zottel17 - 38
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 14.11.2009 um 18:10 Uhr
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Die lebende Leiter
Ich suche und suche meinen Weg,
auf diesem Planeten,
Ich will ihn betreten,
mit all meinen Sinnen erspüren
mich verführen, lassen.
Nach Sternen greifen, liebende Lieder pfeifen
Und mich in fremde Sphären begeben
Ohne abzuheben.
Ich suche und suche meinen Weg,
durch Wüstenlandschaften,
auf einsamen Yachten
In Fjorden voll Horden
Grasender Kinder
Und spielender Rinder
Und in
Mir, dem seltsamsten Wesen,
das jemals gewesen.
Ich suche und suche meinen Weg,
ich kann ihn nicht finden,
mich lediglich winden und schinden,
mich verbinden,
mit rindenden Linden
und winkenden Blinden,
Vögeln zuschauen beim Körner verdauen,
Menschen angaffen beim Wunder erschaffen,
Bäume zutexten, zu lieben den Nächsten...
DOCH HALT!
Wie ich auch suche,
ich finde rein nichts,
im Buche des Lebens
jegliche Suche
vergebens.
Ich kann nicht mehr,
fühl mich innerlich leer
und äußerlich schwer,
will mich nur noch verriegeln
in Blattlaub einigeln und
verschwinden, verschwinden, verschwinden.
Für immer eindösen,
und völlig loslösen
von jeglicher Pflicht,
dem irdischen Licht,
und Gottes Gericht?
Ich suche und suche meinen Weg,
sitze einsam am Steg,
Der Abend bricht an,
eine wundersame Stille heran.
Lass’ meine Gedanken hüpfen
Über weinende Reben
Versuche anzuknüpfen
An dieses Leben.
An alte Zeiten,
unendliche Weiten,
die mich begleiten
und einst befreiten!
DOCH DER WEG IST VERSTELLT.
Ich komm’ einfach nicht weiter,
bin ein verlorener Reiter
auf meiner lebenden Leiter
- eine Sprosse bricht -
unter meinem Gewicht,
Ich trete ins Leere
und spüre die Schwere,
sie zieht mich hinunter
und ich gehe unter...
Ich Sinke und Sinke, ertrinke, ertrinke,
Ich ringe um Atem und schnappe nach Luft
Diesem lieblichen Duft
des Lebens!
Vergebens.
Und plötzlich – DA – ein grelles Licht,
das mit mir spricht
und wie es sich so bricht,
da wird mir klar,
wer ich gewesen und wie sonderbar,
mein Leben doch eigentlich war.
Denn wie ich auch suchte,
Gott und die Menschheit verfluchte
So kam ich nie weiter,
war mehr rastloser Reiter,
als Wegebegleiter.
Blieb stehen,
ließ mein Leben vergehen
und ritt,
im langsamsten Trab.
In Mein,
ewiges Grab.
(c) Simon Geiger
Noch mehr Gedichte, Texte, Videos, Afrikaberichte, etc. unter: www.thembathandathula.blogspot.com
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