der Premierminister der Befürchtung
nicht erwehren, dass Fudge das nächste mal mit noch grauenhafteren Nachrichten
erscheinen würde als zuvor.
Der Grund, dafür, dass Fudge ein weiteres mal aus dem Feuer herausgestürzt kam,
vollkommen zerzaust und sorgenerfüllt, und arg überrascht, dass der Premierminister
nicht genau wusste, warum er hier war, waren die schreckenerregensten Dinge, die
im Laufe der letzten, extrem düsteren Woche geschehen waren.
"Woher sollte ich wissen, was in der - ähm - Magischen Welt vor sich geht?"
fuhr ihn der Premierminister nun an. "Ich habe ein Land zu regieren und momentan
wirklich genug Sorgen, auch ohne -"
"Wir haben dieselben Sorgen," unterbrach ihn Fudge. "Die Brockdale-Brücke ist
nicht einfach so zusammengebrochen. Das war kein echter Hurrikan. Diese Morde
waren nicht das Werk von Muggeln. Und die Familie von Herbert Chorley würde
ohne ihn um einiges sicherer sein. Wir treffen zurzeit Vorbereitungen, um ihn
ins St. Mongo's-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen zu
transportieren. Der Transport soll heute Nacht erfolgen.
"Was haben sie. . . Ich bin entsetzt, ich .. Was?" empörte sich der Premierminister.
Fudge nahm einen großen, tiefen Atemzug und sagte, "Herr Premierminister, ich
bin zutiefst betrübt, Ihnen sagen zu müssen, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-
Darf
zurückgekehrt ist; Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf ist zurück!"
"Zurück? Wenn Sie sagen, 'zurück'... also lebt er?" Ich meine -"
Der Premierminister kramte in seinem Gedächtnis nach den Einzelheiten an jenes
Schaudererregende Gespräche vor drei Jahren, als Fudge ihm über den Zauberer
berichtet hatte, der vor allen anderen am meisten gefürchtet wurde, der Zauberer,
der vor seinem geheimnisvollem Verschwinden vor fünfzehn Jahre abertausend
schreckliche Verbrechen begangen hatte.
"Ja, am Leben," sagte Fudge. "Es ist - ich weiß auch nicht - ist ein Mann
lebendig, den man nicht töten kann? Ich verstehe das auch nicht wirklich. Und
Dumbledore wollte es mir nicht so richtig erklären - aber wie auch immer, er hat
tatsächlich einen Körper bekommen, geht umher und spricht und tötet; also denke
ich - um unserer Diskussion ein Ende zu setzen - Ja, er lebt."
Der Premierminister wusste nicht, was er dazu sagen sollte, aber er wünschte
sich nichts sehnlicher als gesicherte Informationen und jede erdenkliche Kleinigkeit
über das ihm Bevorstehenden zu erfahren, und versuchte angestrengt, sich an so
viele Einzelheiten ihrer früheren Unterredungen zu erinnern wie nur möglich.
"Hat sich Sirius Black mit - ähm – Dem-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf
verbündet?"
"Black? Black?" erwiderte Fudge verlegen, seinen Bowler unruhig zwischen seinen
Fingern drehend. "Sie meinen Sirius Black? Beim Barte Merlin's, nein. Black ist
tot. Es hat sich herausgestellt, dass wir - ähm - dass wir uns, was Black anging
geirrt haben. Er war tatsächlich unschuldig. Und er hatte auch niemals die Absicht
sich Du-Weisst-Schon-Wem anzuschließen. Ich meine," ergänzte er beiläufig, seinen

7



Bowler immer nervöser drehend, "es deutete alles darauf hin - es gab mehr als
fünfzig Augenzeugen aber, - nun ja, wie ich schon sage, ist er tot. In Wirklichkeit
wurde er ermordet. In den Räumlichkeiten des Zaubereiministeriums. Es wurde
schließlich sogar ein Untersuchungsausschuss eingerichtet, der..."
Zu seiner großen Verwunderung verspürte der Premierminister an diesem Punkt einen
Funken Mitleid für Fudge. Jedoch verblasste dieser fast sofort, als in ihm der
Gedanke von Selbstgefälligkeit aufkeimte, dass, auch wenn er sich selbst unverständlicher
Weise in einer Zeit befand, in der sich alles mögliche aus Kaminen materialisierte,
es während seiner Amtszeit nie einen Mord in einem der Regierungsgebäude gegeben
hatte... jedenfalls noch nicht...
Während der Premierminister stillschweigend über die hölzerne Schreibtischplatte
strich, fuhr Fudge fort, "Aber das mit Black hat sich inzwischen erledigt. Der Punkt
ist, dass wir uns im Krieg befinden, Herr Premierminister, und es müssen umgehend
Gegenmaßnahmen ergriffen werden."
"Ein Krieg?" wiederholte der Premierminister nervös. "Sicher übertreiben sie jetzt ein
wenig?"
"Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf hat nun Unterstützung von eben jenen
Anhängern bekommen, die im Januar aus Askaban ausgebrochen sind." sagte Fudge,
der sich mehr und mehr in Rage redete und seinen Bowler immer schneller herumwirbelte,
so das nur noch ein limonegrüner Schatten zu erkennen war. "Seitdem sie in Freiheit
sind haben sie die schlimmsten Verwüstungen angerichtet. Die Brockdale-Brücke - er
war es, Herr Premierminister, er hat mit einem Muggel-Massen-Mord gedroht, als ich
ihm gegenüber stand, und - "
"Du meine Güte, dann ist es also Ihre Schuld, dass all diese Leute getötet wurden,
und ich muss Fragen über verrostete Halteseile, zerfressene Brückengelenke und ich
weiß nicht was sonst noch, beantworten!" sagte der Premierminister aufgebracht.
"Mein Fehler!", sagte Fugde errötend. "Wollen Sie damit sagen, dass sie sich bei
einer Bedrohung wie dieser bedeckt gehalten hätten?"
"Vielleicht nicht," sagte der Premierminister, während er aufstand und im Raum
umher schritt, "aber ich würde alle Hebel in Bewegung setzen den Verbrecher zu fangen,
bevor er auch nur irgendeine Gräueltat begehen kann."
"Denken Sie wirklich, ich hätte nicht bereits alle Anstrengungen unternommen?"
erwiderte Fudge hitzig. "Jeder Auror im Ministerium hat versucht - und versucht
immer noch - ihn zu finden und seine Anhänger zusammen zu treiben, aber wir sprechen
hier gerade über einen der mächtigsten Zauberer aller Zeiten, einen Zauberer, der
sich seit fast drei Jahrzehnten der Festnahme entzogen hat."
"Ich nehme an, dass Sie mir nun erzählen werden, dass er auch den Hurrikane im
Westen des Landes verursacht hat?" sagte der Premierminister, dessen Temperament
mit jedem seiner Schritte anstieg. Es war empörend, den Grund für all diese
schrecklichen Katastrophen zu erfahren und nicht die Möglichkeit zu haben, diesen
publik zu machen. Das war fast so schlimm, als wäre es trotz allem die Schuld
der Regierung.
"Das war kein Hurrikane,", sagte Fudge gequält.
"Na hören Sie mal," bellte der Premierminister und stampfte entschieden auf und
ab. "Entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, umgeknickte Straßenlaternen, schwerste
Verletzungen -"
"Das waren die Todesser", sagte Fudge. "Die Anhänger von Ihm-Dessen-Name-Nicht-
Genannt-Werden-Darf.
Und... wir vermuten, dass auch die Riesen darin verwickelt sind."
Der Premierminister stoppte in seiner Bewegung als wäre er gegen eine unsichtbare
Wand gelaufen. "Was für Verwicklungen?"

8



Fudge verzog das Gesicht. "Er benutze die Riesen beim letzten Mal, um eine
große Wirkung zu erzielen," sagte er. "Die Abteilung für Fehlinformation
arbeitet seitdem rund um die Uhr. Wir haben Teams von Gedächtnisveränderern,
die versuchen, die Erinnerungen von all den Muggeln zu verändern, die gesehen
haben, was wirklich passiert ist. Etliche Mitglieder der Abteilung zur Führung
und Aufsicht magischer Geschöpfe durchkämmen Somerset, aber wir können die
Riesen nicht finden - es ist ein Desaster."
"Was sie nicht sagen!" bemerkte der Premierminister aufgebracht.
"Ich will nicht leugnen, dass der Kampfgeist im Ministerium sehr geschwächt
ist," sagte Fudge. "Und nach alledem haben wir auch noch Amelia Bones verloren."
"Wen verloren?"
"Amelia Bones, Leiterin der Abteilung für magische Strafverfolgung. Wir
glauben, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf sie persönlich umgebracht
hat, weil sie eine äußerst begabte Hexe war und - und es deutet alles darauf
hin, dass sie ihm einen erbitterten Kampf geliefert hat."
Fudge räusperte sich und stoppte mit einiger Anstrengung seinen wirbelnden
Bowler, was ihm scheinbar Mühe bereitete.
"Aber dieser Mord war in den Zeitungen", sagte der Premierminister, momentan
von seinem Ärger abgelenkt. "Unseren Zeitungen. Amelia Bones...es hieß nur,
dass sie eine Frau mittleren Alters war, die allein lebte. Es war ein - ein
abscheulicher Mord, nicht war? Es gab eine ganze Menge Gerede. Die Polizei
war ratlos, wissen Sie."
Fudge seufzte. "Natürlich waren sie das. Sie wurde in einen Raum getötet,
der von innen verschlossen war, nicht wahr? Wir dagegen wissen genau, wer
es getan hat. Nicht, dass uns das irgendwie weiter geholfen hat, ihn zu
schnappen.... Und dann war da noch Emmeline Vance, vielleicht haben sie
nichts davon gehört -"
"Oh doch, das habe ich!" sagte der Premierminister. " Es geschah praktisch
direkt hier um die Ecke. Für die Zeitungen war das ein gefundenes Fressen:
'Niedergang von Recht und Ordnung im Hinterhof des Premierministers' -"
"Und als ob das alles nicht schon genug wäre", sagte Fudge, der dem Premierminister
kaum noch zuhörte, "haben wir überall Dementoren herumschwirren, die von allen
Seiten wahllos Leute angreifen..."
In glücklicheren Zeiten hätte dieser Satz in den Ohren des Premierministers
ziemlich unbegreiflich geklungen, aber inzwischen war er klüger.
"Ich dachte, die Demetoren bewachen die Gefangenen in Askaban," sagte er behutsam.
"Das taten sie," sagte Fudge erschöpft. "Aber jetzt nicht mehr. Sie haben Askaban
verlassen und sich Ihm-Dessen-Namen-Nicht-Genannt-Werden-Darf angeschlossen. Ich
werde nicht so tun, als hätte uns das nicht schwer getroffen."
"Aber," sagte der Premierminister mit einem aufsteigendem Gefühl des Entsetzens,
"haben sie mir nicht erzählt, dass das jene Kreaturen sind, die alle Hoffnung und
Lebensfreude aus den Menschen heraussaugen?"
"Das ist richtig. Außerdem brüten und vermehren sie sich. Daher kommt auch der ganze
Nebel."
Der Premierminister sank mit weichen Knien in den nächsten Stuhl. Die Vorstellung,
dass unsichtbare Kreaturen durch die Städte und Landschaften schwebten und
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit unter seinen Wählern verbreiteten, ließ ihn
sich ziemlich ohnmächtig fühlen.
"Nun hören sie mal, Fudge, - sie müssen etwas tun! Es ist ihr Pflicht als Zaubereiminister!"
"Mein lieber Premierminister, sie können doch nicht ernsthaft glauben, dass ich
nach alledem immer noch Zaubereiminister bin. Ich wurde vor drei Tagen abgesetzt!

9



Die ganze Zauberergesellschaft hat vor zwei Wochen lautstark meinen Rücktritt
gefordert. In meiner gesamten Amtszeit habe ich sie noch nie so einig erlebt,"
sagte Fudge mit dem mutigen Anflug eines Lächelns.
Der Premierminister war für einen Moment lang sprachlos. Trotz seiner Empörung
über die Situation, in die er gebracht worden war, fühlte er doch eher mit dem
niedergeschlagen wirkenden Mann, der ihm gegenüber saß.
"Das tut mir wirklich leid," sagte er schließlich. "Wenn es irgendetwas gibt,
dass ich tun kann?"
"Das ist sehr nett von Ihnen, Herr Premierminister, aber da gibt es nichts. Ich
wurde heute Abend hier her geschickt, um sie über die neusten Ereignisse auf
dem Laufenden zu halten und sie mit meinem Nachfolger bekannt zu machen. Ich
dachte eigentlich, dass er inzwischen hier wäre. Aber er ist zurzeit natürlich
sehr beschäftigt, bei all dem was da vor sich geht."
Fudge sah sich nach dem Portrait mit dem hässlichen kleinen Wesen mit der
gelockten Silberperücke um, dass sich mit der Spitze eines Federkiels in seinem
Ohr pulte. Fudges Blick auf sich ziehend sagte das Portrait "Er wird jeden Moment
hier sein, er beendet gerade einen Brief an Dumbeldore."
"Ich wünsche ihn Glück," sagte Fudge, der zum ersten mal verbittert klang. "Ich
habe Dumbeldore in den letzten zwei Wochen zweimal täglich geschrieben, aber er
hat sich nicht gerührt. Wenn er wenigstens bereit gewesen wäre für den Jungen zu
überzeugen, könnte ich noch im Amt sein. . . Nun, vielleicht wird Scrimgeour mehr
Erfolg haben."
Fudge versank in ein beträchtlich bedrücktes Schweigen, das aber fast sofort durch
das Portrait unterbrochen wurde, das plötzlich in seiner rauen, offiziell klingenden
Stimme sprach:
"An den Premierminister der Muggel. - Bitte um ein Treffen. - Dringend. - Erbitte
sofortige Antwort. - Rufus Scrimgeour, Zaubereiminister."
"Ja, ja, schon gut," sagte der Premierminister verwirrt, und schrak kaum zurück,
als sich die Flammen im Kamin abermals smaragdgrün färbten und sich unter ständigem
kreiseln ein zweiter Zauberer aus dessen Mitte erhob, der einen Augenblick später
auf den antiken Teppich geschleudert wurde.
Fudge ging auf ihn zu, und nachdem er einen Moment zögerte, tat es ihm der Premierminister
gleich, und betrachtete den Neuankömmling, der sich aufrichtete, dabei seinen langen
schwarzen Umhang ausbürstete, und sich umsah.
Der erste unsinnige Gedanke des Premierministers war, dass Rufus Scrimgeour eher einem
alten Löwen ähnelte. Graue Strähnen kamen in seiner lohfarbenen Haarmähne und in seinen
buschigen Augenbrauen zum Vorschein; er hatte scharfe gelbliche Augen hinter einem Paar
Drahtumrahmten Brillengläsern und besaß eine gewisse ausdauernde, geschmeidige Anmut,
obwohl er leicht hinkte. Er strahlte sofort einen ungeheuren und Scharfsinn und Zähigkeit
aus; der Premierminister dachte, er würde nun verstehen, warum die Zauberergemeinschaft
es vorzog, Scrimgeour anstelle von Fudge als Anführer in diesen gefährlichen Zeit zu haben.
"Wie geht es ihnen?" sagte der Premierminister höflich, und steckte ihm seine Hand
entgegen.
Scrimgeour ergriff sie kurz, während seine Augen den Raum untersuchten. Dann zog
er einen Zauberstab unter seinem Umhang hervor.
"Hat Fudge sie über alles unterrichtet?" fragte er, schritt zur Tür und klopfte
mit seinem Zauberstab auf das Schlüsselloch. Der Premierminister hörte das Klicken
im Schloss.
"Ähm - Ja," sagte der Premierminister. "Und wenn Sie nichts dagegen haben wäre es
mir lieber, wenn diese Tür unverschlossen bliebe."
"Mir wäre es lieber, wenn ich nicht gestört werde," sagte Scrimgeour kurz, "oder

