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Geschrieben am: 04.12.2009 um 20:13 Uhr
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Ein kleiner Fleck an der Decke.
Tropfen um Tropfenfrist er sich weiter zur Wand entlang.
Es riegt nach Schwefel.
Ein dünner Nebel schwebt in der Luft und hüllt das Zimmer in Blindheit,
Es brökelt. Tapeten rollen sich wie sterbende Spinnen zusammen und zerfalen zu staub. Ein Tropfen fällt und fällt durch den Nebel, zerreißt den Schleier des Sterbens, trifft wie ein Hammerschlag den Boden und erschüttert dessen Grundfeste. Der erste von vielen.Aus dem verkokelten Schlafzimmer kommt ein Kaninchehn. Sein weiches Fell wird vom Nebel gestreichelt, wie als sei es nicht mehr allein. Es springt und springt zur Mitte des Zimmers. Zur Versammlung der Tropfen.
So durstig nippt es an dem Rinnsal und sieht die Tropfen nicht, die da noch kommen.
Der nächste Tropfen fällt und zertrümmert den Schädel des Kaninchen. Es stirbt.
Das Rinnsal färbt sich rot, gleitet über den Boden und versickert unter den brüllenden Dielen.Geflatter ist zu hören. Ein kleiner schwarzer Vogel landet neben dem Kaninchen, lässt einen schweren Flügel über es gleiten. Es zischt.
Der Vogel verschwindet durch ein Fenster.
Ein glühender Rest zeugt vom Leben des Kaninchens. Das Zimmer füllt sich mit blutigem Wasser
und ertrinkt.
Ein Rahmen hängt an der Wand. Mit dem Bild der Vergangenheit. Er saugt sich voll mit dem blutigen Wasser und rettet sich in die Schwärze der Zukunft. Bald schon hat er den Raum vergessen. Und auch das Kaninchen.
Er hängt an der Wand.
Es krabbelt.
Alle Programmierern eingesperrt, jede Software pantentiert. Jetzt merkt ihr: Anwälte proggen nicht.
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