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Forum / Poesie und Lyrik

Der Ausweg heißt ertrinken

Iluron - 37
Champion (offline)

Dabei seit 06.2008
8878 Beiträge

Geschrieben am: 04.07.2008 um 02:18 Uhr

Experimenteller Text von `05

Der Ausweg heißt ertrinken

Um mich her die schwarzen Wände, die mich schon seit Jahren jede Nacht verfolgen.
Sie fließen auf mich zu, wogend, fast schon selig wie sie dort alle miteinander stehen, vor mir, neben mir, hinter mir. Wie aufrechte rabenschwarze Teiche stehen sie da, umschließen mich, wollen mich ertränken. Wie kann ich dem entkommen? Nicht. Kann ich es besiegen? Nein.
Was bleibt ist Resignation – dachte ich. Was soll ich dagegen ausrichten? Wie kann man gegen etwas kämpfen was liquid, transzendent, nur in meinem Kopf ist? Stimme, schwarze Wände, Stille, Nacht. Lösend wirken weder Blut noch Schreie, noch Tränen die ich sowieso nicht vergießen kann. Von Selbstmitleid zerfressen warte ich apathisch auf dem Boden kauernd bis ich ganz und gar von den schwarzen Fluten verschluckt werde. Klaustrophobisch wippe ich hin und her, hin und her, hin und her. Das Blut schießt mir in den Kopf nur um Sekunden später wieder in meinem Körper zu versacken. Der Puls rast. Mein Kopf, den Wogen gleich versinkt in Gleichgültigkeit. Endlos scheinen mir die blassen Erinnerungen auf meiner Haut, wie sie sich durch die etwas gebräunte Pigmenschichten schlängeln. Einst, in stolzen Purpur-Tönen getauchtes Blut im Schein der Abendsonne glänzend, nun nur noch ein Schatten ihrer Selbst, als Teil von mir.
Selbst der Klang der freundlichen Stimmen kann mich hier nicht erreichen. Es ist so kalt hier. Mein Blur friert. Mein Kopf erstarrt. Ich will zerspringen. Will als kleiner geborstener Eisklotz auf dem schwarzen Meer treiben, gleichgültig wohin, nur weg von hier.
Der Tod scheint mir als kleiner Kobold auf dem Rücken zu sitzen und zu warten bis er mich in einem achtlosen Moment zerfleischen kann. Kurz bevor die Flut kommt.
Das Blut meiner ungeweinten Tränen schließt sich um meine Beine und färbt meine Kleider sterbend.
Und immer bin ich allein. Der Ausweg heißt ertrinken. Der Ausbruch den sicheren Tod. Als halt ich still, bleib hier, allein, warte, habe Angst, Apathie, Resignation.

Alle Programmierern eingesperrt, jede Software pantentiert. Jetzt merkt ihr: Anwälte proggen nicht.

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