-Ricola1969-
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 12.10.2009 um 12:58 Uhr
Zuletzt editiert am: 12.10.2009 um 12:59 Uhr
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So, wie soll ich nun anfangen?
Vielleicht mit meinem Namen? Er lautet Lui, ein in der Zeit verlorengegangener Name, so verloren wie ich es bin. Praktisch ausgestorben, verdammt aus dem allgemeinen Wortschatz der heutigen Zeit. Eigentlich habe ich ihn selbst fast vergessen. Habe ihn seit Ewigkeiten von keinen menschlichen Lippen mehr vernommen.Wenn ich so überlege, bräuchte ich keinen Namen... könnte mich nennen wie ich wollte und es würde doch niemandem etwas nützen wenn er ihn erfahren würde. Denn keine Minute später hätte er ihn sowieso wieder vergessen.
Ja, vergessen ... irgendwann ist alles vergessen, oder verschwommen. In irgendwelchen Geschichtsbüchern verankert, worin sowieso nicht vorhanden ist, wie sich die Menschen zu dieser oder jener Zeit gefüht haben und wenn doch, weiß niemand ob es wirklich so war. Verschwommen eben, wie auch manche Geschichten es sind und so dann zu Legenden oder Märchen mutiert sind.So ein Märchen, ein dunkles Märchen, bin ich. WIe alt diese Märchen ist? Lasst es mich so ausdrücken, es ist gebunden in einem Buch aus schwarz gefärbtem Leder, gelblich, bereits braun gefärbte Seiten, halten diese (meine) Geschichte darin fest. Vergraben unter warscheinlich meterdickem Staub. Wenn ich den Charakter der, ... "dieser" Geschichte? Märchen? eine Duftnote zuteil kommen lassen müsste, wäre es der Duft des Patchouli, melancholisch, süss, dunkel und lang anhaltend. Sehr lang. Ich selbst verwende Ihn gerne, er wirkt Angstlösend. AUch gerne trage ich stets meinen Glücksbringer bei mir. Einen Edelstein. Einen schwarzen Onyx ( Er soll vor Traurigkeit und Depressionen schützen). Manchmal lege ich Ihn einige Zeit in ein Glas, das bis zum Rand mit gutem Wein gefüllt ist und trinke dieses mit der Kraft meines Onyx.
Eine Kraft die mich noch immer fasziniert. Wenn ich an etwas glaube dann ist dies, dass es mehr gibt als das was wir hören und sehen können. Ein Beispiel, nur um es einmal klarzustellen: Die Liebe, du kannst sie nicht begreifen, nicht einmal sie in Worte fassen, doch würdest du um sie zu bekommen, um sie zu fühlen, alles tun.
Eigentlich doch komisch, dass ich, gerade ich, so ein Beispiel verwende.Liebe. Etwas über das ich doch gar kein Recht haben dürfte zu reden. Ich rede auch nicht gerne darüber, niemals wieder werde ich lieben, warum auch? Es wäre doch nur ein vergeblicher, selbstverstümmelnder Versuch auf die Gegenliebe eines Menschen oder was auch immer zu hoffen...
Eins war ich ein Mensch, ein Mensch aus Fleisch und Blut. Kaum zu glauben... es ist so lange her. Hatte gerade das zarte Alter von 25 Jahren erreicht. Mein ganzes Leben war bereits bis ins kleinste Detail geplant. NIchts was es trüben sollte. Ich ahnte nichts von dem all, was mich stets, egal wie weit ich auch lief ... laufen wollte, einholen würde.
Tote Gefühle in mir bestehend aus tiefster Einsamkeit, verlassen vom Leben. Selbst mein eigener Schatten hat mich zurückgelassen, zurückgelassen in einer Welt, die nicht meine ist. Nur die DUnkelheit umhüllt meinen leblosen Körper mit ihrer kalten Hand aus aus Sehnsucht auf Frieden, Frieden den ich nur finde wenn ich es jemand anderem entreisse. Wenn das warme Blut eines lebenden Körpers, den meinen durchfliest. Wenn ich an seinen Adern hänge, mich mit meinen Reiszähnen zum roten Gold durchbore, fühle ich mich wie ein neugeborenes Kind, das mit seinen Lippen an den wärmenden Zitzen seiner Mutter hängt.
