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Forum / Poesie und Lyrik
Flugstunden

S-Stardust - 36
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(offline)
Dabei seit 07.2007
451
Beiträge
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Geschrieben am: 08.06.2009 um 09:40 Uhr
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Diese Geschichte ist nun der dritte Teil meiner Reihe "Geschichten vom Ende des Kapitalismus", auch diese spielt wie ihre 2 Vorgänger in der selben Welt, die den Kapitalismus überwunden hat. Protagonistin Gidigan ist natürlich nach wie vor Hauptbestandteil.
Viel Spaß beim Lesen, Kritik, ob gut oder schlecht ausdrücklich erwünscht !
Teil 1. Die Farm gibt es hier:
http://www.team-ulm.de/Forum/1727/156568
Teil 2. Der Samurai gibt es hier:
http://www.team-ulm.de/Forum/1727/156616
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![[verlinkte Grafik wurde nicht gefunden]](http://fc06.deviantart.com/fs7/i/2005/224/e/2/Balloons_by_celsojunior.jpg)
Gidigan öffnete ihre Augen, die Sonne hatte sie geweckt.
Draußen vor ihrem Schlafzimmerfenster neigten sich die Kirschbäume sanft mit dem Wind. Es sah aus als ob es schneien würde, als ein kräftiger Windstoß einige Blüten vom Baum wehte.
Sie liebte Schnee.
Gidigan erhob sich aus ihrem Bett, zog sich an und schleifte halb verträumt aber dennoch glücklich nach draußen.
Schnee, und im besonderen Kirschblütenschnee, war herrlich, er gab ihr den Schein, dass alles unter einer sanften Decke verschwand und zur Ruhe kam. Sie liebte die Ruhe. Einen Moment zur Rückbesinnung auf das Wesentliche, auf sich selbst.
Das Prinzesschen spazierte nun zwischen ihren Rosenfeldern, ein Luxus den sich kaum noch einer gönnte.
Wohlriechende Rosen.
Sie schloss für einige Augenblicke ihre Augen und genoss den Geruch. Sie liebte ihn.
Gidigan ging ein Stück.
Was würde sie heute Mittag essen? Kartoffeln und Mais? „Ja“, dachte sie sich, „das würde mir sicherlich schmecken“.
Sie holte sich einen frischen Maiskolben vom Feld und grub eine handvoll Kartoffeln aus. Gidigan ging an der Apfelbaumplantage vorbei zu ihrem kleinen Bach, nahm sich einen Topf aus dem kleinen Verschlag in der sie ihre Wassergefäße aufbewahrte und füllte ihn mit Wasser aus dem klaren Bach.
Ihr Leben war so einfach und unbeschwert.
Mit den Kartoffeln, dem Maiskolben und dem Topf voll Wasser ging sie zu ihrem Haus zurück. Sie musste nun Feuer machen an der kleinen Feuerstelle auf der Rückseite ihres Hauses.
Feuer, der Beginn der Zivilisation, die erste Waffe, die dem Menschen das Leben so ermöglichte, wie sie es heute nichtmehr wollten. Fortschritt wollte eine Zeit lang jeder, doch der Fortschritt der einen, war der Untergang der anderen. Erst als das der letzte eingesehen hatte, änderte sich etwas. Es dauerte viele Jahre, aber es geschah.
Als das Feuer in ihrem Garten endlich zu einer größe herangewachsen war, die zum Kochen reichte, machte sie sich daran, den Topf auf die Gitterkonstruktion zu hiefen, die über der Feuerstelle gebaut war.
Nun musste das Prinzesschen das Essen zubereiten.
„Salz“, dachte sie sich, „zum Glück hat mein Samurai mir etwas dagelassen“. Sie verharrte einen Moment.
„Hoffentlich kommt er bald wieder“, sagte sie leise. Er hatte es ihr versprochen.
Salz hatte wegen seiner Seltenheit einen großen Tauschwert für diejenigen, die nicht in der Nähe eines Gemeinschaftsbergwerkes oder am Meer wohnten.
Sie gab eine sparsame Brise in das noch nicht kochende Wasser.
Salz im Kochtopf, ein bisschen Liebe in ihr, es gibt immer etwas, dass einen ergänzt.
Ihr hatten die Tage bevor er zu einer weiteren Reise aufgebrochen ist so sehr gefallen, und er wollte wiederkommen, hatte er ihr versichert.
Auch ihm gefiel die Nähe zum Prinzesschen.
Gidigan machte sich daran, die Kartoffeln erst zu schälen und dann in kleine Würfel zu schneiden.
Kochen war eine der Sachen, die sie unsagbar gerne tat. Ihr Samurai liebte es ebenso sehr, wie sie.
Er kam jedoch auf seinen Reisen nur sehr selten dazu richtig zu kochen, umso mehr genoss er es mit ihr zusammen zu kochen.