10



beobachtet," ergänzte er, richtete seinen Zauberstab auf die Fenster, sodass sich
die Vorhänge über ihnen zusammen zogen.
"Also dann, ich bin ein viel beschäftigter Mann, also wollen wir gleich zur Sache
kommen... Zuallererst müssen wir uns über ihre Sicherheit unterhalten."
Der Premierminister richtete sich bis zu seiner vollsten Größe auf und antwortete,
"Ich bin mit der Sicherheit absolut zu frieden, die ich genieße, ich danke ihnen
vielmals, aber -"
"Nun, wir sind das keineswegs," fiel ihm Scrimgeour ins Wort. "Es wären schlechte
Aussichten für die Muggel, wenn ihr Premierminister dem Imperius-Fluch unterworfen
würde, wie der neue Sekretär in ihrem Außenbüro -"
"Ich werde Kingsley Shacklebolt nicht entlassen, wenn es ist, was Sie vorschlagen!"
sagte der Premierminister erhitzt. "Er ist äußerst tüchtig und schafft das doppelte
an Arbeit wie der Rest von ihnen.
"Das kommt daher, dass er ein Zauberer ist," sagte Scrimgeour ohne die Spur eines
Lächelns. "und ein bestens ausgebildeter Auror, der ihnen zu ihrem Schutz zugeteilt
worden ist."
"Halt, warten Sie einen Moment!" erklärte der Premierminister. "Sie können nicht
einfach ihre Leute in mein Büro beschäftigen, ich entscheide, wer für mich arbeitet -"
"Ich dachte, dass sie mit Shacklebolt zu frieden waren?" sagte Scrimgeour kalt.
"Ich bin - das heißt, das war ich -"
"Dann gibt es kein Problem, oder doch?" sagte Scrimgeour.
"Ich .. also gut, solange die Arbeit von Shacklebolt fortsetzt wird . . . ähm. . .
ausgezeichnet," sagte, der Premierminister lahm, aber Scrimgeour schien ihn kaum
zuzuhören.
"Jetzt, zu Herbert Chorley, ihren Junior-Minister," setzte er fort. "Derjenige,
der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zog, indem er sich so aufführte
als sei er eine Ente."
"Wie geht es ihm?" fragte der Premierminister.
"Der schlecht durchgeführte Imperius-Fluch hat bei ihm eindeutig gewirkt," sagte
Scrimgeour. "Es hat seinen Verstand verloren, aber er könnte noch gefährlich sein."
"Er quakt nur noch!" sagte der Premierminister schwach. "Sicher nur eine kleine
Nachwirkung... Vielleicht würde es mit dem Schnaps besser...
Eine Team Heiler vom St. Mungo-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen
untersucht ihn, während wir sprechen. Bis jetzt hat er versucht, drei von ihnen zu
erwürgen," sagte Scrimgeour. "Ich denke es ist am Besten, wenn wir ihn für eine Weile
von der Muggel-Welt fern halten."
"Ich .. nun gut. . . Er wird sich doch wieder erholen, oder nicht?" fragte der
Premierminister besorgt.
Scrimgeour zuckte nur mit den Achseln während er bereits zum Kamin zurück ging.
"So, das war wirklich alles, was ich ihnen sagen musste. Ich werde Sie über die
aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten, Herr Premierminister - aber
wahrscheinlich werde ich zu beschäftigt sein, um persönlich kommen zu können. In
diesem Fall werde ich Fudge hier her schicken. Er hat sich bereit erklärt, seine
Beratertätigkeit noch etwas länger auszuüben."
Fudge versuchte zu lächeln, was aber erfolglos blieb; es eher so aus, als ob er
Zahnschmerzen hätte. Scrimgeour stöberte bereits in seiner Tasche nach dem
geheimnisvollen Pulver, das das Feuer grün färbte. Der Premierminister starrte
die beiden für einen Moment hoffnungslos an, aber schließlich platzten die Worte
aus ihm heraus, die er schon den ganzen Abend unterdrückt hatte.
"Aber um Himmels willen - sie sind doch Zauberer! Also können sie zaubern! Sie
können das doch bestimmt - also - alles wieder in Ordnung bringen!"

11



Scrimgeour drehte sich langsam auf dem Absatz um und tauschte einen ungläubigen
Blick mit Fudge, der dieses mal wirklich ein Lächeln zustande brachte, als er
freundlich erwiderte, "Das Problem ist, dass die andere Seite ebenfalls zaubern
kann, Herr Premierminister."
Und damit stiegen die zwei Zauberer nacheinander in die leuchtend grünen Flammen
und verschwanden.

Kapitel. 2:. Spinners. End

Viele Meilen entfernt, von dem kühlen Nebel, der sich gegen die Fenster des
Premierministers gedrückt hatte, über einem schmutzigen Fluss, der zwischen den
überwucherten, brüchigen Böschungen trieb. Ein pompöser Kamin, Relikt einer
veralteten Mühle, richtete sich oben auf, schattig und drohend. Es gab kein Geräusch,
abgesehen von dem Flüstern des schwarzen Wassers und kein Zeichen von Leben,
abgesehen von einem Fuchs, der hinter die Böschung schlich und hoffnungsvoll an
einigen alten Fish-and-chipverpackungen im hohen Gras schnupperte.
Aber dann, mit einem leisen Plop, erschien eine schlanke Figur mit Kapuze, aus der
dünnen Luft am Ufer des Flusses. Der Fuchs fror ein, als er das Phänomen mit den
Augen fixierte. Es schien, als wenn die Figur für einen Moment die Orientierung
verloren hätte, dann setzte es seinen Weg fort, sein langer Mantel strich über das Gras.
Mit einem zweiten, lauteren Plop, materialisierte sich eine andere Figur mit Kapuze.
„Warte!

Der strenge Ruf ließ den Fuchs aus seiner Erstarrung erwachen, vorsichtig schlich er
über den Boden. Er kroch auf die Böschung. Auf einmal erschien ein grüner Blitz und
der Fuchs fiel um, tot.
Die zweite Figur stieß das Tier mit dem Fuß an.
„Nur ein Fuchs“, sagte eine Frauenstimme unter der Kapuze. „Ich dachte es wäre
vielleicht ein Auror -- Cissy, warte!

Aber die andere Figur, die gewartete hatte und den Lichtblitz betrachtet hatte, stieg auf
die Böschung von der gerade eben der Fuchs gefallen war.
„Cissy -- Narcissa -- hör mir zu --

Die zweite Frau holte die erste ein und packte ihren Arm, aber die andere drehte sich
heraus.
„Geh zurück, Bella!

„Du musst mir zuhören!

„Ich habe genug gehört. Ich habe mich entschieden. Lass mich allein!

Die Frau, die Narcissa genannt wurde, erreichte die Oberseite der Böschung, auf der
ein altes Geländer den Fluss von einer Linie trennte, eine Pflasterstein Straße. Die
andere Frau, Bella, folgte sofort. Sie standen nebeneinander, schauten über die Straße
auf die Reihen der verfallenen Ziegelsteinhäuser, deren Fenster in der Dunkelheit
stumpf und blind waren.


„Hier lebt er?“ fragte Bella mit dumpfer Stimme. „Hier? In diesen Muggel-
Misthaufen? Wir scheinen die ersten zu sein die ihren Fuß --

Aber Narcissa hörte nicht zu; sie war über das Geländer geklettert und lief nun über die
Strasse.
„Cissy, warte!

Bella folgte ihr, ihr Umhang wehte, und sie sah Narcissa einen kleinen Weg zwischen
zwei Häusern eilen, der in einer zweiten Strasse endete die der ersten aufs Haar glich.
Manche der Straßenlaternen waren zerbrochen, die beiden Frauen liefen zwischen
Flecken von Licht und tiefer Dunkelheit. Die Verfolgerin holte ihr Opfer ein, als es um
die Ecke lief, dieses mal ihren Arm festhaltend und sie herum drehend so dass sie sich


12



mit dem Gesicht zueinander gegenüberstanden.
„Cissy, du darfst das nicht tun, du kannst ihm nicht trauen --



„Der dunkle Lord vertraut ihm, oder nicht?

„Der dunkle Lord ist… ich glaube… im Irrtum,“ Bella schnappte nach Luft und ihre
Augen glühten einen Moment unter der Kapuze, als sie sich umsah um sicher zu gehen
das sie auch wirklich alleine waren. „Wie auch immer, wir haben versprochen
niemandem von dem Plan zu erzählen. Das ist alleine Sache des dunklen Lords --

„Lass es, Bella!“ knurrte Narcissa, sie zog einen Zauberstab aus einer Falte ihres
Umhangs und hielt ihn der anderen ins Gesicht. Bella lachte nur.
„Cissy, deine eigene Schwester? Das wirst du nicht --

„Es gibt nichts mehr was ich nicht tun würde!“ Narcissa bemerkte einen Anflug von
Hysterie in ihrer Stimme, und als sie ihren Zauberstab wie ein Messer bewegte, war da
auf einmal noch ein Lichtblitz. Bella ließ den Arm ihrer Schwester los, als wenn sie
sich verbrannt hätte.
„Narcissa!

Aber Narcissa war weggelaufen. Sich die Hand reibend setzte ihre Verfolgerin ihr
nach, diesmal Abstand haltend, als sie tiefer in das Labyrinth von Backsteinhäusern
eindrangen. Schließlich eilte Narcissa eine Straße herauf namens Spinner´s End, über
der der sehr hohe Mühlkamin, wie ein riesiger, warnender Finger zu schweben schien.
Ihre Schritte hallten auf dem Kopfsteinpflaster wider, während sie an mit Brettern
vernagelten und zerbrochenen Fenstern vorbei lief, bis sie das allerletzte Haus
erreichte, in dem ein schwaches Licht durch die Vorhänge von einem Kellerraum
schimmerten.
Sie hatte an die Tür geklopft bevor Bella, mit fluchendem Atem, sie erreichte.
Zusammen standen sie wartend, wie ein schwaches Gemälde, den Geruch des
schmutzigen Flusses atmend, den die Nachtluft zu ihnen trug. Nach ein paar Sekunden
hörten sie hinter der Tür eine Bewegung bevor sie sich einen Spalt öffnete. Durch den
Spalt konnten sie einen Mann sehen der zu ihnen hinaus blickte, ein Mann mit langem,
schwarzen Haar das teilweise wie Gardinen um ein fahles Gesicht mit schwarzen
Augen hing.
Narcissa nahm ihre Kapuze ab. Sie war so blass, das es aussah als wenn sie im dunklen
leuchten würde; das blonde Haar floss ihre Rücken herab und ließ sie wie eine
Ertrunkene aussehen.
„Narcissa!“ sagte der Mann und öffnete die Tür etwas mehr, so dass das Licht auf die
Schwestern fiel. „Was für eine nette Überraschung!

„Severus“, flüsterte sie angespannt. „Kann ich dich sprechen? Es ist wichtig.

„Aber sicher doch.

Er trat beiseite um sie ins Haus zu lassen. Ihre Schwester folgte ohne Aufforderung.
„Snape“, sagte sie knapp als sie an ihm vorbei ging.
„Bellatrix“, antwortete er, sein dünner Mund kräuselte sich zu einem Grinsen als er die
Tür mit einem Schnappen hinter ihnen schloss.
Sie traten direkt in das Wohnzimmer, welches den Eindruck einer dunklen Gummizelle
machte. Die Wände waren bedeckt mit Büchern, die meisten davon in alten braunen
und schwarzen Einbänden; ein schäbiges Sofa, ein alter Lehnstuhl und ein wackeliger
Tisch waren unter einem mit Kerzen bestückten Kronleuchter platziert, der schwach
leuchtend von der Decke hing. Die Luft im Raum roch, als wenn der Bewohner nie
gelüftet hätte.
Snape wies Narcissa mit einer Geste zum Sofa. Sie zog ihren Umhang aus, legte ihn an
die Seite und setzte sich, starrte auf ihre weißen, zitternden Hände die sie auf dem
Schoß zusammen faltete. Bellatrix lüftete ihre Kapuze langsamer. Dunkler als ihre
Schwester, mit dunkel geliderten Augen und einem strengen Mund, sie ließ ihren Blick


13



nicht von Snape als sie um das Sofa ging und sich hinter Narcissa stellte.
„Also, was kann ich für dich tun?“ fragte Snape während er sich den Schwestern
gegenüber in den Lehnstuhl setzte.
„Wir… wir sind doch alleine, oder?“ fragte Narcissa schnell.
„Ja, natürlich. Nun, Wurmschwanz ist hier, aber wir zählen Ungeziefer nicht dazu,
oder?“ Er tippte mit seinem Zauberstab auf die Bücherwand hinter sich und mit einem
Schlag öffnete sich eine versteckte Tür, enthüllte eine schmale Treppe auf der ein
frierender Mann stand. „Wie du schon bemerkt hast Wurmschwanz, haben wir Gäste“
,
sagte Snape träge.
Der Mann ging, gebückt, die letzten Stufen herab und betrat den Raum. Er hatte
schmale, wässerige Augen, eine spitze Nase und trug ein unangenehmes Lächeln.
Seine linke Hand umfasste seine rechte, welche aussah als trüge er einen silbernen
Handschuh.
„Narcissa!“ sagte er mit quietschender Stimme. „Und Bellatrix! Wie entzückend
--

„Wurmschwanz wird uns Getränke servieren, falls ihr mögt“, sagte Snape. „Und dann
wird er sich in seinen Schlafraum zurückziehen.

Wurmschwanz zuckte zusammen als wenn Snape etwas nach ihm geworfen hätte.
„Ich bin nicht euer Diener!“ quiekte er, Snape´s Blick ausweichend.
„Wirklich? Ich hatte den Eindruck dass der dunkle Lord dich hier gelassen hat, damit du
mich unterstützt.

„Um sie zu unterstützen, ja -- aber nicht um Getränke zu servieren und das Haus zu
putzen!

„Ich wusste nicht, Wurmschwanz, dass du so heftiges Verlangen nach gefährlichen
Aufgaben hast“, sagte Snape sanft. „Das kann leicht arrangiert werden: Ich werde mit
dem dunklen Lord reden --

„Ich kann selber mit ihm reden, wenn ich das will!

