|
Community
Szene & News
Locations
Impressum
|
Forum / Poesie und Lyrik
Leseprobe - Iluron 1.Kapitel Anfang

Iluron - 37
Champion
(offline)
Dabei seit 06.2008
8878
Beiträge
|
|
Geschrieben am: 09.12.2008 um 01:24 Uhr
|
|
Kapitel 1. Karvana brennt
Ein eiskalter Wind strich in dieser mondbeschienenen Nacht über die Hügelkuppen der Morveld-Felder im Süden von Siliniar.
Eulen stießen ihre drohenden Rufe aus. Ein einsamer Wolf suchte in seinem Heulen Trost und Kraft für die bevorstehende Jagt. Das Rascheln der Blätter klang wie das Flüstern geisterhaften Wesen aus einer anderenWelt.
Kein Mensch war um diese Zeit außerhaln schützender Dorfanlagen zu sehen, denn gab es in diesen Landen unzählige Legenden von Monstern und bösen Geistern, die all jene heimsuchten, die ihr schützendes Heim zu so später Stunde verließen.
Auf einer Straße jedoch regte sich Leben.
Ein junger Mann kämpfte sich mühsam eine Anhöhe hinauf. Lange war er schon unterwegs gewesen und mit seinen Kräften am Ende, würde er nicht bald etwas zu Essen bekommen. Die Kräuter von Morvelt waren zu meist ungenießbar und bewirkten Erbrechen und Dehydration. Einzig den Kräuterkundigen gelang es die giftigen Extrakte aus den Pflanzen zu holen und so einen Verzehr möglich zu machen.
Doch nun ging es zu Ende. Seine Glieder schmerzten wie von tausenden Naden durchbohrt. Das Gesichtsfeld war zu einem kleinen Streifen verschwommener Konturen kondensiert. Die zerissenen Stiefel waren Blutgetränkt und zeugten von einem harten Marsch, der hinter dem Jungen lag.
Und genau in dem Moment, als der letzte Hoffnunfsfunke in dem Jungen zu erlöschen drohte erreichte er die Kuppe des Hügels und erspähte in nicht zu weiter Ferne einen Fackelschein. Nein nicht nur einer, immer mehr tauchten auf, wurden größer und vereinten sich in einem gewaltigen Brand.
Den Blick auf die Flammen gerichtet schritt er nun schneller voran. Die Schmerzen vergessend eilte er, bald rennend, den Hügel hinab. Etwa 30 Fuß vor einem kleinen Dorf blieb er stehen und blickte auf eine brennende Windmühle, die funkensprühend auseinanderbrach.
Der Schrei einer Frau gellte durch die Gassen der Holzbauten zum Jungen hin.
Er rannte in die Richtung, in der er die Quelle des Schreis vermutete und nach einigen Biegungen kam er auf einen kleinen Platz, der von fünf größeren Häusern umringt war, die Handwerksbetriebe zu sein schienen.
In der Mitte des Platzes lag eine Frau mit zerfetztem Kleid. Ein muskulöser Mann mit eisenbeschlagener Lederrüstung, stand über ihr, den rostigen Säbel zum zustoßen erhoben.
Der Junge verstand, dass wenn er nicht einschritt, die Frau bald ihren Weg in die Halle ihrer Ahnen finden würde.
Da er keine Waffen bei sich trug blickte er sich um. Ein Stein, in der Größe eines Flaschenkürbis fiel im ins Auge.
Er griff ihn, wägte ihn kurz ab und ohne dass er groß darüber nachzudenken hatte, warf er ihn in Richtung des Mannes.
Zu seiner eigenen Überraschung tat der Stein sein Werk aufs beste.
Ein Knacken bezeugte, wie der Schädel des Angreifers brach und nur kurz darauf sank er leblos über der Frau zusammen. Vom Gewicht des auf ihr liegenden gebunden und dem Anblick seines entstellten Gesichtsfeldes erschüttert, verfiel sie in einen Schreikrampf.
Der Junge trat heran packte den toten Körper und wuchtete ihn zur Seite.
Er kniete sich hin, strich der Frau über die seidige Wange und versuchte sie zu beruhigen.
„Es ist gut! Er kann dir nichts mehr tun!“ flüsterte er mit besänftigender Stimme.
Ihr Blick suchte den seinen, und ihre eisblauen Augen zeugten davon, dass sie verstanden hatte. Ihr Schreien erstarb und ihr Verstand wurde sich nun vollends ihrer Situation und dem eben geschehenen bewusst und so verfiel sie der Ohnmacht.
Der Junge wollte sich umsehen, ob noch mehr dieser Männer hier waren und so griff er sich die Frau und legte sie etwas versteckt hinter die Häuser von wo aus sie nicht direkt gesehen werden konnte.
Er lief dorthin, wo er das Zentrum des Ortes glaubte und fand sich auf einem größeren Platz wieder, auf dessen Mitte ein einfacher Brünnen mit Seilwinde stand.
Um ihn herum knieten und kauerten Bürger des Dorfes. Zu seiner Verwunderung konnte der Junge nur Frauen, Kinder und Alte erkennen. Um sie herum waren vier Männer mittleren Alters, die eine ähnliche Kleidung wie der Tote trugen.
