Wer die tiefsten aller Wunden
Hat in Geist und Sinn empfunden,
bittrer Trennung Schmerz;
Wer geliebt, was er verloren,
lassen muß, was er erkoren,
Das geliebte Herz,
der versteht in Lust die Tränen
und der Liebe ewig Sehnen
eins in zwei zu sein
eins im andern sich zu finden,
dass der Zweiheit Grenzen schwinden
und des Daseins Pein.
Wer so ganz in Herz und Sinnen
könnt ein Wesen lieb gewinnen,
O ! den tröstet´s nicht,
daß für Freuden, die verloren,
neue werden neu geboren;
Jene sind´s doch nicht.
Das geliebte, süße Leben
dieses Nehmen und dies Geben,
Wort und Sinn und Blick
Dieses Suchen und dies Finden,
dieses Denken und Empfinden
kommt nie zurück.
Du nahmst einen Dolch und hast ihn mir in mein Herz gestoßen.
Laut schrie ich auf vor Schmerz, doch du hörtest es nicht.
Tränen rannen über meine Wangen und ich blicke dich verzweifelt an. Doch du hast mir nur einen kalten Blick geschenkt, der den Dolch noch tiefer bohrte. Vor Schmerzen schrie ich auf, doch es kümmerte dich nicht! Ich streckte meine Hand nach dir aus, doch du hast sie weggeschlagen und bist gegangen. Dann, ganz plötzlich hast du dich umgedreht, und mir einen weiteren Dolch in mein Herz gestoßen, als du sie in den Arm nahmst und küsstest. Mit Schmerzen und von Blut getränkt liege ich auf dem Boden. Dann drehst du dich auf einmal um und beugst dich über mich. Du reichst mir eine Waffe und sagst mir mit einem kalten Lachen, dass ich mich doch wehren solle. Von Schmerz durchflutet richte ich mich auf und greife nach ihr. Ich setze an und drück ab…
Ein lauter Schuss schrillt auf…
Mein Körper fällt leblos auf den kalten Boden zurück…
…erlöst von Schmerzen…