Mit den klein geschnittenen Kartoffeln in einer Schüssel ging sie zum Feuer und gab sie zusammen mit dem Maiskolben ins Wasser. Sie legte 2 Holzscheite nach, damit das Feuer stark genug blieb.
Nun musste sie noch ein paar Kräuter aus ihrem kleinen Gewächshaus holen, es muss ja nicht gerade fad schmecken.
Sie kam mit ein wenig Petersilie, Lauch und Basilikum zurück, die sie frisch geschnitten hatte. Drei kleine Pfefferkörner aus ihrer Trockengewürzschachtel hatte sie auch dabei.
Gidigan gab alle Zutaten in ihren Mörser und fing an ihre Würze zu zerstoßen.
Die Arbeit mit dem Mörser forderte sie, nicht jeden Tag musste sie ihre Muskelkraft so unter Beweis stellen.
Sie verweilte einen Moment.
Hoffentlich geht es ihm gut.
Natürlich geht es ihm gut!
Das Prinzesschen mörserte weiter.
Als sie fertig war, gab sie die Maische ähnliche Masse in den Topf und rührte kurz um.
Sie hatte noch ein wenig Zeit, bis das Essen fertig war, die sie damit verbrachte, den Tisch herzurichten. Das Auge isst ja schließlich mit.
Wann würde er wiederkommen? Sie konnte es garnicht erwarten.
Dem Prinzesschen fehlte ganz offenbar ein wichtiger Teil von ihr.
Gidigan ging zum Feuer, holte mit einem langen Schöpflöffel ein paar Kartoffelstückchen aus dem Topf und probierte sie.
Es war soweit, die Kartoffeln sind durch.
Sie nahm den Topf vom Feuer und stellte ihn unweit von ihrem Teller auf den Tisch. Gerade als sie sich schöpfen wollte sah sie es. Sie konnte ihren Augen kaum trauen, dass war doch unmöglich. War das...? Ihr Herz begann zu flattern.
Er war es.
Sie vergaß das Essen völlig und rannte auf ihn zu.
„Er sieht soooo gut aus“, dachte sie, während sie sich in seinen Armen vergrub.
Er grinste sie an, küsste sie auf die Stirn und fragte: „Na, wie geht’s dir?“
„Als könnte ich fliegen“, sagte sie und schwebte innerlich davon.
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redandblack - 37
Profi
(offline)
Dabei seit 08.2007
650
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Geschrieben am: 11.06.2009 um 11:27 Uhr
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Zitat: Fortschritt wollte eine Zeit lang jeder, doch der Fortschritt der einen, war der Untergang der anderen. Erst als das der letzte eingesehen hatte, änderte sich etwas. Es dauerte viele Jahre, aber es geschah.
Ich will jetzt keine politische Diskussion anstoßen, aber eine Anmerkung muss ich machen: Was wäre denn, wenn man es geschafft hätte den "Fortschritt" gleichermaßen zu verteilen?
Ansonsten gefällt's.
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S-Stardust - 36
Profi
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Dabei seit 07.2007
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Geschrieben am: 11.06.2009 um 11:32 Uhr
Zuletzt editiert am: 11.06.2009 um 11:33 Uhr
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Ja ich hab schon mit anderen darüber geredet, die meinten, dass ne solidarische Produzentengesellschaft genausogut funktionieren würde.
Ich seh daran auch grundsätzlich kein Problem.
Gidigan lebt aber in einer Welt, die den Kapitalismus auf diese Weise überwunden hat und nun großteils ohne Technik lebt.
is eben ne geschichte ^^
ich weiß nich... science-fiction?... fantasy?..
ne.. ich glaub das hier wäre utopy-fiction ^^ :D
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B3owu1f - 44
Halbprofi
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Dabei seit 03.2006
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Geschrieben am: 12.06.2009 um 15:09 Uhr
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Hört sich für mich nach Marx an.
"heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, mittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirte oder Kritiker zu werden"...
Und wir paradiesisch das endete wissen wir ja *rofl*
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte!
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S-Stardust - 36
Profi
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Dabei seit 07.2007
451
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Geschrieben am: 12.06.2009 um 18:14 Uhr
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Zitat von B3owu1f: Hört sich für mich nach Marx an.
"heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, mittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirte oder Kritiker zu werden"...
Und wir paradiesisch das endete wissen wir ja *rofl*
1. zeig mir eine stelle an der in diesen 3 teilen gejagt oder geangelt wird oder anderweitig tiere als essen verspeist werden
2. ja.. marx is sehr wohl darin enthalten...
3. erläutere mir mal deinen sarkasmus.. ich versteh ihn nicht. ich kann den inhalt deiner ironie nicht nachvollziehn.
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