„Natürlich kannst du das“, sagte Snape höhnisch grinsend. „Aber in der Zwischenzeit
bringst du uns etwas zu trinken. Etwas von dem Elfen-Wein herstellen wäre passend:

Wurmschwanz zögerte einen Moment, mit einem Blick der mit aller Macht ein
Argument sucht, aber dann drehte er sich um und ging durch eine zweite versteckte
Tür. Sekunden später trat er wieder in den Raum, auf den Armen ein Tablett mit einer
staubigen Flasche und drei Gläsern. Er stellte alles auf den wackeligen Tisch, huschte
aus ihrem Blickfeld und knallte die Büchertür hinter sich zu.
Snape füllte die Gläser mit blutrotem Wein, nahm zwei davon hoch und reichte sie den
Schwestern. Narcissa murmelte ein danke, während Bellatrix nichts sagte sondern
Snape weiterhin beobachtete. Es schien ihn nicht zu stören; er sah eher aus als würde
es ihn amüsieren.


„Der dunkle Lord, “ sagte er, hob sein Glas und leerte es.
Die Schwestern machten es ihm nach. Snape füllte die Gläser wieder auf. Als Narcissa
ihr Glas das zweite Mal geleert hatte sagte sie in Eile, „Severus, es tut mir leid das ich
hergekommen bin, aber ich musste dich sehen. Ich glaube das du der einzige bist der
mir noch helfen kann --

Snape hielt eine Hand hoch um sie zu stoppen, dann tippte er mit dem Zauberstab noch
mal auf die Treppenhaustür. Es gab einen lauten Knall und einen Schrei, gefolgt von
dem Geräusch als Wurmschwanz eilig die Treppe hoch stolperte.
„Ich bitte um Verzeihung“, sagte Snape. „Er hat kürzlich begonnen an Türen zu
lauschen, ich verstehe nicht was er damit meint.. wo waren wir stehen geblieben
Narcissa?

Sie nahm einen großen, tiefen Atemzug und begann erneut.
„Severus, ich weiß ich dürfte nicht hier sein, ich habe versprochen niemandem etwas


14



zu sagen, aber --„
„Dann halte dein Versprechen!“ knurrte Bellatrix. „Besonders in der gegenwärtigen
Gesellschaft!“
„Gegenwärtige Gesellschaft?“ wiederholte Snape sardonisch. „Und was soll ich
darunter verstehen Bellatrix?“
„Das ich dir nicht traue, Snape, wie du sehr gut weißt!“
Narcissa gab ein trockenes Schluchzen von sich und vergrub ihr Gesicht in den
Händen. Snape stellte sein Glas auf den Tisch und setzte sich wieder hin, die Hände
auf den Armlehnen, grinste er in Bellatrix´s glühendes Gesicht.
„Narcissa, ich denke wir sollten uns anhören was Bellatrix zu sagen hat; ich möchte
uns vor langweiligen Unterbrechungen retten. Nun Bellatrix, fahre fort“, sagte Snape.
„Aus welchem Grund misstraust du mir?“
„Hundert Gründe!“ sagte sie laut, schritt um das Sofa und knallte ihr Glas auf den
Tisch. „Wo soll ich da anfangen! Wo warst du als der dunkle Lord fiel? Warum hast
du nie irgendwelche Anstalten gemacht ihn zu finden, als er verschwunden war? Was
hast du all die Jahre gemacht die du in Dumbledore´s Tasche lebtest? Warum hast du
den dunklen Lord aufgehalten als er den Stein der Weisen wollte? Warum bist du nicht
zurückgekehrt als der dunkle Lord wieder geboren wurde? Wo warst du als wir um die
Prophezeiung kämpften? Und warum, Snape, ist Harry Potter am Leben obwohl du
fünf Jahre in seiner Nähe warst?“
Sie legte eine Pause ein, ihre Brust sank und hob sich schnell, röte stieg in ihre
Wangen. Hinter ihr, saß Narcissa bewegungslos, hielt weiterhin ihr Gesicht in den
Händen.
Snape lächelte.
„Bevor ich dir antworte -- oh ja, Bellatrix, ich werde dir antworten! Du kannst all
meine Worte den anderen ausrichten, die hinter meinem Rücken flüstern und Lügen
über mein Verhältnis zum dunklen Lord in die Welt setzen! Bevor ich dir antworte lass
mich dir jedoch auch eine Frage stellen. Glaubst du wirklich der dunkle Lord hätte mir
nicht genau dieselben Fragen auch schon gestellt? Und glaubst du wirklich, das wenn
ihn meine Antworten nicht zufrieden gestellt hätten, würde ich hier sitzen und mit dir
reden können?“
Sie zögerte.
„Ich weiß er vertraut dir, aber…“
„Du denkst er irrt sich? Oder das ich ihn irgendwie hinters Licht geführt habe? Den
dunklen Lord reingelegt, den mächtigsten Zauberer, der perfekteste Legiliment den die
Welt jemals gesehen hat?“
Bellatrix sagte nichts, aber schaute im ersten Moment etwas verwirrt. Snape betonte
diesen Punkt nicht. Er nahm sein Glas, nippte daran und fuhr fort, „Du hast mich
gefragt wo ich war als der dunkle Lord gefallen ist. Ich war dort, wo er mich
hingeschickt hatte, in Hogwarts der Schule für Zauberer und Hexen, weil er mich bat
Dumbledore auszuspionieren. Weißt du, ich nahm an das es zum Auftrag vom dunklen
Lord gehört dass ich meinen Posten halte?“
Sie nickte unmerklich und öffnete ihren Mund, aber Snape unterbrach sie.
„Du hast gefragt warum ich nicht versucht habe ihn zu finden, als er verschwunden
war. Aus demselben Grund wie Avery, Yaxley, die Carrows, Greyback und Lucius“ -er
drehte seinen Kopf leicht zu Narcissa -- „und vielen anderen, die auch nichts taten
um ihn zu finden. Ich dachte er wäre tot. Ich bin nicht stolz darauf, es war falsch, aber
so war es.. hätte er uns nicht vergeben wer würde ihm dann noch folgen, er hat viele
Anhänger verloren.“
„Er hätte mich!“ sagte Bellatrix leidenschaftlich. „Ich, welche für ihn viele Jahre in
Askaban verbracht hat!“

15



„Ja sicher, sehr bewundernswert“, sagte Snape mit gelangweilter Stimme. „Bei guter
Pflege, du warst ihm keine große Hilfe im Gefängnis, aber die Geste war ohne Zweifel
fein--„

„Geste!“ schrie sie; in ihrem Zorn sah sie schlecht aus. „Während ich die Dementoren
ertragen musste, hast du in Hogwarts gesessen und Dumbledore´s Haustier gespielt!“
„Nicht ganz“, sagte Snape gelassen. „Er würde mir niemals den Job Verteidigung
gegen die dunklen Künste geben, weißt Du. Er scheint zu denken, ah, das ich dann
einen Rückfall haben könnte.. der mich wieder auf die alten Pfade führt.“
„Das war dein Opfer für den dunklen Lord, das du nicht dein Lieblingsfach
unterrichten darfst?“ höhnte sie. „Warum bist du die ganze Zeit dort geblieben, Snape?
Weiter Dumbledore ausspionieren für einen Meister den du tot glaubst?“
„Kaum“; sagte Snape, „obwohl der dunkle Lord erfreut war das ich meinen Posten
nicht verlassen hatte: Ich hatte sechzehn Jahre voller Informationen über Dumbledore
die ich ihm geben konnte als er zurückkam, ein etwas nützlicheres
Willkommensgeschenk als endlose Erinnerungen darüber wie unangenehm Askaban
ist…“
„Aber du bist geblieben--„
„Ja, Bellatrix, ich bin geblieben“, sagte Snape, zum ersten Mal etwas Ungeduld
zeigend. „Ich hatte einen guten Job den ich den Einschränkungen in Askaban vorzog.
Sie umkreisten die Todesser wie du weißt. Dumbledore´s Schutz ließ mich nicht ins
Gefängnis gehen; es war bequem und ich nutzte es. Ich wiederhole: Der dunkle Lord
hat sich nicht darüber beklagt das ich dort geblieben bin, somit verstehe ich nicht das
du es tust.“
„Ich denke, als nächstes möchtest du gerne wissen“, fuhr er fort; etwas lauter, um
Bellatrix zu zeigen das er sich ungern unterbrechen ließ, „warum ich mich zwischen
den dunklen Lord und den Stein der Weisen stellte. Das ist leicht erklärt. Er war sich
nicht sicher ob er mir trauen könnte. Er dachte, wie Du, dass ich vom treuen Todesser
zu Dumbledore´s Handlanger gewechselt hätte. Er war sehr schwach, musste sich den
Körper mit einem mittelmäßigen Zauberer teilen. Er traute nicht sich offen an einem
ehemaligen Verbündeten zu wenden, wenn dieser Verbündete ihn bei Dumbledore
oder beim Ministerium verraten könnte. Ich bedauere zutiefst, dass er mir nicht
vertraute. Er wäre drei Jahre eher wieder zu Kräften gekommen. Als es geschah, sah
ich nur einen gierigen und unwürdigen Quirrell, der versuchte, den Stein der Weisen
zu stehlen, und ich gebe zu ich tat alles um dies zu vereiteln.",
Bellatrix Mund verzog sich als wenn sie eine Portion bittere Medizin geschluckt hätte.
„Aber du bist nicht gekommen als er zurückkehrte, du bist nicht zu ihm geflogen als du
das dunkle Mal brennen spürtest --„
„Stimmt, ich erschien zwei Stunden später. Ich erschien in Dumbledore´s Auftrag.“
„In Dumbledore´s --?“ sie sprach als hätte er eine Gräueltat begangen.

„Denk nach!“ sagte Snape wieder ungeduldig. „Denk nach! Weil ich zwei Stunden
wartete, nur zwei Stunden, konnte ich sicher sein das niemand in Hogwarts denken
konnte ich wäre ein Spion. Indem ich Dumbledore glauben machte, das ich nur auf
seinen Befehl hin zum dunklen Lord zurückkehrte, war es mir möglich Informationen
über Dumbledore und den Orden des Phönix zu bringen! Überlege doch, Bellatrix: Das
dunkle Mal fing schon Monate vorher an zu brennen. Ich wusste dass er zurückkehren
würde, wie es alle Todesser wussten! Ich hatte genug Zeit darüber nachzudenken was
ich tun könnte, um meinen nächsten Schritt zu planen, um zu flüchten wie Karkaroff,
tat ich es?“
„Die Anzeichen vom Misstrauen des dunklen Lords verschwanden nach meiner
Verspätung völlig, kann ich dir versichern, als ich ihm erklärte das ich erfolgreich
zurückkehrte, während Dumbledore weiterhin dachte ich sei sein Mann. Ja, der dunkle

16



Lord dachte ich hätte ihn für immer verlassen, aber er irrte sich.

„Aber was hast du nützliches?“ spottete Bellatrix. „Welche nützlichen Informationen
haben wir von dir bekommen?

„Meine Informationen habe ich direkt an den dunklen Lord übermittelt“; sagte Snape.
„Wenn er es nicht für nötig hält sie mit dir zu teilen--

„Er teilt alles mit mir!“ sagte Bellatrix und die Wut kochte wieder in ihr hoch. „Er
nennt mich seine loyalste, seine erfolgreichste --

„Tut er das?“ sagte Snape, seine Stimme leicht gesenkt. Unglauben bekundend. „Tut er
das auch immer noch nach dem Fiasko im Ministerium?

„Das war nicht meine Schuld!“ sagte Bellatrix rot werdend. „Der dunkle Lord hat mich
in letzter Zeit mit den wichtigsten Sachen beauftragt -- hätte Lucius nicht --

„Wage es nicht -- wage es nicht meinen Mann dafür verantwortlich zu machen!“ sagte
Narcissa mit leiser drohender Stimme, ihre Schwester anschauend.
„Hier ist kein Platz für Schuldzuweisungen“, sagte Snape beruhigend. „Was getan
werden musste ist getan.

„Aber nicht von dir!“ sagte Bellatrix aufbrausend. „Nein, du warst mal wieder in
Sicherheit während der Rest von uns in Lebensgefahr schwebte, oder warst du nicht,
Snape?

„Mein Auftrag war im Hintergrund zu bleiben“, sagte Snape. „Vielleicht stimmst du
nicht mit dem dunklen Lord überein, vielleicht denkst du Dumbledore hätte es nicht
bemerkt wenn ich mich den Todessern anschließe um gegen den Orden des Phönix zu
kämpfen? Und -- verzeih mir -- du sprichst von Gefahr… ihr habt sechs Teenagern
gegenüber gestanden, oder nicht?



„Denen sich, wie du sehr wohl weißt, der halbe Orden angeschlossen hat!“ knurrte
Bellatrix. „Und während wir uns mit den Subjekten vom Orden rumschlagen mussten
hast du still erklärt das du nicht sagen kannst wo deren Hauptquartier liegt, war es
nicht so?

„Ich bin kein Geheimnisträger, ich kann den Namen des Ortes nicht aussprechen. Ich
denke du weißt wie die Zauber funktionieren? Der dunkle Lord war mit den
Informationen die ich ihm über den Orden lieferte zufrieden. Es verhalf uns, wie du
dich vielleicht erinnerst, zu neuer Sicherheit und beim Mord an Emmeline Vance, und
es half zweifellos, sich Sirius Black´s zu entledigen, obwohl ich euch volle Deckung
gab um ihn zu erledigen:

Er neigte seinen Kopf und prostete ihr zu. Ihr Ausdruck war noch nicht erweicht
„Du hast meine letzte Frage noch nicht beantwortet, Snape. Du hättest Harry Potter an
jedem Punkt der letzten fünf Jahre umbringen können. Warum hast du nicht. Warum?

„Hast du darüber mit dem Lord gesprochen?“ fragte Snape.
„Er… letztens haben wir… ich frage dich, Snape!

„Wenn ich Harry Potter getötet hätte, hätte der dunkle Lord niemals mit seinem Blut
wieder auferstehen können, ihn unbesiegbar machen können--

„Du willst mir erklären du hättest den nutzen des Jungen vorausgesehen!“ spottete sie.
„Das erkläre ich nicht; ich hatte keine Ahnung von seinen Plänen; ich habe nur
gemeint das ich dachte der dunkle Lord wäre tot. Ich versuche bloß, zu erklären,
warum der dunkle Lord nicht traurig darüber ist, dass Potter überlebte, jedenfalls bis
vor einem Jahr…

„Aber warum hast du ihn am Leben gelassen?

