Alba Berlin eine Nummer zu groß
(Frohike) - Nach dem Sieg gegen Vizemeister Bonn wollte ratiopharm Ulm auch in Berlin zum großen Wurf ausholen. Doch schnell merkte man an diesem Abend, dass dem Meister und Pokalsieger dieses Mal nicht beizukommen war. Ulm verkrampfte bei dem Ziel, das erste deutsche Team zu sein, das die Punkte aus der O2-Arena entführt, sichtlich. Dabei schienen vor Spielbeginn die Ulmer Chancen zu steigen. Neben Aufbauspieler Wright fiel auch Topscorer Jenkins aus. Doch Alba Berlin ist so tief besetzt, dass Ausfälle praktisch gar nicht bemerkt werden. Statt Jenkins kam eben Nationalspieler Herber zu mehr Einsatzzeit und MVP-Kandidat Immanuel McElroy freute sich an seinem 29. Geburtstag über die zusätzlichen Minuten auf dem Parkett.
Über 9:8 (6. Min), 29:22 (15.min), 41:26 (Halbzeit) und 50:34 (25. Min) bauten die Albatrosse den Vorsprung kontinuierlich aus. Kurze Aufholjagden der Gäste beendete meist das Geburtstagskind mit starken Aktionen. Während Jeff Gibbs sich wie gewohnt gegen die drohende Niederlage stemmte, blieben vor allem die Ulmer Distanzwerfer dieses Mal blass. Nur Basti Betz, der seinen Vertrag am letzten Wochenende für zwei Jahre verlängert hatte, ließ ein ums andere Mal seine Klasse aufblitzen. 12 Punkte in 12 Minuten waren die Ausbeute des engagierten Auftrittes. Nur Jeff Gibbs (15 Punkte, 11 Rebounds) hatte am Ende auf Ulmer Seite mehr Punkte gesammelt.
Im letzten Viertel brachte Trainer Mike Taylor früh auch seine weiteren Bankspieler und schonte seine Starter für das nächste schwere Auswärtsspiel am Samstag in Köln. Die knapp 50 mitgereisten Fans nahmen die 69:84 Niederlage nicht krumm, denn der Ausflug in die O2-World war auf jeden Fall eine Reise wert. Von der Begegnung gegen das Extraklasseteam wird man in UImer Spielerkreisen nicht mehr lange reden. Von der riesigen Umkleidekabine mit Entmüdungsbecken in NBA-Manier sicher schon. Sollte es tatsächlich auch in den Play Offs zu einer Begegnung in Berlin kommen, dann hat man das alles schon einmal gesehen und vielleicht kann man sich dann voll und ganz auf das Spiel konzentrieren und die Punkte mit nach Hause nehmen. Wenn Berlin auch die nächsten Wochen so spielen sollte, dann werden sie ihre weiße Heimweste noch eine Weile verteidigen. Vielleicht bis zum nächsten Ulmer Auftritt in der Hauptstadt.
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