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Forum / Poesie und Lyrik
“Der Weg im Grünen”

Iluron - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 14:57 Uhr
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Eine Kurzgeschichte von `05
“Der Weg im Grünen”
Ein Mann, eine Frau und ein Kind gehen einen schmalen Weg entlang. Saftiges grün säumt den Pfad der bis in den roten Horizont reichte. Man hörte Pfeifen in der Luft. Der Mann konnte die Wärme in seinem Gesicht spüren und ging unaufhörlich den Pfad entlang, während er die Hand der Frau fest umklammert hielt. Manchmal blickte er zurück, dorthin, wo der Himmel blau und die Felder gelb waren, doch dann richtete er seinen Blick sogleich wieder auf den Weg der vor ihnen lag. Hie und da waren manchmal kleine Hindernisse auf dem Weg, aber die waren nicht so groß, als dass man sie nicht übergehen und ignorieren könnte. Manchmal, wenn das schon lange Hindernis war, hielt die Frau dem Kind die Augen zu, wenn sie es übergingen. Das Kind ging im Hopserschritt. Manchmal versuchte es in das saftige Grün zu gehen um zu spielen, oder einfach zu sehen, was danach kommt, doch wurde es immer von der Frau zurückgehalten. Sei sagten kein Wort. So gingen die drei Tag für Tag dem roten Horizont entgegen.
Manchmal fragte sich der Mann, warum das Kind nicht erschreckte, wenn das Pfeifen wieder lauter wurde, doch er sagte kein Wort. Sie gingen immer noch den Weg entlang und überstiegen manchmal ein Hindernis. Als sie an eine Kreuzung kamen. Sie sahen sich an, doch keiner sagte ein Wort. Nach links oder nach rechts? Auf der linken Seite wurde das Grün immer saftiger und das Pfeifen lauter, doch nach rechts wurde die Erde erst tiefschwarz bevor sie in einen matten Goldschimmer überging. Der Mann drängte dazu nach links zu gehen, doch da ließ die Frau seine Hand los und ging mit dem Kind nach rechts. So trennten sich ihre Wege. Die Frau und das Kind liefen ziemlich schnell, während der Mann gemütlich schlenderte. Er wollte nichts überstürzen, jetzt wo er alleine war und auf Keinen mehr zu achten brauchte. Er blickte zum ersten mal, seit er unterwegs war zur Seite, weil er dachte, jetzt wo er so viel Zeit hat könnte er die Landschaft genießen. Er blickte in die weiten Flächen die mit saftigem Grün überdeckt war, die manchmal eine große Blase auswarf die dann mit einem Lauten Knall explodierte. Manchmal glaubte er in der Ferne einen Baum zu sehen , doch wenn er dann auf dem Weg weiterging, erkannte er immer, wenn er näher kam, dass es sich nur um eine Rauchsäule handelte, die aus dem Grün stieg. Wieder lag ein Hindernis vor seinen Füßen. “Oh der hätte besser auf seine Ernährung achten sollen. Den kann ich nicht so einfach übergehen.” So machte sich der Man daran, das Hindernis zur Seite zu rollen. Als es ihm gelungen war fiel es mit einem lautem Platschen im Grün und versank mit Zischen und Brodeln darin. Geschafft! Er ging weiter.
Die Frau und das Kind wurden nun immer schneller. Sie mochten die schwarze Erde nicht und versuchten möglichst schnell zum goldenen Rand zu kommen, doch je schneller sie gingen, desto weiter schien er sich zu entfernen. Da blieb das Kind plötzlich stehen. Sie blickte tief in die schwarze Erde. “Los wir dürfen nicht stehen bleiben. Da vorn ist der goldene Rand. Das Kind reagierte nicht auf ihre Worte. Es hob den Fuß und wollte ihn auf die schwarze Erde setzen. “Was machst du da Kind? Bist du des Wahnsinns!” Die Frau zerrte an dem Kind doch dieses hatte sich schon nach vorne gelehnt und nun berührte sein Fuß die Erde. Nichts passierte. Die Frau, die sich schützend die freie Hand vors Gesicht gehalten hatte, weil sie Spritzen und Brodeln erwartet hatte, war verwundert. Sie blickte das Kind an, das jetzt auch seinen zweiten Fuß auf die Erde setzte. Es lachte stumm. Es nahm ein bisschen Erde in die Hand und warf es in die Luft. An der Stelle, wo das Kind die Erde entfernt hatte, begann nun ein Sprössling zu wachsen. Immer schneller wuchs das Pflänzchen und bald schon war es zu einem jungen Baum herangewachsen. Die Frau die immer noch erstaunt darüber war was sie dort sah blickte wie zufällig zum Horizont und sah, dass der goldene Schein immer näher kam. Der Baum wuchs und wuchs und schon begann er Samen fallen zu lassen. Sofort als diese den Boden berührten wuchsen neue Bäume heraus.
