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Forum / Poesie und Lyrik
Emily Grant! Hoffe, dass ein Buch auch willkommen ist.

lucky07 - 32
Anfänger
(offline)
Dabei seit 05.2006
4
Beiträge
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Geschrieben am: 08.10.2009 um 16:45 Uhr
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Ich hab hier mal ein Teil von meinem selbstgeschriebenen Roman reingestellt, weil es mich interessieren würde, was ihr dazu sagt. Würde mich über kritiken und verbesserungsvorschläge, aber auch über lob freuen. einfach mal lesen.
hoffe es macht spaß!
“Willst du mich eigentlich verarschen?”
“Nein, Steve, ganz bestimmt nicht, Steve. Würde ich niemals wagen, Steve”. Emy, geborene Emily Grant, lief nervös ihrem Chef, dem “Eiskalten Engel” der Sportabteilung, hinterher. Ihr stand der kalte Schweiß auf der Stirn und sie wollte bloß eines: Nicht gefeuert werden! Nicht jetzt! Nicht kurz vor ihrer Hochzeit!
“Hör auf, dich bei mir einzuschleimen. Dadurch wird es auch nicht besser. Und überhaupt, wer hat dir erlaubt mich Steve zu nennen?”
“Ja, Steve … ich meine Sir. Natürlich, Sir. Sie haben wie immer Recht, Sir.”
“Kannst du jetzt mal …”
“Ja, Sir! Natürlich…”
“Halt die Klappe!”, schrie Stefan seine Angestellte an. Erschrocken blieb sie stehen und schaute ihren Chef mit ihren großen, hellgrünen Augen an. Sie war kurz davor zu weinen, aber das konnte sie sich jetzt nicht leisten. Sie musste zu ihren Fehlern stehen!
“Ja, Chef”, antwortete sie kleinlaut.
Stefan musste erst einmal durchatmen. Das war einfach zu viel für das Herz eines 44-Jährigen, der erst seit zwei Wochen mit dem Rauchen aufgehört hat. Erschöpft ließ er sich in seinen Bürostuhl aus echtem Leder fallen, indem er immer wie ein König aussah. Er genoss es zwar, dass alle solchen Respekt vor ihm hatten, aber manchmal wünschte er sich sein normales Leben zurück. Vor allem jetzt, da er sich nicht mehr so fit fühlte wie vor 5 Jahren. Es machte ihm schwer zu schaffen, dass er mitbekommen musste, wie alle um ihn herum jünger wurden und er immer älter. “Midlife-Crisis nennt man diesen Zustand, Daddy!”, hatte seine Tochter Lucy mal zu ihm lachend gesagt, als er darüber nachdachte mit dem Boxen anzufangen. Seine Tochter, sein einigstes Kind. Stefan nahm das Bild von seinem modernen Teaktisch und schaute seine Lucy-Lu, wie er sie manchmal nannte, stolz an. Das Foto zeigte das Mädchen mit ihren Vater vor dem Pariser Eiffel Turm. Vor drei Jahren waren sie dort gewesen, um ihren erfolgreichen Abschluss am College zu feiern. Es war die schönste Woche seines ganzen Leben. Keine Verehrer, keine nervigen Ex-Ehefrauen und vor allem keine Arbeit. Einfach nur er und seine Tochter. Das war allerdings der letzte gemeinsame Vater-Tochter Urlaub. Danach hatte Lucy keine Zeit mehr gehabt, wegen ihrem Studium, genauso wie Stefan.
“Seit 3 Jahren arbeite ich nun schon nonstop, unglaublich.“, flüsterte er dem Bild zu.
“Bitte, was, haben Sie gesagt, Sir?“, fragte Emily vorsichtig. Sie hatte sich wieder gefangen und war der überzeugten Meinung, dass nichts sie aus der Ruhe bringen konnte.
“Nichts wichtiges, Em. Also wo waren wir stehen geblieben…?”, Stefan legte das Foto vorsichtig wieder an seinen alten Platz zwischen Ordnern und Stiftebox zurück. Gerade wollte er anfangen zu reden, da unterbrach ihn schon wieder seine Angestellte.