„Hast du mich nicht verstanden? Es war nur der Schutz Dumbledore´s der mich vor
Askaban bewahrte. Glaubst du, dass ich ihn mir zum Freund mache indem ich seinen
Lieblingsschüler ermorde? Aber da war mehr als das. Ich erinnere dich an die
Geschichten die um Potter kreisten als er das erste Mal in Hogwarts eintraf, Gerüchte
das er selber ein dunkler Zauberer wäre, der beschützt war als der dunkle Lord ihn


17



angriff. In der Tat, viele Anhänger des dunklen Lords dachten Potter wäre nur ein
normaler Zauberer den wir alle hänseln könnten. Ich war neugierig, ich ließ es zu,
und überhaupt nicht dazu geneigt, ihn in dem Moment zu ermorden, in dem der
Dummkopf das Schloss betrat.“
„Sicher, ich merkte sehr schnell dass er anscheinend kein herausragendes Talent war.
Er hat seinen Weg über mehrere Ecken gemacht mit einer simplen Kombination aus
purem Glück und talentierteren Freunden. Er ist Mittelmass im höchsten Grade, er ist
noch verhasster und selbstgefälliger als sein Vater vor ihm war. Ich habe mein bestes
getan um ihn aus Hogwarts heraus werfen zu lassen, wo er wie ich meine kaum
hingehört, aber ihn umbringen, oder zu erlauben ihn vor meinen Augen umzubringen?
Ich wäre ein Idiot gewesen wenn ich es riskiert hätte mit Dumbledore an der Seite.“
„Und nach all dem können wir annehmen zu glauben das Dumbledore dir niemals
misstraut hat? Fragte Bellatrix. „Er hat keine Ahnung von deiner wahren Einstellung,
er vertraut dir ohne weiteres?“
„Ich habe meinen Part gut gespielt“, sagte Snape. „Und du übersiehst Dumbledore´s
größte schwäche: Er glaubt immer an das gute im Menschen. Ich sponn ihm eine
Geschichte tiefster Reue als ich seinem Stab beitrat, frisch nach meinen Todessertagen,
und er empfing mich mit offenen Armen -- jedoch, wie ich sagte, mir niemals erlaubt
mich den dunklen Künsten zu nähern als es gut für mich wäre. Dumbledore war ein
großartiger Zauberer -- oh ja, das war er,“ (für Bellatrix machte er ein vernichtendes
Geräusch), „Der dunkle Lord erkennt das an. Ich freue mich zu sagen, wie auch immer,
das Dumbledore alt wird. Das Duell mit dem dunklen Lord letzten Monat hat ihn
mitgenommen. Er hat seitdem eine schwere Verletzung, weil seine Reaktionsfähigkeit
langsamer ist als sie einmal war. Aber über all die Jahre, hat er niemals aufgehört
Severus Snape zu vertrauen, und hierin liegt mein großer Wert für den dunklen Lord.“
Bellatrix sah unglücklich aus, während sie darüber nachdachte wie sie Snape als
nächstes angreifen könnte. Den Vorteil ihres Schweigens ausnutzend, wandte sich
Snape an ihre Schwester.
„Nun.. du bist gekommen um mich um Hilfe zu bitten, Narcissa?“
Narcissa sah ihn an, ihr Gesicht von Verzweiflung geprägt.
„Ja, Severus. Ich -- ich glaube du bist der einzige der mir helfen kann, ich habe sonst
niemanden an den ich mich wenden kann. Lucius ist im Gefängnis und…“
Sie schloss die Augen und zwei große Tränen rollten von ihren Lidern.
„Der dunkle Lord hat mir verboten dar

Techno, Dance und Trance 4 ever Nature One rules

sunkiss - 19
Halbprofi (offline)

Dabei seit 06.2005
124 Beiträge

Geschrieben am: 10.10.2005 um 20:58 Uhr

[quote]der band!!!!

Harry. Potter.

und. der.

Halbblut-Prinz

frei aus dem Englischen übersetzt

Kapitel. 1:. Der. andere. Minister
Kapitel. 2:. Spinners. End
Kapitel. 3:. Wollen. und. nicht. wollen
Kapitel. 4:. Horace. Slughorn
Kapitel. 5:. Zuviel. Schleim
Kapitel. 6:. Draco’s. Umweg
Kapitel. 7:. Der. Slug-Club
Kapitel. 8:. Snape´s. Triumph
Kapitel. 9:. Der. Halbblutprinz
Kapitel. 10:. Das. Haus. der. Gaunts
Kapitel. 11:. Hermine's. helfende. Hand
Kapitel. 12:. Silber. und. Opale
Kapitel. 13:. Riddle´s. Geheimnis
Kapitel. 14:. Felix. Felicis
Kapitel. 15:. Das. unzerbrechliche. Versprechen
Kapitel. 16:. Sehr. kalte. Weihnachten
Kapitel. 17:. Eine. träge. Erinnerung
Kapitel. 18:. Geburtstagsüberraschungen
Kapitel. 19:. Elfenspuren
Kapitel. 20:. Lord. Voldemorts. Bitte
Kapitel. 21:. Der. unbekannte. Raum
Kapitel. 22:. Nach. der. Beerdigung. Kapitel. 23:. Horcruxes. Kapitel. 24:. Sectumsempra. Kapitel. 25:. Der. belauschte. Seher. Kapitel. 26:. Die. Höhle. Kapitel. 27:. Der. vom. Blitz. getroffene. Turm. Kapitel. 28:. Die. Flucht. des. Prinzen.

1



Kapitel. 1:. Der. andere. Minister

Es ging auf Mitternacht zu, und der Premierminister saß alleine in seinem Büro, las
einen langen Bericht, der ihm zu denken gab, ohne die geringste Spur dessen eigentlicher
Bedeutung zu erfassen. Er wartete auf den Anruf des Präsidenten eines weit entfernten
Landes, und inzwischen verwundert, wann der elende Kerl endlich anrufen würde, versuchte
er die unangenehmen Gedanken an eine sehr lange, ermüdende, und schwierige Woche zu
unterdrücken, die ihm kaum noch Zeit liessen über irgendetwas anderes nachzudenken.
Je mehr er versuchte, sich auf die Schrift auf dem Papier vor sich zu konzentrieren,
desto klarer konnte der Premierminister das schadenfrohe Gesicht eines seiner ärgsten
politischen Gegner sehen. Dieser besondere Gegner war an diesem wichtigen Tag in den
Nachrichten erschienen, um nicht nur all die schrecklichen Dinge aufzuzählen, die in
der letzten Woche geschehen waren (als ob irgendjemand daran erinnert werden bräuchte),
sondern auch um zu erklären, das all dies nur den vielen Fehler seiner Regierung
zuzuschreiben sei.
Der Puls des Premierministers beschleunigte sich als er an diese Beschuldigungen
dachte; sie waren weder angemessen noch wahr. Wie in aller Welt sollte es seiner
Regierung möglich gewesen sein den Einsturz der Brücke zu verhindern? Es war unerhört,
dass jedermann behaupte, dass sie nicht genug in den Brückenbau investiert hätten.
Die Brücke war weniger als zehn Jahre alt, und die besten Experten wussten weder ein
noch aus und konnten sich nicht erklären, warum die Brücke sauber in zwei Teile gebrochen
war und dabei ein Dutzend Autos in die Tiefe des darunter liegenden Flusses
gestürzt hatte. Und wie konnten sie es wagen zu behaupten, dass diese beiden, durch
die Presse wohl propagierten und sehr scheußlichen Morde nur hatten geschehen können,
weil es zu wenig Polizisten gab? Oder dass die Regierung irgendwie den heftigen
Hurrikane im Westen vorausgeahnt haben könnte, der bei den Menschen so viel Leid
und Zerstörung angerichtet hatte? Und war es seine Schuld, dass einer seiner
Junior-Minister, Herbert Chorleys, sich in dieser Woche so eigensinnig verhielt,
und auf einmal vorgab mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen?
"Eine düstere Stimmung hat das Land ergriffen." hatte der Gegner am Ende seiner
Rede getönt und konnte dabei sein eigenes breites Grinsen kaum verbergen.
Und unglücklicherweise war das vollkommen wahr. Der Premierminister fühlte es
selbst; die Menschen schienen wirklich unglücklicher als sonst. Sogar das Wetter
war trübselig; überall dieser kühle Nebel - und das Mitten im Juli... Das konnte
einfach nicht sein, das war nicht normal...
Er blätterte auf die zweite Seite des Berichtes, sah, dass es noch endlos so
weiterging und gab es schließlich auf weiter zu lesen. Niedergeschlagen betrachtete
er sein Büro und reckte seine Arme über seinem Kopf. Es war ein stattliches
Zimmer mit einem fein gearbeiteten Marmorkamin der gegenüber den langen Fensterflügeln
stand, die wegen der untypischen Kälte fest geschlossenen waren. Mit leichtem
Schaudern stand der Premierminister auf, ging hinüber zum Fenster und schaute
hinaus in den Nebel, der sich gegen die Glasscheiben drückte. Als er so mit dem
Rücken zum Zimmer stand, hörte er hinter sich ein schwaches Husten.
Er erstarrte, Nase an Nase mit seinem eigenen erschrockenen Spiegelbild in der
dunklen Scheibe. Er kannte dieses Husten. Er hatte es schon mal gehört. Sehr
langsam wandte er sich zum leeren Raum um.
"Hallo?" sagte er und versuchte dabei tapferer zu klingen, als er sich fühlte.
Für einen kurzen Moment hoffte er inständig, dass niemand ihm antworten würde.
Doch antwortete ihm sofort eine raue, kräftige Stimme, die klang, als ob sie
eine vorbereite Erklärung verlas. Sie kam - soweit sich der Premierminister an
das erste Husten erinnern konnte - von dem froschartigen kleinen Wesen, dass bekleidet

2



mit einer langen Silberperücke auf dem schlichten, schmutzigen Ölgemälde in der
hintersten Ecke des Zimmers dargestellt war.
"An den Premierminister der Muggel. - Müssen uns umgehend treffen. - Erbitte
sofortige Antwort. - Hochachtungsvoll, Fudge."
Das Wesen in dem Gemälde sah eindringlich zum Premierminister herüber.
"Ähm," sagte der Premierminister, "hören sie..., das ist zur Zeit sehr ungünstig...
Ich warte auf einen Anruf, wie Sie sehen... vom Präsidenten von -"
"Das können wir jetzt nicht ändern." erwiderte das Portrait sofort. Dem
Premierminister sank das Herz. Er hatte so etwas befürchtet."
"Aber ich erwarte doch jeden Moment den Anruf von -"
"Wir werden dafür sorgen, dass der Präsidenten den Anruf vergisst. Er wird sie
dann statt dessen morgen Abend anrufen" sagte das kleine Wesen. "Antworten sie
Mr. Fudge bitte umgehend."
"Ich.. oh... nun gut" sagte der Premierminister schwach. "Ja, dann werde ich
Fudge empfangen."
Er eilte zurück zu seinem Schreibtisch während er seine Krawatte hastig
zurechtrückte. Er hatte seinen Platz kaum erreicht und versuchte einen
einigermaßen relaxten Eindruck zu machen, als grellgrüne Flammen unter dem
leeren Gitter seines Marmorkamins ausbrechen. Er bemühte sich, keine Anzeichen
seiner Überraschung oder Beunruhigung zu zeigen, während ein korpulenter
Mann (sich) schnell drehend wie ein Kreisel in Mitten der Flammen erschien.
Sekunden später war er aus dem Kamin auf den davor liegenden feinen, antiken
Teppich gestiegen und klopfte die Asche von den Ärmeln seines langen
Nadelstreifen -umhangs, eine limonegrünern Bowler -Hut in seiner Hand.

"Ah... Der Herr Premierminister." sagte Cornelius Fudge, mit seiner ausgestreckten
Hand auf ihn zuschreitend. "Schön sie wieder zu sehen."
Der Premierminister konnte diese freudige Begrüßung nun wirklich nicht
nachvollziehen, so erwiderte er überhaupt nichts. Er war nicht im Entferntesten
erfreut, Fudge zu sehen, dessen gelegentliches Erscheinen, abgesehen davon,
dass diese schon an für sich völlig beunruhigend waren, im allgemein bedeutete,
dass er einige sehr schlechte Nachrichten zu hören bekam. Außerdem sah
Fudge ausgesprochen mitgenommen aus. Er war abgemagert, kahl und blass,
und sein Gesicht sah sehr zerknittert aus. Der Premierminister kannte
diesen Anblick schon von anderen Politikern, und das war noch nie ein
gutes Zeichen gewesen.
"Wie kann ich ihnen helfen?" sagte er, schüttelte Fudge lasch die Hand
und wies auf den unbequemsten der Stühle gegenüber seines Schreibtisches.
"Es ist schwierig; ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll." murmelte
Fudge, während er den Stuhl zu sich heranzog und sich setzte, seinen grünen
Bowler den Knien. "Was für eine Woche, was für eine Woche..."
"Hatten Sie auch so eine schlechte Woche wie ich?" fragte der Premierminister
angespannt, und hoffte dass Fudge bemerken würde, dass er schon genug um die
Ohren hatte, auch ohne sein Dazutun.
"Ja natürlich" erwiderte Fudge, rieb sich müde die Augen und schaute den
Premierminister mürrisch an. "Ich habe die Selbe anstrengende Woche hinter
mir wie sie. Der Einsturz der Brockdale-Brücke... die Morde an Bones und
Vances... ganz zu Schweigen vom Chaos im Westen des Landes..."
"Sie - Äm, - Ihr - ich meine, einige Ihrer Leute haben - sind beteiligt an
diesen - diesen Dingen, ist das wahr?"
Mit einem eindringlichen Blick sah Fudge den Premierminister an. "Aber

