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Frohe Feste

() - Britischer Humor, das ist diese ganz eigene, meist subtile und noch viel häufiger schwarze Komik, die man mit Namen wie Monty Python, Douglas Adams und Terry Pratchett verbindet. Auch Alan Ayckbourn hat sich diesen Humor zueigen gemacht, das zeigt ganz eindeutig sein Theaterstück "Frohe Feste" ("Absurd Person Singular", 1972), das am 16. Dezember Premiere im Ulmer Theater hatte. Drei Weihnachtsfeste an drei aufeinanderfolgenden Jahren in drei Küchen wollen erlebt werden.


Ja, Küchen. Ayckbourn hat die Bühnenhandlung komplett dorthin verlagert, die eigentliche Feier bleibt "Off-Stage". Eine nette Idee: Wie jeder weiß, finden die interessantesten Gespräche einer Party eigentlich immer in der Küche statt - eine Party in der Party sozusagen. Zu Beginn des ersten Akts putzt sich die gummibehandschuhte Sidney Hopcroft (Annette Faßnacht) durch ihre geschmacklose Reihenhausküche. Alles muss sauber sein, nicht (nur) wegen ihres Putzfimmels, sondern weil hoher Besuch geladen ist: Das Bankiersehepaar Ronald (wunderbar britisch-steif: Reinhard Bock) und Marion Brewster-Wright sowie Architekt Geoffrey Jackson (Axel Fündeling) samt Frau Eva (Saskia Richter) sind eingeladen - die Gelegenheit für Sidney Hopcroft (Gunther Nickles), an ein Darlehen für seine Geschäftsidee zu kommen. In wunderbarer Situationskomik geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann, und die Hopcrofts - voran Jane - müssen sich in einer Tour von den anderen demütigen lassen.
Das nächste Weihnachtsfest führt in die Küche des von einer Ehekrise heimgesuchten Architektenehepaars Jackson. Eva Jackson versucht sich dort den ganzen Abend hindurch mit verschiedensten Küchengeräten das Leben zu nehmen, wird aber stets in letzter Sekunde von den anderen Gästen daran gehindert, die ihre Selbstmordabsichten jedes Mal aufs Neue gründlichst mißverstehen. Da stürzen sich die inzwischen geschäftlich erfolgreich gewordenen Jacksons daran, den Ofen zu putzen und den Abfluss zu reparieren, und als sich Eva an der Lampe erhängen will, bringt Sidney dem handwerklich weniger begabten Ronald bei, wie man Lampenfassungen auswechselt. Schwärzer geht es kaum noch, und einigen blieb hier offenbar schon das Lachen im Halse stecken - nach der Pause blieb der eine oder andere Platz frei.
Übrig blieben zu Beginn des dritten Akts die Fans des gerne ein wenig makaber ausfallenden Humors, die klar die Mehrheit bildeten. Schauplatz ist die zur Tiefkühltruhe gewordene Wohnung der Brewster-Wrights. Vom Reichtum des Bankiers scheint kaum etwas übrig geblieben zu sein, selbst die Heizung hat er abgestellt. Seine Frau Marion verbringt die Zeit nur noch saufend in ihrem Zimmer, nur sporadisch von der inzwischen bodenständig gewordenen Eva besucht. Auch Geoffrey steht nicht gut da: Seit es seinem letzten Bauprojekt ein wenig an Standvermögen mangelte, sind seine Auftragsbücher leer. Die Vorzeichen haben sich komplett gewechselt, die Jacksons und Brewster-Wrights werden zu Bittstellern bei den Hopcrofts, die am Ende - teils immer noch liebenswürdig-unbefangen, teils neureich-bösartig - die anderen nach ihrer Knute tanzen lassen. Die Herrschaft der arbeitenden Underdogs? Gerufene Geister? Das bleibt dem Zuschauer überlassen.


Vielleicht waren die Späße wirklich nicht für zarte Gemüter, nach Ende des Stückes gab es jedoch frenetischen Premierenapplaus für die Schauspieler und Regisseur Harald Demmer. Und das wirklich zu Recht.

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