Ulm geht gegen Düsseldorf unter
(Kashyyk) - Mit einer unglaublichen Demontage des Ulmer Teams endete die Begegnung des 7. Spieltags zwischen Ulm und Düsseldorf am Samstag in der Kuhberghalle. Selten zuvor trat ratiopharm Ulm vor heimischem Publikum so erschreckend schwach auf, was das Ergebnis von 60:88 (40:50) an diesem Abend eigentlich nur zu einer unterzuordnenden Randnotiz machte.
Gegen einen keinesfalls übermächtigen Gegner gingen der Mannschaft von Mike Taylor mit zunehmendem Spielverlauf vollständig Kontrolle und Rhythmus abhanden, was zu völliger Frustration und Selbstaufgabe führte.
Wenige Minuten nach dem Sprungball, war die Ulmer Basketball-Welt jedoch noch in Ordnung. Die Gastgeber agierten offensiv engagiert und defensiv zumindest nicht ganz so fahrlässig, wie in den letzten Wochen.
Coleman Collins erwischte einen guten Start und sorgte für schnelle sechs Punkte am Stück. Als Robin Benzing dann 4:16 Minuten vor Ende des ersten Viertels einen Dreier, sowie einen Freiwurf versenkte konnten sich die Ulmer erstmals gar einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Von dem war zur Viertelpause zwar kaum noch was geblieben (24:23), allerdings ließ sich mit etwas Wohlwollen eine generelle Leistungssteigerung im Vergleich zu den Vorwochen feststellen.
Doch dieser Eindruck relativierte sich im zweiten Viertel schnell wieder. Die Gastgeber gingen in der Verteidigung nun eindeutig zu fahrlässig vor. Düsseldorf hatte kaum Probleme in der Zone abzuschließen und auch von außen waren die Gäste inzwischen regelmäßig erfolgreich. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause begann dann die Gala der Giants: Aus einem 40:38 wurde bis zum Seitenwechsel ein 40:50. Koko Archibong, Gordon Geib und Brendan Winters ließen ihre Muskeln spielen und sorgten für den ersten höheren Rückstand am heutigen Abend für ratiopharm Ulm.
Nach dem Seitenwechsel führten die Gäste ihren im vorigen Spielabschnitt eingeschlagenen Kurs konsequent weiter, wogegen die Ulmer kein Mittel mehr fanden. In der Kuhberghalle hatte man eine solch indiskutable Leistung in den letzten Jahren sicherlich nicht gesehen. Ein absolut chaotischer Spielaufbau, eine äußerst unglückliche Wurfauswahl und eine Verteidigung, die nicht als solche bezeichnet werden konnte.
Dabei führte anfängliches Pech, zu schwindenem Selbstvertrauen und großem Unvermögen.
Erst nach vier Minuten gelang Ulm der erste Punkt in Viertel 3, lediglich 19 weitere folgten bis zum Spielende. Selbst die einfachsten Korbleger gelangen nicht, freie Würfe von jenseits der 6,25-Meter-Linie blieben ungenutzt. Robin Benzings Dreier im ersten Viertel blieb der Einzige auf Ulmer Seite im gesamten Spielverlauf – bei immerhin 24 Versuchen (4,2 Prozent!).
Nur Rocky Trice kam annähernd an seine Normalform heran. Ansonsten war bei den Ulmern nicht einmal die Bereitschaft zur Schadensbegrenzung zu spüren. Das die Giants in den letzten Minuten nicht auch noch an den 100 Punkten kratzten, lag eben an den Gästen die zum Schluss mehr als zwei Gänge zurückschalteten.
"Lasst uns nicht im Regen stehen..."
Für das einzige Highlight des Spiels sorgten die Ulmer Fans bereits vor dem Sprungball. Mit einem großen Banner und Regenschirmen machten die Fans noch einmal eine klare Ansage and die Ulmer Stadträte mit der Forderung ratiopharm Ulm bei der Hallenproblematik nicht im Stich zu lassen. Eine endgültige Entscheidung zu einer neuen Spielstätte steht noch aus.
Mehr zu den Ulmer Basketballern:
Homepage von ratiopharm Ulm
Statistiken zum Spiel
Fotos: Michael Hoffmann, Danny Eggers
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