Geschrieben am: 02.11.2008 um 16:21 Uhr
Zuletzt editiert am: 02.11.2008 um 16:34 Uhr
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um mitternacht war ich der warheit fern
dachte ich
und sprach: gute nacht
als die sonne am nächsten mittag am himmel stand
erwachte ich
der wahrheit fern
dachte ich
und ging hinaus ins freie
als es abend wurde sah ich, dass auch der morgen dämmerte
und doch unterschieden sich beide durch ihre stimmung
wieder wurde es nacht, wieder tag, wieder nacht, wieder tag
bis ich begann zu singen
es war an irgendeinem morgen, vielleicht auch abends, genausogut ist es möglich, dass die sonne schien oder die sterne lachten
ich hatte die zeit weit hinter mir gelassen und war gelassen und zeitlos geworden
ich war
ich dachte nicht mehr
und doch dachte und fühlte und schwang ich
ich war
und ich wusste, dass
ICH werde
und BIN
ich dachte, fühlte und wusste mich und alles - gelassen und zeitlos weit
ich sah die sonne, den mond und die sterne, den tag und die nacht und das werden und vergehen
schließlich sah ich nicht mehr das werden und vergehen, sondern nur noch das sein mit allen zeiten und gestirnen
in einem augenblick war ewigkeit und rückwärts und vorwärts und über kopf und nicht und doch und stille
aber auch die stille war nicht still, sondern musik
ein wundervoller gesang von farbe und form und großer schönheit
ich lauschte dem gesang
lange
da merkte ich, dass es meine stimme war, die sang
dieses lied, die musik, die stille
ich stand im freien und sang
wie zu beginn, als ich nach wahrheit ausschau hielt,
es war morgen und abend und sonne und mond sahen mich an
sie hatten mich erkannt
und ich sie...
(in memoriam: V. L. Hohmann)
A.C.A.B. (www.sysprofile.de/id112612)
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