3



natürlich sind wir das, " sagte er, "Sie haben doch sicherlich längst
realisiert was da vor sich geht?"
"Ich... " zögerte der Premierminister
Das war genau das, was er an Fudges Besuchen so verabscheute. Er war
schließlich der Premierminister, und schätzte es nicht, zu einem unwissenden
Schüler degradiert zu werden. Aber natürlich war es ähnlich wie bei seiner
allerersten Audienz mit Fudge an seinem allerersten Abend als Premierminister.
Er erinnerte sich daran, als ob das erst gestern war, und wusste, dass ihm
diese Erinnerung bis zu seinem Tod begleiten würde.
Er hatte allein inmitten dieses stattlichen Büros gestanden und genoss den
Sieg, den sich nach so vielen Jahren Mühen und Schweiß erkämpft hatte, als
er einen Husten hinter sich vernahm, gerade so wie heute Abend. Er drehte
sich herum und entdeckte das hässliche kleine Portrait das zu ihm sprach,
und ihm ankündigte, das der Zaubereiminister in kürze eintreffen werde um
sich vorzustellen.
Natürlich hatte er gedacht, dass er durch die anstrengende Kampagne und
die enorme Anspannung während der Wahl langsam verrückt wurde. Er war
äußerst erschrocken, ein Portrait vorzufinden, das zu ihm sprach, und wusste
nicht wie ihm geschah, als wie selbstverständlich ein Zauberer aus dem Kamin
gesprungen kam und seine Hand schüttelte. Fudges überaus wohlwollende
Erläuterungen, dass es überall auf der Welt Hexen und Zauberer gab, die im
Verborgenen lebten, hatten ihm die Sprache verschlagen. Er könne aber ganz
beruhigt sein und brauche sich nicht weiter den Kopf darüber zu zerbrechen,
da das Zaubereiministerium die volle Verantwortung für die ganze
Zauberergemeinschaft übernahm und die nichtmagische Bevölkerung davor
bewahrte von der ganzen Sache Wind zu bekommen. Und das war eine schwierige,
alles umfassende Aufgabe, von der Überwachung des ordnungsgemäßen Gebrauchs
von Flugbesen bis zur Kontrolle über die artgerechte Haltung und Aufzucht
von Drachen (Der Premierminister erinnerte sich, wie er sich an diesem
Punkt an der Schreibtischplatte festhalten musste um sich abzustützen).
Fudge hatte daraufhin dem völlig sprachlosen Premierminister väterlich
auf die Schulter geklopft.
"Seien sie nicht so besorgt" sagte er "nach diesem Zusammentreffen werden
sie mich vermutlich eh nie wieder sehen. Ich werde sie höchstens belästigen,
wenn sich auf unserer Seite etwas wirklich Schwerwiegendes ereignen sollte,
etwas, das höchstwahrscheinlich auch Einfluss auf die Muggel - die nicht
magische Bevölkerung sollte ich wohl besser sagen - haben wird. Ansonsten
heißt es Leben und Leben lassen. Und ich muss schon sagen, sie nehmen es
viel besser auf als ihr Vorgänger. Er hat versucht mich aus dem Fenster zu
werfen, weil er dachte ich sei ein Scherzbold, der von seinen Widersachern
geschickt wurde.
An diese Stelle hatte der Premierminister seine Sprache endlich wieder gefunden
"Sie sind - sie sind also kein Aprilscherz?"
Es war seine letzte, verzweifelte Hoffnung gewesen.
"Nein." sagte Fudge höflich "Nein, es tut mir leid, das bin ich nicht.
Schauen sie her." Und er verwandelte den Kaffeebecher des Premierministers
in eine Wüstenrennmaus.
"Aber, " sagte der Premierminister atemlos, und sah zu, wie sein Kaffeebecher
an einer Ecke seines nächsten Redemanuskripts knabberte, "aber wieso warum
hat mir niemand gesagt, dass - ?"
"Der Zaubereiminister offenbart sich nur gegenüber dem derzeit amtierenden

4



Muggel -Premierminister" sagte Fudge, und steckte seinen Zauberstab zurück
in seinen Umhang. "Wir finden es die beste Möglichkeit, die Geheimhaltung
aufrecht zu erhalten."
"Aber dann -" beschwerte der Premierminister, "warum hat mich dann der
ehemalige Premierminister nicht gewarnt, dass -"
Darüber musste Fudge wirklich lachen.
„Mein lieber Premierminister, haben sie wirklich vor irgendjemandem
davon zu erzählen?“
Noch immer höchst amüsiert streute Fudge ein wenig Pulver in die Kaminöffnung,
stieg in die smaragdgrünen Flammen und verschwand mit einem lauten Wusch.
Der Premierminister stand vollkommen betäubt da, und begann allmählich zu
begreifen, dass er es niemals in Erwägung ziehen dürfe, auch nur einer
Menschenseele etwas davon zu erzählen, so lange er lebte. Wer um alles in
der Welt würde ihm auch glauben?
Es dauerte eine Weile, bis er den Schock überwunden hatte. Für einen
Moment hatte er versucht sich selbst einzureden, dass Fudge tatsächlich
nur eine Halluzination gewesen war, die durch die äußerst strapaziöse
und Schlafraubende Wahlkampagne ausgelöst wurde. Vergebens bemühte er
sich alle Erinnerungen an diese unangenehme Begegnung zu verdrängen,
gab die Wüstenrennmaus seiner kleinen Nichte, und hatte seinen Privatsekretär
angewiesen, dass scheußliche Gemälde mit dem hässlichen kleinen Wesen,
dass ihm Fudges Ankunft angekündigt hatte, fort zu schaffen. Jedoch
stellte sich zu seiner Bestürzung heraus, dass es unmöglich war, das
Portrait von der Wand zu entfernen. Als selbst etliche Zimmermänner,
ein oder zwei Bauingenieure, ein Kunsthistoriker und der Schatzmeister
vergebens alles Erdenkliche versucht hatten, das Bild von der Wand zu
bekommen, hatte der Premierminister es aufgegeben, und hoffte einfach
nur inständig, dass das Ding für den Rest seiner Amtszeit unbeweglich
und still blieb. Er könnte schwören, dass er den Bewohner des Bildes
gelegentlich gähnen oder sich an der Nase kratzen sah; einmal oder
zweimal spazierte er sogar einfach aus seinem Rahmen und lies nichts
zurück, außer der leeren, schmutzig-braunen Leinwand. Jedoch hatte er
sich antrainiert, nicht sonderlich auf das Bild zu achten, und sich
immer fest zu sagen, dass seine Augen ihm eher einen Streich spielten,
als das er irgendetwas sah.
Dann, vor drei Jahren, in einer Nacht fast wie dieser, war der Premierminister
alleine in seinem Büro, als das Portrait erneut Fudges Erscheinen ankündigte,
der triefend nass und im Zustand höchster Erregung aus dem Kamin geschossen
kam. Bevor der Premierminister auch nur fragen konnte, warum ausgerechnet
er der Auserwählte bei all den ganzen Ex-Ministern sei, hatte Fudge angefangen
über ein Gefängnis herumzuschimpfen, von der er noch nie etwas gehört hatte,
von einem Mann Namens 'Seriös' Black - oder so ähnlich, etwas, das sich wie
'Hogwarts' anhörte, und einem Jungen, der Harry Potter hieß; und nichts davon
ergab für den Premierminister den geringsten Sinn.
". . . Ich komme gerade aus Askaban," hatte Fudge gekeucht, während er einen
Schwall Wasser aus der Krempe seines Bowlers in seine Taschen kippte. "liegt
mitten in der Nordsee, wissen sie, scheußlicher Flug. . . die Dementoren sind
in Aufruhr" - er schauderte - "es hat noch niemals zuvor einen Ausbruch
gegeben. Aber wie auch immer, ich musste zu ihnen kommen, Herr Premierminister.
Black ist ein berüchtigter Muggel-Mörder und wird vermutlich versuchen
sich wieder Du-Weißt-Schon-Wem anzuschließen. . . Aber natürlich; sie können

5



ja noch gar nicht wissen wer Du-Weißt-Schon-Wer ist!" Er blickte den
Premierminister für einen Moment hoffnungslos an; dann sagte er "Nun setzen
Sie sich erst mal, setzen Sie sich hin; ich hätte sie wohl besser informieren
sollen. . . Sie brauchen einen Whisky. . ."
Der Premierminister war eher verärgert darüber, in seinem eigenen Büro gesagt
zu bekommen er solle sich hinsetzen und sich seinen eigenen Whisky anbieten
zu lassen, aber er setzte sich dennoch. Fudge zog seinen Zauberstab hervor,
beschwor aus dem Nichts zwei große Gläser voll mit bernsteinfarbener
Flüssigkeit, drückte eines davon dem Premierminister in die Hand und zog
sich einen Stuhl heran.
Fudge hatte schon mehr als einer Stunde ununterbrochen geredet. Einmal hatte
er sich geweigert, einen bestimmten Namen laut auszusprechen, und schrieb
ihn stattdessen auf ein Stück Pergament, das er dem Premierminister in die
andere, Whisky-Glas freie Hand drückte. Dann, als Fudge schließlich aufstand
um zu gehen, erhob sich auch der Premierminister.
"Sie denken also, dass. . ." Er spickte nach unten auf das Stück Pergament
in seiner linken Hand. "Lord Vol-"
"Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf!" herrschte ihn Fudge an.
"Verzeihung... Sie glauben also, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf
immer noch am Leben ist?"
"Nun, Dumbledore sagt, dass er es ist," sagte Fudge, während er seinen
Nadelstreifenumhang überstreifte, "aber wir haben ihn nirgends gefunden.
Wenn Sie mich fragen ist er nicht gefährlich so lange er keine
Unterstützung bekommt. Es ist Black, um den wir uns Sorgen machen müssen.
Sie werden diese Warnung also weitergeben? Ausgezeichnet! Also dann, ich
hoffe wir werden einander nicht wieder sehen, Herr Premierminister! Gute Nacht."
Aber dann hatten sie sich doch wieder gesehen. Vor weniger als zwei Jahren
tauchte ein verstört -dreinblickender Fudge wie aus dem Nichts im Kabinettszimmer
auf, um den Premierminister darüber zu informieren, dass während der
Quidditch -Weltmeisterschaft (oder etwas, das sich zumindest so ähnlich anhörte)
ein dunkles Mal erschienen war, und dass mehrere Muggel darin "verwickelt"
worden waren, aber dass sich der Premierminister keine Sorgen zu machen brauche.
Die Tatsache, dass das Zeichen von Du-Weißt-Schon-Wem wieder erschienen ist
habe nichts zu bedeuten. Fudge war überzeugt, dass es die Tat eines Einzelnen
gewesen war; und das Muggel-Verbindungsbüro sei bereits voll damit beschäftigt,
alle Erinnerungen zu verändern, während sie gerade sprachen.
"Oh, und jetzt hätte ich doch fast vergessen," fügte Fudge hinzu, "Wir werden
drei fremdländische Drachen und eine Sphinx für das Trimagische Turnier aus
dem Ausland importieren; alles reine Routine, aber die Abteilung für die
Regulierung und Kontrolle magischer Geschöpfe sagte mir, dass die Regeln besagen,
dass wir Sie zu unterrichten haben, wenn wir gefährliche Kreaturen ins Land holen."
"Ich - wie - Drachen?" stammelte der Premierminister überrascht.
"Ja, drei," sagte Fudge. "Und eine Sphinx. Also dann, schönen Tag noch."
Der Premierminister hatte inständig gehofft, dass mit Drachen und Sphinxen
nun endlich das Schlimmste von all dem erreicht sein möge, aber das war es
nicht. Vor weniger als einem Jahr war Fudge schon wieder aus Kaminfeuer
hervor geschossen, und dieses mal brachte er Neuigkeiten von einem Massenausbruch
aus Askaban.
"Ein Massenausbruch?" wiederholte der Premierminister heiser.
"Keine Sorge, dass ist kein Problem!" rief Fudge, mit einem Fuß in den Flammen
stehend. "Wir werden sie im Nu wieder eingefangen haben - ich dachte nur, dass

6



sie es vielleicht wissen sollten!"
Und bevor der Premierminister auch nur zurückrufen konnte, "Halt, warten sie
einen Moment!" war Fudge schon in einem grünen Funkenregen verschwunden.
Was die Presse und die Gegenseite auch sagten, der Premierminister war kein
Narr. Es war ihm weder entgangen, dass sie sich hingegen Fudges Beteuerungen
bei ihrem ersten Zusammentreffen jetzt all zu häufig sahen, noch, dass Fudge
mit jedem Besuch ein wenig verstörter wirkte. Und obwohl er nur ungern über
den Zaubereiminister (oder "Den anderen Minister" wie er Fudge für sich selbst
genannt hatte) nachdachte, konnte sich der Premierminister der Befürchtung
nicht erwehren, dass Fudge das nächste mal mit noch grauenhafteren Nachrichten
erscheinen würde als zuvor.
Der Grund, dafür, dass Fudge ein weiteres mal aus dem Feuer herausgestürzt kam,
vollkommen zerzaust und sorgenerfüllt, und arg überrascht, dass der Premierminister
nicht genau wusste, warum er hier war, waren die schreckenerregensten Dinge, die
im Laufe der letzten, extrem düsteren Woche geschehen waren.
"Woher sollte ich wissen, was in der - ähm - Magischen Welt vor sich geht?"
fuhr ihn der Premierminister nun an. "Ich habe ein Land zu regieren und momentan
wirklich genug Sorgen, auch ohne -"
"Wir haben dieselben Sorgen," unterbrach ihn Fudge. "Die Brockdale-Brücke ist
nicht einfach so zusammengebrochen. Das war kein echter Hurrikan. Diese Morde
waren nicht das Werk von Muggeln. Und die Familie von Herbert Chorley würde
ohne ihn um einiges sicherer sein. Wir treffen zurzeit Vorbereitungen, um ihn
ins St. Mongo's-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen zu
transportieren. Der Transport soll heute Nacht erfolgen.
"Was haben sie. . . Ich bin entsetzt, ich .. Was?" empörte sich der Premierminister.
Fudge nahm einen großen, tiefen Atemzug und sagte, "Herr Premierminister, ich
bin zutiefst betrübt, Ihnen sagen zu müssen, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-
Darf
zurückgekehrt ist; Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf ist zurück!"
"Zurück? Wenn Sie sagen, 'zurück'... also lebt er?" Ich meine -"
Der Premierminister kramte in seinem Gedächtnis nach den Einzelheiten an jenes
Schaudererregende Gespräche vor drei Jahren, als Fudge ihm über den Zauberer
berichtet hatte, der vor allen anderen am meisten gefürchtet wurde, der Zauberer,
der vor seinem geheimnisvollem Verschwinden vor fünfzehn Jahre abertausend
schreckliche Verbrechen begangen hatte.
"Ja, am Leben," sagte Fudge. "Es ist - ich weiß auch nicht - ist ein Mann
lebendig, den man nicht töten kann? Ich verstehe das auch nicht wirklich. Und
Dumbledore wollte es mir nicht so richtig erklären - aber wie auch immer, er hat
tatsächlich einen Körper bekommen, geht umher und spricht und tötet; also denke
ich - um unserer Diskussion ein Ende zu setzen - Ja, er lebt."
Der Premierminister wusste nicht, was er dazu sagen sollte, aber er wünschte
sich nichts sehnlicher als gesicherte Informationen und jede erdenkliche Kleinigkeit
über das ihm Bevorstehenden zu erfahren, und versuchte angestrengt, sich an so
viele Einzelheiten ihrer früheren Unterredungen zu erinnern wie nur möglich.
"Hat sich Sirius Black mit - ähm – Dem-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf
verbündet?"
"Black? Black?" erwiderte Fudge verlegen, seinen Bowler unruhig zwischen seinen
Fingern drehend. "Sie meinen Sirius Black? Beim Barte Merlin's, nein. Black ist
tot. Es hat sich herausgestellt, dass wir - ähm - dass wir uns, was Black anging
geirrt haben. Er war tatsächlich unschuldig. Und er hatte auch niemals die Absicht
sich Du-Weisst-Schon-Wem anzuschließen. Ich meine," ergänzte er beiläufig, seinen

