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Forum / Poesie und Lyrik
FFFL Geschichten

FF-Freaklady - 35
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 16:41 Uhr
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Dhaneos Vorahnung
Ich befinde mich in einer Stadt und laufe durch die Straßen. Es regnet. Ich habe meinen mp3-Player an und höre "911" von Wyclef Jean und Mary J. Blige, was eines der schönsten Lieder aller Zeiten ist, wie ich finde. Ich kenne diese Stadt nicht, doch weiß ich, wo ich hin muss. Gelegentlich schaue ich auf die Straßenschilder. Keiner der Straßennamen kommt mir bekannt vor, bis ich an eine Straße komme, deren Namen ich sehr gut kenne. Das ist die Straße, in der meine Freundin lebt. Wenig entschlossen biege ich in diese Straße ein. Mein Herz müsste doch vor Freude klopfen, warum fürchtet es sich aber nun? Gleichgültig laufe ich den Weg entlang, ohne auf die umstehenden Häuser zu achten. Lediglich die Nummern interessieren mich. Aufgeregt suche ich. Dort ist die 31, da die 33, 35, 37. Hier ist es, die Nummer 39, hier wohnt sie. Wieso aber wechsle ich die Seite? Egal, denke ich mir und lehne mich gegen eine Laterne. Traurig zünde ich mir eine Zigarette an. War ja klar, dass ich mir das Rauchen nicht abgewöhnen kann und ich immer noch Zigaretten mit mir rumschleppe. Wie immer in der Innentasche meiner Jeans-Jacke, zusammen mit dem Feuerzeug. Bei dieser Gelegenheit schalte ich auch gleich zum Nächsten Song. Mir ist gerade nicht so nach Techno, also das nächste Lied. "Du fehlst mir" von Cappucino, schon besser. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in mir aus, während ich zum Fenster vom Haus meiner Freundin schaue. Es brennt kein Licht, aber das ist auch nicht weiter tragisch.
Gefühlte Ewigkeiten vergehen, bis plötzlich ein Licht das Fenster und dessen Zimmer erhellt. Meine Augen füllen sich nicht mit Tränen sondern Erkenntnis, Enttäuschung und Hass auf den Glauben an die Liebe, den ich hatte, als ich sehe, wie meine Freundin mit einem Kerl knutschend in ihrem Zimmer auf ihr Bett fällt. Den Rest sehe ich mir nicht an, das wäre zu viel für mich. Allerdings scheinen sie das anders zu sehen und legen in der Zeit, die vergeht, bis ich wieder auf der anderen Straßenseite stehe, nun direkt vor ihrer Haustür, ziemlich schnell los und kommen scheinbar direkt zur Sache. Aus der anderen Innentasche meiner Jacke ziehe ich einen Briefumschlag. Rot. Das passt. Als würde ich mich verabschieden, küsse ich den Umschlag leicht, lege ihn dann auf die im trocken liegende Fußmatte und klingle an der Tür. Anschließend gehe ich den Weg, den ich gekommen bin, wieder zurück.
Ich stehe am Anfang der Straße, während ich mein Handy zücke und eine SMS schreibe: "Hey Paddy, tut mir leid, du hattest doch recht, sie hat mich belogen. Na ja, jetzt auch egal. Mach ihr bitte keinen Vorwurf, aber jetzt wo ich sie verloren habe, sehe ich keinen Grund mehr für Vernunft. Versuch nicht, mich zu finden oder zu erreichen, es wäre nicht gut für dich. Und bitte auch niemand anderen darum, das ist jetzt meine Sache. Danke für alles, du bist der Beste. SYIH. Dhaneo". Ich schick die SMS ab und stecke das Handy wieder weg. Einige Straßen weiter biege ich erneut ein. Ich gehe auf ein Reihenhaus zu, mach die Tür auf und laufe in den 2. Stock, sperre dir Tür auf und lasse sie wieder ins Schloss fallen.
Eine schöne Wohnung. Der Flur in einem sanften Gelb und einer Buchenholz-Garderobe ausgestattet, die ich jedoch links liegen lasse. Mein Weg führt mich in die grau-rote Küche, meine Traum-Küche. Nach etwas suchend wühle ich in einem der zahlreichen Schränke umher. Kaum bin ich fündig geworden, gehe ich fast katzenartig leise in den hintersten Raum der Wohnung. Ein Kinderzimmer, halb Mondlicht-Blau, halb Kirschblüten-Rosa. Vor mir zwei Betten, in denen zwei Kinder schlafen. Lea und Nathaniel. Ich wecke sie. An ihren Betten steht je ein Glas mit Wasser darin. Sie sind krank. "Lea, Nathaniel, los nehmt das. Danach wird es euch besser gehen!", behaupte ich und gebe etwas von der Flüssigkeit aus der Flasche, die ich in der Küche gesucht hatte, in ihre Gläser. Widerwillig folgen sie meiner Anweisung. "Das schmeckt schlecht!", sagen sie. "Mir geht es viel schlechter, als vorher!", mein Nathaniel. "Mir auch!", sagt Lea. Ich beruhige die beiden und lege sie wieder schlafen. Kaum hatte ich die Zimmertür geschlossen, schossen mir auch schon die Tränen in die Augen, doch ich durfte nicht weinen, nicht jetzt. Ich fand meine Beherrschung wieder und machte mich auf den Weg raus aus der Wohnung. Die Flasche hatte ich wieder in die Küche gestellt. Natürlich war es unmenschlich, was ich getan hatte, doch ich würde ihnen bald folgen, so war ich mir sicher. Außerdem wäre es schlimmer gewesen, sie hier zu lassen, wo ich doch bald von dieser Welt gehen würde, genauso wie die Menschen, die ich mit mir nehmen würde. Meine Hand berührte gerade die Türklinke des Hauses, als ich spüre, wie zwei Teile meines Herzens verschwinden. "Nathaniel... Lea...", flüstere ich, "es tut mir leid... ich wollte nicht, doch ich musste!". Dann verließ ich das Haus.
Wie geistesabwesend wandere ich zu einer Garage. Durch einen Eingang an der Seite gelange ich in ihr Inneres, wo ein Auto, ein Subaru steht. Julis Subaru. Ich ziehe die Jacke, die ich noch trage aus, um mir die an der Wand hängende weiße Lederjacke anzuziehen, auf der hinten groß der Name steht, den er mir aus Spaß gegeben hat. Auf meine Mütze wird ausgetauscht. Nun ist auch sie weiß. Die Mütze, die er mir damals geschenkt hat. Da, die Autoschlüssel. Ich nehme sie, mach das Tor auf und steige ins Auto, um loszufahren. Ziellos streife ich durch die Stadt. Immer wieder merke ich, wie mein Handy in meiner Hosentasche vibriert, doch es ist mir gleichgültig. Ein Restaurant bzw. eine Kneipe. Ich halte an, greife ins Handschuhfach und nehme die Pistole heraus. Ausgestiegen sperre ich das Auto ab und gehe in hinein. Aus dem Augenwinkel sehe ich bereits den Wagen von Vani und Basti, in dem wahrscheinlich auf meine Freundin und Paddy saßen, jedoch ignoriere ich es.
Nun befinde ich mich in einem kleinen Speisesaal, voll mit Gästen. Ein Mann und eine Frau stehen am Tresen und starren mich an. Entrüstet blicken sie auf die Pistole in meiner Hand. Ich lächle. "Ich möchte wissen, was sie wollten", frage ich kaum hörbar. Wie zu erwarten bekam ich keine Antwort. Der Arm mit der Pistole erhob sich und mein Finger betätigte den Hebel. Mein Opfer war Vater von drei Kindern, die um am Tisch versammelt waren, so wie seine Frau. Kopfschuss. Nach erneutem Fragen, nun etwas lauter, bekam ich wieder keine Reaktion. Jetzt traf es einen alten Mann, geschätzte 70 Jahre alt, der sich zur Feier des Tages einen Kaffee und etwas zu essen bestellen wollte, da er im Lotto gewonnen hatte. Ich schoss genau durch den Hals. Er war sofort tot. Hinter mir sprang die Tür auf. Meine Freundin war nun da und konnte mich sehen, ich spürte es. "Dhaneo, nicht. Bitte, ich... lass mich erklären...!", stammelte sie, ehe sie sich umsah. Doch dann änderte sie ihren Tonfall und ich hörte, wie schockiert sie war, wie aufgelöst. "Dhaneo, was...? Warum...? Wieso? ...Dhaneo...!", flüsterte sie leise und zaghaft. Nun war es also soweit, ich würde sie zu einer Entscheidung zwingen, deren Ausgang ich bereits kannte.