Der größte unter ihnen bemerkte den Junge und wandt sich zu ihm um.
Eine wilde Mähne aus verfilzten braunen Haaren verdeckte fast sein gesamtes Gesicht.
Nur ein großes Gelbes Auge, die narbige Nase, die sicher mehr als einmal gebrochen war, und der schmallippige Mund, der von kurzen dunklen Stoppeln umrundet war, waren im Widerschein der brennenden Mühle zu erkennen.
In der einen Hand hielt er ein großes Breitschwert, in der andere eine tönerne Flasche, die vermutlich mit Alkohol gefüllt war.
„Sie mal an, was haben wir denn da? Ein Würmchen!“ rief er grunzend dem Jungen entgegen.
Seine Gefolgsmänner brachen in schallendes Gelächter aus.
„Lass diese Leute gehen! Was haben sie dir getan?“ erwiderte der Junge mit wachsendem Zorn.
„Sieh an das Würmchen kann reden! Dieses Gesinde hat unser Geld und wir holen es uns! So einfach ist das, mein Würmchen!“
„Lass diese Leute gehen!“
Der Zorn drohte in seinem Innern die Überhand zu gewinnen. Er wusste selbst nicht, warum ihm das Schicksal dieser Menschen so am Herzen lag, doch er wusste, was er zu tun hatte. Von allein würden diese Männer niemals aufgeben. Er musste handeln. Um das Leben dieser Menschen zu retten, musste jemand sterben.
Der bullige Mann sah den Zorn in den Augen des Jungen und fühlte sich darin in seiner Annahme bestätigt. Für ihn sah es so aus, dass ein Halbstarker aufmucken und den Helden spielen wollte.
Er warf die Weihnflasche auf einen brennenden Balken, der von der Mühle auf den Platz gestürzt war.
Der Junge, von der Stichflamme des verpuffenden Alkohols für einen Moment abgelenkt, wurde von dem Hühnen an die Wand gedrängt.
Schienenbeschläge am Unterarm des Söldners drückten auf die Luftröhre des Jungen.
Das Schwert war auf das Herz des Jungen gerichtet.
„Was soll ich Würmchen? Ich glaube du hattest was gesagt!“
Erneut verfielen seine Schergen lauthals ihrem Gelächter.
Nun wich aller Hass aus dem Jungen. Wie in Trance erschien ihm ein See in völliger Dunkelheit vor seinem geistigen Auge. Ein Tropfen aus Licht viel von einer nicht auszumachenden Decke in den See und erleuchtete nach und nach das gesamte Gewässer.
Nichts mehr von seiner kontrollosen Wut, die ihm noch vor wenigen Momenten zu verbrennen drohte. Nurnoch ein Gefühl das richtige tun zu müssen und das sofort.
Alle Programmierern eingesperrt, jede Software pantentiert. Jetzt merkt ihr: Anwälte proggen nicht.
|
|
damned
Halbprofi
(offline)
Dabei seit 05.2007
126
Beiträge
|
|
Geschrieben am: 09.12.2008 um 20:21 Uhr
|
|
Wo gibt's den Rest? :)
Ich würde gern weiterlesen, liest sich bis jetzt auf jeden Fall nich schlecht.
Nur eine Formulierung hat mir nich ganz gefallen:
"Für ihn sah es so aus, dass ein Halbstarker aufmucken und den Helden spielen wollte."
Ich find, dass die Wendungen 'Halbstarker', 'aufmucken' und 'den Helden spielen' nich so ganz zur restlichen Sprache passen wollen.
Aber sonst gefällts mir gut, wirklich.
|
|
Iluron - 37
Champion
(offline)
Dabei seit 06.2008
8878
Beiträge
|
|
Geschrieben am: 11.12.2008 um 00:06 Uhr
|
|
Zitat von damned: Wo gibt's den Rest? :)
Ich würde gern weiterlesen, liest sich bis jetzt auf jeden Fall nich schlecht.
Nur eine Formulierung hat mir nich ganz gefallen:
"Für ihn sah es so aus, dass ein Halbstarker aufmucken und den Helden spielen wollte."
Ich find, dass die Wendungen 'Halbstarker', 'aufmucken' und 'den Helden spielen' nich so ganz zur restlichen Sprache passen wollen.
Aber sonst gefällts mir gut, wirklich.
Es ist auch sehr provisorisch. Die Stelle wurde geschrieben kurz bevor er eingestellt wurde. Rechtschreibfehler, ungünstige Formulierungen und gewisse Spannungen sind also vorprogrammiert. :)
Danke aber für dein ehrliches Kommentar.
Fortsetzung gibt es evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das überarbeitete 1. Kapitel fertig ist. (Der Fluch des Schreibers ist es, dass er nie zufrieden ist)
Alle Programmierern eingesperrt, jede Software pantentiert. Jetzt merkt ihr: Anwälte proggen nicht.
|
|
Homey - 36
Halbprofi
(offline)
Dabei seit 12.2004
153
Beiträge
|
|
Geschrieben am: 11.12.2008 um 06:33 Uhr
|
|
sehr kuhl, habs natürlich auch gelesen, hab mir auch schon gedacht was zu schreiben, aber meine formulierung is doch etwas bescheidener als diese hier :)
|
|
Forum / Poesie und Lyrik
|