7



Bowler immer nervöser drehend, "es deutete alles darauf hin - es gab mehr als
fünfzig Augenzeugen aber, - nun ja, wie ich schon sage, ist er tot. In Wirklichkeit
wurde er ermordet. In den Räumlichkeiten des Zaubereiministeriums. Es wurde
schließlich sogar ein Untersuchungsausschuss eingerichtet, der..."
Zu seiner großen Verwunderung verspürte der Premierminister an diesem Punkt einen
Funken Mitleid für Fudge. Jedoch verblasste dieser fast sofort, als in ihm der
Gedanke von Selbstgefälligkeit aufkeimte, dass, auch wenn er sich selbst unverständlicher
Weise in einer Zeit befand, in der sich alles mögliche aus Kaminen materialisierte,
es während seiner Amtszeit nie einen Mord in einem der Regierungsgebäude gegeben
hatte... jedenfalls noch nicht...
Während der Premierminister stillschweigend über die hölzerne Schreibtischplatte
strich, fuhr Fudge fort, "Aber das mit Black hat sich inzwischen erledigt. Der Punkt
ist, dass wir uns im Krieg befinden, Herr Premierminister, und es müssen umgehend
Gegenmaßnahmen ergriffen werden."
"Ein Krieg?" wiederholte der Premierminister nervös. "Sicher übertreiben sie jetzt ein
wenig?"
"Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf hat nun Unterstützung von eben jenen
Anhängern bekommen, die im Januar aus Askaban ausgebrochen sind." sagte Fudge,
der sich mehr und mehr in Rage redete und seinen Bowler immer schneller herumwirbelte,
so das nur noch ein limonegrüner Schatten zu erkennen war. "Seitdem sie in Freiheit
sind haben sie die schlimmsten Verwüstungen angerichtet. Die Brockdale-Brücke - er
war es, Herr Premierminister, er hat mit einem Muggel-Massen-Mord gedroht, als ich
ihm gegenüber stand, und - "
"Du meine Güte, dann ist es also Ihre Schuld, dass all diese Leute getötet wurden,
und ich muss Fragen über verrostete Halteseile, zerfressene Brückengelenke und ich
weiß nicht was sonst noch, beantworten!" sagte der Premierminister aufgebracht.
"Mein Fehler!", sagte Fugde errötend. "Wollen Sie damit sagen, dass sie sich bei
einer Bedrohung wie dieser bedeckt gehalten hätten?"
"Vielleicht nicht," sagte der Premierminister, während er aufstand und im Raum
umher schritt, "aber ich würde alle Hebel in Bewegung setzen den Verbrecher zu fangen,
bevor er auch nur irgendeine Gräueltat begehen kann."
"Denken Sie wirklich, ich hätte nicht bereits alle Anstrengungen unternommen?"
erwiderte Fudge hitzig. "Jeder Auror im Ministerium hat versucht - und versucht
immer noch - ihn zu finden und seine Anhänger zusammen zu treiben, aber wir sprechen
hier gerade über einen der mächtigsten Zauberer aller Zeiten, einen Zauberer, der
sich seit fast drei Jahrzehnten der Festnahme entzogen hat."
"Ich nehme an, dass Sie mir nun erzählen werden, dass er auch den Hurrikane im
Westen des Landes verursacht hat?" sagte der Premierminister, dessen Temperament
mit jedem seiner Schritte anstieg. Es war empörend, den Grund für all diese
schrecklichen Katastrophen zu erfahren und nicht die Möglichkeit zu haben, diesen
publik zu machen. Das war fast so schlimm, als wäre es trotz allem die Schuld
der Regierung.
"Das war kein Hurrikane,", sagte Fudge gequält.
"Na hören Sie mal," bellte der Premierminister und stampfte entschieden auf und
ab. "Entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, umgeknickte Straßenlaternen, schwerste
Verletzungen -"
"Das waren die Todesser", sagte Fudge. "Die Anhänger von Ihm-Dessen-Name-Nicht-
Genannt-Werden-Darf.
Und... wir vermuten, dass auch die Riesen darin verwickelt sind."
Der Premierminister stoppte in seiner Bewegung als wäre er gegen eine unsichtbare
Wand gelaufen. "Was für Verwicklungen?"

8



Fudge verzog das Gesicht. "Er benutze die Riesen beim letzten Mal, um eine
große Wirkung zu erzielen," sagte er. "Die Abteilung für Fehlinformation
arbeitet seitdem rund um die Uhr. Wir haben Teams von Gedächtnisveränderern,
die versuchen, die Erinnerungen von all den Muggeln zu verändern, die gesehen
haben, was wirklich passiert ist. Etliche Mitglieder der Abteilung zur Führung
und Aufsicht magischer Geschöpfe durchkämmen Somerset, aber wir können die
Riesen nicht finden - es ist ein Desaster."
"Was sie nicht sagen!" bemerkte der Premierminister aufgebracht.
"Ich will nicht leugnen, dass der Kampfgeist im Ministerium sehr geschwächt
ist," sagte Fudge. "Und nach alledem haben wir auch noch Amelia Bones verloren."
"Wen verloren?"
"Amelia Bones, Leiterin der Abteilung für magische Strafverfolgung. Wir
glauben, dass Er-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf sie persönlich umgebracht
hat, weil sie eine äußerst begabte Hexe war und - und es deutet alles darauf
hin, dass sie ihm einen erbitterten Kampf geliefert hat."
Fudge räusperte sich und stoppte mit einiger Anstrengung seinen wirbelnden
Bowler, was ihm scheinbar Mühe bereitete.
"Aber dieser Mord war in den Zeitungen", sagte der Premierminister, momentan
von seinem Ärger abgelenkt. "Unseren Zeitungen. Amelia Bones...es hieß nur,
dass sie eine Frau mittleren Alters war, die allein lebte. Es war ein - ein
abscheulicher Mord, nicht war? Es gab eine ganze Menge Gerede. Die Polizei
war ratlos, wissen Sie."
Fudge seufzte. "Natürlich waren sie das. Sie wurde in einen Raum getötet,
der von innen verschlossen war, nicht wahr? Wir dagegen wissen genau, wer
es getan hat. Nicht, dass uns das irgendwie weiter geholfen hat, ihn zu
schnappen.... Und dann war da noch Emmeline Vance, vielleicht haben sie
nichts davon gehört -"
"Oh doch, das habe ich!" sagte der Premierminister. " Es geschah praktisch
direkt hier um die Ecke. Für die Zeitungen war das ein gefundenes Fressen:
'Niedergang von Recht und Ordnung im Hinterhof des Premierministers' -"
"Und als ob das alles nicht schon genug wäre", sagte Fudge, der dem Premierminister
kaum noch zuhörte, "haben wir überall Dementoren herumschwirren, die von allen
Seiten wahllos Leute angreifen..."
In glücklicheren Zeiten hätte dieser Satz in den Ohren des Premierministers
ziemlich unbegreiflich geklungen, aber inzwischen war er klüger.
"Ich dachte, die Demetoren bewachen die Gefangenen in Askaban," sagte er behutsam.
"Das taten sie," sagte Fudge erschöpft. "Aber jetzt nicht mehr. Sie haben Askaban
verlassen und sich Ihm-Dessen-Namen-Nicht-Genannt-Werden-Darf angeschlossen. Ich
werde nicht so tun, als hätte uns das nicht schwer getroffen."
"Aber," sagte der Premierminister mit einem aufsteigendem Gefühl des Entsetzens,
"haben sie mir nicht erzählt, dass das jene Kreaturen sind, die alle Hoffnung und
Lebensfreude aus den Menschen heraussaugen?"
"Das ist richtig. Außerdem brüten und vermehren sie sich. Daher kommt auch der ganze
Nebel."
Der Premierminister sank mit weichen Knien in den nächsten Stuhl. Die Vorstellung,
dass unsichtbare Kreaturen durch die Städte und Landschaften schwebten und
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit unter seinen Wählern verbreiteten, ließ ihn
sich ziemlich ohnmächtig fühlen.
"Nun hören sie mal, Fudge, - sie müssen etwas tun! Es ist ihr Pflicht als Zaubereiminister!"
"Mein lieber Premierminister, sie können doch nicht ernsthaft glauben, dass ich
nach alledem immer noch Zaubereiminister bin. Ich wurde vor drei Tagen abgesetzt!

9



Die ganze Zauberergesellschaft hat vor zwei Wochen lautstark meinen Rücktritt
gefordert. In meiner gesamten Amtszeit habe ich sie noch nie so einig erlebt,"
sagte Fudge mit dem mutigen Anflug eines Lächelns.
Der Premierminister war für einen Moment lang sprachlos. Trotz seiner Empörung
über die Situation, in die er gebracht worden war, fühlte er doch eher mit dem
niedergeschlagen wirkenden Mann, der ihm gegenüber saß.
"Das tut mir wirklich leid," sagte er schließlich. "Wenn es irgendetwas gibt,
dass ich tun kann?"
"Das ist sehr nett von Ihnen, Herr Premierminister, aber da gibt es nichts. Ich
wurde heute Abend hier her geschickt, um sie über die neusten Ereignisse auf
dem Laufenden zu halten und sie mit meinem Nachfolger bekannt zu machen. Ich
dachte eigentlich, dass er inzwischen hier wäre. Aber er ist zurzeit natürlich
sehr beschäftigt, bei all dem was da vor sich geht."
Fudge sah sich nach dem Portrait mit dem hässlichen kleinen Wesen mit der
gelockten Silberperücke um, dass sich mit der Spitze eines Federkiels in seinem
Ohr pulte. Fudges Blick auf sich ziehend sagte das Portrait "Er wird jeden Moment
hier sein, er beendet gerade einen Brief an Dumbeldore."
"Ich wünsche ihn Glück," sagte Fudge, der zum ersten mal verbittert klang. "Ich
habe Dumbeldore in den letzten zwei Wochen zweimal täglich geschrieben, aber er
hat sich nicht gerührt. Wenn er wenigstens bereit gewesen wäre für den Jungen zu
überzeugen, könnte ich noch im Amt sein. . . Nun, vielleicht wird Scrimgeour mehr
Erfolg haben."
Fudge versank in ein beträchtlich bedrücktes Schweigen, das aber fast sofort durch
das Portrait unterbrochen wurde, das plötzlich in seiner rauen, offiziell klingenden
Stimme sprach:
"An den Premierminister der Muggel. - Bitte um ein Treffen. - Dringend. - Erbitte
sofortige Antwort. - Rufus Scrimgeour, Zaubereiminister."
"Ja, ja, schon gut," sagte der Premierminister verwirrt, und schrak kaum zurück,
als sich die Flammen im Kamin abermals smaragdgrün färbten und sich unter ständigem
kreiseln ein zweiter Zauberer aus dessen Mitte erhob, der einen Augenblick später
auf den antiken Teppich geschleudert wurde.
Fudge ging auf ihn zu, und nachdem er einen Moment zögerte, tat es ihm der Premierminister
gleich, und betrachtete den Neuankömmling, der sich aufrichtete, dabei seinen langen
schwarzen Umhang ausbürstete, und sich umsah.
Der erste unsinnige Gedanke des Premierministers war, dass Rufus Scrimgeour eher einem
alten Löwen ähnelte. Graue Strähnen kamen in seiner lohfarbenen Haarmähne und in seinen
buschigen Augenbrauen zum Vorschein; er hatte scharfe gelbliche Augen hinter einem Paar
Drahtumrahmten Brillengläsern und besaß eine gewisse ausdauernde, geschmeidige Anmut,
obwohl er leicht hinkte. Er strahlte sofort einen ungeheuren und Scharfsinn und Zähigkeit
aus; der Premierminister dachte, er würde nun verstehen, warum die Zauberergemeinschaft
es vorzog, Scrimgeour anstelle von Fudge als Anführer in diesen gefährlichen Zeit zu haben.
"Wie geht es ihnen?" sagte der Premierminister höflich, und steckte ihm seine Hand
entgegen.
Scrimgeour ergriff sie kurz, während seine Augen den Raum untersuchten. Dann zog
er einen Zauberstab unter seinem Umhang hervor.
"Hat Fudge sie über alles unterrichtet?" fragte er, schritt zur Tür und klopfte
mit seinem Zauberstab auf das Schlüsselloch. Der Premierminister hörte das Klicken
im Schloss.
"Ähm - Ja," sagte der Premierminister. "Und wenn Sie nichts dagegen haben wäre es
mir lieber, wenn diese Tür unverschlossen bliebe."
"Mir wäre es lieber, wenn ich nicht gestört werde," sagte Scrimgeour kurz, "oder

10



beobachtet," ergänzte er, richtete seinen Zauberstab auf die Fenster, sodass sich
die Vorhänge über ihnen zusammen zogen.
"Also dann, ich bin ein viel beschäftigter Mann, also wollen wir gleich zur Sache
kommen... Zuallererst müssen wir uns über ihre Sicherheit unterhalten."
Der Premierminister richtete sich bis zu seiner vollsten Größe auf und antwortete,
"Ich bin mit der Sicherheit absolut zu frieden, die ich genieße, ich danke ihnen
vielmals, aber -"
"Nun, wir sind das keineswegs," fiel ihm Scrimgeour ins Wort. "Es wären schlechte
Aussichten für die Muggel, wenn ihr Premierminister dem Imperius-Fluch unterworfen
würde, wie der neue Sekretär in ihrem Außenbüro -"
"Ich werde Kingsley Shacklebolt nicht entlassen, wenn es ist, was Sie vorschlagen!"
sagte der Premierminister erhitzt. "Er ist äußerst tüchtig und schafft das doppelte
an Arbeit wie der Rest von ihnen.
"Das kommt daher, dass er ein Zauberer ist," sagte Scrimgeour ohne die Spur eines
Lächelns. "und ein bestens ausgebildeter Auror, der ihnen zu ihrem Schutz zugeteilt
worden ist."
"Halt, warten Sie einen Moment!" erklärte der Premierminister. "Sie können nicht
einfach ihre Leute in mein Büro beschäftigen, ich entscheide, wer für mich arbeitet -"
"Ich dachte, dass sie mit Shacklebolt zu frieden waren?" sagte Scrimgeour kalt.
"Ich bin - das heißt, das war ich -"
"Dann gibt es kein Problem, oder doch?" sagte Scrimgeour.
"Ich .. also gut, solange die Arbeit von Shacklebolt fortsetzt wird . . . ähm. . .
ausgezeichnet," sagte, der Premierminister lahm, aber Scrimgeour schien ihn kaum
zuzuhören.
"Jetzt, zu Herbert Chorley, ihren Junior-Minister," setzte er fort. "Derjenige,
der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zog, indem er sich so aufführte
als sei er eine Ente."
"Wie geht es ihm?" fragte der Premierminister.
"Der schlecht durchgeführte Imperius-Fluch hat bei ihm eindeutig gewirkt," sagte
Scrimgeour. "Es hat seinen Verstand verloren, aber er könnte noch gefährlich sein."
"Er quakt nur noch!" sagte der Premierminister schwach. "Sicher nur eine kleine
Nachwirkung... Vielleicht würde es mit dem Schnaps besser...
Eine Team Heiler vom St. Mungo-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen
untersucht ihn, während wir sprechen. Bis jetzt hat er versucht, drei von ihnen zu
erwürgen," sagte Scrimgeour. "Ich denke es ist am Besten, wenn wir ihn für eine Weile
von der Muggel-Welt fern halten."
"Ich .. nun gut. . . Er wird sich doch wieder erholen, oder nicht?" fragte der
Premierminister besorgt.
Scrimgeour zuckte nur mit den Achseln während er bereits zum Kamin zurück ging.
"So, das war wirklich alles, was ich ihnen sagen musste. Ich werde Sie über die
aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten, Herr Premierminister - aber
wahrscheinlich werde ich zu beschäftigt sein, um persönlich kommen zu können. In
diesem Fall werde ich Fudge hier her schicken. Er hat sich bereit erklärt, seine
Beratertätigkeit noch etwas länger auszuüben."
Fudge versuchte zu lächeln, was aber erfolglos blieb; es eher so aus, als ob er
Zahnschmerzen hätte. Scrimgeour stöberte bereits in seiner Tasche nach dem
geheimnisvollen Pulver, das das Feuer grün färbte. Der Premierminister starrte
die beiden für einen Moment hoffnungslos an, aber schließlich platzten die Worte
aus ihm heraus, die er schon den ganzen Abend unterdrückt hatte.
"Aber um Himmels willen - sie sind doch Zauberer! Also können sie zaubern! Sie
können das doch bestimmt - also - alles wieder in Ordnung bringen!"

