Konzert zum Schülersonderpreis
(Frohike) - Zum 200sten Geburtstag gratuliert das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm einem großen deutschen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Mit 17 Jahren gelang dem Wunderkind Felix Mendelssohn-Bartholdy sein erster großer kompositorischer Wurf: Die Konzertouvertüre zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ war ein riesiger Erfolg, ebenso die von Humor übersprühende Bühnenmusik dazu. Von einer ganz anderen Seite zeigt er sich in seiner „Schottischen“: Impressionen einer Schottlandreise verarbeitet er zu einem beeindruckenden Klanggemälde. Mit diesen drei Werken widmen die Ulmer Philharmoniker unter dem Taktstock von GMD James Allen Gähres ihr 3. Philharmonisches Konzert am Dienstag, 03. Februar 2009, um 20 Uhr im CCU Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Zu den Werken
Ein Sommernachtstraum: Ouvertüre, op. 21; Bühnenmusik, op. 61
Innerhalb nur eines Monats wurde die „Sommernachtstraum“-Ouvertüre von dem erst 17jährigen Komponisten zu Papier gebracht. „Der fertige Meister tat in glücklichster Minute seinen ersten höchsten Flug“ schwärmte später Robert Schumann. Mit vier magischen Bläserakkorden wird das Tor zur Welt des Elfenkönigs Oberon aufgestoßen. Zwar können die kaleidoskopartigen Themen der Exposition mit Shakespeares Figuren in Verbindung gebracht werden – der flirrende Elfenreigen zu Beginn, die scheinbar falschen Bässe der hineinplumpsenden Rüpel, im Nonenfall Zettels Eselruf – doch schildert Mendelssohn keine Inhalte, sondern schafft es auf meisterhafte Weise, erstaunlich genau an der Sonatenhauptsatzform ausgerichtet die divergierenden musikalischen Materialien in eine einheitliche Form zu bringen.
Erst 17 Jahre später schreibt er für eine Shakespeare-Aufführung im Potsdamer Neuen Palais dazu seine Bühnenmusik. Und doch weist die Musik dieselbe unverwechselbare Handschrift auf wie seine Konzertouvertüre. In zwölf Nummern untermalt er die Handlung mit einfühlsamem Gespür für die feinen Nuancen aber auch für den sprühenden Humor. Ob in dem kichernden Scherzo der Holzbläser, in dem geheimnisvollen Elfenmarsch mit spinnwebenfeinem Gutenachtlied für die Königin Titania oder in seinem berühmten Hochzeitsmarsch: Kunstvoll fasst Mendelssohn-Bartholdy die unterschiedlichen Stimmungen in Musik. Im Rüpeltanz und im abschließenden Finale greift er zudem die Themen der Ouvertüre wieder auf und schafft mit diesem Bogen ein gelungenes Ganzes, das sich bis heute einer enormer Popularität erfreut; die Zuhörer werden verzaubert und gleichsam in den Traum der Mittsommernacht mitgenommen.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847): Sinfonie, a-moll, op. 56, „Schottische“
Felix Mendelssohn Bartholdy, ganz Mensch des bürgerlichen 19. Jahrhunderts, vom Geist Goethes und der Freiheit der Aufklärung getragen, befand sich 1829 mit 20 Jahren auf einer Bildungsreise durch England und Schottland. Nach Besichtigung der Krönungskapelle Maria Stuarts schreibt er: „Es ist da alles zerbrochen und morsch, das Dach fehlt und der heitere Himmel scheint hinein. Ich glaub, ich habe da heut den Anfang meiner Schottischen Sinfonie gefunden.“ Noch am gleichen Abend schreibt er die ersten Skizzen nieder, doch erst zwölf Jahre später findet das Werk in Leipzig seine endgültige Gestalt.
Nebelverhangene Berge, tiefe Seen, die Weite grüner Hänge und des Meeres: Der „musikalische Landschaftsmaler“, wie Wagner Mendelssohn einmal bezeichnete, entwirft in seiner „Schottischen“ ein klanglich dichtes Gemälde dieser Natur. Verhangen setzt sich im ersten Satz die Grundstimmung auf nebelgraue Orgelpunkte, die von chromatischen Skalen stürmisch aufgewühlt werden. Von schottischer Folklore beeinflusst scheint das durchsichtig instrumentierte Scherzo des zweiten Satzes, burschikos erinnert das Klarinettenthema an Dudelsackmelodien.
Von der Idee geleitet, die gesamte Sinfonie mit dem Geist seiner Reiseimpressionen zu durchdringen, entwickelt Mendelssohn aus der Grundstimmung des ersten Satzes eine abwechslungsreiche musikalische Vielfalt an Themen und Motiven. Er lässt die einzelnen Sätze „attacca“ aufeinander folgen, um die „stimmungsmordenden Pausen“ zu vermeiden, womit er eine Einheitlichkeit und die für ihn in all seinen Werken so wichtige zyklische Geschlossenheit schafft. Mit dem Leipziger Gewandhausorchester unter seiner Leitung 1842 uraufgeführt, erklang die „Schottische“ während seines langjährigen Wirkens dort als Kapellmeister nicht weniger als 28 mal.
Exklusiv für Schüler: Besuch der GeneralprobeSchüler sind wie immer eingeladen, schon die Generalprobe des 3. Philharmonischen Konzertes am Montag, 02.02.2009, um 18 Uhr im CCU zu besuchen – Musikgenuss zum kleinen Preis (3 Euro) exklusiv für Schüler also: Treffpunkt vor dem CCU um 17.30 Uhr. Kosten: 3 € mit Schülerausweis. Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Schüler und ggf. begleitende Lehrkräfte. Anmeldungen sind erbeten bei: Nele Neitzke, Theaterpädagogin, unter 0731/161 4411 oder theaterpaedagogik "at" ulm.de.
3.Philharmonisches Konzert am 03.02.2009 um 20 Uhr im CCU
Zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy:
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847):
Ein Sommernachtstraum: Ouvertüre, op. 21
Bühnenmusik, op. 6
Sinfonie, a-moll, op. 56, „Schottische“
Matinée: 01.02.2009, 11 Uhr, Foyer / Offene Hauptprobe für Schüler: 02.02.2009, 18 Uhr, CCU / Termin: 03.02.2009, 20 Uhr, CCU
Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm
Dirigent: GMD James Allen Gähres
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