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Niederlage im Spitzenspiel

(Kashyyk) - Am Ende war die Mannschaft von Alba Berlin doch zu stark für ratiopharm Ulm. Mit 69:85 (40:38) mussten sich Jeff Gibbs&Co dem alten und neuen Bundesliga-Spitzenreiter geschlagen geben. Was recht eindeutig klingt, war über lange Zeit ein offenes und vor allem spannendes Spiel.

Mit Berlin war immerhin der große Meisterschaftsfavorit zu Gast an der Donau. Die Hauptstädter hatten vor der Saison mit prominenten Neuzugängen wie den NBA-erfahrenen Amerikanern Casey Jacobsen (Memphis Grizzlies), Ansu Sesay (Golden State Warriors) oder dem deutschen Nationalspieler Steffen Hamann deutlich werden lassen, dass man es mit der Titelverteidigung durchaus ernst meint. Dazu kommt noch der bisherige Kern um den MVP Julius Jenkins oder Immanuel McElroy, der aus den Berlinern einen fast unbezwingbaren Gegner macht.
Dementsprechend waren die bisherigen Begegnungen gegen Mitfavoriten wie Quakenbrück, Bonn oder Köln alle zu Gunsten des Meisters ausgefallen. Der Patzer gegen EnBW Ludwigsburg ist bislang der einzige Schönheitsfleck in den Statistiken der Berliner.

Dennoch war man sicherlich nicht ohne Grund bereits am Freitag zum Nachholspiel des 6. Spieltags nach Ulm gereist. Zu gut scheint man noch die beiden Niederlagen aus der letzten Spielzeit in Erinnerung zu haben. Damals gewann Ulm beide Vergleiche, wenn auch knapp, gegen den späteren deutschen Meister.
Auch diesmal sah es zunächst gut aus für die Ulmer. Nach einem recht nervösen Beginn beider Teams, waren die Gastgeber gleichauf. Denn immer wieder konnten die Ulmer unter dem Korb zu Punkten kommen. Dies kam vor allem Sean Finn zu Gute, der im ersten Viertel seine wohl bisher besten zehn Minuten in der laufenden Saison absolvieren konnte. Immer wieder konnte er seine Größe geschickt ausspielen und zum Abschluss kommen. Auf der anderen Seite taten sich die Berliner zunehmend schwerer, denn Ulm verteidigte konzentriert. Fehlwürfe landeten fast alle bei Jeff Gibbs (9 Rebounds).

Bereits 24:15 stand es, als Julius Jenkins vor Ende des ersten Viertels noch einmal den Ball nach vorn tragen wollte. Diesen eroberte sich jedoch Sebastian Betz, der noch einmal zum Korb ziehen konnte und mit der Schlusssirene einen sehenswerten Drei-Punkte-Wurf zum 27:15 versenkte.

Die wenigsten Zuschauer hatten eine so entfesselt spielende Ulmer Mannschaft erwartet. Die Gäste mussten reagieren – und das taten sie.
Die Angriffe wurden konsequenter, die Verteidigung aggressiver. Vor allem in der Zone war ein Durchkommen schwieriger. Was zunächst noch durch einen weiteren Dreier des starken Sebastian Betz nicht ins Gewicht fiel, machte sich dann aber doch bemerkbar.

Die Berliner kamen besser ins Spiel. Besonders Adam Chubb und Casey Jacobsen ließen die Ulmer Führung langsam kleiner werden. Julius Jenkins bewies seine Qualitäten als Vorbereiter. Er kam auf allein sechs Assists in Viertel 2.
Die Ulmer retten eine knappe 40:38-Führung in die Halbzeit.
Diese hatte im dritten Viertel noch gute zwei Minuten Bestand, ehe Jenkins durch seinen ersten Korberfolg die Berliner Führung herstellte (45:46).
Daraufhin kippte das Spiel. Nun waren es die Gäste die obenauf waren, allerdings ohne eine Vorentscheidung herbeiführen zu können. Für die Ulmer gab es kein Durchkommen mehr. Jedoch gelang es Berlin nicht aus der Überlegenheit Profit zu schlagen. Immer wieder ließen sie sich zu Fouls hinreißen, die Ulm von der Freiwurflinie zu Punkten machen konnte. Am Ende des dritten Viertels waren es 17 Punkte auf Ulmer Seite. Kurioserweise wurden zwölf davon nach Freiwürfen erzielt. Die „Albatrosse“ kamen auf 20 und gingen daher mit einem Zähler Vorsprung ins letzte Viertel.
Dan brach allerdings dann der Widerstand der Ulmer. Bis 5:36 Minuten vor Ende war das Team von Mike Taylor noch in der Lage dagegenzuhalten. Jeff Gibbs stellte noch einmal eine 69:67-Führung her.

Was dann allerdings folgte war ein furioser Schlussspurt der Berliner. Mit einem 16:0-Lauf begruben die Gäste, allen voran in Person von Ansu Sesay, schließlich die Ulmer Siegeshoffnungen.

Ulm fällt damit wieder auf Platz vier in der Basketball-Bundesliga. Als nächster Gegner wartet das Team aus Bonn in deren neu eröffneten Telekom Dome.

Statistiken zum Spiel
Homepage von ratiopharm Ulm

Foto: Michael Hoffmann

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