Was ich bin? EIn schwarzer Fleck auf einem weißen Tuch. EIn Fluch, ein Fluch ...
Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen, nur ein einziges mal. Doch es gibt kein zurück zum Glück. Der WInter ist hereingebrochen und ich lege mich in Frau Holles Schnee, wie das schwarze Pech. Mach einen Engel in den weißen Schnee und an der STelle an dem sein Herz schlagen soll, lege ich zwei Tropfen von Blut. Er erinnert mich an Liebe. Zur Zeit lebe ich in einem alten verlassenen Dorf. Dessen Ruinen von einem lieblichen Wald zugewuchert sind. Hier gefällt es mir zur Zeit sehr. Eigentlich hält mich nichts sehr lange. Aber in diesen Mauern fühle ich mich auf irgendeine Weise Zuhause. EIn Jahr ist es jetzt her als ich dieses Fleckchen Erde ganz zufällig auf einem meiner nächtlichen Streifzüge entdeckte. Ich nenne es den roten Tot, wegen mir und weil ich glaube, dass die Pest dafür verantwortlich war, dass die Menschen es begraben mussten. Was es mir nicht alles erzählen würde, wenn die Mauern reden könnten ... Hier kann ich mich zurückziehen wenn ich nach einer Mahlzeit Ruhe suche. Suche ich Ruhe? Ich glaube, dass ich zu ener zurück gezogenen Seele mutiert bin. Durch den entzug mit jemandem zu kommunizieren, mit wem auch? Etwa mit meinen Opfern? Ich rede nicht gerne mit dem was ich essen will. EIn Vampir mit Gefühlen? Lächerlich!
1. März
Der Schnee ist dahin geschmolzen. Wie ein kalter Tot, durch den sich nun neue Knospen Bilden. Ich sitze auf einer Bank aus altem Kirschholz. Ob das morsche Holz sich nach den Tagen sehnt, an denen noch Leben in ihm war? als die Sonne es beschien und es Früchte trug? Dieser Baum ist wie ich.
Wenn man vom Himmel herab schaut auf das kleine Dorf, in dem ich nun meine Tage zähle, auf den Brunnen der zugewuchert ist von erinnerungen jenseits eines sterblichen Daseins, umschlungen von Efeu, das ihn zu trösten scheint, könnte man meinen die Zeit sei wirklich stehen geblieben. Um zu warten, bis alles wieder so ist, wie es einmal war. Als das Wasser noch floss, und das Leben auf Zeit geschätzt wurde. Als die Sonne noch wärmte und glücklich machte, ohne dass sie jemals Geld dafür verlangte.
Seltsame Ereignisse... als ich heute zurück lief in mein Häuschen, hörte ich STimmen die sich mächtig zu unterhalten schienen. Das beunruhigte mich sehr. WIlde Gedanken durchstochen mich. Sollte das Dorf abgerissen werden? Sollten irgendwelche Archäologen hier die nächste Zeit meine Ruhe stören? Was es auch war, es gefiel mir nicht. Schnell versteckte ich mich im Keller des Hauses in dem sich ein unterirdischer Bunker befand, um von dort die Menschen zu belauschen. Ich hörte einige Männer und darunter eine, wie ich vernahm, junge Frau.Es schien sich tatsächlich um eine Expedition des Dorfes zu handeln. Aus den Wortfetzen die ich noch vernehmen konnt, hieß die Frau Amy und wollte die Expedition auf eigene Faust durchführen. Als eine Art Aufnahmeprüfung ihres angestrebten Berufes. Nach einiger Zeit verließen die Männer das Dorf und ich machte mich auf den Weg dieses Geschöpf zu beobachten. Doch sie kam an diesem Abend nicht mehr aus den alten Mauern. So presste ich mich an die Wand des Hauses um einen Blick durchs Fenster zu erhaschen. Doch auch das führte mich nicht besonders weiter, ausser ein Tisch voll mit Dosen und Süsskram konnte ich nichts sehen, denn gerade als ich die Kannte des Bettes erblickte wurde das Licht gelöscht.
ich wünsche euch ein enspanntes lesen, und wäre über eure Meinung dankbar.
Ricola1969
"Wer glaubt, ist guter Hoffnung, wer gutgläubig ist, fällt auf die Nase."
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