Der SSV Ulm 1846 im Visier der Medien
Kommentar zu den jüngsten Ereignissen im Wettskandal um den SSV Ulm 1846
(Kashyyk) - Nun ist es raus: Die SSV-Akteure Dinko Radojevic, Davor Kraljevic und Marijo Marinovic sind in den europaweiten Wettskandal verwickelt, der den SSV Ulm 1846 in den vergangenen Tagen und Wochen in den bundesweiten Fokus medialen Interesses gebracht hat.
Namhafte Zeitungen wie "Die Süddeutsche Zeitung" oder "Die Zeit" machten in ihrer Print bzw. Onlineausgabe den SSV Ulm zum Synonym für die Verstrickung des deutschen Fußballs in einen der größten europaweiten Sport-Skandale der letzten Jahre.
Mediale Präsenz in einer Form wie sie dem Verein seit dem Zwangsabstieg aus der 2. Bundesliga im Jahr 2001 nicht mehr zuteil wurde - Mediale Präsenz wie sie sich der SSV auch sicherlich nie gewünscht hätte.
Denn unabhängig davon was die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum noch zu Tage bringen werden, der Ulmer Fußballverein wird bis auf weiteres im Blickpunkt der Presse bleiben. Noch ist schließlich auch noch nicht endgültig geklärt, wie viele Begegnungen tatsächlich manipuliert wurden. Inzwischen (Stand 28.11.2009) ist sowohl von Spielen der vergangenen, als auch von Begegnungen der laufenden Saison die Rede. Eine Beteiligung weiterer Mannschaftsmitglieder kann zum derzeitigen Stand der Ermittlungen sicher ebenfalls noch nicht ausgeschlossen werden.
Abzuwarten bleibt auch die Reaktion der Fans: Diese haben schließlich über Monate hinweg eine Mannschaft unterstützt, die teilweise gar nicht gewillt war zu gewinnen. Zwar kann man die illegalen Machenschaften der drei Kroaten nicht dem Verein anhängen, der mit dem sportlichen und finanziellen Schaden ja schon sein eigenes Päckchen zu tragen hat, doch es nagt an der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen. Dem Vertrauen in einen Verein, mit dem es die Anhänger in den letzten Jahren sowieso alles andere als leicht hatten.
Was bleibt, soviel ist sicher, ist der enorme Imageschaden mit dem der SSV fertig werden muss – wieder einmal. Denn nach dem Abstieg aus dem Profifußball ist es nicht das erste Mal, dass der Verein mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam macht.
Dennoch wird auch in Ulm noch Fußball gespielt. Wie am Samstag beim 2:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt II. Doch das wird Spiegel, Zeit & Co keine Titelstory wert sein.
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