Flogging Molly @ Zeltfestival Konstanz
(punkrock_guy) - Das seit 1995 existierende Zeltfestival in Konstanz findet dieses Jahr nun zum 12. Mal statt, wieder auf Klein Venedig. Vom 27. Juli bis zum 7. August wird direkt am Ufer des Bodensees und an der Grenze zur Schweiz dem Publikum auf der Zeltbühne, Open-Air-Bühne und im Biergarten für jeden Geschmack etwas geboten. Auf der Zeltbühne spielten schon über 130 Künstler aus aller Welt auf, darunter Größen wie Adam Green, Elvis Costello, Michael Mittermeier, Fettes Brot und etliche andere. Auf der Open-Air-Bühne werden dem Publikum umsonst vor allem regionale Talente mit Live-Auftritten nahe gebracht. Man kann sich aber auch mit zahlreichen kulinarische Köstlichkeiten im Biergarten verwöhnen lassen, wozu Crèpes, Falaffel und selbstverständlich Bodenseewein gehören.
Am 2.8. spielten auf der Zeltbühne die allseits bekannten „Flogging Molly“, supported von „The Mess“.
Die seit 2001 existierende Skapunk-Combo „The Mess“ besteht aus 5 Konstanzer Jungs, welche in ihrer Bandgeschichte schon die legendären „Heideroosjes“ und „Ska-P“ supporten durften. Als die Band um 20 Uhr loslegte, waren doch schon etliche Leute vor der Bühne eingetroffen und man konnte merken, dass auch zahlreiche Fans erschienen waren. Diese sangen die englischen und deutschen Songs aus voller Brust mit und tanzten zu den eingängigen Melodien. „The Mess“ machten sich besonders durch stetiges Werfen von Buttons mit dem Bandlogo beim Publikum beliebt. Die Themenbandbreite der gespielten Songs erstreckte sich über Liebeslieder bis hin zu den Teufeln und Engeln, welche sich nach Aussage des Frontmannes Beat Schmutz in seinem Kopf aufhalten würden. Nach knapp 40 Minuten Spielzeit wurde das letzte Lied angekündigt, das vom zur See fahren, Rumtrinken und einfach vom Piratendasein handelte. Die Band verließ unter viel Applaus die Bühne und kündigte ihr erstes Album für Oktober diesen Jahres an.
Nach einer halbstündigen Umbaupause wurde es auf einmal dunkel im Zelt und glückliches Geschrei des Publikums im vollen Zelt erklang, da es nur noch Sekunden dauerte bis Flogging Molly die Bühne betreten würden. Da sich die Musik von Flogging Molly nicht in eine Schublade stecken lässt, ist es einfacher die Bandbesetzung darzustellen. Sänger Dave King an der Akustikgitarre ist der Frontmann der Irisch-Amerikanischen Band aus Los Angeles. Mit ihm betreten fünf männliche und ein weibliches Mitglied die Bühne. Es kommt zu den Grundinstrumenten Bass, E-Gitarre und Schlagzeug entweder ein Banjo oder eine Mandoline hinzu. Das einzige weibliche Bandmitglied spielt die meiste Zeit die „Fiddle“, wechselt aber auch hin und wieder zur „Tin Whistle“. Der Flogging-Molly-Sound ist am ehesten zu erklären, wenn man ihn sich als Mischung aus „Pogues“, „Fiddler’s Green“, „Dropkick Murphys“ und „The Real McKenzies“ vorstellt.
Die Band erfreut sich solch einer Beliebtheit, dass sogar mitgereiste Fans anwesend waren und eine irische Flagge während dem ganzen Konzert in der ersten Reihe zu erblicken war.
Einer der ersten Songs war der Kracher „Drunken lullabies“ und man konnte schon jetzt erkennen, dass dieses Konzert eher einer irischen Tanzveranstaltung gleichkommt, als einem Punkrock-Konzert, was positiv gemeint ist. Zu den sehr melodiösen Stücken kann einfach wunderbar getanzt werden, was auch stetig getan wurde. Thematisch gab es einen Song über einen „schlechten Engländer“, womit Oliver Cromwell gemeint war, ein Lied über die Freundschaft („If I ever leave this world alive“) und eines welches nach Dave Kings Aussage von seiner Mutter handeln würde („Factory girls“). Es gab auch einen Appell für den Frieden im Nahen Osten, welcher mit „Whistles in the wind“ bekräftigt wurde. Hinzu kamen die wunderbaren Songs „Within a mile of home“, „The Kilburn high road“, “Rebels of the sacred heart�? und “Devil’s dance floor�?. Als bei “What’s left of the flag�? das gesamte Publikum lauthals mitsang, konnte man beinahe eine Gänsehaut bekommen und selbst Flogging Molly staunten nicht schlecht und bedankten sich ausgiebig dafür. Es wurde aber erst richtig laut, als die Musiker von der Bühne gingen und scheinbar jede Person im Publikum nach weiteren Liedern verlangte. Ein Beifallssturm brach los, als die Band die Bühne wieder betrat und ihr Zugabenteil mit dem A-Capella-Stück „Grace of god I go“ begann und „The worst day since yesterday“ folgen ließ. Als letztes Stück wurde „The seven deadly sins“ gespielt und nach knapp 1 ½ Stunden Spielzeit war das Konzert zu Ende. Doch das Publikum feierte weiter und skandierte noch bis 20 Minuten nach der Show „Flogging Molly“, klatschte, johlte oder tanzte vor der Bühne.
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