"Kommst du bitte mal her?", bat ich sie sanft. Dieser Bitte kam sie nach. Ich spürte, wie gern sie mich umarmt hätte, doch sie tat es nicht, sie war zu feige. Mit einem fragenden Blick stand sie neben mir. Ihr Blick wanderte immer wieder von meinen Augen auf die Waffe in meiner Hand. Mir war bewusst, dass sie wollte, das ich die Pistole weglege, doch ich konnte nicht. Ich wollte nicht. "Willst du das hier beenden? Diese Massaker?", fragte ich sie ruhig. Sie nickte. "Dann tu das!", forderte ich sie auf. Ein simples "Wie?" sprang über ihre zittrigen Lippen in mein Ohr. Würde sie meiner nächsten Bitte nicht nachkommen oder mit einer Verneinung reagieren, war mein Schicksal besiegelt, und ich wusste, dass sie genau das tun würde. "Sag es!", zischte ich. Sie stellte sich ratlos und wollte wissen, was sie sagen sollte. Sie würde alles sagen, meinte sie, nur um das hier aufhören zu lassen. Mein Kopf drehte sich nun zu ihr. Unsere Blicke trafen sich allerdings nicht, da ich mein Augenmerk auf etwas richtete, was nicht auf Augenhöhe war: Der Ring an ihrer Hand. Der Ring, den auch ich trage. Wie nicht anders zu erwarten, versuchte sie zu erahnen, wohin ich schaute. Es dauerte einige Sekunden, bis sie es begriff und mir nervös, traurig, aufgelöst in die Augen sah und fast begann zu weinen. Ich wusste, was gerade in ihr vorging, wie sehr sie sich quälte. Die Gewissheit, dass sie es sagen wollte, hatte ich schon längst, doch wollte ich sehen und hören, wie sie es sagte, was ihr unmöglich war. "Tust du's?", fragte ich sie zynisch. So ängstlich, wie sie, war noch nie jemand in meiner Gegenwart, nur, weil ich etwas von dieser Person verlangte. Ich drehte mich wieder gen Tresen und starrte den Mann und die Frau an, dann die Menschen, die ich gerade getötet hatte, meine Freundin und ging mit meinen Augen wieder zu den beiden Menschen, die mich von Anfang an angestarrt hatten.
Ein Lächeln, fast schon ein sarkastisches Lachen war es, was ich nun von mir gab. "Jetzt weiß ich es, was sie wollten!", sagte ich. "Kein Beweis, wie weit ich für sie gehen würde, was ich für sie tun würde", mein Blick traf genau in die Augen der beiden Menschen mir gegenüber, "nein, sie wollten nur eines, stimmt's?" Die Hand mit der Waffe schlich langsam nach oben, wo sie fünf Schüsse von sie gab, die alle samt Gläser in den Reihen hinter dem Tresen trafen. "Sie wollten nur eines, richtig? Nur diese eine Sache", sagte ich während ich den Lauf an meine Schläfe wandern ließ, "sie wollten nur, dass ich sie in Ruhe lasse, oder?", fragte ich. "Nun, dann, werde ich ihnen nun diesen Wunsch erfüllen", flüsterte ich und drückte ab.
Mein Körper fiel zu Boden und ich sah noch, wie meine Freundin auf mich zu ging, doch es war zu spät. Ich lag da, halb tot, halb lebendig, da mein Geist noch zu verweilen schien. Sie nahm mich in den Arm, schrie, das irgendwer einen Krankenwagen rufen sollte, obwohl sie wusste, das es zu spät war. Sie weinte. Sie weinte um mich. Sie flehte mich an, nicht zu sterben, bei ihr zu bleiben, weil sie mich doch brauchte, weil ich alles für sie sei, doch war es für diese Erkenntnis nun reichlich spät. All ihr bitten und betteln war vergebens. Sie griff nach meiner Hand, hielt sie ganz fest, weinte, schrie, doch es nützte nichts. Mein Weg führte nun an einen anderen Ort. Ich schloss die Augen und alles um mich herum wurde schwarz, meine Sinne begannen zu versagen. Ich hörte nichts mehr, ich roch nichts mehr, sah nichts mehr, schmeckte nichts mehr, spürte nichts mehr.
Doch dann, plötzlich kehrten meine fünf Sinne zu mir zurück. Ich roch etwas. Desinfektionsmittel? Ich schmeckte etwas. Plastik? Ich hörte etwas. Pumpen? Ich nahm Licht war. Die Sonne? Und dann, dann spürte ich es: mein schlagendes Herz. Ich öffnete meine Augen. Weiß. Alles um mich herum war weiß. Links von mir ein Beatmungsgerät, in meinem Mund ein Schlauch. Die Sonne schien ins Zimmer hinein. Und neben mir. Da saß sie, auf das Bett gelehnt, mit meiner Jacke über den Schultern, meine Hand halten. Meine Freundin. Aber wie war das möglich? Ich konnte nicht mehr am Leben sein. Ein Kopfschuss tötet einen doch. Ich bewegte langsam meinen Kopf, um nach draußen zu sehen, da wurde meine Freundin wach. Sie sah mir in die Augen. Wieder fing sie an, zu weinen.
"Dhaneo...!", sagte sie und umarmte mich, küsste meine Stirn, mein Gesicht, sie nahm mir den Schlauch aus dem Mund und küsste mich. Es war ein grandioser Kuss, der lang genug dauerte, um mir die Kraft zu geben, die ich zum Sprechen benötigte. "Was ist hier los? Wieso lebe ich noch?", fragte ich sie verwundert. Kurzer Hand erzählte sie mir, das die Kugel irgendwie ihr Ziel, also mein Gehirn, verfehlt hatte und feststeckte, was meinen Tod lang genug verzögerte, um die Kugel heraus zu operieren und mich auf die Intensivstation verlegen zu lassen. Außerdem gäbe es noch zwei Menschen außer ihr, die mich nicht gehen lassen wollten, meinte sie und zeigte auf das andere Bett im Raum, auf dem Nathaniel und Lea lagen. Nun war ich komplett verwirrt. Die beiden müssten im Jenseits sein, dachte ich. Doch wurde ich auch hier schnell aufgeklärt. Die Beiden hatte nicht von dem getrunken, was ich ihnen gegeben hatte, wie sich herausstellte, sondern haben nur so getan, als ob.
Eine Stunde verging und ich erfuhr, was sonst noch los war. Ich wurde gesucht wegen zweifachem Mord. "Geschieht mir recht!", motzte ich. Allerdings stand ich mit dieser Meinung allein da. "Dhaneo?", sah sie mich fragend an. Ein Gefühl von Unwohlsein breitete sich in mir aus. Möglichst gelassen gab ich ein kleines "Ja?" von mir. "Ich lass dich nicht ins Gefängnis. Und die beiden da auch nicht." Ziemlich kraftlos erklärte ich ihr, dass sie das wohl müsse, da es keine Möglichkeit für mich gäbe, mich davor zu drücken. Da meinte sie, es gäbe eine und sie alles schon arrangiert hätte. Verständlicherweise war ich überrascht und schockiert. Wie wollte sie das nur anstellen? Gerade, als ich mich danach zu erkundigen versucht, legte sie mir Klamotten aufs Bett und bat mich, diese anzuziehen, da es an der Zeit wäre, aufzubrechen. Ich tat ihr den Gefallen und mobilisierte all meine Kraft, um mich anzuziehen und aufzustehen. Sie weckte die beiden Kleinen und wir gingen aus dem Krankenhaus. Unten warteten Vani und Basti mit dem Auto, in dem sie uns vier dann zum Flughafen fuhren.
"Hier bitte, wie versprochen. Vier Erste-Klasse-Ticktes nach Las Vegas. Und du bist dir da ganz sicher?", hackte Vani bei meiner Freundin nach. Sie nickte. "Gut, dann machen wir das nachher am Flughafen. Ach ja, das sind dein Adoptivsohn Nathan und deine Adoptivtochter Mary." Nun war ich vollkommen perplex und bat um Aufklärung. Wie sich herausstellte, hatten wir neue Pässe - natürlich Fälschungen, allerdings waren sie zugegeben doch recht glaubhaft. Ich war etwas verwundert, als ich mir meine neuen Papiere ansah. Mein Vorname änderte sich zwar nicht, jedoch hatte ich einen anderen Nachnamen. "Und du bist...?", bemerkte ich beiläufig. "Deine Frau", antworte sie sachlich, "und wehe dir, es kommt ein doofer Kommentar. Ich hab nämlich im Gegensatz zu dir einen anderen Namen." Mit einem zynischen Fragezeichen auf der Stirn und einem "Und welchen?" auf den Lippen sah ich sie an. Da sie sich so weigerte, es mir zu sagen, schnappte ich ihr einfach den Pass weg und sah ihn mir an. Ein Grinsen war nicht zu vermeiden, als ich den Namen las. Genüsslich gab ich ihr den Pass zurück und sah sie hämisch an. "So, also Sofia, ja?", grinste ich gehässig. "Na und?", fing sie an zu maulen, "Immerhin besser als Dhaneo---!", doch ehe sie mehr sagen konnte legte meinen Finger auf ihre Lippen, was sie zum Schweigen bewegte.
