Iluron - 37
Champion
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Geschrieben am: 04.12.2009 um 08:23 Uhr
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Ein Vogel fliegt im Wohnzimmer des alten Hauses.
Seltsam zu betrachten dieses Vieh mit seinen Flügeln aus Asche, wie es Krümel aus glühenden Kohlen auf den Teppich fallen lässt.
Die Wanduhr schlägt zum Mittag, doch, niemand ist hier der sie hörte, und die Küche verharrt in gescheiterter Erwartung. Die Weben an den Töpfen und Pfannen bleibt bestehen. Die Kaffepackung bleibt ungeöffnet und der Offen von gefrorerenen Zapfen belagert.
Das Fenster, zerschossen und von Dreck verschmiert ist blind geworden, was außerhalb des Hauses vor sich geht.
Das Has ist blind geworden mit den Jahren.
Nur der Aschevogel kommt noch zu Besuch und berichtet von der Welt von draußen. Von den Bunkern, endlosen öden Feldern und den Bächen aus Blut.
Er kommt oft vorbei, der Vogel. Das Haus ist alt, sehr alt sogar. Aber es spricht gern mit dem Vogel. Es spricht manchmal durch die Dielen der Treppe, die bei jedem nicht getanen Schritt Knarren. Manchmal durch das klirren erstorbener Fenster, die nach Jahren des Kampfes ihren Leiden erlegen sind.
der Vogel weiß, dass das Haus bald sterben wird und er ist gekommen um ihm Gesellschaft zu leisten. Er wird noch sein, wenn das Haus zu Staub zerfallen ist, wenn die Bäche versiegt, der Lärm verhallt und der letzte Schuss getan ist.
Er war vor dem Haus da, hat beobachtet wie Kinder darin spielten, bevor sie Gewehre in die Hand nahmen, hat gesehen wie der Hund auf der Veranda herumtollte, bevor er in den Graben gefallen und verschüttet wurde. Er ist nun Teil des Bunkerfundaments.
Der Aschevogel kreist über die verstaubten Töpfe der Küche. Er sieht eine junge Frau am Herd stehen und singen.
Sie ist tot.
Er sieht ein kleines Mädchen am Tisch sitzen und ein Bild malen. Ein Mann ist darauf zu sehen, der lacht. Er lacht so sehr, dass der Mund das Gesicht verlässt.
Das Mädchen ist verschwunden, das Bild liegt noch da. Verbrannt.
Das alles erzählt im das Haus.
Es weiß dass es sterben wird.
Es war vor dem kleinen Mädchen da, vor der jungen Frau. Doch jetzt wird auch er gehn. Allein, nur den ältesten Freund an seiner Seite, den Aschevogel.
Das Haus leidet. Von den Erinnerungen glücklicher Tage wieder und wieder gequält wünscht es sich einen schnellen gnädigen Tod.
Doch Sie haben es vergessen. Haben es zum sterben hier gelassen, im Schussfeld der Bunker. Blind. taub und stumm für alles und jeden, außer den Aschevogel.
Wieder und wieder bittet es den Aschevogel es endlich zu töten und jedesmal hat der Aschevogel abgelehnt.
Doch heute, das wusste der Aschevogel war es soweit. Heute wird das Haus frieden finden.
Ein kleiner Tropfen glühende Kohle fällt auf den verstaubten Küchentisch, auf das Bild des lachenden Mannes. Sein Mund verkokelt und verkommt zu einer gequälten Fratze. Ein wärmendes Feuer alles verschlingender Vergessenheit dringt wie ein zerstörender Odem aus seinem schwarzem Rachen und breitet sich aus. Es frisst die Küche, das Wohnzimmer, die Wanduhr, die ein letzten mal zum Takt des Sterbens schlägt.
Der Aschevogel fliegt zu einem blinden Fenster hinaus und dreht sich um zu seinem alten Freund. Gequälte Knarzer, Quitscher und Klirrer sind zu hören bevor es tosend zusammenfällt.
Und der Aschevogel gleitet auf der rusigen Abendbrise zum Bunker.
Alle Programmierern eingesperrt, jede Software pantentiert. Jetzt merkt ihr: Anwälte proggen nicht.
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