“Sie wollten mich gerade belehren über mein unverzeihliches Missgeschick mit dem Scheich Kahlid.”, sagte sie mit einer brüchigen Stimme.
“Ach ja. Okay, erst mal: nein, ich werde dich nicht feuern.” Emily war den Tränen näher als je zuvor. “Ich frage mich eben nur: Warum? Verstehst du?” Stefan legte ein schwächliches Grinsen auf und obwohl er ziemlich kaputt aussah, verliehen ihm seine Grübchen etwas Frischen, Junges.
“Du weist, dass du meine liebste Angestellte bist. Du hast alle Vorraussetzungen für diesen Beruf erfüllt. Niemand könnte ihn besser machen als du. Aber das heute, das war unter aller Kanone.” Stefan reibte sich mit den Daumen und Zeigefinger der rechten Hand seinen Nasenrücken und seufze tief durch. Emily stand nach wie vor regungslos, mit feuchten Augen, da.
“Wie konntest du unseren besten Kunden so vergraulen? Ich weiß nicht, was da in dich gefahren ist, aber ich sag’s dir, wenn das noch mal passiert, dann muss ich dich wohl oder übel feuern. Ich kann mir so jemanden nicht leisten, der meine besten Kunden durch einen Wutanfall vergrault.” Steve wurde immer lauter, Emy zuckte schon bei jedem lauteren Ton zusammen. Sie dachte ihr Chef habe sich vorher beruhigt, aber es war wohl nur die vielgesagte Ruhe vor dem Sturm. Er erhob sich jetzt auch langsam von seinem Thron.
“Wieso hast du ihm vorgeworfen frauenfeindlich zu sein? Nur weil in seinem Land andere Regeln gelten, als hier bei uns? Ist dir das nicht klar? Oder wieso bist du so ausgeflippt?” Wenn diese Situation nicht so verdammt ernst wäre, würde Emily über diese leicht ironische Bemerkung jetzt lachen.
“Ich dachte, ich könnte mich auf dich verlassen, aber heute hast du mich wirklich enttäuscht. Nie hätte ich das von dir erwartet.” Seine Stimme wurde leiser und weniger aggressiv, auch wenn seine Gesichtszüge weiterhin verrieten, dass er angespannt ist.
“Hör zu”, er schaute sie durchdringend an, “ich möchte heute nicht mehr darüber nachdenken, obwohl ich das sowieso nicht schaffen werde. Ich werde wieder die ganze Nacht wach liegen und mir überlegen, wie ich das noch retten kann. Und am Morgengrauen wird auch mir endlich klar werden, dass es eh keine Lösung gibt.” Emily fragte sich, warum er ihr das überhaupt erzählte. Wollte er sie doch feuern? Oder sie für seine schlaflosen Nächte verantworten? Dafür konnte sie nun wirklich nichts. Okay, vielleicht diesmal schon.
“Du machst heute früher Feierabend und überlegst dir welchen neuen Sponsor wir für unsere Turnschuhwerbung anheuern können. Ich wünsche dir einen schönen Tag, grüß deinen Verlobten von mir und ich hoffe inständig, das ich niemals wieder so mit dir reden muss.” Damit war die Sache für ihn erledigt. Er hielt er die Tür auf und ließ sie rausgehen. Nachdem er die Tür geschlossen hatte, drehte sie sich um und sah, dass das ganze Büro mucksmäuschenstill war.
“Was ist? Noch nie eine Versagerin gesehen? Kümmert euch gefälligst um euer eigenes beschissenes Leben!”, Emily rannen die Tränen nur so über ihr hübschen Gesicht. Das Make-up verwischte und ließ sie noch jämmerlicher aussehen, als sie es sowieso schon war. Sie war blass und sah mager aus. Bevor die Kollegen irgendetwas auf ihre Beschimpfung erwidern konnte, war sie schon mit hängenden Schulter und roten Augen zur Toilette gerannt, um sich auszuheulen.
