Erste Niederlage für ratiopharm
(Frohike) - Das Glück war wohl schon im Vorjahr aufgebraucht, als ratiopharm Ulm mit einem Buzzerbeater von der Mittellinie gegen Oldenburg gewann. Dieses Mal kämpfte sich Mike Taylors Team bravourös nach einem 16-Punkte Rückstand wieder auf 74:74 ran, doch Oldenburgs Jason Gardner stemmte sich gegen die erneute drohende Sensation. Unnachahmlich zog er in den letzten beiden Spielminuten zum Korb und verwandelte gegen fünf Ulmer beide Male, beim zweiten Mal sogar mit Foul und erfolgreichem Bonuswurf. 13 Sekunden hatten die Gäste beim Stand von 70:73 Zeit mit einem Dreipunktewurf für die Verlängerung zu sorgen. Doch es klappte nicht. Der Ball landete beim Gegner und nach dem schnellen Ulmer Foul gewannen die Donnervögel mit zwei erfolgreichen Freiwürfen am Ende mit 75:70.
Die Serie von 4 Siegen in Folge war damit gerissen. Aber man hatte wieder bewiesen, dass man sogar bei einem Meisterschaftsfavoriten mithalten kann. Das erste Viertel ging mit 17:13 ans ratiopharm-Team. Im zweiten Spielabschnitt kam Oldenburg besser ins Spiel. Nach knapp 14 Minuten ging der letztjährige Halbfinalist erstmals in Führung (21:19). Auch als beim Stand von 25:25 fünf Minuten vor der Halbzeitpause Point Guard Dru Joyce mit einer Sprunggelenksverletzung das Feld verlassen musste, blieben die Donaustädter weiter dran (28. Min 31:31). Dann setzte sich Oldenburg bis zur Pause auf 5 Punkte ab (36:31).
Ulms Trainer Mike Taylor war trotzdem zufrieden, denn man war in Schlagweite und Dru Joyce war nach 20 min Behandlung durch Physiotherapeut Andi Lacher wieder einsatzfähig. Die nächsten Minuten gehörten trotzdem den Oldenburgern. Die schraubten den Vorsprung schnell auf 16 Punkte, vor allem weil nun Je´Kel Forster heiß lief. Ulms Scharfschütze Dan Fitzgerald leitete mit zwei Dreiern in Folge die Aufholjagd ein. Nach seinem dritten erfolgreichen Dreier war der Vorsprung wieder auf 9 Punkte geschrumpft. Jetzt waren es der überragende Sean Finn (21 Punkte, 6 Rebounds) und „Mr. Incredible“ Jeff Gibbs, die permanent und oft spektakulär punkteten. Wenn da nur nicht die Schwäche an der ominösen Freiwurflinie gewesen wäre. 11 Punkte verschenkte die Ulmer Mannschaft so an diesem Abend.
Punkt für Punkt kam man trotzdem näher, bis man eine Minute und 39 Sekunden vor dem Ende endlich wieder ausglich. Zu mehr reichte es nicht. BBL All-Star Jason Gardner behielt die Nerven und sicherte den knappen 75:70 Sieg. Die knapp 3000 Zuschauer hatten eine beeindruckende Leistung von beiden Mannschaften gesehen. Dieses Mal mit dem glücklicheren Ende für Oldenburg. Die nächste schwere Reise in den Norden wartet bereits am Sonntag auf die Schwaben. Nach den knapp 750 Kilometern nach Oldenburg dieses Mal nur 660 km zum nächsten Topteam nach Quakenbrück.
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