Zitat von beaaaaa:
Sie hatte den Namen Emilia….
Sie war klein, zierlich und ein fröhliches Mädchen.
Sie kam mit allen klar, hatte selten Probleme und empfing die Leute immer mit einem Strahlenden lächeln. Sie liebte die Natur, war oft unterwegs mit dem Fahrrad, meist für Stunden. So auch an diesem Tag…
Jeder sah sie sooo… als dieses fröhliche Mädchen.
Aber so war sie nicht.
Sie war zierlich…klein… sie fühlte sich Dick… zu Dick… sie war Klein… zu Klein…
Sie fühlte sich einfach nicht wohl in ihrer Haut. Für andere schien sie Perfekt.
Sie selber fühlte sich nicht wohl… nicht in dieser Haut. Irgendetwas fehlte ihr.
Sie hatte einen Freund. Sie waren lang zusammen sehr lang. Sie liebten sich über alles, Liebe auf den ersten Blick. Sie wusste nicht mehr was sie ohne ihn machen sollte.
Er war soo lieb zu ihr… er hätte alles für sie getan, das wusste sie.
Wenn sie an dies dachte rollten ihr Tränen über die Wangen.
Wie zu oft dachte sie, warum hab ich diesen Jungen überhaupt verdient? Warum?
Sie hatte viele Freunde und hatte spaß am Leben, so dachten die Leute.
Sie war meist ehrlich und sprach über ihre Probleme.
Sie war sehr emotional und lachte sehr viel. Mit der zeit lies dies aber nach.
Das lachen… es verschwand immer mehr…
Stattdessen traten immer mehr Tränen aus ihren Augen.
Keiner merkte es…
Keiner… und wenn dann stellte man immer die gleichen Fragen.
„ Was ist mit dir loos?“
Sie schüttelte den Kopf und sagt…
„ Nichts… nichts ist loos… versteht doch…“
Und schon hatte sie wieder das lächeln im Gesicht…
Das aufgesetzte… das fröhliche… nur sie selbst wusste das es aufgesetzt war und nicht ehrlich. So ging es Tag für Tag… wenn sie Ärger hatte, stieg sie auf ihr Fahrrad und fuhr und fuhr und fuhr… sie wusste nicht wohin… immer nur gerade aus… mit Gedanken im Kopf… Wie immer wusste sie am Schluss nicht mehr wo sie war… Sie suchte den weg wieder nach Hause wischte die Tränen ab die sie über die ganze fahrt hinweg vergossen hat und ging in ihr Zimmer… schon klingelte das Telefon und sie hörte die liebevolle Stimme ihres Freundes…
„Schatz wie geht es dir?“
„Sehr gut mein Schatz…“
Auf einen Schlag hatte sie wieder das glückliche in ihrer Stimme. Aber nur für dieses Telefonat, sobald der Hörer aufprallt hat sie wieder die einen Gedanken.
Die Gedanken die sie nicht mehr los ließen.
Die Gedanken die so wundervoll klangen, einem aber auch Angst machen.
Die Gedanken, wie es wäre wenn… ja wie es wäre wenn sie tot wäre.
Sie liebte die Gedanken. Sie stellte sich es oft vor wie sie dort oben steht auf ihre wichtigsten Menschen herabsieht und sie beschützt… das war das was sie sich wünschte…
Sie hatte den Wunsch nie laut ausgesprochen, zu groß war die Angst jemand könnte sie hören und verspotten oder sogar davon abhalten.
Es war einfach so leer in ihr drin.. Sie konnte nicht mehr spüren… keine Gefühle, gar nichts, nur diese eine Trauer, woher sie nicht wusste woher sie kam. Es fehlte ihr… trotz der Liebe ihres Freundes… es war nicht das was sie wollte… das Leben das sie lebte… ihr fehlte etwas, und dieses etwas suchte sie in dem Vorhergesehnten Tod.
Er sollte kommen, bald… sobald der richtige Zeitpunkt kam… und dieser rückte immer näher… bis sie eines Tages wieder mit ihrem Fahrrad fuhr und dieses eine Lied hörte… Just hold me… Behandelt mich Gerecht… sie zog die Tabletten aus ihrer Tasche die sie zuvor eingepackt hatte… lief in den Wald und schluckte die eine ganze Hand voll von diesen grausamen Bitterschmeckenden Tabletten.
Als nächstes holte sie die Briefe heraus die sie geschrieben hatte…
Liebe Familie…
Danke, das ihr immer für mich da wart. Mich großgezogen habt. Und immer mir das gegeben habt was das richtige war. Danke für eure liebe die ich sehr zu schätzen nahm und danke, dass ihr MEINE Familie seid. Ich liebe euch von ganzem Herzen und wünsche euch noch eine schöne Zeit. Ich hoffe euch geht es alle gut wenn ich euch von da oben aus beobachte und euch beschützen werde. Bitte seid nicht traurig, in meinem Leben fehlte etwas… es war der Tod… ich hatte keine Angst davor. Es ist nicht eure Schuld das es soweit gekommen ist, macht euch keine Sorgen, mir geht es gut.
In Liebe, eure kleine Emilia…
Hallo mein Schatz…
Ich liebe dich, vergess das nicht, ich werde dich immer lieben, und werde dich nie vergessen. Bitte vermiss mich nicht, ich hab schon genug deiner Gefühle für mich erobert und dieses letzte Gefühl möchte ich dir nicht nehmen. Es wird eine schwere Zeit, was ich nicht will, ziehe dich nicht zurück und denke daran das ich immer an dich denken werde. Ich werde immer an unsere wunderbare Zeit denken, sie ist einfach unvergesslich. Ich schaue auf dich herab und werde dich beschützen. Mein Engel, ich liebe dich. Ich kann es dir nicht zu wenig sagen. Suche dir eine neue Freundin, ich hoffe du findest die richtige… Sie wird dich genauso lieben, aber denk dran keiner kann dich mehr lieben als ich… nimm dir Zeit.
Es war nicht deine Schuld, im Gegenteil du hast es sogar geschafft das ich diesen Moment immer mehr hinausgezögert hab, aber ich hab nicht mehr warten können.
Mein Engel, ich warte auf dich,
In Liebe, dein kleiner Emilia-Liebling
Sie las sich die Briefe ein letztes Mal durch und legte sie sorgfältig und gut sichtbar neben den Baum, an dem sie sich Stunden später mit einem Seil erhängte…