Gerade als sie die Tür aufmachte, sah sie die Frau dort liegen. Zuerst dachte Emy, dass das alles nicht die Realität sei und sie einen Albtraum habe, aber als sie genauer hinschaute erkannte sie die Situation. Der leblose Körper, der dort auf den blutverschmierten Fließen lag, war ihre Kollegin und beste Freundin Mary. Mary Smith. Später würde sie sich fragen, warum sie nicht schon früher bemerkt hatte, dass sie Mary den ganzen Tag nicht gesehen hatte. Sonst kam sie jeden Tag pünktlich auf die Minute im Büro an und verließ es erst wieder, als alle schon längst zu Hause waren. Vorsichtig näherte Emy sich der Leiche und schloss ihr mit zitternden Händen die vor Schreck geöffneten Augen. Dann nahm sie die linke Hand von ihrer Freundin und hielt sie festgedrückt, während sie im knien ein stilles Gebet für Mary, deren Mann, ihre zwei Kinder und ihre Eltern sprach. Normalerweise ist Emily nicht so gläubig, aber Mary war es. Jeden Sonntag ging sie in die Kirche und wenn es sich einrichten ließ, ging sie auch unter der Woche. Beichten ging Mary einmal im Monat, mit ihren zwei Kindern, die wie sie, gläubig erzogen worden. Mary glaubte an Gott und an das Gute im Menschen. Sie war es die Emily von den Drogen wegbrachte und auf einen guten Weg führte. Sie war die einzige Person, die Emy verstand und ihr helfen konnte, und wollte.
“Amen. Sei gesegnet Mary.”, schluchzte Emy laut auf. Sie konnte nicht mehr. Sie fing so herzzerreißend an zu weinen, dass sie dachte, jeden Moment komme eine Kollegin herein, um zu schauen was los sei. Aber niemand kam. Als Emily das realisierte, hörte sie auf zu weinen. Sie stand auf, wusch sich das Gesicht, trocknete es ab und kontrollierte noch einmal mit einem kurzen Blick im Spiegel ihre Aussehen. Mit einem kurzen Blick auf ihre tote Freundin öffnete sie leise die Türe um zu sehen, was ihre Kollegen abgehalten hatte, sie zu suchen. Und was sie da sah, versetzte sie in Angst und Schrecken. Es war schlimmer, als sie es sich hätte jemals vorstellen können. Schnell schloss sie die Tür wieder. Ihr Herz raste. Was sie da gesehen hatte, würde sie noch Jahre verfolgen. Später würde sie sich selber dafür hassen nichts getan zu haben. Warum ist sie nicht rausgesprungen, warum ist sie nicht auf ihn losgegangen? Doch sie hat nur im Klo gesessen und geweint, während neben ihr, ihre tote Freundin immer wieder die stille Frage geschrien hat: Warum?
Nur weil es so ist, heißt es noch lange nicht, dass es so bleiben muss.
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paul-otto
Profi
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Dabei seit 05.2006
457
Beiträge
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Geschrieben am: 08.10.2009 um 16:59 Uhr
Zuletzt editiert am: 08.10.2009 um 16:59 Uhr
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mir gefällts =) die arme emely
aber das sie einfach so die leiche endeckt fand ich zu hastig
aber das ist halt meinungssache
hoffe auf fortsetzung =)
Fuck all this lies and fuck all this ignorance =)
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funkygirl91 - 34
Fortgeschrittener
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Dabei seit 10.2005
68
Beiträge
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Geschrieben am: 08.10.2009 um 17:29 Uhr
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mir gefälltes auch gut =)
die einzige stelle die ich unrealistisch finde ist die, in der sie ihr aussehen überprüft nachdem sie ihre tote beste freundin gefunden hat
ich glaube kein mensch würde so handel...
wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten xD
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-Ricola1969-
Fortgeschrittener
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Dabei seit 09.2009
68
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Geschrieben am: 10.10.2009 um 21:26 Uhr
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ich hätte jetzt gerne weiter gelesen !!!
Ri.
"Wer glaubt, ist guter Hoffnung, wer gutgläubig ist, fällt auf die Nase."
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