Wir kamen endlich am Flughafen an und waren keine Stunde später im Flugzeug nach Las Vegas. Kaum war der Flieger in der Luft sah ich zu meiner Freundin rechts neben mir und fragt sie, wieso sie das machte und wieso es erst soweit kommen musst. Da erzählte sie mir, dass sie ihren Eltern einen Brief geschrieben hätte, in dem alles über uns beide stand. Sie hatte eingesehen, dass sie es ihnen beichten musste, auch, wenn es ihr schwer fiel. "Ich wollte nur noch eins Dhaneo, und zwar mit dir weg. Die Tatsache, dass du ins Gefängnis hättest gehen müssen, wenn du aufwachst, war zu viel für mich. Deshalb der Aufwand hier. Und die beiden Kleinen wollten natürlich mit.". Mehrere Stunden später landeten wir am Flughafen von Las Vegas, wo bereits ein Abholservice auf uns wartete, der uns in unser Hotel brachte.
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len_z - 34
Profi
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 17:31 Uhr
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echt super geschrieben, spannend und alles.
nur fehlen mir da ein paar sachen, wer ist den eigentlich der liebhaber ? und warum fliegt er mit der frau weg die er töten wollte, das finde ich ein bisschen unrealistisch,
auf jedenfall ein kranker typ oO
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FF-Freaklady - 35
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 17:41 Uhr
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Zitat von len_z: echt super geschrieben, spannend und alles.
nur fehlen mir da ein paar sachen, wer ist den eigentlich der liebhaber ? und warum fliegt er mit der frau weg die er töten wollte, das finde ich ein bisschen unrealistisch,
auf jedenfall ein kranker typ oO
ist nur nen auszug des klärt sich im weiteren verlauf noch auf ^^ wollte nur für den teil jetzt ne rückmeldung ^^
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FFG - 35
Halbprofi
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 20:08 Uhr
Zuletzt editiert am: 18.11.2007 um 20:09 Uhr
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schreibstil manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig...
aber die geschichte super gut!
und wie gehts weiter?
www.ffg-media.de
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FF-Freaklady - 35
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 20:16 Uhr
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Zitat von FFG: 
schreibstil manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig...
aber die geschichte super gut!
und wie gehts weiter?
hehe bei mir steht unten dran ne seite da kannste gucken. sind momentan zwei aktuelle storys drauf. zwar nur ausschnittsweise, aber da findeste neuigkeiten am schnellsten.
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FFG - 35
Halbprofi
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 20:26 Uhr
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Zitat von FF-Freaklady: Zitat von FFG: 
schreibstil manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig...
aber die geschichte super gut!
und wie gehts weiter?
hehe bei mir steht unten dran ne seite da kannste gucken. sind momentan zwei aktuelle storys drauf. zwar nur ausschnittsweise, aber da findeste neuigkeiten am schnellsten.
subber, danke!
daran sieht man, dass die geschichte eben schon mitreißend geschrieben ist.... und das sit ja die hauptsache!!
www.ffg-media.de
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FF-Freaklady - 35
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Geschrieben am: 18.11.2007 um 20:27 Uhr
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Zitat von FFG: Zitat von FF-Freaklady: Zitat von FFG: 
schreibstil manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig...
aber die geschichte super gut!
und wie gehts weiter?
hehe bei mir steht unten dran ne seite da kannste gucken. sind momentan zwei aktuelle storys drauf. zwar nur ausschnittsweise, aber da findeste neuigkeiten am schnellsten.
subber, danke!
daran sieht man, dass die geschichte eben schon mitreißend geschrieben ist....  und das sit ja die hauptsache!!
naja es ist schon eine der krassesten geschichten die ich geschrieben hab aber das dumme, sie ist vor ziemlich genau 6-7 wochen fast genau so passiert, nur das es keine toten gab.
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FFG - 35
Halbprofi
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Geschrieben am: 19.11.2007 um 18:26 Uhr
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zum glück!
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FF-Freaklady - 35
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 19.11.2007 um 18:31 Uhr
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zum glück... für die person hier dargestellt als "Sofia"
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FFG - 35
Halbprofi
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Geschrieben am: 19.11.2007 um 19:49 Uhr
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Zitat von FF-Freaklady:
zum glück... für die person hier dargestellt als "Sofia"
naja...in erster linie allerdings für die angehörigen der toten 
www.ffg-media.de
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FF-Freaklady - 35
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 19.12.2007 um 00:32 Uhr
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18 Uhr am Abend, ich bin pünktlich am Bahnhof. Nervös blicke ich umher, nach deinem Zug Ausschau haltend. Endlich kommt er an. Unruhig warte ich, versuche dich in der Menschenmenge zu finden. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter und drehe mich um. Du. In Lebensgröße. Ich kann es kaum fassen. Ein Lächeln. Nur für mich. Ich bin sprachlos, grinse dann aber doch und erkläre dir, dass ich auf dich gewartet habe und dich nun erstmal zu mir nach hause bringen werde. Deine Tasche nehme ich dir ab und du nimmst dafür meine Hand in deine. Ein berauschendes Gefühl. So machen wir uns beide auf den weg zu mir.
Angekommen fällt dir als erstes auf, dass wir allein sind. Ich stelle deine Tasche in meinem Zimmer ab, biete dir Getränke und Essen an, mache es mir neben dir auf dem Sofa gemütlich. Du bist erschöpft. Deinen Mantel und deine Schuhe hast du schon längst ausgezogen. Entspannt sitzen wir nebeneinander auf dem Sofa. Erst, als du dich an mich kuschelst und meinst, du seist müde, berühren wir uns wieder. Leicht errötet lasse ich meine Hand auf deiner Schulter nieder. Stunden verharren wir so. Erst dann legst du deinen Kopf von meinem Herzen neben meinen Kopf und legst deinen arm liebevoll um mich.
Wir reden kaum, wenn, dann nur mit den Augen. Es geschieht eigentlich nichts bei uns, doch es fühlt sich an, als wären 1000 Dinge auf einmal geschehen. Irgendwann wandert mein Blick auf die Uhr. Fast Mitternacht. Liebevoll will ich dich fragen, ob wir nicht ins Bett gehen sollen, doch du scheinst bereits zu schlafen. Erst, als ich versuche, aufzustehen, um eine Decke zu holen, öffnest du deine Augen, packst mein T-Shirt und ziehst mich wieder zu dir. Ich erkläre dir die Situation kurz und biete dir dann an, dass wir drüben noch etwas Fernsehen.
Kaum habe ich deine Einwilligung führe ich dich auch schon ins Zimmer. Erschöpft fällst du ins auf Decke und Kissen. Verschüchtert wünsche ich dir eine gute Nacht und will aus dem Zimmer treten. Doch du bittest mich zu bleiben. Ich setzte mich auf die Bettkante und sehe dir in die Augen. Kurzzeitig verliere ich mich in deinem Blick. Aber dann fragst du mich, ob ich hier bei dir schlafe und ziehst mich zu dir. Mich gegen dich zu wehren wäre Schwachsinn, auch, weil ich selbst gern neben dir schlafen würde. Ich willige ein und gehe mich schnell umziehen.
Schlafbereit stehe ich wieder im Zimmer. Du stehst da und lächelst mich an, nimmst meine Hand und ziehst mich zu dir. Gerade noch kann ich den Lichtschalter umlegen, so, dass Dunkelheit herrscht. Ich lege mich hin und spüre schon deinen Körper neben mir. Die Decke in der Hand, hülle ich uns beide ein. Unruhig suchst du einen Platz zum Schlafen, der dir meine Nähe bietet. Wieder legst du deinen Kopf neben meinen auf die Schulter, während deine Arm sich zum Einen über meinen Rücken auf die Schulter, auf die auch dein Kopf liegt, und zum Anderen zu meiner Hand bewegen. Doch in dem Moment, in dem ich meinen Arm um dich lege, deine suchende Hand nehme, und dir nichts anderes als einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn gebe, scheint die Welt still zu stehen.
So daliegend schlafen wir gemeinsam ein, nur, um am nächsten Morgen genau in dieser Postition aufzuwachen.
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DaniAS - 36
Fortgeschrittener
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Geschrieben am: 19.12.2007 um 23:54 Uhr
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Zitat von FF-Freaklady: 18 Uhr am Abend, ich bin pünktlich am Bahnhof. Nervös blicke ich umher, nach deinem Zug Ausschau haltend. Endlich kommt er an. Unruhig warte ich, versuche dich in der Menschenmenge zu finden. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter und drehe mich um. Du. In Lebensgröße. Ich kann es kaum fassen. Ein Lächeln. Nur für mich. Ich bin sprachlos, grinse dann aber doch und erkläre dir, dass ich auf dich gewartet habe und dich nun erstmal zu mir nach hause bringen werde. Deine Tasche nehme ich dir ab und du nimmst dafür meine Hand in deine. Ein berauschendes Gefühl. So machen wir uns beide auf den weg zu mir.
