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Forum / Poesie und Lyrik
Romananfang (Arbeitstitel: "Die Verklärung")

Aguirre - 34
Fortgeschrittener
(offline)
Dabei seit 01.2009
44
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 03:13 Uhr
Zuletzt editiert am: 10.08.2009 um 05:05 Uhr
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Annabell zupfte an den Tomatenpflanzen.
Sie sollten groß werden, schöne und volle Früchte tragen, mit einer Röte, die einen Eindruck vom gärtnerischen Können Annabells vermitteln sollte, damit jeder andere Bewohner der Kleingartenkolonie vor Neid erblassen möge. Es war ein sommerlicher Tag mit grauem Himmel, dessen Farbe alles Bunte auf Erden aufzusaugen schien und die Menschen in eine düstere Stimmung versetzte. Annabell jedoch kümmerte sich nicht um das Wetter, sie kümmerte sich um ihre Tomaten. Vor einigen Jahren wurde sie mit einem Preis ausgezeichnet, für „Erstklassige, von eigener Hand aufgezogene Früchte von unvergleichlichem Geschmack und Aussehen“. Die Urkunde hing in dem kleinen Holzhäuschen, das in dem Garten stand und im Laufe der Jahre vom Wetter eigentümlich verwittert wurde, so dass es jetzt in vielen Brauntönen einen Gegenpol zur grünen Gartenwelt bildete.
Im Inneren des Häuschens befanden sich alle Gartengeräte, die Annabell an einem Tag wie diesem benötigte, etwa Schaufeln, Hacken, Scheren, Gießkannen und Messer, noch dazu einige Säcke mit frischer Erde sowie ein kleiner Holzofen, auf dem sich Annabell während ihrer kurzen Pausen gerne eine Tasse Tee zubereitete.
Die Wände waren geschmückt mit Bildern aus allen Epochen von Annabells Leben, mit wechselnden Frisuren und Kleidern, die einen ganzen Überblick über die Mode der letzten vierzig Jahre zeigten. Die farbenfrohen Bilder erzeugten einen Kontrast zu den bräunlich-gelben Wänden, der beruhigend und anregend zugleich wirkte, und der den Besucher mit einem besonderen Gefühl der Geborgenheit und Gemütlichkeit wieder nach Hause gehen ließ.
Annabell war sehr stolz auf ihre Hütte und ihren Garten, den sie allein bepflanzt und hergerichtet hatte.
Ein bisschen sorgenvoll wandte Annabell nun den Blick zum Himmel, bald würde ein Gewitter aufziehen und ihr die weitere Arbeit unmöglich machen. Bevor dies der Fall sein würde, musste sie unbedingt noch die frischen Tomaten einsetzen, damit diese sich zu eben dieser Pracht entwickeln würden, wie man sie nur von Annabells Pflanzen kannte. Die Kleingartenkolonie lag weit abseits der großen Stadt, und die Besitzer der Gärtem flüchteten häufig hier her, um der Atemlosigkeit der Stadt entfliehen zu können. Am Wochenende verwandelten sich die Gärten selbst zu einer kleinen Stadt. Überall liefen Menschen hektisch umher, die die Eile aus der Stadt mitgebracht hatten und selbst in ihrer Freizeit nicht der Geschäftigkeit entsagen konnten. Die eleganten Anzüge wurden gegen Blaumänner ausgetauscht, und die Gärtner fühlten sich ganz der Natur verbunden, zumindest für einige Stunden, so als ob sie, zurück in der Steinzeit, nun ihren spirituellen Kontakt zu Mutter Erde pflegen wollten. Die schweißtreibende Arbeit gab ihnen ein gutes Gewissen und ein Gesprächsthema für die nächsten Tage, und daher kehrten sie, sobald dieser Vorrat aufgebraucht war, immer Freitags zurück zu ihrem Garten um sich ihren kümmerlichen Pflanzen zu widmen....
