B3owu1f - 44
Halbprofi
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Geschrieben am: 13.10.2008 um 23:33 Uhr
Zuletzt editiert am: 30.10.2008 um 20:44 Uhr
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Ich atme tief ein.
Unbändige Kraft durchströmt meinen Körper und meinen Geist.
Ein Gefühl als könnte ich die ganze Welt zerreisen mit einem Gedanken.
Die Macht sagt mir, hebe die Arme und lass alles im Feuerhagel untergehen.
Die Fesseln werden dünner.
Ich spüre wie es Besitz ergreift.
Das Inferno will meinen Willen hinwegreißen.
In mir breitet sich Finsternis aus.
Sei stark, bereite diesem Leiden ein Ende.
Schau an, ihr Blut fließt, spritzt gegen Wände.
Sie sind nicht würdig, alle zu schwach.
Sie dösen dahin, nicht einer ist wach!
Vergewaltigen, Schlachten, Verstümmeln und Morden!
Gier, Feigheit, Hass, Neid und Tod!
Sieh an, was ist aus dieser Welt geworden?
Das Verderben allein lenkt dieses Boot!
NEIN! Ertönt mein Schrei in der Dunkelheit.
„Nur ein Traum, nur ein Traum!“, versuche ich mich zu beruhigen.
„Nein“, höre ich ein Flüstern in der Dunkelheit.
„Wir bieten dir grenzenlose Macht, und du verschmähst sie?“
„Ja! Des Kaisers sei, was der Kaisers ist“ höre ich mich flüstern.
„Du wirst leben und sterben wie sie, wie ein gewöhnlicher Mensch!“
„So sei es, ich nehme euer Geschenk nicht an. Ich bin einer von ihnen!“, sage ich.
Liebe und Sehnsucht, Vertrauen und Geborgenheit.
Musik und Malerei, Sehnsucht und Vergänglichkeit.
Blühende Wiesen, plätschernde Bäche, uralte Bäume.
Freiheit der Weite. Was spricht gegen Träume?
Zu Besserem ist der Mensch fähig, ich weiß es,
als nur dem Urbösen Gehör zu schenken.
Auch wenn es zur Täuschung ein Tuch trägt, ein weißes.
Nur muss man dazu sein Haupt herabsenken.
Demut! Vielleicht haben die Anderen recht?
Denkbar, es ist nicht ihre Welt schlecht?
Müssen wir unseren Standpunkt ändern?
Sollten wir rütteln an geistigen Rändern?
Dann mach dich bereit aufzuwachen!
Ich atme tief ein.
Fragen? Kritik?
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte!
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