Angekommen fällt dir als erstes auf, dass wir allein sind. Ich stelle deine Tasche in meinem Zimmer ab, biete dir Getränke und Essen an, mache es mir neben dir auf dem Sofa gemütlich. Du bist erschöpft. Deinen Mantel und deine Schuhe hast du schon längst ausgezogen. Entspannt sitzen wir nebeneinander auf dem Sofa. Erst, als du dich an mich kuschelst und meinst, du seist müde, berühren wir uns wieder. Leicht errötet lasse ich meine Hand auf deiner Schulter nieder. Stunden verharren wir so. Erst dann legst du deinen Kopf von meinem Herzen neben meinen Kopf und legst deinen arm liebevoll um mich.
Wir reden kaum, wenn, dann nur mit den Augen. Es geschieht eigentlich nichts bei uns, doch es fühlt sich an, als wären 1000 Dinge auf einmal geschehen. Irgendwann wandert mein Blick auf die Uhr. Fast Mitternacht. Liebevoll will ich dich fragen, ob wir nicht ins Bett gehen sollen, doch du scheinst bereits zu schlafen. Erst, als ich versuche, aufzustehen, um eine Decke zu holen, öffnest du deine Augen, packst mein T-Shirt und ziehst mich wieder zu dir. Ich erkläre dir die Situation kurz und biete dir dann an, dass wir drüben noch etwas Fernsehen.
Kaum habe ich deine Einwilligung führe ich dich auch schon ins Zimmer. Erschöpft fällst du ins auf Decke und Kissen. Verschüchtert wünsche ich dir eine gute Nacht und will aus dem Zimmer treten. Doch du bittest mich zu bleiben. Ich setzte mich auf die Bettkante und sehe dir in die Augen. Kurzzeitig verliere ich mich in deinem Blick. Aber dann fragst du mich, ob ich hier bei dir schlafe und ziehst mich zu dir. Mich gegen dich zu wehren wäre Schwachsinn, auch, weil ich selbst gern neben dir schlafen würde. Ich willige ein und gehe mich schnell umziehen.
Schlafbereit stehe ich wieder im Zimmer. Du stehst da und lächelst mich an, nimmst meine Hand und ziehst mich zu dir. Gerade noch kann ich den Lichtschalter umlegen, so, dass Dunkelheit herrscht. Ich lege mich hin und spüre schon deinen Körper neben mir. Die Decke in der Hand, hülle ich uns beide ein. Unruhig suchst du einen Platz zum Schlafen, der dir meine Nähe bietet. Wieder legst du deinen Kopf neben meinen auf die Schulter, während deine Arm sich zum Einen über meinen Rücken auf die Schulter, auf die auch dein Kopf liegt, und zum Anderen zu meiner Hand bewegen. Doch in dem Moment, in dem ich meinen Arm um dich lege, deine suchende Hand nehme, und dir nichts anderes als einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn gebe, scheint die Welt still zu stehen.
So daliegend schlafen wir gemeinsam ein, nur, um am nächsten Morgen genau in dieser Postition aufzuwachen.
WOW... einfach nur WOW
mir fehlen die worte
Gelassenheit ist die höchste Tugend des Weisen.(Seneca)
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DaniAS - 36
Fortgeschrittener
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Dabei seit 11.2006
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Geschrieben am: 20.12.2007 um 00:10 Uhr
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Zitat von FF-Freaklady: Dhaneos Vorahnung
Ich befinde mich in einer Stadt und laufe durch die Straßen. Es regnet. Ich habe meinen mp3-Player an und höre "911" von Wyclef Jean und Mary J. Blige, was eines der schönsten Lieder aller Zeiten ist, wie ich finde. Ich kenne diese Stadt nicht, doch weiß ich, wo ich hin muss. Gelegentlich schaue ich auf die Straßenschilder. Keiner der Straßennamen kommt mir bekannt vor, bis ich an eine Straße komme, deren Namen ich sehr gut kenne. Das ist die Straße, in der meine Freundin lebt. Wenig entschlossen biege ich in diese Straße ein. Mein Herz müsste doch vor Freude klopfen, warum fürchtet es sich aber nun? Gleichgültig laufe ich den Weg entlang, ohne auf die umstehenden Häuser zu achten. Lediglich die Nummern interessieren mich. Aufgeregt suche ich. Dort ist die 31, da die 33, 35, 37. Hier ist es, die Nummer 39, hier wohnt sie. Wieso aber wechsle ich die Seite? Egal, denke ich mir und lehne mich gegen eine Laterne. Traurig zünde ich mir eine Zigarette an. War ja klar, dass ich mir das Rauchen nicht abgewöhnen kann und ich immer noch Zigaretten mit mir rumschleppe. Wie immer in der Innentasche meiner Jeans-Jacke, zusammen mit dem Feuerzeug. Bei dieser Gelegenheit schalte ich auch gleich zum Nächsten Song. Mir ist gerade nicht so nach Techno, also das nächste Lied. "Du fehlst mir" von Cappucino, schon besser. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in mir aus, während ich zum Fenster vom Haus meiner Freundin schaue. Es brennt kein Licht, aber das ist auch nicht weiter tragisch.
Gefühlte Ewigkeiten vergehen, bis plötzlich ein Licht das Fenster und dessen Zimmer erhellt. Meine Augen füllen sich nicht mit Tränen sondern Erkenntnis, Enttäuschung und Hass auf den Glauben an die Liebe, den ich hatte, als ich sehe, wie meine Freundin mit einem Kerl knutschend in ihrem Zimmer auf ihr Bett fällt. Den Rest sehe ich mir nicht an, das wäre zu viel für mich. Allerdings scheinen sie das anders zu sehen und legen in der Zeit, die vergeht, bis ich wieder auf der anderen Straßenseite stehe, nun direkt vor ihrer Haustür, ziemlich schnell los und kommen scheinbar direkt zur Sache. Aus der anderen Innentasche meiner Jacke ziehe ich einen Briefumschlag. Rot. Das passt. Als würde ich mich verabschieden, küsse ich den Umschlag leicht, lege ihn dann auf die im trocken liegende Fußmatte und klingle an der Tür. Anschließend gehe ich den Weg, den ich gekommen bin, wieder zurück.
Ich stehe am Anfang der Straße, während ich mein Handy zücke und eine SMS schreibe: "Hey Paddy, tut mir leid, du hattest doch recht, sie hat mich belogen. Na ja, jetzt auch egal. Mach ihr bitte keinen Vorwurf, aber jetzt wo ich sie verloren habe, sehe ich keinen Grund mehr für Vernunft. Versuch nicht, mich zu finden oder zu erreichen, es wäre nicht gut für dich. Und bitte auch niemand anderen darum, das ist jetzt meine Sache. Danke für alles, du bist der Beste. SYIH. Dhaneo". Ich schick die SMS ab und stecke das Handy wieder weg. Einige Straßen weiter biege ich erneut ein. Ich gehe auf ein Reihenhaus zu, mach die Tür auf und laufe in den 2. Stock, sperre dir Tür auf und lasse sie wieder ins Schloss fallen.
Eine schöne Wohnung. Der Flur in einem sanften Gelb und einer Buchenholz-Garderobe ausgestattet, die ich jedoch links liegen lasse. Mein Weg führt mich in die grau-rote Küche, meine Traum-Küche. Nach etwas suchend wühle ich in einem der zahlreichen Schränke umher. Kaum bin ich fündig geworden, gehe ich fast katzenartig leise in den hintersten Raum der Wohnung. Ein Kinderzimmer, halb Mondlicht-Blau, halb Kirschblüten-Rosa. Vor mir zwei Betten, in denen zwei Kinder schlafen. Lea und Nathaniel. Ich wecke sie. An ihren Betten steht je ein Glas mit Wasser darin. Sie sind krank. "Lea, Nathaniel, los nehmt das. Danach wird es euch besser gehen!", behaupte ich und gebe etwas von der Flüssigkeit aus der Flasche, die ich in der Küche gesucht hatte, in ihre Gläser. Widerwillig folgen sie meiner Anweisung. "Das schmeckt schlecht!", sagen sie. "Mir geht es viel schlechter, als vorher!", mein Nathaniel. "Mir auch!", sagt Lea. Ich beruhige die beiden und lege sie wieder schlafen. Kaum hatte ich die Zimmertür geschlossen, schossen mir auch schon die Tränen in die Augen, doch ich durfte nicht weinen, nicht jetzt. Ich fand meine Beherrschung wieder und machte mich auf den Weg raus aus der Wohnung. Die Flasche hatte ich wieder in die Küche gestellt. Natürlich war es unmenschlich, was ich getan hatte, doch ich würde ihnen bald folgen, so war ich mir sicher. Außerdem wäre es schlimmer gewesen, sie hier zu lassen, wo ich doch bald von dieser Welt gehen würde, genauso wie die Menschen, die ich mit mir nehmen würde. Meine Hand berührte gerade die Türklinke des Hauses, als ich spüre, wie zwei Teile meines Herzens verschwinden. "Nathaniel... Lea...", flüstere ich, "es tut mir leid... ich wollte nicht, doch ich musste!". Dann verließ ich das Haus.