11



Scrimgeour drehte sich langsam auf dem Absatz um und tauschte einen ungläubigen
Blick mit Fudge, der dieses mal wirklich ein Lächeln zustande brachte, als er
freundlich erwiderte, "Das Problem ist, dass die andere Seite ebenfalls zaubern
kann, Herr Premierminister."
Und damit stiegen die zwei Zauberer nacheinander in die leuchtend grünen Flammen
und verschwanden.

Kapitel. 2:. Spinners. End

Viele Meilen entfernt, von dem kühlen Nebel, der sich gegen die Fenster des
Premierministers gedrückt hatte, über einem schmutzigen Fluss, der zwischen den
überwucherten, brüchigen Böschungen trieb. Ein pompöser Kamin, Relikt einer
veralteten Mühle, richtete sich oben auf, schattig und drohend. Es gab kein Geräusch,
abgesehen von dem Flüstern des schwarzen Wassers und kein Zeichen von Leben,
abgesehen von einem Fuchs, der hinter die Böschung schlich und hoffnungsvoll an
einigen alten Fish-and-chipverpackungen im hohen Gras schnupperte.
Aber dann, mit einem leisen Plop, erschien eine schlanke Figur mit Kapuze, aus der
dünnen Luft am Ufer des Flusses. Der Fuchs fror ein, als er das Phänomen mit den
Augen fixierte. Es schien, als wenn die Figur für einen Moment die Orientierung
verloren hätte, dann setzte es seinen Weg fort, sein langer Mantel strich über das Gras.
Mit einem zweiten, lauteren Plop, materialisierte sich eine andere Figur mit Kapuze.
„Warte!

Der strenge Ruf ließ den Fuchs aus seiner Erstarrung erwachen, vorsichtig schlich er
über den Boden. Er kroch auf die Böschung. Auf einmal erschien ein grüner Blitz und
der Fuchs fiel um, tot.
Die zweite Figur stieß das Tier mit dem Fuß an.
„Nur ein Fuchs“, sagte eine Frauenstimme unter der Kapuze. „Ich dachte es wäre
vielleicht ein Auror -- Cissy, warte!

Aber die andere Figur, die gewartete hatte und den Lichtblitz betrachtet hatte, stieg auf
die Böschung von der gerade eben der Fuchs gefallen war.
„Cissy -- Narcissa -- hör mir zu --

Die zweite Frau holte die erste ein und packte ihren Arm, aber die andere drehte sich
heraus.
„Geh zurück, Bella!

„Du musst mir zuhören!

„Ich habe genug gehört. Ich habe mich entschieden. Lass mich allein!

Die Frau, die Narcissa genannt wurde, erreichte die Oberseite der Böschung, auf der
ein altes Geländer den Fluss von einer Linie trennte, eine Pflasterstein Straße. Die
andere Frau, Bella, folgte sofort. Sie standen nebeneinander, schauten über die Straße
auf die Reihen der verfallenen Ziegelsteinhäuser, deren Fenster in der Dunkelheit
stumpf und blind waren.


„Hier lebt er?“ fragte Bella mit dumpfer Stimme. „Hier? In diesen Muggel-
Misthaufen? Wir scheinen die ersten zu sein die ihren Fuß --

Aber Narcissa hörte nicht zu; sie war über das Geländer geklettert und lief nun über die
Strasse.
„Cissy, warte!

Bella folgte ihr, ihr Umhang wehte, und sie sah Narcissa einen kleinen Weg zwischen
zwei Häusern eilen, der in einer zweiten Strasse endete die der ersten aufs Haar glich.
Manche der Straßenlaternen waren zerbrochen, die beiden Frauen liefen zwischen
Flecken von Licht und tiefer Dunkelheit. Die Verfolgerin holte ihr Opfer ein, als es um
die Ecke lief, dieses mal ihren Arm festhaltend und sie herum drehend so dass sie sich


12



mit dem Gesicht zueinander gegenüberstanden.
„Cissy, du darfst das nicht tun, du kannst ihm nicht trauen --



„Der dunkle Lord vertraut ihm, oder nicht?

„Der dunkle Lord ist… ich glaube… im Irrtum,“ Bella schnappte nach Luft und ihre
Augen glühten einen Moment unter der Kapuze, als sie sich umsah um sicher zu gehen
das sie auch wirklich alleine waren. „Wie auch immer, wir haben versprochen
niemandem von dem Plan zu erzählen. Das ist alleine Sache des dunklen Lords --

„Lass es, Bella!“ knurrte Narcissa, sie zog einen Zauberstab aus einer Falte ihres
Umhangs und hielt ihn der anderen ins Gesicht. Bella lachte nur.
„Cissy, deine eigene Schwester? Das wirst du nicht --

„Es gibt nichts mehr was ich nicht tun würde!“ Narcissa bemerkte einen Anflug von
Hysterie in ihrer Stimme, und als sie ihren Zauberstab wie ein Messer bewegte, war da
auf einmal noch ein Lichtblitz. Bella ließ den Arm ihrer Schwester los, als wenn sie
sich verbrannt hätte.
„Narcissa!

Aber Narcissa war weggelaufen. Sich die Hand reibend setzte ihre Verfolgerin ihr
nach, diesmal Abstand haltend, als sie tiefer in das Labyrinth von Backsteinhäusern
eindrangen. Schließlich eilte Narcissa eine Straße herauf namens Spinner´s End, über
der der sehr hohe Mühlkamin, wie ein riesiger, warnender Finger zu schweben schien.
Ihre Schritte hallten auf dem Kopfsteinpflaster wider, während sie an mit Brettern
vernagelten und zerbrochenen Fenstern vorbei lief, bis sie das allerletzte Haus
erreichte, in dem ein schwaches Licht durch die Vorhänge von einem Kellerraum
schimmerten.
Sie hatte an die Tür geklopft bevor Bella, mit fluchendem Atem, sie erreichte.
Zusammen standen sie wartend, wie ein schwaches Gemälde, den Geruch des
schmutzigen Flusses atmend, den die Nachtluft zu ihnen trug. Nach ein paar Sekunden
hörten sie hinter der Tür eine Bewegung bevor sie sich einen Spalt öffnete. Durch den
Spalt konnten sie einen Mann sehen der zu ihnen hinaus blickte, ein Mann mit langem,
schwarzen Haar das teilweise wie Gardinen um ein fahles Gesicht mit schwarzen
Augen hing.
Narcissa nahm ihre Kapuze ab. Sie war so blass, das es aussah als wenn sie im dunklen
leuchten würde; das blonde Haar floss ihre Rücken herab und ließ sie wie eine
Ertrunkene aussehen.
„Narcissa!“ sagte der Mann und öffnete die Tür etwas mehr, so dass das Licht auf die
Schwestern fiel. „Was für eine nette Überraschung!

„Severus“, flüsterte sie angespannt. „Kann ich dich sprechen? Es ist wichtig.

„Aber sicher doch.

Er trat beiseite um sie ins Haus zu lassen. Ihre Schwester folgte ohne Aufforderung.
„Snape“, sagte sie knapp als sie an ihm vorbei ging.
„Bellatrix“, antwortete er, sein dünner Mund kräuselte sich zu einem Grinsen als er die
Tür mit einem Schnappen hinter ihnen schloss.
Sie traten direkt in das Wohnzimmer, welches den Eindruck einer dunklen Gummizelle
machte. Die Wände waren bedeckt mit Büchern, die meisten davon in alten braunen
und schwarzen Einbänden; ein schäbiges Sofa, ein alter Lehnstuhl und ein wackeliger
Tisch waren unter einem mit Kerzen bestückten Kronleuchter platziert, der schwach
leuchtend von der Decke hing. Die Luft im Raum roch, als wenn der Bewohner nie
gelüftet hätte.
Snape wies Narcissa mit einer Geste zum Sofa. Sie zog ihren Umhang aus, legte ihn an
die Seite und setzte sich, starrte auf ihre weißen, zitternden Hände die sie auf dem
Schoß zusammen faltete. Bellatrix lüftete ihre Kapuze langsamer. Dunkler als ihre
Schwester, mit dunkel geliderten Augen und einem strengen Mund, sie ließ ihren Blick


13



nicht von Snape als sie um das Sofa ging und sich hinter Narcissa stellte.
„Also, was kann ich für dich tun?“ fragte Snape während er sich den Schwestern
gegenüber in den Lehnstuhl setzte.
„Wir… wir sind doch alleine, oder?“ fragte Narcissa schnell.
„Ja, natürlich. Nun, Wurmschwanz ist hier, aber wir zählen Ungeziefer nicht dazu,
oder?“ Er tippte mit seinem Zauberstab auf die Bücherwand hinter sich und mit einem
Schlag öffnete sich eine versteckte Tür, enthüllte eine schmale Treppe auf der ein
frierender Mann stand. „Wie du schon bemerkt hast Wurmschwanz, haben wir Gäste“
,
sagte Snape träge.
Der Mann ging, gebückt, die letzten Stufen herab und betrat den Raum. Er hatte
schmale, wässerige Augen, eine spitze Nase und trug ein unangenehmes Lächeln.
Seine linke Hand umfasste seine rechte, welche aussah als trüge er einen silbernen
Handschuh.
„Narcissa!“ sagte er mit quietschender Stimme. „Und Bellatrix! Wie entzückend
--

„Wurmschwanz wird uns Getränke servieren, falls ihr mögt“, sagte Snape. „Und dann
wird er sich in seinen Schlafraum zurückziehen.

Wurmschwanz zuckte zusammen als wenn Snape etwas nach ihm geworfen hätte.
„Ich bin nicht euer Diener!“ quiekte er, Snape´s Blick ausweichend.
„Wirklich? Ich hatte den Eindruck dass der dunkle Lord dich hier gelassen hat, damit du
mich unterstützt.

„Um sie zu unterstützen, ja -- aber nicht um Getränke zu servieren und das Haus zu
putzen!

„Ich wusste nicht, Wurmschwanz, dass du so heftiges Verlangen nach gefährlichen
Aufgaben hast“, sagte Snape sanft. „Das kann leicht arrangiert werden: Ich werde mit
dem dunklen Lord reden --

„Ich kann selber mit ihm reden, wenn ich das will!

„Natürlich kannst du das“, sagte Snape höhnisch grinsend. „Aber in der Zwischenzeit
bringst du uns etwas zu trinken. Etwas von dem Elfen-Wein herstellen wäre passend:

Wurmschwanz zögerte einen Moment, mit einem Blick der mit aller Macht ein
Argument sucht, aber dann drehte er sich um und ging durch eine zweite versteckte
Tür. Sekunden später trat er wieder in den Raum, auf den Armen ein Tablett mit einer
staubigen Flasche und drei Gläsern. Er stellte alles auf den wackeligen Tisch, huschte
aus ihrem Blickfeld und knallte die Büchertür hinter sich zu.
Snape füllte die Gläser mit blutrotem Wein, nahm zwei davon hoch und reichte sie den
Schwestern. Narcissa murmelte ein danke, während Bellatrix nichts sagte sondern
Snape weiterhin beobachtete. Es schien ihn nicht zu stören; er sah eher aus als würde
es ihn amüsieren.


„Der dunkle Lord, “ sagte er, hob sein Glas und leerte es.
Die Schwestern machten es ihm nach. Snape füllte die Gläser wieder auf. Als Narcissa
ihr Glas das zweite Mal geleert hatte sagte sie in Eile, „Severus, es tut mir leid das ich
hergekommen bin, aber ich musste dich sehen. Ich glaube das du der einzige bist der
mir noch helfen kann --

Snape hielt eine Hand hoch um sie zu stoppen, dann tippte er mit dem Zauberstab noch
mal auf die Treppenhaustür. Es gab einen lauten Knall und einen Schrei, gefolgt von
dem Geräusch als Wurmschwanz eilig die Treppe hoch stolperte.
„Ich bitte um Verzeihung“, sagte Snape. „Er hat kürzlich begonnen an Türen zu
lauschen, ich verstehe nicht was er damit meint.. wo waren wir stehen geblieben
Narcissa?

