Zu wenig Spannung in Trier
(Frohike) - Nach dem glanzvollen Ulmer 103:66 Sieg gegen Ludwigsburg und der Qualifikation für die Playoffs fehlte zwei Tage danach in Trier die Konzentration. Während es bei Trier noch um die letzte Chance für die Endrunde ging, merkte man den Ulmern an, dass die Spannung einfach weg war. Eine Reaktion, die Trainer Mike Taylor in der Nachbesprechung sehr kritisch anmerkte. Erfahrene Mannschaften halten die Anspannung bei Spielen innerhalb kurzer Zeit deutlich besser hoch, selbst wenn es nicht um alles oder nichts geht. Als sich auch noch beim Aufwärmen mit Jeff Gibbs und dem seit Wochen in bestechender Form befindlichen Basti Betz zwei Leistungsträger mit Blockaden im Rücken zur Behandlung bei Physiotherapeut Andi Lacher begeben musste, sanken die Chancen auf den 9. Auswärtssieg der Saison noch weiter. Zwar konnte Jeff Gibbs mitspielen, doch sicher nicht mit voller Beweglichkeit. Basti Betz konnte gar nicht ins Spiel eingreifen.
Dennoch sah das Ergebnis nach 20 Minuten gut aus. Vor den Kameras von BBL TV, die das Spiel in alle Welt übertrugen, stand es 32:32 und für ratiopharm Ulm war noch alles drin. Das änderte sich im dritten Spielabschnitt. Trier spielte sich in einen Rausch, traf plötzlich hochprozentig und bei Ulm lief nicht mehr viel zusammen. Vor allem unter dem Korb kam man nicht zu Punkten, so dass man sich viel zu oft auf die Würfe aus der Distanz verlassen musste. Schwerwiegender war die nun immer schwächer werdende Verteidigung. Mit einem 11-Punkte Rückstand ging es ins letzte Viertel, wo man noch einmal auf die Wende hoffte. Doch man konnte den Schalter nicht mehr umlegen. Während bei Trier nun alle Spieler heiß liefen, glänzten bei Ulm lediglich der 21-jährigen Per Günther mit einer Karrierehöchstleistung in der BBL von 14 Punkten und Keith Triplett mit gewohnt starker Verteidigung. Trainer Mike Taylor hatte auch bald ein Einsehen und schickte seine Bankspieler vermehrt aufs Parkett. Die konnten die deutliche 63:82 Niederlage auch nicht mehr verhindern.
An der Ausgangslage hat die Niederlage für Ulm nicht viel geändert. In den drei abschließenden Heimspielen kann man aus eigener Kraft Platz 5 sichern. Das Erste ist wahrscheinlich gleich das Schwerste. Ulms Angstgegner Paderborn, der im Vorjahr mit 106:81 am Kuhberg gewonnen hatte, kann als Achtplatzierter bei einem Sieg in Ulm weiter auf die Playoffs hoffen. Von den fünf Erstligabegegnungen zwischen beiden Mannschaften hat ratiopharm Ulm bislang nur das allererste gewonnen. Die letzten vier Spiele verließ jedes Mal Paderborn das Feld als Sieger. Ob dies auch am Samstag (19 Uhr Kuhberghalle) der Fall sein wird, davon kann man sich live ein Bild machen.
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