Zitat von nitrolingual:
Die Sonne scheint herab, Tau glitzert in ihrem Weg, verfängt sich
in den Halmen der Gräser, verliert sich dann im Boden.
Ein paar Meter entfernt ist eine Hecke. Ich wollte schon immer wissen,
was sich hinter ihr befindet, aber heute liege ich lieber im Gras, als
mich dorthin zu bemühen. Ich höre die anderen spielen, herumtollen,
lachen und kreischen. Heute bin ich auch zu faul, um mich zu ihnen zu
gesellen.
Die Wand an der Seite ist grau, im Winter werfen wir immer
Schneebälle auf sie, dann gibt es weiße Flecke, die wie ein Lächeln
in einem Trauerspiel wirken. Einmal hat uns der Hausmeister dafür
angekeift. Wir haben aber nur gelacht, und sind schnell weggerannt.
Heute ist wieder einer dieser Tage, wo ich lieber nach vierblättrigen
Kleeblättern suche, als mich den großen Dingen des Lebens zu
stellen. Auch habe ich keine Lust, mich vor die gierigen Mäulern
meiner Spielkameraden zu werfen. Sollen sie doch den anderen zeigen,
wie gut und toll sie sind, ich brauch nichts davon.
Ich suche lieber nach...
Eine einsame Wolke schiebt sich vor die Sonne, und sekundenlang ist
die kleine Rasenfläche in Dunkelheit gehüllt, und mit ihr alles was
sich darauf befindet, Kinder und Erwachsene, Tiere und Pflanzen, meine Grashalme und ich.
Plötzlich überkommt mich eine fürchterliche Angst. Ich nur allein
hier in der Dunkelheit, in einer die nie enden wird. Die Sonne wird
nie mehr scheinen, fortan werden alle Tage in Dunkelheit gehüllt
sein, es wird kein Lachen und keine Freude mehr geben, nur noch
Schatten auf allen Gesichtern, und gerade auf denen der Kinder.
Dann verzieht sich die Wolke wieder, und die Sonne scheint wieder
herab, und blendet mich, da ich sie doch gerade am Himmel gesucht
habe. Und das Kreischen und Lachen hat nie aufgehört, hat immer
angedauert.
Ich drehe mich wieder auf den Bauch, die Halme vor meiner Nase, fast
kitzeln sie mich.
Und ich suche weiter...
Nitro