Aufholjagd wird nicht belohnt
(Kashyyk) - Gegen Oldenburg scheint es weiterhin einfach nicht zu klappen. Nachdem ratiopharm Ulm in dieser Saison bereits im Hinspiel unterlag und auch im Pokal keinen Erfolg hatte, ging am 22. Spieltag auch der dritte Vergleich in der heimischen Kuhberghalle mit 75:83 (36:46) verloren. Ganz so überraschend ist das sicherlich nicht, da bei den EWE Baskets Oldenburg in diesem Jahr das Verhältnis zwischen Etat und Tabellenplatz stimmt. Zu Beginn der Woche hatten die Niedersachsen sogar noch die Rolle des Tabellenführers inne, ehe man gegen Göttingen Federn lassen musste.
Gegen Ulm machten die Gäste von Beginn an deutlich, dass man sich einen solchen Ausrutscher nicht noch mal erlauben wollte. Je’Kel Foster und Rickey Paulding ließen sofort nach dem Sprungwurf ihre Muskeln spielen und stellten umgehend eine 8:2-Führung der Oldenburger her. Auf Ulmer Seite lief unterdessen gar nichts zusammen. Sean Finn hatte nach seinen ersten zwei Punkten einige unglückliche Szenen und auch bei Dru Joyce war schnell zu erkennen, dass der Point-Guard heute einen seiner schwächeren Tage hatte.
Was folgte waren einige halbherzige Versuche zu einem geordneten Spielaufbau und zu den ersten Punkten zu kommen. Doch es fehlte an Entschlossenheit, Kreativität und Glück. Immer wieder verlor man den Ball an den übermächtigen Gegner.
Gute drei Minuten vor Ende des ersten Viertels stand es gar 4:22, ehe die Einwechslung von Dan Fitzgerald und Keith Triplett für Schadensbegrenzung sorgte.
Mit einem 15:27-Rückstand gingen die Gastgeber in Viertel 2, in denen die Ulmer weiterhin kein Mittel fanden um die Galavorstellung von Rickey Paulding (34 Punkte) zu unterbrechen. Insbesondere Romeo Travis schien mit dieser Aufgabe völlig überfordert. Immerhin brachte der inzwischen eingewechselte Per Günther etwas Schwung in den Spielaufbau. So tastete man sich langsam wieder in Schlagdistanz.
Die Schiedsrichter zogen unterdessen mehr als ein Mal den Unmut des Publikums auf sich, da sie eine sehr harte Verteidigung der Oldenburger tolerierten und der Pfiff oftmals ausblieb, wenn ein Ulmer unter dem Korb ausgebremst wurde.
Dennoch waren es zur Halbzeit humane zehn Punkte Rückstand, die auf eine Wende im Spielverlauf hoffen ließen.
Diese Hoffnung währte allerdings nicht lange. Den im dritten Viertel wurden auch den zehn zunächst acht Punkte, nach sechs Spielminuten waren es dann 20. Immer wieder wurde es denn Oldenburgern durch vermeidbare Ballverluste und Fehlwürfen en masse leicht gemacht. Dann legten die Ulmer den Schalter auf einmal um. Doch nicht die üblichen Verdächtigen, sondern die „zweite Garde“ sprang in die Bresche. Besonders Sebastian Betz und Per Günther hatten eine ganz starke Phase. Als zu Beginn der letzten zehn Minuten Dan Fitzgerald noch einmal einen Fünf-Punkte-Run hinlegte und schließlich Sean Finn auf 63:68 verkürzte witterten einige der 3000 Zuschauer schon eine Sensation.
Oldenburgs Coach Predrag Krunic zog die Notbremse, nahm eine Auszeit. Vergeblich – Sebastian Betz verkürzte auf 65:68.
Krunic’ Gegenüber Taylor nahm den nahenden Ausgleich zum Anlass seine Starting Five wieder zurück aufs Feld zu bringen, was sich als großer Fehler herausstellte.
Oldenburg legte einen 7:0-Lauf hin, der für die Ulmer bis zum Ende unerreichbar blieb.
Humphrey und Joyce trafen zwar noch einmal zwei sehenswerte Dreier, doch den verdienten Erfolg der Oldenburger gefährdeten sie damit eben nicht mehr.
Die Ulmer fallen damit in der Basketball-Bundesliga auf Rang 5, haben aber nach wie vor ein komfortables Polster auf den ersten Nicht-Playoff-Platz.
Bilder: Danny Eggers
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