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Gott ist kein ‚Korinthenkacker’!

(ma_fia) - „Wurde die eine oder andere Wahrheit in der Bibel vielleicht verschwiegen?“, hat sich die Leitern des „Achorde- Chors“ Agnes Bauer wohl gefragt und schließlich beschlossen, selbige an die Öffentlichkeit zu bringen.
Oder zumindest einen Teil davon. Denn es ist BADETAG!

Zweites Buch Samuel, Kapitel 11/ 2 „Als David einmal zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Flachdach des Königspalastes hin- und herging, sah er von dort aus eine Frau, die badete. Die Frau war sehr schön anzusehen. David schickte jemand hin und erkundigte sich nach ihr. Man sagte ihm: Das ist Batseba, die Tochter Ammiëls, die Frau des Hetiters Urija. Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm, und er schlief mit ihr (…) Die Frau war aber schwanger geworden und schickte einen Boten deshalb zu David und ließ ihm mitteilen: Ich bin schwanger. (…) … der Hetiter Urija, ist tot.“. So steht es in der Bibel.

Und all das sehen die gläubigen Sänger/innen sowie ihre Leiterin Agnes Bauer auch als unumstößlich an. Doch es gibt natürlich auch Dinge, Kleinigkeiten, mit denen sich die Bibel auch bei dieser Geschichte nicht beschäftigt. Fragen wie z.B. „Sah Batseba aus wie Lara Croft, hatte sie Probleme mit Pickeln, ihren widerspenstigen Haaren oder Cellulite?“, „Hatte König David ein Sixpack?“ und „War Urijas’ Tod vielleicht Selbstmord?“. Mit ähnlich mutigen Fragen hat sich die Gruppe des „Achorde-Chors“ dieses Jahr 2000 (ehrenamtliche) Stunden auseinander gesetzt, ein Musical namens Badetag einstudiert und das Ganze dann auch noch mehrere Male erfolgreich aufgeführt.

Nur für junge Leute interessant, nur für die heutige Jugend geeignet, denkt manch einer jetzt vielleicht. Aber nein, die Show schien alle Zuschauer zu überzeugen. Manchmal sah man sogar, dass selbst ältere – gewiss gläubige – Menschen einfach nicht anders konnten als zu lachen.
Sei es bei der Szene, in der Batseba David um den Finger wickelt oder als man merkte, dass die Freundinnen von selbiger sich hauptsächlich in Werbesprüchen unterhielten.

Meist gut gewählte Stücke wie beispielsweise „Sometimes I feel like a motherless child“, „Am Ende eines Auswegs“ oder auch „I’m too sexy“ geben dem ganzen trotz der Handlung einen modernen Touch und begleiten das Musical von vorne bis hinten.
In drei Episoden zeigen die talentierten Schauspieler ihr Können und selbstverständlich auch drei verschiedene Versionen der Geschichte.
Von der unschuldigen Batseba - weiß gekleidet und blond – sowie der dunklen Verführerin, ihrem genauen Gegenteil – schwarzhaarig und dominant – und natürlich auch von der ländlichen Träumerin – schlicht und romantisch- lernten groß und klein alles kennen. Auch von König David gab es „gut“ und „böse“ oder, wie man zur heutigen Zeit vielleicht eher sagen sollte, „cool“ und „uncool“. Außerdem war natürlich auch hier die Kategorie des träumenden Dichters vertreten.

Abgesehen von den Grobstrukturen (siehe Altes Testament, Zweites Buch Samuel, 11/2-21), unterscheiden sich die Erzählungen völlig voneinander.
Das Einzige was immer gleich bleibt ist der Anfang bzw. das Lied zu diesem. Und jeder „neue Badetag“ wurde eingeleitet vom Monolog der Batseba …

„Hallo, ich bin Batseba.
Einig von Ihnen kennen mich sicher aus dem Alten Testament.
Hören und sehen Sie nun meine wahre Geschichte.“



Mit diesen Worten im Kopf warten die Zuschauer des Musicals schon gespannt auf das nächste Jahr und das damit hoffentlich auch wieder kommende neue Musical.

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