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Forum / Poesie und Lyrik

Heute Abend...

Mona_91 - 34
Halbprofi (offline)

Dabei seit 01.2007
235 Beiträge

Geschrieben am: 17.10.2008 um 18:06 Uhr

Heute Abend…

Der Gürtel.
Das glatte Leder fühlt sich kalt an
in meiner Hand.
Heute Abend…

Dein Blick war deutlich, vorhin beim Abschied an der Tür.
Heute Abend werde ich deine Stärke spüren, deine Leidenschaft.
Und das glatte, kalte Leder.
Heute Abend…

Angst und Faszination, Beklemmung und Erregung.
Alles in mir ist in hellem Aufruhr.
Erwartung.
Heute Abend…

Deine Sklavin werde ich sein,
unterwürfig,
demütig,
gehorsam,
ausgeliefert,
deinen Befehlen gehorchend,
deinen Schmerz erwartend.
Heute Abend…


Im Spiegel begegnet mir mein vor Aufregung gerötetes Gesicht.
Mein Blick ist verwirrt, ist voller Liebe.
Und voller Stolz: Ich bin eine masochistische Frau.
Ich will dir gehorchen- dir, meinem Geliebten.
Schmerzen wünsche ich mir- und Zärtlichkeit,
deine Härte und deine Weichheit.
Heute Abend…

Ich will schön für dich sein.
Ich soll dir Lust bereiten, mich zu demütigen, meinen Körper zu züchtigen.
Vor dem großen Spiegel im Schlafzimmer kleide ich mich aus.
Betrachte mich nackt.
Von hinten, von vorn, gebeugt.
So wirst du mich sehen.
Heute Abend…

Ich kann es kaum erwarten. Ziellos laufe ich durch die Straßen und Geschäfte.
Ein köstliches Mahl will ich dir bereiten, danach…
Ein Bad will ich für dich nehmen, mit duftenden Essenzen, davor…
Ich will verlockend sein für dich.
Heute Abend…



Hingabe im Badewasser.
Alle Gedanken an dich, an den heutigen Abend,
an Lust und Schmerz.
Mit zitternden Händen verteile ich Parfüm auf meinem Körper.
Es ist dein Körper.
Welche Bestimmung könnte köstlicher für dich sein?

Draußen ist alles dunkel geworden.
Schritte nähern sich.
Deine Schritte.
Es ist Abend geworden. Viel zu schnell.
Die süße Trunkenheit banger Erwartung,
lustvolles Warten auf dich.
Heute Abend…

Dein Blick ruft nach mir.
Ruhig, entschieden.
Ich gebe mich hin:
Deiner Liebe, deiner Stärke,
dem Schmerz,
unserem Glück.

Die Seligkeit beim Erwachen.
Wie herrlich es ist, dich zu fühlen, obwohl du nicht mehr bei mir bist.
Deine Zeichen, der Schmerz,
auf meinem Rücken,
auf meinen Schenkeln.

Glücklich eile ich zum Spiegel.
Stolz lässt mich erzittern.
Deine Handschrift ist fein gezeichnet.
Deine Zeichen.
Mein Körper ist dein geworden.
Diamanten hätten mich nicht stolzer machen können.
Gestern Abend…



Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.

finn - 115
Champion (offline)

Dabei seit 05.2006
2255 Beiträge

Geschrieben am: 17.10.2008 um 18:33 Uhr
Zuletzt editiert am: 17.10.2008 um 18:33 Uhr

echt gut :daumenhoch2:
Mona_91 - 34
Halbprofi (offline)

Dabei seit 01.2007
235 Beiträge

Geschrieben am: 20.10.2008 um 11:29 Uhr

Danke :blumen:

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.

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