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Forum / Poesie und Lyrik

Nachts

Lonely_Wolf - 35
Experte (offline)

Dabei seit 12.2005
1315 Beiträge

Geschrieben am: 16.11.2007 um 14:13 Uhr
Zuletzt editiert am: 16.11.2007 um 14:15 Uhr

Nachts, wenn ich um die Häuser zieh,
bin ich hungrig und sehe sie.
So zart, so schwach und voller Leid.
Die Menschen sterben, von Zeit zu Zeit.

Umgeben von dunklen Schatte,
seh ich sie durch die Straßen wandern.
Übles schleicht an ihnen empor,
ergreift sie leise, flüstert ihnen ins Ohr:

„Bist voller Sehnsucht, Trauer und Zorn,
ich kann dich befreien, schau einfach nach vorn.
Siehst du nicht die Engel weinen,
die dir so viel Kummer bereiten?“

Ihr blickt hinauf und seht einen Schein,
Ihr sinkt in die Tiefe und könntet spei’n.
Einsam zieht ihr aus eurer Jacke,
einen Dolch der dort nichts zu suchen hatte.

„So ist es recht, das wird dir helfen,
stich einfach zu und lass es enden.
Du arme Seele standest so viel durch,
doch nun bin ich hier und binde dich los.“

Langsam drehst du den Dolch herum,
die Spitze zum Herz, doch du bleibt stumm.
Ein düstrer Hauch ergreift deine Hand.
Nun stichst du zu, frei von Verstand.

Die Bestie kommt.
Der Schatten entschwindet.
Saugt sogleich dein Herz dir aus.
Der Wahnsinn lacht: „Was für ein Schmaus!“

Ich bin der Schatten, ich bin das Biest.
Ich bin das Dunkel, ich bin deine Trist.
Ich bin der Dolch, ich bin der Hauch.
Ich bin die Hoffnung, die du hättest gebraucht.



autsch xD

Amixor33 - 35
Champion (offline)

Dabei seit 10.2007
2192 Beiträge

Geschrieben am: 16.11.2007 um 19:32 Uhr

Wow... das Gedicht gefällt mir außerordentlich, seine düstere und traurige Atmosphäre fesselt - spiegelt es zugleich auch die heutige Gesellschaft wieder, sprachlich auf einem gehobenem Niveau, die Reime sind meistens passend, nur manchmal wirken sie leicht gezwungen und lassen inne halten, z.B. Schein - spei'n / meiner Meinung nach nicht ein so schöner Reim, schmälert das Gesamtbild aber nicht, einzig der Wechsel von ihr ins du empfinde ich ein wenig verwirrend, ein kleiner Fehler... das lyrische Ich sieht die Menschen, redet von "ihr" , nachdem Dialog ist es aber ein du geworden...

Einsam zieht ihr aus eurer Jacke,
einen Dolch der dort nichts zu suchen hatte.
[...]
Langsam drehst du den Dolch herum,
die Spitze zum Herz, doch du bleibt stumm.

Die letzte Strophe gefällt mir am meisten, wenngleich sie auch Rätsel aufwirft. Bei dem "Ich" handelt es sich schon um den Teufel oder einem vergleichbarem Dämon?

Aber trotzdem ein gelungenes Gedicht...

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Lonely_Wolf - 35
Experte (offline)

Dabei seit 12.2005
1315 Beiträge

Geschrieben am: 18.11.2007 um 20:14 Uhr

Zitat von Amixor33:

einzig der Wechsel von ihr ins du empfinde ich ein wenig verwirrend, ein kleiner Fehler... das lyrische Ich sieht die Menschen, redet von "ihr" , nachdem Dialog ist es aber ein du geworden...

Einsam zieht ihr aus eurer Jacke,
einen Dolch der dort nichts zu suchen hatte.
[...]
Langsam drehst du den Dolch herum,
die Spitze zum Herz, doch du bleibt stumm.

Die letzte Strophe gefällt mir am meisten, wenngleich sie auch Rätsel aufwirft. Bei dem "Ich" handelt es sich schon um den Teufel oder einem vergleichbarem Dämon?

Aber trotzdem ein gelungenes Gedicht...


- der Wechsel war absicht: Ganz zu anfang, redet das Lyrische Ich ja über die allgemeinheit "ich sehe sie". Danach sagt es "ihr" und dann, ganz am ende, "Du". Im Dialog spricht das Wesen nunmal direkt mit dem Menschen, deswegen da immer "Du".
Insgesammt soll der Wechsel einfach die Distanz widerspiegeln.

- Ja, das Lyrische Ich ist einfach nur der Wolf unter all den Schafen, der die Wahrheit hinter dem Gesicht der Menschheit erkennt und sich an ihrer Blindheit ergötzt und ihre Schwäche für sich nutz. ...

autsch xD

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