Der Mann war nun fast so langsam dass bald glaubte zu stehen. Die Dämpfe schnürten ihm die Kehle zu und das satte Grün widerte ihn an. “Wenn es mir im Grünen schon so schlecht geht, wie geht es dann den beiden im Schwarzen?” Er begann zu torkeln. Er stolperte über ein sehr junges Hindernis und kippte vornüber. Der Sturz kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Er blickte zum roten Horizont, wo er die Kampfflieger durch die Luft streifen sah. Er blickte zur Seite und sah, wie der Giftmüll alles Organische verschlang und eine stinkende Giftgaswolke ausspuckte. Er sah zurück und erinnerte sich an seine Kindheit, als er mit seinen Geschwistern auf den grünen Wiesen spielte und mit seiner ersten Freundin das Abendrot auf einem Hügel betrachtete. Er traf auf dem Boden auf. Mit letzter Kraft drehte er sich auf den Rücken. Er schloss die Augen und hörte am roten Horizont die Flieger ihre Raketenschießen, aber am blauen hörte er das lachen seiner toten Freunde. Dann schlief er ein.
Die Frau und das Kind tobten durch den Wald. Das Kind lachte stumm und neckte die Eichhörnchen die durch die Bäume huschten, die nun von einer goldenen Aura umgeben waren.
Ein Mann, eine Frau und ein Kind gehen einen schmalen Weg entlang. Sie gingen den selben Weg entlang. Sie kamen an die Stelle, wo der erste Mann lag. Sie ignorierten stiegen über ihn und gingen weiter.
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Pliskin64 - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 15:42 Uhr
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*hm* . . naja ^^ viel hinein interprätierbar, aber gefalln tut sie mir weniger ://
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Iluron - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 15:51 Uhr
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Zitat von Pliskin64: *hm* . . naja ^^ viel hinein interprätierbar, aber gefalln tut sie mir weniger ://
Danke fürs lesen.
Würd mich aber auch interessieren, was dir nicht gefällt.
Es ist zwar schon sehr alt, aber lernen kann man aus Kritik ja immer :)
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Pliskin64 - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 15:57 Uhr
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ach weiss nicht, das der schwarze, der unscheinbare, gefährliche, schwere weg wieder mal der richtige und sichere sein soll und das wer leichtgläubig sich dem leichtem leben / weg wittmet dran zugrunde gehen soll. auch der übergang von dem saftigen grün nach kampfflieger bzw. von schwarzer erde in neues leben, naja ^^ aber obwohl das mit aus der verbrannten / schwarzen erde etwas neues schönes zu schaffen, keine schlechte idee ist. auch hat mir der schreibstil gefalln, sonst hätt ich s glaub nicht bis zum schluss gelesen. auch mag ich es nicht wenn kinder die hauptrolle in filmen / bücher spielen ^^ bzw. großartige endteckungen machen, das ist aber n persönliches manko von mir. auch wenn man von kindern viel lernen kann usw.
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Iluron - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 16:01 Uhr
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Zitat von Pliskin64: ach weiss nicht, das der schwarze, der unscheinbare, gefährliche, schwere weg wieder mal der richtige und sichere sein soll und das wer leichtgläubig sich dem leichtem leben / weg wittmet dran zugrunde gehen soll. auch der übergang von dem saftigen grün nach kampfflieger bzw. von schwarzer erde in neues leben, naja ^^ aber obwohl das mit aus der verbrannten / schwarzen erde etwas neues schönes zu schaffen, keine schlechte idee ist. auch hat mir der schreibstil gefalln, sonst hätt ich s glaub nicht bis zum schluss gelesen. auch mag ich es nicht wenn kinder die hauptrolle in filmen / bücher spielen ^^ bzw. großartige endteckungen machen, das ist aber n persönliches manko von mir. auch wenn man von kindern viel lernen kann usw.
Soweit ich mich erinnere war das Kind als Archetyp der Neugier gedacht.
