Zittersieg in Düsseldorf
(Frohike) - ratiopharm Ulm hat auch das dritte Saisonspiel überraschend gewonnen. Mit 72:71 behielt Ulm bei den bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Düsseldorf Giants die Oberhand. Gegen die Ex-Leverkusener dominierte Mike Taylors Mannschaft in der ersten Hälfte, vergaß dabei aber sich vorentscheidend abzusetzen. Zu oft verschenkte man einfache Körbe und baute so die Heimmannschaft immer wieder auf. 19 Punkte lautete die Differenz nach 18 Minuten. Der 6:0 Run der Rheinländer zum 52:39 Halbzeitstand leitete die Wende ein. Zwar baute das ratiopharm Team den Vorsprung noch einmal auf 17 Punkte (59:42 24. Min) aus, vor allem weil Lee Humphrey bis dahin mit 17 Punkten und 5 von 5 Dreiern heiß wie Frittenfett war. Doch dann riss endgültig der Faden. Pässe landeten im Aus statt beim Mitspieler, Überzahlangriffe vergab man kläglich, Freiwürfe tanzten nur noch auf dem Ring und in der Verteidigung gewährte man den Düsseldorfern immer wieder zweite Chancen. Doch noch hielt die Führung.
Mit 64:60 ging es in die zehn letzten Spielminuten. 6 lange Minuten im letzten Viertel dauerte es bis dem überragenden Jeff Gibbs die ersten Ulmer Punkte gelangen. Zum Glück hatten auch die Gastgeber kein Zielwasser getrunken. Ulm führte immer noch 66:64. Das änderte sich zwei Minuten vor dem Ende. Nach einem Dreier von Aufbauspieler Lottich stand es 69:68 und Düsseldorf war nach der 5. Spielminute erstmals wieder in Front. Nach einem Offensivfoul von Jeff Gibbs baute Achim Kuczmanns Mannschaft die Führung sogar auf 71:68 aus. Die 20 mitgereisten Ulmer Fans sahen endgültig die Felle davon schwimmen. Doch die Jungs von der Donau schlugen zurück, obwohl Sean Finn inzwischen mit dem 5. Foul das Feld verlassen musste. Ein krachender Dunking von Romeo Travis zum 70:71 35 Sekunden vor dem Ende machte wieder Hoffnung. Denn Düsseldorf konnte die Zeit nicht ausspielen und man würde wahrscheinlich den letzten Angriff haben. Wie immer beim Basketball kam es ganz anders. Zuerst zog der beste Giant Fred Peete zum Korb, doch Romeo Travis blockte den Ball in die hinteren Zuschauerreihen. Auch die Offensivaktion nach dem Einwurf blieb ohne Folgen. ratiopharm Ulm hatte 15 Sekunden Zeit das Spiel für sich zu entscheiden. Da Düsseldorf zu dem Zeitpunkte erst ein Foul im letzten Viertel hatte, ließ der Trainer Kuczmann nun fast im Sekundentakt foulen. Drei Fouls in 5 Sekunden bedeuteten das Ende von Nationalspieler Gordon Geib seinem Arbeitstag und Ulm durfte nach dem 4. Teamfoul immer noch nicht an die Freiwurflinie. Aber noch waren 10 Sekunden zu spielen. Der Einwurf gelangte zu Keith Triplett, der fand Jeff Gibbs und der verwandelte hart bedrängt zum 72:71. Auszeit Leverkusen. Auf der Uhr standen noch 6,2 Sekunden.
Nach einigen Diskussionen entschieden die Schiedsrichter die Uhr sogar auf 8 Sekunden Restspielzeit zu stellen. Genügend Zeit für einen siegbringenden Treffer. Der Ball ging zu Brendan Winters, der aber mit seinem Wurf scheiterte. Der Rebound landete erneut bei den Düsseldorfern, doch Marc Carter vergab auch den letzten Schuss. Den letzten Rebound des Spiels angelte sich „Mr. Incredible“, der seinem Namen mal wieder alle Ehre machte. Sage und schreibe 20 Rebounds angelte sich der 1,86 m große Power Forward. 20 Rebounds, 18 Punkte, 5 Assists und 3 Blocks brachten Jeff Gibbs den sensationellen Effektivitätswert von 38 ein. Bei ihm durften sich die Teamkollegen nach der schwachen zweiten Halbzeit auch bedanken, dass man weiterhin ungeschlagen die Heimreise antreten durfte.
Gegen die Frankfurt Skyliners muss man am Samstag (19 Uhr Kuhberghalle) aber eine Schippe drauflegen, wenn die Siegesserie weiter halten soll. Schon jetzt brennt die Mannschaft auf die Begegnung gegen ihren ehemaligen Teamkollegen Konrad Wysocki. Dessen Kurzeinsatz von 6 Minuten im letzten Spiel der Frankfurter war natürlich auch ein Thema auf der Fahrt nach Düsseldorf. Insbesondere Romeo Travis hofft, dass er am Samstag länger im direkten Duell auf seinen Vorgänger trifft, der in Ulm zum Publikumsliebling und Starter der deutschen Nationalmannschaft gereift war. An seiner Seite stehen mit Pascal Roller, Derrick Allen, Keith Simmons, Lorenzo Gordon und Ilian Evtimov weitere Topspieler, die nach 2004 die zweite Meisterschaftstrophäe in die Bankenmetropole bringen sollen. Ob es für die Frankfurter in Ulm zu einer weiteren Bankenkrise kommen wird, sollte man live nicht verpassen. Tickets gibt es wie immer unter www.ticketonline.de und im Ulmer Roxy sowie bei allen anderen Ticket Online Vorverkaufsstellen.
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