Wie geistesabwesend wandere ich zu einer Garage. Durch einen Eingang an der Seite gelange ich in ihr Inneres, wo ein Auto, ein Subaru steht. Julis Subaru. Ich ziehe die Jacke, die ich noch trage aus, um mir die an der Wand hängende weiße Lederjacke anzuziehen, auf der hinten groß der Name steht, den er mir aus Spaß gegeben hat. Auf meine Mütze wird ausgetauscht. Nun ist auch sie weiß. Die Mütze, die er mir damals geschenkt hat. Da, die Autoschlüssel. Ich nehme sie, mach das Tor auf und steige ins Auto, um loszufahren. Ziellos streife ich durch die Stadt. Immer wieder merke ich, wie mein Handy in meiner Hosentasche vibriert, doch es ist mir gleichgültig. Ein Restaurant bzw. eine Kneipe. Ich halte an, greife ins Handschuhfach und nehme die Pistole heraus. Ausgestiegen sperre ich das Auto ab und gehe in hinein. Aus dem Augenwinkel sehe ich bereits den Wagen von Vani und Basti, in dem wahrscheinlich auf meine Freundin und Paddy saßen, jedoch ignoriere ich es.
Nun befinde ich mich in einem kleinen Speisesaal, voll mit Gästen. Ein Mann und eine Frau stehen am Tresen und starren mich an. Entrüstet blicken sie auf die Pistole in meiner Hand. Ich lächle. "Ich möchte wissen, was sie wollten", frage ich kaum hörbar. Wie zu erwarten bekam ich keine Antwort. Der Arm mit der Pistole erhob sich und mein Finger betätigte den Hebel. Mein Opfer war Vater von drei Kindern, die um am Tisch versammelt waren, so wie seine Frau. Kopfschuss. Nach erneutem Fragen, nun etwas lauter, bekam ich wieder keine Reaktion. Jetzt traf es einen alten Mann, geschätzte 70 Jahre alt, der sich zur Feier des Tages einen Kaffee und etwas zu essen bestellen wollte, da er im Lotto gewonnen hatte. Ich schoss genau durch den Hals. Er war sofort tot. Hinter mir sprang die Tür auf. Meine Freundin war nun da und konnte mich sehen, ich spürte es. "Dhaneo, nicht. Bitte, ich... lass mich erklären...!", stammelte sie, ehe sie sich umsah. Doch dann änderte sie ihren Tonfall und ich hörte, wie schockiert sie war, wie aufgelöst. "Dhaneo, was...? Warum...? Wieso? ...Dhaneo...!", flüsterte sie leise und zaghaft. Nun war es also soweit, ich würde sie zu einer Entscheidung zwingen, deren Ausgang ich bereits kannte.
"Kommst du bitte mal her?", bat ich sie sanft. Dieser Bitte kam sie nach. Ich spürte, wie gern sie mich umarmt hätte, doch sie tat es nicht, sie war zu feige. Mit einem fragenden Blick stand sie neben mir. Ihr Blick wanderte immer wieder von meinen Augen auf die Waffe in meiner Hand. Mir war bewusst, dass sie wollte, das ich die Pistole weglege, doch ich konnte nicht. Ich wollte nicht. "Willst du das hier beenden? Diese Massaker?", fragte ich sie ruhig. Sie nickte. "Dann tu das!", forderte ich sie auf. Ein simples "Wie?" sprang über ihre zittrigen Lippen in mein Ohr. Würde sie meiner nächsten Bitte nicht nachkommen oder mit einer Verneinung reagieren, war mein Schicksal besiegelt, und ich wusste, dass sie genau das tun würde. "Sag es!", zischte ich. Sie stellte sich ratlos und wollte wissen, was sie sagen sollte. Sie würde alles sagen, meinte sie, nur um das hier aufhören zu lassen. Mein Kopf drehte sich nun zu ihr. Unsere Blicke trafen sich allerdings nicht, da ich mein Augenmerk auf etwas richtete, was nicht auf Augenhöhe war: Der Ring an ihrer Hand. Der Ring, den auch ich trage. Wie nicht anders zu erwarten, versuchte sie zu erahnen, wohin ich schaute. Es dauerte einige Sekunden, bis sie es begriff und mir nervös, traurig, aufgelöst in die Augen sah und fast begann zu weinen. Ich wusste, was gerade in ihr vorging, wie sehr sie sich quälte. Die Gewissheit, dass sie es sagen wollte, hatte ich schon längst, doch wollte ich sehen und hören, wie sie es sagte, was ihr unmöglich war. "Tust du's?", fragte ich sie zynisch. So ängstlich, wie sie, war noch nie jemand in meiner Gegenwart, nur, weil ich etwas von dieser Person verlangte. Ich drehte mich wieder gen Tresen und starrte den Mann und die Frau an, dann die Menschen, die ich gerade getötet hatte, meine Freundin und ging mit meinen Augen wieder zu den beiden Menschen, die mich von Anfang an angestarrt hatten.
Ein Lächeln, fast schon ein sarkastisches Lachen war es, was ich nun von mir gab. "Jetzt weiß ich es, was sie wollten!", sagte ich. "Kein Beweis, wie weit ich für sie gehen würde, was ich für sie tun würde", mein Blick traf genau in die Augen der beiden Menschen mir gegenüber, "nein, sie wollten nur eines, stimmt's?" Die Hand mit der Waffe schlich langsam nach oben, wo sie fünf Schüsse von sie gab, die alle samt Gläser in den Reihen hinter dem Tresen trafen. "Sie wollten nur eines, richtig? Nur diese eine Sache", sagte ich während ich den Lauf an meine Schläfe wandern ließ, "sie wollten nur, dass ich sie in Ruhe lasse, oder?", fragte ich. "Nun, dann, werde ich ihnen nun diesen Wunsch erfüllen", flüsterte ich und drückte ab.
Mein Körper fiel zu Boden und ich sah noch, wie meine Freundin auf mich zu ging, doch es war zu spät. Ich lag da, halb tot, halb lebendig, da mein Geist noch zu verweilen schien. Sie nahm mich in den Arm, schrie, das irgendwer einen Krankenwagen rufen sollte, obwohl sie wusste, das es zu spät war. Sie weinte. Sie weinte um mich. Sie flehte mich an, nicht zu sterben, bei ihr zu bleiben, weil sie mich doch brauchte, weil ich alles für sie sei, doch war es für diese Erkenntnis nun reichlich spät. All ihr bitten und betteln war vergebens. Sie griff nach meiner Hand, hielt sie ganz fest, weinte, schrie, doch es nützte nichts. Mein Weg führte nun an einen anderen Ort. Ich schloss die Augen und alles um mich herum wurde schwarz, meine Sinne begannen zu versagen. Ich hörte nichts mehr, ich roch nichts mehr, sah nichts mehr, schmeckte nichts mehr, spürte nichts mehr.
Doch dann, plötzlich kehrten meine fünf Sinne zu mir zurück. Ich roch etwas. Desinfektionsmittel? Ich schmeckte etwas. Plastik? Ich hörte etwas. Pumpen? Ich nahm Licht war. Die Sonne? Und dann, dann spürte ich es: mein schlagendes Herz. Ich öffnete meine Augen. Weiß. Alles um mich herum war weiß. Links von mir ein Beatmungsgerät, in meinem Mund ein Schlauch. Die Sonne schien ins Zimmer hinein. Und neben mir. Da saß sie, auf das Bett gelehnt, mit meiner Jacke über den Schultern, meine Hand halten. Meine Freundin. Aber wie war das möglich? Ich konnte nicht mehr am Leben sein. Ein Kopfschuss tötet einen doch. Ich bewegte langsam meinen Kopf, um nach draußen zu sehen, da wurde meine Freundin wach. Sie sah mir in die Augen. Wieder fing sie an, zu weinen.
"Dhaneo...!", sagte sie und umarmte mich, küsste meine Stirn, mein Gesicht, sie nahm mir den Schlauch aus dem Mund und küsste mich. Es war ein grandioser Kuss, der lang genug dauerte, um mir die Kraft zu geben, die ich zum Sprechen benötigte. "Was ist hier los? Wieso lebe ich noch?", fragte ich sie verwundert. Kurzer Hand erzählte sie mir, das die Kugel irgendwie ihr Ziel, also mein Gehirn, verfehlt hatte und feststeckte, was meinen Tod lang genug verzögerte, um die Kugel heraus zu operieren und mich auf die Intensivstation verlegen zu lassen. Außerdem gäbe es noch zwei Menschen außer ihr, die mich nicht gehen lassen wollten, meinte sie und zeigte auf das andere Bett im Raum, auf dem Nathaniel und Lea lagen. Nun war ich komplett verwirrt. Die beiden müssten im Jenseits sein, dachte ich. Doch wurde ich auch hier schnell aufgeklärt. Die Beiden hatte nicht von dem getrunken, was ich ihnen gegeben hatte, wie sich herausstellte, sondern haben nur so getan, als ob.