Der Mann steht für die Verbitterung, die aus dem beschreiten des Weges resultiert. Er denkt sich, er nimmt das gewohnte, bevor es durch etwas neues noch schlechter wird.
das saftige Grün hab ich bewusst sehr kontrastreich dargestellt (also erst der Anschein des Grases, was sich allmählich in Giftmüll verwandelt) um die Engstirnigkeit darzustellen, die viele an den Tag legen.
Zu deinen übrigen Punkten schreib ich bei Gelegenheit^^
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Pliskin64 - 37
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 16:05 Uhr
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joa... gedachtest vom schreiber und vom ersteindruck offensichtliches für den leser können abweichen ^^
kind und neugier hätt ich schon so in verbindung gebracht ^^
aber verbitterung für den mann war mir nicht ganz offensichtlich, dafür das vertraute mit dem bekannten, einfacherem, grünem weg, das was man kennt, was gut ausschaut, darauf kann man schon kommen ^^
das wenn man weiter so lebt wie wir es tuen alles in diesen giftmüllbereich kommt, ist ja n aktuelles thema das alle betrifft ://
wie gesagt, viel interprätierbar, einige ansätze die die geschichte liefert ^^
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Elli91 - 34
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Geschrieben am: 12.07.2008 um 21:03 Uhr
Zuletzt editiert am: 12.07.2008 um 21:04 Uhr
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Ich habs so weit interpretiert, wie es ja oben beschrieben wird. Dass das vermeintliche Dunkel in Wirklichkeit das Leben ( Wachsender Baum)hervorbrachte und das schöne Grüne, sich als Giftmüll entpuppte. Auch der Sinn des Mannes und des Kindes war mir klar. Nur, was für eine Rolle spielt eigentlich die Frau?
Die vorsichtige, ängstliche?
Wenn ja, müsste sie dann theoretisch nicht auch den grünen Weg gewählt haben?
Aber sonst, alles in allem eine sehr schöne Geschichte ^^
Edit: Allerdings fand ich die Kampfflieger irgendwie fehl am Platz..
Someday we gonna dance with those lions
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Iluron - 37
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Geschrieben am: 13.07.2008 um 13:15 Uhr
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Zitat von Elli91: Ich habs so weit interpretiert, wie es ja oben beschrieben wird. Dass das vermeintliche Dunkel in Wirklichkeit das Leben ( Wachsender Baum)hervorbrachte und das schöne Grüne, sich als Giftmüll entpuppte. Auch der Sinn des Mannes und des Kindes war mir klar. Nur, was für eine Rolle spielt eigentlich die Frau?
Die vorsichtige, ängstliche?
Wenn ja, müsste sie dann theoretisch nicht auch den grünen Weg gewählt haben?
Aber sonst, alles in allem eine sehr schöne Geschichte ^^
Edit: Allerdings fand ich die Kampfflieger irgendwie fehl am Platz..
Die Frau zwingt der Mutterinstinkt, das Kind vor dem neuen beschützen zu wollen, von daher muss sie einfach mit ins Neue.
Die Kampfflieger sollten den Kontrast zu der schönen Kindheit des Mannes setzen, Zudem konnte ich so das Pfeifen mit reinbringen.
Zunächst sollte es den Eindruck erwecken, dass das Pfeifen aus dem Grün Vögel wären die auf Bäume zwitschern.
Im Nachhinein denke ich selber, dass es nicht wirklich gut rübergebracht ist^^
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Elli91 - 34
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Geschrieben am: 13.07.2008 um 14:35 Uhr
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Zitat von Iluron:
Manchmal fragte sich der Mann, warum das Kind nicht erschreckte, wenn das Pfeifen wieder lauter wurde, doch er sagte kein Wort.
Ehrlich gesagt hört sich das nicht wirklich nach Vogelgezwitscher an ^^
Gerade, weil Vogelgezwitscher nicht wirklich erschreckend ist. Aber vielleicht hab ich das nur falsch interpretiert?
Und zur Sache mit dem Mutterinstinkt: Müsste die Frau nicht gerade deshalb das Kind davon abhalten, ins Dunkle und Unbekannte zu gehen?
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Iluron - 37
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Geschrieben am: 13.07.2008 um 14:37 Uhr
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Ja das stimmt schon, das ist mir heute klar, aber damals war ich ein unerfahrener 17-Jähriger der an sowas nicht gedacht hat.
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Elli91 - 34
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Geschrieben am: 13.07.2008 um 14:39 Uhr
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Nagut, dann lass ich es nochmal durchgehen
Someday we gonna dance with those lions
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