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Schallende Ohrfeige für ratiopharm Ulm

(Frohike) - Wenn Ludwigsburg im Artland 54:81 verliert, wenn Trier in Frankfurt 53:76 und Tübingen in Braunschweig 56:73 untergehen, dann passt auch die Ulmer 66:94 Niederlage zum Blow Out Day der höher eingestuften Teams gegen die Aussenseiter am Samstag. Blow Out (ausblasen, auslöschen) nennt man in den USA das Erlebnis, wenn man praktisch den Gegner aus der Halle schießt bzw. geschossen wird. Dummerweise hatten die Ulmer zum ersten Mal diese Saison den frustrierenden Part eines solchen einseitigen Duells. Doch solche Tage gibt es immer wieder. Einer Mannschaft gelingt alles, während bei der anderen der Korb verhext scheint. So erging es auch ratiopharm Ulm beim Spiel in der neuen Spielhalle in Bonn. Nach der einzigen Führung (3:0) durch Lee Humphrey scheiterte man in der Folgezeit immer wieder selbst bei den einfachsten Bällen. Zu viel Respekt brachte man den athletischeren Bonnern entgegen. Ob es an der hohen Belastung mit vier Spielen in sieben Tagen lag, konnte und wollte am Ende niemand beantworten. Denn Ausreden machen nach einer solchen Niederlage wenig Sinn. Bonn war in allen Belangen besser.

Nach zehn Minuten führten die Telekom Baskets 29:11 und die 30 mitgereisten Ulmer Fans ahnten Schlimmes. Zwar konnte man in der Folgezeit den Vorsprung noch einmal auf unter zehn Punkte drücken, doch mit einem weiteren Run kurz vor der Halbzeitpause waren es wieder 14 Punkte (45:31) Differenz. Die aggressive Verteidigung der Bonner forcierte bis dahin bereits 9 Ballverluste und mit lediglich 7 Treffern bei 19 Versuchen aus der Nahdistanz war vom sonst so starken Spiel der Ulmer in der Zone an diesem Abend wenig zu sehen.

Da Bonn auch im dritten Viertel weiter auf höchstem Niveau spielte und die 5000 Fans begeisterte, erstickten alle Versuche doch noch einmal ins Spiel zu kommen im Keim. So war am Ende auch die 66:94 Niederlage in der Höhe verdient.

Nach dem schweren Programm der letzten Wochen, in der man alle Top6 Mannschaften der Tabelle spielen musste, soll bis zum Heimspiel am Samstag gegen Köln wieder die nötige Lockerheit gefunden werden. Bis dahin soll auch Keith Triplett, den man gerade gegen die Spitzenteams schmerzlich vermisste, ins Training zurückkehren. Ausfallen wird dagegen Michael Schröder. In der ersten Halbzeit hatte er sich eine Adduktorenverletzung zugezogen und wird mindestens 14 Tage ausfallen. Die Verletzung des 2,08 m großen Centerspielers war das Tüpfelchen auf dem i eines wahrlich schwarzen Samstages.

Zu Feiern gab es aber dennoch etwas. Kapitän Emeka Erege wurde 30 und auch wenn seine Teamkollegen ihm keine Punkte schenkten, so durfte er sich über den Geburtstagskuchen der Fans freuen.

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