Eine Stunde verging und ich erfuhr, was sonst noch los war. Ich wurde gesucht wegen zweifachem Mord. "Geschieht mir recht!", motzte ich. Allerdings stand ich mit dieser Meinung allein da. "Dhaneo?", sah sie mich fragend an. Ein Gefühl von Unwohlsein breitete sich in mir aus. Möglichst gelassen gab ich ein kleines "Ja?" von mir. "Ich lass dich nicht ins Gefängnis. Und die beiden da auch nicht." Ziemlich kraftlos erklärte ich ihr, dass sie das wohl müsse, da es keine Möglichkeit für mich gäbe, mich davor zu drücken. Da meinte sie, es gäbe eine und sie alles schon arrangiert hätte. Verständlicherweise war ich überrascht und schockiert. Wie wollte sie das nur anstellen? Gerade, als ich mich danach zu erkundigen versucht, legte sie mir Klamotten aufs Bett und bat mich, diese anzuziehen, da es an der Zeit wäre, aufzubrechen. Ich tat ihr den Gefallen und mobilisierte all meine Kraft, um mich anzuziehen und aufzustehen. Sie weckte die beiden Kleinen und wir gingen aus dem Krankenhaus. Unten warteten Vani und Basti mit dem Auto, in dem sie uns vier dann zum Flughafen fuhren.
"Hier bitte, wie versprochen. Vier Erste-Klasse-Ticktes nach Las Vegas. Und du bist dir da ganz sicher?", hackte Vani bei meiner Freundin nach. Sie nickte. "Gut, dann machen wir das nachher am Flughafen. Ach ja, das sind dein Adoptivsohn Nathan und deine Adoptivtochter Mary." Nun war ich vollkommen perplex und bat um Aufklärung. Wie sich herausstellte, hatten wir neue Pässe - natürlich Fälschungen, allerdings waren sie zugegeben doch recht glaubhaft. Ich war etwas verwundert, als ich mir meine neuen Papiere ansah. Mein Vorname änderte sich zwar nicht, jedoch hatte ich einen anderen Nachnamen. "Und du bist...?", bemerkte ich beiläufig. "Deine Frau", antworte sie sachlich, "und wehe dir, es kommt ein doofer Kommentar. Ich hab nämlich im Gegensatz zu dir einen anderen Namen." Mit einem zynischen Fragezeichen auf der Stirn und einem "Und welchen?" auf den Lippen sah ich sie an. Da sie sich so weigerte, es mir zu sagen, schnappte ich ihr einfach den Pass weg und sah ihn mir an. Ein Grinsen war nicht zu vermeiden, als ich den Namen las. Genüsslich gab ich ihr den Pass zurück und sah sie hämisch an. "So, also Sofia, ja?", grinste ich gehässig. "Na und?", fing sie an zu maulen, "Immerhin besser als Dhaneo---!", doch ehe sie mehr sagen konnte legte meinen Finger auf ihre Lippen, was sie zum Schweigen bewegte.
Wir kamen endlich am Flughafen an und waren keine Stunde später im Flugzeug nach Las Vegas. Kaum war der Flieger in der Luft sah ich zu meiner Freundin rechts neben mir und fragt sie, wieso sie das machte und wieso es erst soweit kommen musst. Da erzählte sie mir, dass sie ihren Eltern einen Brief geschrieben hätte, in dem alles über uns beide stand. Sie hatte eingesehen, dass sie es ihnen beichten musste, auch, wenn es ihr schwer fiel. "Ich wollte nur noch eins Dhaneo, und zwar mit dir weg. Die Tatsache, dass du ins Gefängnis hättest gehen müssen, wenn du aufwachst, war zu viel für mich. Deshalb der Aufwand hier. Und die beiden Kleinen wollten natürlich mit.". Mehrere Stunden später landeten wir am Flughafen von Las Vegas, wo bereits ein Abholservice auf uns wartete, der uns in unser Hotel brachte.
das is echt der hammer
bloss fehlen mir ein paar aufklärungshinweise
Gelassenheit ist die höchste Tugend des Weisen.(Seneca)
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FF-Freaklady - 35
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Geschrieben am: 20.12.2007 um 18:18 Uhr
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Zitat von DaniAS: Zitat von FF-Freaklady: 18 Uhr am Abend, ich bin pünktlich am Bahnhof. Nervös blicke ich umher, nach deinem Zug Ausschau haltend. Endlich kommt er an. Unruhig warte ich, versuche dich in der Menschenmenge zu finden. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter und drehe mich um. Du. In Lebensgröße. Ich kann es kaum fassen. Ein Lächeln. Nur für mich. Ich bin sprachlos, grinse dann aber doch und erkläre dir, dass ich auf dich gewartet habe und dich nun erstmal zu mir nach hause bringen werde. Deine Tasche nehme ich dir ab und du nimmst dafür meine Hand in deine. Ein berauschendes Gefühl. So machen wir uns beide auf den weg zu mir.
Angekommen fällt dir als erstes auf, dass wir allein sind. Ich stelle deine Tasche in meinem Zimmer ab, biete dir Getränke und Essen an, mache es mir neben dir auf dem Sofa gemütlich. Du bist erschöpft. Deinen Mantel und deine Schuhe hast du schon längst ausgezogen. Entspannt sitzen wir nebeneinander auf dem Sofa. Erst, als du dich an mich kuschelst und meinst, du seist müde, berühren wir uns wieder. Leicht errötet lasse ich meine Hand auf deiner Schulter nieder. Stunden verharren wir so. Erst dann legst du deinen Kopf von meinem Herzen neben meinen Kopf und legst deinen arm liebevoll um mich.
Wir reden kaum, wenn, dann nur mit den Augen. Es geschieht eigentlich nichts bei uns, doch es fühlt sich an, als wären 1000 Dinge auf einmal geschehen. Irgendwann wandert mein Blick auf die Uhr. Fast Mitternacht. Liebevoll will ich dich fragen, ob wir nicht ins Bett gehen sollen, doch du scheinst bereits zu schlafen. Erst, als ich versuche, aufzustehen, um eine Decke zu holen, öffnest du deine Augen, packst mein T-Shirt und ziehst mich wieder zu dir. Ich erkläre dir die Situation kurz und biete dir dann an, dass wir drüben noch etwas Fernsehen.
Kaum habe ich deine Einwilligung führe ich dich auch schon ins Zimmer. Erschöpft fällst du ins auf Decke und Kissen. Verschüchtert wünsche ich dir eine gute Nacht und will aus dem Zimmer treten. Doch du bittest mich zu bleiben. Ich setzte mich auf die Bettkante und sehe dir in die Augen. Kurzzeitig verliere ich mich in deinem Blick. Aber dann fragst du mich, ob ich hier bei dir schlafe und ziehst mich zu dir. Mich gegen dich zu wehren wäre Schwachsinn, auch, weil ich selbst gern neben dir schlafen würde. Ich willige ein und gehe mich schnell umziehen.
Schlafbereit stehe ich wieder im Zimmer. Du stehst da und lächelst mich an, nimmst meine Hand und ziehst mich zu dir. Gerade noch kann ich den Lichtschalter umlegen, so, dass Dunkelheit herrscht. Ich lege mich hin und spüre schon deinen Körper neben mir. Die Decke in der Hand, hülle ich uns beide ein. Unruhig suchst du einen Platz zum Schlafen, der dir meine Nähe bietet. Wieder legst du deinen Kopf neben meinen auf die Schulter, während deine Arm sich zum Einen über meinen Rücken auf die Schulter, auf die auch dein Kopf liegt, und zum Anderen zu meiner Hand bewegen. Doch in dem Moment, in dem ich meinen Arm um dich lege, deine suchende Hand nehme, und dir nichts anderes als einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn gebe, scheint die Welt still zu stehen.
So daliegend schlafen wir gemeinsam ein, nur, um am nächsten Morgen genau in dieser Postition aufzuwachen.
WOW... einfach nur WOW
mir fehlen die worte
danke
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FF-Freaklady - 35
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Geschrieben am: 20.12.2007 um 18:19 Uhr
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Zitat von DaniAS: Zitat von FF-Freaklady: Dhaneos Vorahnung
Ich befinde mich in einer Stadt und laufe durch die Straßen. Es regnet. Ich habe meinen mp3-Player an und höre "911" von Wyclef Jean und Mary J. Blige, was eines der schönsten Lieder aller Zeiten ist, wie ich finde. Ich kenne diese Stadt nicht, doch weiß ich, wo ich hin muss. Gelegentlich schaue ich auf die Straßenschilder. Keiner der Straßennamen kommt mir bekannt vor, bis ich an eine Straße komme, deren Namen ich sehr gut kenne. Das ist die Straße, in der meine Freundin lebt. Wenig entschlossen biege ich in diese Straße ein. Mein Herz müsste doch vor Freude klopfen, warum fürchtet es sich aber nun? Gleichgültig laufe ich den Weg entlang, ohne auf die umstehenden Häuser zu achten. Lediglich die Nummern interessieren mich. Aufgeregt suche ich. Dort ist die 31, da die 33, 35, 37. Hier ist es, die Nummer 39, hier wohnt sie. Wieso aber wechsle ich die Seite? Egal, denke ich mir und lehne mich gegen eine Laterne. Traurig zünde ich mir eine Zigarette an. War ja klar, dass ich mir das Rauchen nicht abgewöhnen kann und ich immer noch Zigaretten mit mir rumschleppe. Wie immer in der Innentasche meiner Jeans-Jacke, zusammen mit dem Feuerzeug. Bei dieser Gelegenheit schalte ich auch gleich zum Nächsten Song. Mir ist gerade nicht so nach Techno, also das nächste Lied. "Du fehlst mir" von Cappucino, schon besser. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in mir aus, während ich zum Fenster vom Haus meiner Freundin schaue. Es brennt kein Licht, aber das ist auch nicht weiter tragisch.
