Du bist nicht eingeloggt.

Login

Pass

Registrieren

Community
Szene & News
Locations
Impressum

Forum / Poesie und Lyrik

Der Samurai - Teil 2

S-Stardust - 36
Profi (offline)

Dabei seit 07.2007
451 Beiträge
Geschrieben am: 22.06.2009 um 00:39 Uhr
Zuletzt editiert am: 22.06.2009 um 00:42 Uhr

[verlinkte Grafik wurde nicht gefunden]

Früher Nachmittag. Strahlend blauer Himmel, beinahe unbewölkt.

Vogelgezwitscher.

Prinzessin Gidigan ist heute alleine unterwegs, ganz am Rande ihrer Farm, um nach den dort angebauten Apfelbäumen zu sehen.

Die Vögel haben es ihr angetan. Sie sind sich so ähnlich.

Die Bäume sind seit ihrem letzten Besuch noch ein kleines Stück gewachsen und mit ihren 5 Jahren schon beinahe so groß wie Gidigan selbst.
Sie geht weiter zu den etwas größeren Bäumen.

In der Ferne hört sie ein leises surren, dass sich in regelmäßigen Abständen durch den Wind über die unsagbaren Weiten ihrer Apfelbaumplantage bis in ihr Ohr trägt.
Sie ignoriert es, fürs erste.

Bei den älteren Bäumen angekommen, die inzwischen mit Faustgroßen Äpfeln behangen sind, entdeckt sie einen am Boden liegend. Als sie ihn vom Boden aufheben möchte fällt ihr auf, dass er quer durch die Mitte mit einem sauberen Schnitt halbiert wurde. Ungewöhnlich.

Abermals hört sie das Surren.

Könnte es...?
Nein, sicher nicht.
Aber wenn doch...?!
Das kann doch nicht sein.
Ihr herz beginnt zu flattern.

Sie geht weiter, hin zu den noch älteren Bäumen die von dichtem Efeu und anderen Kletterpflanzen bewachsen sind. Das surren wird nun so laut, dass sie seinen Ursprung ganz in der nähe vermutet.

Elektrisch betriebene Geräte surren, aber es gibt kaum noch farmen die ein eigenes Stromkraftwerk betreiben, selbst die Menschen in den größeren Gemeinden benutzen nur selten ihre Kraftwerke, die kaum größer als eine Katze oder ein Hund sind.
Außerdem deckt sich die periodische Kontinuität des Surrens nicht mit dem Klang eines Kraftwerks. Kraftwerke surren immer.

Sie schüttelt ihren Kopf und gleichsam verwirft sie den Gedanken an ein kleines Kraftwerk auf ihrer Farm. Das bräuchte sie wirklich nicht. Außerdem kommen die fahrenden Händler, die Treibstoff mitführen nur während der Herbsternte zu ihr auf die Farm. Aus gewohnheit wohl. Im Herbst brauchen diejenigen mit Treibstoffheizöfen einen großen Vorrat für den anstehenden Winter.
Gidigan besitzt keinen solchen. Ihre Sonnenkollektoren heizen die in ihrem Haus verlegte Fußbodenheizung während des Winters, sollte es noch kälter werden hat sie immernoch einen Vorrat an Brennholz von alten Bäumen in ihrem Keller lagern.

Ein lauter Schrei "HA!"
Darauf gefolgt ein imposantes Surren.

Die Prinzessin dreht sich um und erkennt in nicht allzugroßer Ferne einen Mann in einem Blau-schwarzen Gewand, dass recht dünn und ihn bei dem was er tut nicht zu behindern scheint. Er schwingt ein Schwert.
Sie versteht. Das Surren.

Sie schlendert langsam, immernoch mit den 2 Apfelhälften in der Hand auf ihn zu, erst kurz bevor sie direkt neben ihm steht, sieht er sie.

Er legt sein Schwert, dass extrem lang, dünn und leicht nach oben gebogen ist vor ihr auf den Boden und geht vor ihr auf die Knie.

"Guten Tag, werte Dame."
Er steht wieder auf, zieht sein Gewand zurecht und lächelt das Prinzesschen an.

"Hallo, ich heiße Gidigan und wohne auf dieser Plantage."
Sie reicht ihm eine der Apfelhälften.
"Was machen sie da, wenn ich fragen darf?"

Er greift schüchtern nach der Apfelhälfte.
"Danke. Das war mein Mittagstraining, Ich bin ein sehr sportbegeisterter Mensch und übe mich gleichzeitig in Selbstfindung, was ich durch diese fast schon ausgestorbene Kampfkunst zu erreichen versuche. Derzeit bin ich auf der Durchreise, werte Dame, mein Zelt habe ich ganz in der Nähe aufgeschlagen am Ufer eines kleinen Flusses unweit von hier."
Er beißt in den Apfel, schließt dabei die Augen und scheint jeden weiteren bissen ganz intensiv zu genießen.

"Wollen sie heute Abend bei mir Essen? Es scheint so als ob sie lange keine gute Mahlzeit mehr gehabt haben."

Den letzten Bissen vom Apfel nahm er während sie gesprochen hatte, er öffnete seine Augen wieder und sah sie an.
"Sehr gerne, wenn es ihnen keine allzugroßen Umstände macht."

Sie schüttelt ihren Kopf
"Nein, wenn sie mir dabei helfen, schaffen wir das mit Leichtigkeit."

"Ich werde wohl"
Er hebt sein Schwert vom Boden, wickelt es in dickem Stoff ein und bindet es sich auf den Rücken.

Charmanter, gut aussehender, junger Mann, denkt sie sich.

Sie gehen langsam zusammen über die Plantage, vorbei an der Mühle in ihr Haus.

Das essen war köstlich.
  [Antwort schreiben]

Forum / Poesie und Lyrik

(c) 1999 - 2026 team-ulm.de - all rights reserved - hosted by ibTEC Team-Ulm

- Presse - Blog - Historie - Partner - Nutzungsbedingungen - Datenschutzerklärung - Jugendschutz -