Rocken bis der Krankenwagen kommt: Die Emil Bulls live in Biberach
(ChazyChazLP) - Zur Eröffnung der Herbstsaison im Abdera in Biberach wurde ganz groß aufgetischt: Die Emil Bulls, eine aus München stammende und durchaus bekannte Crossover-Band, stellten im Rahmen ihrer „Black Path Tour 2008 PT. II“ in der Kulturhalle ihr neues Material vor. Die erste Single namens „The Most Evil Spell“ lässt den Einfluss des Produzenten Benny Richter (Caliban, Krypteria) deutlich spüren: Dieses Album ist härter als seine Vorgänger.
Bekannt wurden die fünf Münchner rund um Christoph „Christ“ von Freydorf durch Musiksender wie MTV und Viva, welche die Coverversion des A-Ha-Klassikers „Take On Me“ der Band in Dauer-Rotation spielten. Heutzutage wollen sie jedoch nicht mehr auf diesen Song angesprochen werden. Als ein Konzertbesucher den Fronter darum bat, Take On Me zu spielen, winkte dieser mit einem empörten Blick ab.
Unterstützt wurden die Emil Bulls von Grantig, einer ebenfalls aus München stammenden Heavy Metal-Band sowie Leaf-Fat, gebürtige Slowenen, die sich dem Alternative Rock verschrieben haben.
Als gegen 20.45 Uhr Grantig die Stage betraten, war das Abdera zwar recht annehmbar gefüllt, die Zuschauer standen jedoch etwa fünf Meter von der Bühne entfernt, als ob sie Angst vor den vier Metallern hätten. Der Spruch „extreme music for extreme people“ auf dem Morbid-Angel-Shirt des Bassisten fand leider kaum Zuspruch – keiner der Besucher schien extrem genug, um wirklich auf die harten Riffs und die deutschen, überaus guten Texte einzugehen.
Eine Stunde nach Grantig begannen die Slowenen Leaf-Fat ihre Set-List abzuarbeiten, jedoch erst, nachdem Gitarrist und Sänger die Menge mehrmals dazu aufforderten, etwas näher zu kommen. Nur zaghaft traten einige Selbstbewusste weiter nach vorn. Nach einigen Songs verschwand glücklicherweise die Scheu der Leute und es füllten sich auch die Plätze direkt vor der Bühne.
Mit der aktuellen Single „The Most Evil Spell“ gaben die Headliner des Abends um 22.40 Uhr, knapp drei Stunden nach Einlass, den Startschuss zu einer Moshpit, die gegen Ende des Konzertes ein Opfer forderte. Vor dem letzten Song der Zugabe brach ein Besucher zusammen und wurde kurze Zeit später vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die Münchener unterbrachen kurz und Fronter Christ ließ es sich nicht nehmen, selbst einmal kurz nach dem Verletzten zu sehen.
Trotz des nicht ganz optimalen Sounds im Abdera war dieser Abend ein erfolgreicher Start in die neue Saison.
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