Gefühlte Ewigkeiten vergehen, bis plötzlich ein Licht das Fenster und dessen Zimmer erhellt. Meine Augen füllen sich nicht mit Tränen sondern Erkenntnis, Enttäuschung und Hass auf den Glauben an die Liebe, den ich hatte, als ich sehe, wie meine Freundin mit einem Kerl knutschend in ihrem Zimmer auf ihr Bett fällt. Den Rest sehe ich mir nicht an, das wäre zu viel für mich. Allerdings scheinen sie das anders zu sehen und legen in der Zeit, die vergeht, bis ich wieder auf der anderen Straßenseite stehe, nun direkt vor ihrer Haustür, ziemlich schnell los und kommen scheinbar direkt zur Sache. Aus der anderen Innentasche meiner Jacke ziehe ich einen Briefumschlag. Rot. Das passt. Als würde ich mich verabschieden, küsse ich den Umschlag leicht, lege ihn dann auf die im trocken liegende Fußmatte und klingle an der Tür. Anschließend gehe ich den Weg, den ich gekommen bin, wieder zurück.
Ich stehe am Anfang der Straße, während ich mein Handy zücke und eine SMS schreibe: "Hey Paddy, tut mir leid, du hattest doch recht, sie hat mich belogen. Na ja, jetzt auch egal. Mach ihr bitte keinen Vorwurf, aber jetzt wo ich sie verloren habe, sehe ich keinen Grund mehr für Vernunft. Versuch nicht, mich zu finden oder zu erreichen, es wäre nicht gut für dich. Und bitte auch niemand anderen darum, das ist jetzt meine Sache. Danke für alles, du bist der Beste. SYIH. Dhaneo". Ich schick die SMS ab und stecke das Handy wieder weg. Einige Straßen weiter biege ich erneut ein. Ich gehe auf ein Reihenhaus zu, mach die Tür auf und laufe in den 2. Stock, sperre dir Tür auf und lasse sie wieder ins Schloss fallen.
Eine schöne Wohnung. Der Flur in einem sanften Gelb und einer Buchenholz-Garderobe ausgestattet, die ich jedoch links liegen lasse. Mein Weg führt mich in die grau-rote Küche, meine Traum-Küche. Nach etwas suchend wühle ich in einem der zahlreichen Schränke umher. Kaum bin ich fündig geworden, gehe ich fast katzenartig leise in den hintersten Raum der Wohnung. Ein Kinderzimmer, halb Mondlicht-Blau, halb Kirschblüten-Rosa. Vor mir zwei Betten, in denen zwei Kinder schlafen. Lea und Nathaniel. Ich wecke sie. An ihren Betten steht je ein Glas mit Wasser darin. Sie sind krank. "Lea, Nathaniel, los nehmt das. Danach wird es euch besser gehen!", behaupte ich und gebe etwas von der Flüssigkeit aus der Flasche, die ich in der Küche gesucht hatte, in ihre Gläser. Widerwillig folgen sie meiner Anweisung. "Das schmeckt schlecht!", sagen sie. "Mir geht es viel schlechter, als vorher!", mein Nathaniel. "Mir auch!", sagt Lea. Ich beruhige die beiden und lege sie wieder schlafen. Kaum hatte ich die Zimmertür geschlossen, schossen mir auch schon die Tränen in die Augen, doch ich durfte nicht weinen, nicht jetzt. Ich fand meine Beherrschung wieder und machte mich auf den Weg raus aus der Wohnung. Die Flasche hatte ich wieder in die Küche gestellt. Natürlich war es unmenschlich, was ich getan hatte, doch ich würde ihnen bald folgen, so war ich mir sicher. Außerdem wäre es schlimmer gewesen, sie hier zu lassen, wo ich doch bald von dieser Welt gehen würde, genauso wie die Menschen, die ich mit mir nehmen würde. Meine Hand berührte gerade die Türklinke des Hauses, als ich spüre, wie zwei Teile meines Herzens verschwinden. "Nathaniel... Lea...", flüstere ich, "es tut mir leid... ich wollte nicht, doch ich musste!". Dann verließ ich das Haus.
Wie geistesabwesend wandere ich zu einer Garage. Durch einen Eingang an der Seite gelange ich in ihr Inneres, wo ein Auto, ein Subaru steht. Julis Subaru. Ich ziehe die Jacke, die ich noch trage aus, um mir die an der Wand hängende weiße Lederjacke anzuziehen, auf der hinten groß der Name steht, den er mir aus Spaß gegeben hat. Auf meine Mütze wird ausgetauscht. Nun ist auch sie weiß. Die Mütze, die er mir damals geschenkt hat. Da, die Autoschlüssel. Ich nehme sie, mach das Tor auf und steige ins Auto, um loszufahren. Ziellos streife ich durch die Stadt. Immer wieder merke ich, wie mein Handy in meiner Hosentasche vibriert, doch es ist mir gleichgültig. Ein Restaurant bzw. eine Kneipe. Ich halte an, greife ins Handschuhfach und nehme die Pistole heraus. Ausgestiegen sperre ich das Auto ab und gehe in hinein. Aus dem Augenwinkel sehe ich bereits den Wagen von Vani und Basti, in dem wahrscheinlich auf meine Freundin und Paddy saßen, jedoch ignoriere ich es.
Nun befinde ich mich in einem kleinen Speisesaal, voll mit Gästen. Ein Mann und eine Frau stehen am Tresen und starren mich an. Entrüstet blicken sie auf die Pistole in meiner Hand. Ich lächle. "Ich möchte wissen, was sie wollten", frage ich kaum hörbar. Wie zu erwarten bekam ich keine Antwort. Der Arm mit der Pistole erhob sich und mein Finger betätigte den Hebel. Mein Opfer war Vater von drei Kindern, die um am Tisch versammelt waren, so wie seine Frau. Kopfschuss. Nach erneutem Fragen, nun etwas lauter, bekam ich wieder keine Reaktion. Jetzt traf es einen alten Mann, geschätzte 70 Jahre alt, der sich zur Feier des Tages einen Kaffee und etwas zu essen bestellen wollte, da er im Lotto gewonnen hatte. Ich schoss genau durch den Hals. Er war sofort tot. Hinter mir sprang die Tür auf. Meine Freundin war nun da und konnte mich sehen, ich spürte es. "Dhaneo, nicht. Bitte, ich... lass mich erklären...!", stammelte sie, ehe sie sich umsah. Doch dann änderte sie ihren Tonfall und ich hörte, wie schockiert sie war, wie aufgelöst. "Dhaneo, was...? Warum...? Wieso? ...Dhaneo...!", flüsterte sie leise und zaghaft. Nun war es also soweit, ich würde sie zu einer Entscheidung zwingen, deren Ausgang ich bereits kannte.
"Kommst du bitte mal her?", bat ich sie sanft. Dieser Bitte kam sie nach. Ich spürte, wie gern sie mich umarmt hätte, doch sie tat es nicht, sie war zu feige. Mit einem fragenden Blick stand sie neben mir. Ihr Blick wanderte immer wieder von meinen Augen auf die Waffe in meiner Hand. Mir war bewusst, dass sie wollte, das ich die Pistole weglege, doch ich konnte nicht. Ich wollte nicht. "Willst du das hier beenden? Diese Massaker?", fragte ich sie ruhig. Sie nickte. "Dann tu das!", forderte ich sie auf. Ein simples "Wie?" sprang über ihre zittrigen Lippen in mein Ohr. Würde sie meiner nächsten Bitte nicht nachkommen oder mit einer Verneinung reagieren, war mein Schicksal besiegelt, und ich wusste, dass sie genau das tun würde. "Sag es!", zischte ich. Sie stellte sich ratlos und wollte wissen, was sie sagen sollte. Sie würde alles sagen, meinte sie, nur um das hier aufhören zu lassen. Mein Kopf drehte sich nun zu ihr. Unsere Blicke trafen sich allerdings nicht, da ich mein Augenmerk auf etwas richtete, was nicht auf Augenhöhe war: Der Ring an ihrer Hand. Der Ring, den auch ich trage. Wie nicht anders zu erwarten, versuchte sie zu erahnen, wohin ich schaute. Es dauerte einige Sekunden, bis sie es begriff und mir nervös, traurig, aufgelöst in die Augen sah und fast begann zu weinen. Ich wusste, was gerade in ihr vorging, wie sehr sie sich quälte. Die Gewissheit, dass sie es sagen wollte, hatte ich schon längst, doch wollte ich sehen und hören, wie sie es sagte, was ihr unmöglich war. "Tust du's?", fragte ich sie zynisch. So ängstlich, wie sie, war noch nie jemand in meiner Gegenwart, nur, weil ich etwas von dieser Person verlangte. Ich drehte mich wieder gen Tresen und starrte den Mann und die Frau an, dann die Menschen, die ich gerade getötet hatte, meine Freundin und ging mit meinen Augen wieder zu den beiden Menschen, die mich von Anfang an angestarrt hatten.