Sie nahm einen großen, tiefen Atemzug und begann erneut.
„Severus, ich weiß ich dürfte nicht hier sein, ich habe versprochen niemandem etwas


14



zu sagen, aber --„
„Dann halte dein Versprechen!“ knurrte Bellatrix. „Besonders in der gegenwärtigen
Gesellschaft!“
„Gegenwärtige Gesellschaft?“ wiederholte Snape sardonisch. „Und was soll ich
darunter verstehen Bellatrix?“
„Das ich dir nicht traue, Snape, wie du sehr gut weißt!“
Narcissa gab ein trockenes Schluchzen von sich und vergrub ihr Gesicht in den
Händen. Snape stellte sein Glas auf den Tisch und setzte sich wieder hin, die Hände
auf den Armlehnen, grinste er in Bellatrix´s glühendes Gesicht.
„Narcissa, ich denke wir sollten uns anhören was Bellatrix zu sagen hat; ich möchte
uns vor langweiligen Unterbrechungen retten. Nun Bellatrix, fahre fort“, sagte Snape.
„Aus welchem Grund misstraust du mir?“
„Hundert Gründe!“ sagte sie laut, schritt um das Sofa und knallte ihr Glas auf den
Tisch. „Wo soll ich da anfangen! Wo warst du als der dunkle Lord fiel? Warum hast
du nie irgendwelche Anstalten gemacht ihn zu finden, als er verschwunden war? Was
hast du all die Jahre gemacht die du in Dumbledore´s Tasche lebtest? Warum hast du
den dunklen Lord aufgehalten als er den Stein der Weisen wollte? Warum bist du nicht
zurückgekehrt als der dunkle Lord wieder geboren wurde? Wo warst du als wir um die
Prophezeiung kämpften? Und warum, Snape, ist Harry Potter am Leben obwohl du
fünf Jahre in seiner Nähe warst?“
Sie legte eine Pause ein, ihre Brust sank und hob sich schnell, röte stieg in ihre
Wangen. Hinter ihr, saß Narcissa bewegungslos, hielt weiterhin ihr Gesicht in den
Händen.
Snape lächelte.
„Bevor ich dir antworte -- oh ja, Bellatrix, ich werde dir antworten! Du kannst all
meine Worte den anderen ausrichten, die hinter meinem Rücken flüstern und Lügen
über mein Verhältnis zum dunklen Lord in die Welt setzen! Bevor ich dir antworte lass
mich dir jedoch auch eine Frage stellen. Glaubst du wirklich der dunkle Lord hätte mir
nicht genau dieselben Fragen auch schon gestellt? Und glaubst du wirklich, das wenn
ihn meine Antworten nicht zufrieden gestellt hätten, würde ich hier sitzen und mit dir
reden können?“
Sie zögerte.
„Ich weiß er vertraut dir, aber…“
„Du denkst er irrt sich? Oder das ich ihn irgendwie hinters Licht geführt habe? Den
dunklen Lord reingelegt, den mächtigsten Zauberer, der perfekteste Legiliment den die
Welt jemals gesehen hat?“
Bellatrix sagte nichts, aber schaute im ersten Moment etwas verwirrt. Snape betonte
diesen Punkt nicht. Er nahm sein Glas, nippte daran und fuhr fort, „Du hast mich
gefragt wo ich war als der dunkle Lord gefallen ist. Ich war dort, wo er mich
hingeschickt hatte, in Hogwarts der Schule für Zauberer und Hexen, weil er mich bat
Dumbledore auszuspionieren. Weißt du, ich nahm an das es zum Auftrag vom dunklen
Lord gehört dass ich meinen Posten halte?“
Sie nickte unmerklich und öffnete ihren Mund, aber Snape unterbrach sie.
„Du hast gefragt warum ich nicht versucht habe ihn zu finden, als er verschwunden
war. Aus demselben Grund wie Avery, Yaxley, die Carrows, Greyback und Lucius“ -er
drehte seinen Kopf leicht zu Narcissa -- „und vielen anderen, die auch nichts taten
um ihn zu finden. Ich dachte er wäre tot. Ich bin nicht stolz darauf, es war falsch, aber
so war es.. hätte er uns nicht vergeben wer würde ihm dann noch folgen, er hat viele
Anhänger verloren.“
„Er hätte mich!“ sagte Bellatrix leidenschaftlich. „Ich, welche für ihn viele Jahre in
Askaban verbracht hat!“

15



„Ja sicher, sehr bewundernswert“, sagte Snape mit gelangweilter Stimme. „Bei guter
Pflege, du warst ihm keine große Hilfe im Gefängnis, aber die Geste war ohne Zweifel
fein--„

„Geste!“ schrie sie; in ihrem Zorn sah sie schlecht aus. „Während ich die Dementoren
ertragen musste, hast du in Hogwarts gesessen und Dumbledore´s Haustier gespielt!“
„Nicht ganz“, sagte Snape gelassen. „Er würde mir niemals den Job Verteidigung
gegen die dunklen Künste geben, weißt Du. Er scheint zu denken, ah, das ich dann
einen Rückfall haben könnte.. der mich wieder auf die alten Pfade führt.“
„Das war dein Opfer für den dunklen Lord, das du nicht dein Lieblingsfach
unterrichten darfst?“ höhnte sie. „Warum bist du die ganze Zeit dort geblieben, Snape?
Weiter Dumbledore ausspionieren für einen Meister den du tot glaubst?“
„Kaum“; sagte Snape, „obwohl der dunkle Lord erfreut war das ich meinen Posten
nicht verlassen hatte: Ich hatte sechzehn Jahre voller Informationen über Dumbledore
die ich ihm geben konnte als er zurückkam, ein etwas nützlicheres
Willkommensgeschenk als endlose Erinnerungen darüber wie unangenehm Askaban
ist…“
„Aber du bist geblieben--„
„Ja, Bellatrix, ich bin geblieben“, sagte Snape, zum ersten Mal etwas Ungeduld
zeigend. „Ich hatte einen guten Job den ich den Einschränkungen in Askaban vorzog.
Sie umkreisten die Todesser wie du weißt. Dumbledore´s Schutz ließ mich nicht ins
Gefängnis gehen; es war bequem und ich nutzte es. Ich wiederhole: Der dunkle Lord
hat sich nicht darüber beklagt das ich dort geblieben bin, somit verstehe ich nicht das
du es tust.“
„Ich denke, als nächstes möchtest du gerne wissen“, fuhr er fort; etwas lauter, um
Bellatrix zu zeigen das er sich ungern unterbrechen ließ, „warum ich mich zwischen
den dunklen Lord und den Stein der Weisen stellte. Das ist leicht erklärt. Er war sich
nicht sicher ob er mir trauen könnte. Er dachte, wie Du, dass ich vom treuen Todesser
zu Dumbledore´s Handlanger gewechselt hätte. Er war sehr schwach, musste sich den
Körper mit einem mittelmäßigen Zauberer teilen. Er traute nicht sich offen an einem
ehemaligen Verbündeten zu wenden, wenn dieser Verbündete ihn bei Dumbledore
oder beim Ministerium verraten könnte. Ich bedauere zutiefst, dass er mir nicht
vertraute. Er wäre drei Jahre eher wieder zu Kräften gekommen. Als es geschah, sah
ich nur einen gierigen und unwürdigen Quirrell, der versuchte, den Stein der Weisen
zu stehlen, und ich gebe zu ich tat alles um dies zu vereiteln.",
Bellatrix Mund verzog sich als wenn sie eine Portion bittere Medizin geschluckt hätte.
„Aber du bist nicht gekommen als er zurückkehrte, du bist nicht zu ihm geflogen als du
das dunkle Mal brennen spürtest --„
„Stimmt, ich erschien zwei Stunden später. Ich erschien in Dumbledore´s Auftrag.“
„In Dumbledore´s --?“ sie sprach als hätte er eine Gräueltat begangen.

„Denk nach!“ sagte Snape wieder ungeduldig. „Denk nach! Weil ich zwei Stunden
wartete, nur zwei Stunden, konnte ich sicher sein das niemand in Hogwarts denken
konnte ich wäre ein Spion. Indem ich Dumbledore glauben machte, das ich nur auf
seinen Befehl hin zum dunklen Lord zurückkehrte, war es mir möglich Informationen
über Dumbledore und den Orden des Phönix zu bringen! Überlege doch, Bellatrix: Das
dunkle Mal fing schon Monate vorher an zu brennen. Ich wusste dass er zurückkehren
würde, wie es alle Todesser wussten! Ich hatte genug Zeit darüber nachzudenken was
ich tun könnte, um meinen nächsten Schritt zu planen, um zu flüchten wie Karkaroff,
tat ich es?“
„Die Anzeichen vom Misstrauen des dunklen Lords verschwanden nach meiner
Verspätung völlig, kann ich dir versichern, als ich ihm erklärte das ich erfolgreich
zurückkehrte, während Dumbledore weiterhin dachte ich sei sein Mann. Ja, der dunkle

16



Lord dachte ich hätte ihn für immer verlassen, aber er irrte sich.

„Aber was hast du nützliches?“ spottete Bellatrix. „Welche nützlichen Informationen
haben wir von dir bekommen?

„Meine Informationen habe ich direkt an den dunklen Lord übermittelt“; sagte Snape.
„Wenn er es nicht für nötig hält sie mit dir zu teilen--

„Er teilt alles mit mir!“ sagte Bellatrix und die Wut kochte wieder in ihr hoch. „Er
nennt mich seine loyalste, seine erfolgreichste --

„Tut er das?“ sagte Snape, seine Stimme leicht gesenkt. Unglauben bekundend. „Tut er
das auch immer noch nach dem Fiasko im Ministerium?

„Das war nicht meine Schuld!“ sagte Bellatrix rot werdend. „Der dunkle Lord hat mich
in letzter Zeit mit den wichtigsten Sachen beauftragt -- hätte Lucius nicht --

„Wage es nicht -- wage es nicht meinen Mann dafür verantwortlich zu machen!“ sagte
Narcissa mit leiser drohender Stimme, ihre Schwester anschauend.
„Hier ist kein Platz für Schuldzuweisungen“, sagte Snape beruhigend. „Was getan
werden musste ist getan.

„Aber nicht von dir!“ sagte Bellatrix aufbrausend. „Nein, du warst mal wieder in
Sicherheit während der Rest von uns in Lebensgefahr schwebte, oder warst du nicht,
Snape?

„Mein Auftrag war im Hintergrund zu bleiben“, sagte Snape. „Vielleicht stimmst du
nicht mit dem dunklen Lord überein, vielleicht denkst du Dumbledore hätte es nicht
bemerkt wenn ich mich den Todessern anschließe um gegen den Orden des Phönix zu
kämpfen? Und -- verzeih mir -- du sprichst von Gefahr… ihr habt sechs Teenagern
gegenüber gestanden, oder nicht?



„Denen sich, wie du sehr wohl weißt, der halbe Orden angeschlossen hat!“ knurrte
Bellatrix. „Und während wir uns mit den Subjekten vom Orden rumschlagen mussten
hast du still erklärt das du nicht sagen kannst wo deren Hauptquartier liegt, war es
nicht so?

„Ich bin kein Geheimnisträger, ich kann den Namen des Ortes nicht aussprechen. Ich
denke du weißt wie die Zauber funktionieren? Der dunkle Lord war mit den
Informationen die ich ihm über den Orden lieferte zufrieden. Es verhalf uns, wie du
dich vielleicht erinnerst, zu neuer Sicherheit und beim Mord an Emmeline Vance, und
es half zweifellos, sich Sirius Black´s zu entledigen, obwohl ich euch volle Deckung
gab um ihn zu erledigen:

Er neigte seinen Kopf und prostete ihr zu. Ihr Ausdruck war noch nicht erweicht
„Du hast meine letzte Frage noch nicht beantwortet, Snape. Du hättest Harry Potter an
jedem Punkt der letzten fünf Jahre umbringen können. Warum hast du nicht. Warum?

„Hast du darüber mit dem Lord gesprochen?“ fragte Snape.
„Er… letztens haben wir… ich frage dich, Snape!

„Wenn ich Harry Potter getötet hätte, hätte der dunkle Lord niemals mit seinem Blut
wieder auferstehen können, ihn unbesiegbar machen können--

„Du willst mir erklären du hättest den nutzen des Jungen vorausgesehen!“ spottete sie.
„Das erkläre ich nicht; ich hatte keine Ahnung von seinen Plänen; ich habe nur
gemeint das ich dachte der dunkle Lord wäre tot. Ich versuche bloß, zu erklären,
warum der dunkle Lord nicht traurig darüber ist, dass Potter überlebte, jedenfalls bis
vor einem Jahr…

„Aber warum hast du ihn am Leben gelassen?

„Hast du mich nicht verstanden? Es war nur der Schutz Dumbledore´s der mich vor
Askaban bewahrte. Glaubst du, dass ich ihn mir zum Freund mache indem ich seinen
Lieblingsschüler ermorde? Aber da war mehr als das. Ich erinnere dich an die
Geschichten die um Potter kreisten als er das erste Mal in Hogwarts eintraf, Gerüchte
das er selber ein dunkler Zauberer wäre, der beschützt war als der dunkle Lord ihn


17



angriff. In der Tat, viele Anhänger des dunklen Lords dachten Potter wäre nur ein
normaler Zauberer den wir alle hänseln könnten. Ich war neugierig, ich ließ es zu,
und überhaupt nicht dazu geneigt, ihn in dem Moment zu ermorden, in dem der
Dummkopf das Schloss betrat.“
„Sicher, ich merkte sehr schnell dass er anscheinend kein herausragendes Talent war.
Er hat seinen Weg über mehrere Ecken gemacht mit einer simplen Kombination aus
purem Glück und talentierteren Freunden. Er ist Mittelmass im höchsten Grade, er ist
noch verhasster und selbstgefälliger als sein Vater vor ihm war. Ich habe mein bestes
getan um ihn aus Hogwarts heraus werfen zu lassen, wo er wie ich meine kaum
hingehört, aber ihn umbringen, oder zu erlauben ihn vor meinen Augen umzubringen?
Ich wäre ein Idiot gewesen wenn ich es riskiert hätte mit Dumbledore an der Seite.“
„Und nach all dem können wir annehmen zu glauben das Dumbledore dir niemals
misstraut hat? Fragte Bellatrix. „Er hat keine Ahnung von deiner wahren Einstellung,
er vertraut dir ohne weiteres?“
„Ich habe meinen Part gut gespielt“, sagte Snape. „Und du übersiehst Dumbledore´s
größte schwäche: Er glaubt immer an das gute im Menschen. Ich sponn ihm eine
Geschichte tiefster Reue als ich seinem Stab beitrat, frisch nach meinen Todessertagen,
und er empfing mich mit offenen Armen -- jedoch, wie ich sagte, mir niemals erlaubt
mich den dunklen Künsten zu nähern als es gut für mich wäre. Dumbledore war ein
großartiger Zauberer -- oh ja, das war er,“ (für Bellatrix machte er ein vernichtendes
Geräusch), „Der dunkle Lord erkennt das an. Ich freue mich zu sagen, wie auch immer,
das Dumbledore alt wird. Das Duell mit dem dunklen Lord letzten Monat hat ihn
mitgenommen. Er hat seitdem eine schwere Verletzung, weil seine Reaktionsfähigkeit
langsamer ist als sie einmal war. Aber über all die Jahre, hat er niemals aufgehört
Severus Snape zu vertrauen, und hierin liegt mein großer Wert für den dunklen Lord.“
Bellatrix sah unglücklich aus, während sie darüber nachdachte wie sie Snape als
nächstes angreifen könnte. Den Vorteil ihres Schweigens ausnutzend, wandte sich
Snape an ihre Schwester.
„Nun.. du bist gekommen um mich um Hilfe zu bitten, Narcissa?“
Narcissa sah ihn an, ihr Gesicht von Verzweiflung geprägt.
„Ja, Severus. Ich -- ich glaube du bist der einzige der mir helfen kann, ich habe sonst
niemanden an den ich mich wenden kann. Lucius ist im Gefängnis und…“
Sie schloss die Augen und zwei große Tränen rollten von ihren Lidern.
„Der dunkle Lord hat mir verbo
Hischam24
Fortgeschrittener (offline)

Dabei seit 03.2005
28 Beiträge
Geschrieben am: 10.10.2005 um 21:02 Uhr

auf deutsch ist er extrem schlecht! english! auf english muss man ihn lesen! aber es ist eher der auklarungs teil wo man mit info bombardiert wird fur das nachste band!
<<< zurück
 
-1- ... -9- -10- -11- -12- -13- ... -20- vorwärts >>>
 

Forum / Freizeit

(c) 1999 - 2026 team-ulm.de - all rights reserved - hosted by ibTEC Team-Ulm

- Presse - Blog - Historie - Partner - Nutzungsbedingungen - Datenschutzerklärung - Jugendschutz -