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Morrigane
Profi
(offline)
Dabei seit 07.2006
955
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 06:58 Uhr
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Gute Arbeit!
Mal endlich jemand, der das Beschreiben richtig versteht.
Lecker Senf für alle!
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BonQuiQui - 37
Profi
(offline)
Dabei seit 01.2009
455
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 09:45 Uhr
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Ich finds gut, das Buch würd ich lesen 
Nur ein Tipp was mich etwas beim Lesen stört - du wiederholst den Namen recht oft. Ich würde mir ein paar Synonyme einfallen lassen oder einfach nur "sie" schreiben.
jaaajaaa
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_Skater-Boy_ - 31
Profi
(offline)
Dabei seit 07.2008
997
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 09:56 Uhr
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Hey mir gefällts auch 
Aber vlt hier:
Annabell jedoch kümmerte sich nicht um das Wetter, sie kümmerte sich um ihre Tomaten.
Wortwiederholung. Vlt. lässt sich ja was finden. Trotzdem gut
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skater_96
Halbprofi
(offline)
Dabei seit 04.2007
352
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 10:54 Uhr
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ich finds gut
Nicht anschauen! http://www.youtube.com/watch?v=2aY_BGSG_ 2U
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LaPluie - 38
Halbprofi
(offline)
Dabei seit 04.2009
109
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 10:58 Uhr
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Zitat von _Skater-Boy_: Hey mir gefällts auch
Aber vlt hier:
Annabell jedoch kümmerte sich nicht um das Wetter, sie kümmerte sich um ihre Tomaten.
Wortwiederholung. Vlt. lässt sich ja was finden. Trotzdem gut
manche leute stehen auf wortwiederholungen :)
das Prinzip is Hoffnung...
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Morrigane
Profi
(offline)
Dabei seit 07.2006
955
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 15:22 Uhr
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Zitat von LaPluie: Zitat von _Skater-Boy_: Hey mir gefällts auch
Aber vlt hier:
Annabell jedoch kümmerte sich nicht um das Wetter, sie kümmerte sich um ihre Tomaten.
Wortwiederholung. Vlt. lässt sich ja was finden. Trotzdem gut
manche leute stehen auf wortwiederholungen :)
Awa 
Das läuft unter "Stilmittel"
Lecker Senf für alle!
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Aguirre - 34
Fortgeschrittener
(offline)
Dabei seit 01.2009
44
Beiträge
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Geschrieben am: 10.08.2009 um 18:04 Uhr
Zuletzt editiert am: 10.08.2009 um 18:04 Uhr
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Das ist auch ein Stilmittel!^^
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I3I_4CKNINJ4 - 35
Experte
(offline)
Dabei seit 06.2005
1618
Beiträge
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Geschrieben am: 17.08.2009 um 10:24 Uhr
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Du hast eine brave Maske, mein lieber Schriftsteller. Ohne auch nur eine punktuelle Prise deiner Intentionen preiszugeben beschreibst du blühend die Belanglosigkeit und Zielsetzung von den bornierten Stadtmenschen. Tut mir Leid, diesen gekonnt diskreten und distanzierten Schreibstil kann ich nicht übernehmen, um deine worte zu beurteilen.
Wenn Worte durch diesen unendlichen Worschatz blühen, wird der Leser selbst von dieser Nichtigkeit an Thema mit undurchtrennbaren Seilen an den Platz gefesselt. Deine Sätze schwingen, und sind mit solch Lebendigkeit durchtrieben, dass der Konsum in diesem Falle schon mehr Laune macht, wie ein bewegtes Bild anzuschauen...
Für diese Welt, ja für die heutigen Wesen ist dieser Schreibstil genial. Doch sei vorsichtig, der Fluss deiner Worte rinnt so schnell hinab, dass der Leser es nur in sich hineinsaugt...
Ich habe Angst vor dem Tod, doch wenn ich sterbe, dann freue ich mich darauf
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