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Laufen? Ich dachte immer du kannst nur kochen!?

(ma_fia) - Neulich – so vor ein paar Monaten – verkündete mir meine Mutter, dass sie beim Einstein-Marathon mitlaufe. „Echt?“, fragte ich wenig interessiert. Dass das wirklich was werden würde, dachte ich nicht. Umso verwunderter war ich, als sie tatsächlich anfing, mehr oder weniger regelmäßig zu trainieren. Am Morgen des vierten Einstein-Marathons war meine Frau Mama dann in Jogginghose, Shirt und Laufschuhen bereit und wuselte aufgeregt durchs Haus. Der 10-Kilometer-Lauf sollte es sein. Natürlich kürzer als der Halbmarathon oder gar der Marathon, aber auch schon eine ganz schön lange Strecke. Da muss ich mit, dachte ich mir…

10.40h: Nach einem hektischen Frühstück – Ess' ich noch ein Müsli? Nein, keine Zeit. Oder doch…? Ein kleines? Nö! Ach kommt schon, jetzt lasst mich doch mal zum Kühlschrank, ich brauche doch Milch für mein Müsli! Dann ein lauter Schrei: „Ah, ich bin viel zu schlecht hydriert!“
Hoffentlich gehen wir bald.

10.49h: Die werte Athletin versucht sich mit komischen Reden zu ihr gut bekannten Themen abzulenken. Ganz in schwarzer Tarnkleidung erreichen wir schließlich einen Parkplatz und erspähen schon dort den ersten Konkurrenten. Der kann sich auf was gefasst machen!

10.55h: Freunde rufen an und wünschen Glück. Die Aufregung steigt.

11.45h: Ich habe mich zusammen mit meiner Mutter orientiert, welche jetzt mit harten Waffen gegen ihr Lampenfieber kämpft. Ob die Banane aus biologischem Anbau stammt?

12.31h: Die 5-km-Läufer sind gestartet. Jetzt noch kurz aufs Klo und dann geht’s los!
Hoffentlich gibt es keine Schlange! –Quatsch, die sind alle im Zoo. Haha…

12.40h: In fünf Minuten soll es losgehen und noch sind alle Toiletten besetzt! Ich finde, wir sollten zum Start gehen. Warum muss Sie nur gerade jetzt so entspannt sein?

12.43h: Juhu, wir sind haben es geschafft. Meine Mutter grinst fröhlich und mischt sich unter die mit ihr startenden Menschen. Eine Stunde und 10 Minuten wird es circa dauern, sagte sie, bis ich meine verschwitzte Athletin am Ziel empfangen kann. Mal sehen wie dicht sie an ihrer Schätzung bleibt!
Während des Laufes lasse ich sie lieber in Ruhe joggen.

13.49h: Eine Stunde und vier Minuten – damit ist die eigene Einschätzung überboten und Gutes geleistet worden! „Klar sind manch andere besser gelaufen. Wenn man gut ist schafft man das in circa 45 Minuten. Aber ich bin trotzdem stolz auf mich!“, meint sie. Ich auch, Mama.


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