Geschrieben am: 10.11.2007 um 19:28 Uhr
Zuletzt editiert am: 10.11.2007 um 19:31 Uhr
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Der erst kürzlich verstorbene Robert Gernhardt war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Essayist, Zeichner und Maler.
Er gilt heute als einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter deutscher Sprache. Sein Werk hat sich dabei von den Nonsens-Versen und den ausschließlich humoristischen Formen der 1960er und 1970er Jahre zu einer vielseitigen Lyrik weiterentwickelt, die Gernhardt auch stets um neue Töne erweiterte.
Gernhardt verarbeitete die Erfahrungen einer Herzoperation, der er sich im Jahr 1996 unterziehen musste, in dem aus 100 reimlosen Siebenzeilern bestehenden Gedichtszyklus Herz in Not. Auch über seinen Kampf mit dem Krebs ( dem er auch 2006 schließlich erlag) ab 2002 verfasste er mehrere Gedichte, die den ersten Teil der K-Gedichte darstellen.
Meine lieblings Werke:
Ich sprach
Ich sprach nachts: Es werde Licht!
Aber heller wurd' es nicht.
Ich sprach: Wasser werde Wein!
Doch das Wasser ließ das sein.
Ich sprach: Lahmer, Du kannst gehen!
Doch er blieb auf Krücken stehen.
Da ward auch dem Dümmsten klar,
daß ich nicht der Heiland war
Deutung eines allegorischen Gemäldes
Fünf Männer seh ich
inhaltsschwer -
wer sind die fünf?
Wofür steht wer?
Des ersten Wams strahlt
blutigrot -
das ist der Tod
das ist der Tod
Der zweite hält die
Geisel fest -
das ist die Pest
das ist die Pest
Der dritte sitzt in
grauem Kleid -
das ist das Leid
das ist das Leid
Des vierten Schild trieft
giftignass -
das ist der Hass
das ist der Hass
Der fünfte bringt stumm
Wein herein -
das wird der
Weinreinbringer sein.
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit
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