Ein Lächeln, fast schon ein sarkastisches Lachen war es, was ich nun von mir gab. "Jetzt weiß ich es, was sie wollten!", sagte ich. "Kein Beweis, wie weit ich für sie gehen würde, was ich für sie tun würde", mein Blick traf genau in die Augen der beiden Menschen mir gegenüber, "nein, sie wollten nur eines, stimmt's?" Die Hand mit der Waffe schlich langsam nach oben, wo sie fünf Schüsse von sie gab, die alle samt Gläser in den Reihen hinter dem Tresen trafen. "Sie wollten nur eines, richtig? Nur diese eine Sache", sagte ich während ich den Lauf an meine Schläfe wandern ließ, "sie wollten nur, dass ich sie in Ruhe lasse, oder?", fragte ich. "Nun, dann, werde ich ihnen nun diesen Wunsch erfüllen", flüsterte ich und drückte ab.
Mein Körper fiel zu Boden und ich sah noch, wie meine Freundin auf mich zu ging, doch es war zu spät. Ich lag da, halb tot, halb lebendig, da mein Geist noch zu verweilen schien. Sie nahm mich in den Arm, schrie, das irgendwer einen Krankenwagen rufen sollte, obwohl sie wusste, das es zu spät war. Sie weinte. Sie weinte um mich. Sie flehte mich an, nicht zu sterben, bei ihr zu bleiben, weil sie mich doch brauchte, weil ich alles für sie sei, doch war es für diese Erkenntnis nun reichlich spät. All ihr bitten und betteln war vergebens. Sie griff nach meiner Hand, hielt sie ganz fest, weinte, schrie, doch es nützte nichts. Mein Weg führte nun an einen anderen Ort. Ich schloss die Augen und alles um mich herum wurde schwarz, meine Sinne begannen zu versagen. Ich hörte nichts mehr, ich roch nichts mehr, sah nichts mehr, schmeckte nichts mehr, spürte nichts mehr.
Doch dann, plötzlich kehrten meine fünf Sinne zu mir zurück. Ich roch etwas. Desinfektionsmittel? Ich schmeckte etwas. Plastik? Ich hörte etwas. Pumpen? Ich nahm Licht war. Die Sonne? Und dann, dann spürte ich es: mein schlagendes Herz. Ich öffnete meine Augen. Weiß. Alles um mich herum war weiß. Links von mir ein Beatmungsgerät, in meinem Mund ein Schlauch. Die Sonne schien ins Zimmer hinein. Und neben mir. Da saß sie, auf das Bett gelehnt, mit meiner Jacke über den Schultern, meine Hand halten. Meine Freundin. Aber wie war das möglich? Ich konnte nicht mehr am Leben sein. Ein Kopfschuss tötet einen doch. Ich bewegte langsam meinen Kopf, um nach draußen zu sehen, da wurde meine Freundin wach. Sie sah mir in die Augen. Wieder fing sie an, zu weinen.
"Dhaneo...!", sagte sie und umarmte mich, küsste meine Stirn, mein Gesicht, sie nahm mir den Schlauch aus dem Mund und küsste mich. Es war ein grandioser Kuss, der lang genug dauerte, um mir die Kraft zu geben, die ich zum Sprechen benötigte. "Was ist hier los? Wieso lebe ich noch?", fragte ich sie verwundert. Kurzer Hand erzählte sie mir, das die Kugel irgendwie ihr Ziel, also mein Gehirn, verfehlt hatte und feststeckte, was meinen Tod lang genug verzögerte, um die Kugel heraus zu operieren und mich auf die Intensivstation verlegen zu lassen. Außerdem gäbe es noch zwei Menschen außer ihr, die mich nicht gehen lassen wollten, meinte sie und zeigte auf das andere Bett im Raum, auf dem Nathaniel und Lea lagen. Nun war ich komplett verwirrt. Die beiden müssten im Jenseits sein, dachte ich. Doch wurde ich auch hier schnell aufgeklärt. Die Beiden hatte nicht von dem getrunken, was ich ihnen gegeben hatte, wie sich herausstellte, sondern haben nur so getan, als ob.
Eine Stunde verging und ich erfuhr, was sonst noch los war. Ich wurde gesucht wegen zweifachem Mord. "Geschieht mir recht!", motzte ich. Allerdings stand ich mit dieser Meinung allein da. "Dhaneo?", sah sie mich fragend an. Ein Gefühl von Unwohlsein breitete sich in mir aus. Möglichst gelassen gab ich ein kleines "Ja?" von mir. "Ich lass dich nicht ins Gefängnis. Und die beiden da auch nicht." Ziemlich kraftlos erklärte ich ihr, dass sie das wohl müsse, da es keine Möglichkeit für mich gäbe, mich davor zu drücken. Da meinte sie, es gäbe eine und sie alles schon arrangiert hätte. Verständlicherweise war ich überrascht und schockiert. Wie wollte sie das nur anstellen? Gerade, als ich mich danach zu erkundigen versucht, legte sie mir Klamotten aufs Bett und bat mich, diese anzuziehen, da es an der Zeit wäre, aufzubrechen. Ich tat ihr den Gefallen und mobilisierte all meine Kraft, um mich anzuziehen und aufzustehen. Sie weckte die beiden Kleinen und wir gingen aus dem Krankenhaus. Unten warteten Vani und Basti mit dem Auto, in dem sie uns vier dann zum Flughafen fuhren.
"Hier bitte, wie versprochen. Vier Erste-Klasse-Ticktes nach Las Vegas. Und du bist dir da ganz sicher?", hackte Vani bei meiner Freundin nach. Sie nickte. "Gut, dann machen wir das nachher am Flughafen. Ach ja, das sind dein Adoptivsohn Nathan und deine Adoptivtochter Mary." Nun war ich vollkommen perplex und bat um Aufklärung. Wie sich herausstellte, hatten wir neue Pässe - natürlich Fälschungen, allerdings waren sie zugegeben doch recht glaubhaft. Ich war etwas verwundert, als ich mir meine neuen Papiere ansah. Mein Vorname änderte sich zwar nicht, jedoch hatte ich einen anderen Nachnamen. "Und du bist...?", bemerkte ich beiläufig. "Deine Frau", antworte sie sachlich, "und wehe dir, es kommt ein doofer Kommentar. Ich hab nämlich im Gegensatz zu dir einen anderen Namen." Mit einem zynischen Fragezeichen auf der Stirn und einem "Und welchen?" auf den Lippen sah ich sie an. Da sie sich so weigerte, es mir zu sagen, schnappte ich ihr einfach den Pass weg und sah ihn mir an. Ein Grinsen war nicht zu vermeiden, als ich den Namen las. Genüsslich gab ich ihr den Pass zurück und sah sie hämisch an. "So, also Sofia, ja?", grinste ich gehässig. "Na und?", fing sie an zu maulen, "Immerhin besser als Dhaneo---!", doch ehe sie mehr sagen konnte legte meinen Finger auf ihre Lippen, was sie zum Schweigen bewegte.
Wir kamen endlich am Flughafen an und waren keine Stunde später im Flugzeug nach Las Vegas. Kaum war der Flieger in der Luft sah ich zu meiner Freundin rechts neben mir und fragt sie, wieso sie das machte und wieso es erst soweit kommen musst. Da erzählte sie mir, dass sie ihren Eltern einen Brief geschrieben hätte, in dem alles über uns beide stand. Sie hatte eingesehen, dass sie es ihnen beichten musste, auch, wenn es ihr schwer fiel. "Ich wollte nur noch eins Dhaneo, und zwar mit dir weg. Die Tatsache, dass du ins Gefängnis hättest gehen müssen, wenn du aufwachst, war zu viel für mich. Deshalb der Aufwand hier. Und die beiden Kleinen wollten natürlich mit.". Mehrere Stunden später landeten wir am Flughafen von Las Vegas, wo bereits ein Abholservice auf uns wartete, der uns in unser Hotel brachte.
das is echt der hammer
bloss fehlen mir ein paar aufklärungshinweise
naja das ist auch mitten aus nem text raus. also quasie nur der teil einer geschichte^^
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