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Bilder sehen und hören: Kinderkonzert am 24. Juni

(Frohike) - Das Erlebnis, das die jungen Besucher beim zweiten Kinderkonzert der Saison am 24. Juni im Großen Haus erwartet, ist vielschichtig: Es gibt Bilder zu sehen, Musik zu hören und ganz be­sonders „Bilder zu hören“. Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ machen den Museumsbesuch zum Erlebnis, wenn fantasievolle Bilder in Klänge übersetzt werden. Dem Komponisten gelingen fesselnde Landschaftsimpressionen, abwechslungsreiche Charakterstudien und spukhafte Fantastik, an deren Ende ein triumphales Finale steht. Die Kinder werden dem Erzähler Karl Heinz Glaser aus dem Schauspielensemble des Theaters Ulm durch die Ausstellung geführt, wobei sie die Instrumente des Orchesters nicht nur in Klang und Aussehen kennen lernen. Sie werden auch an die illustrierende und die Fantasie anregende Kraft der Klänge und damit des ganzen Orchesters herangeführt.

Die Bilder von Viktor Hartmann, die dem Freund Modest Mussorgski Inspiration zu den „Bildern einer Ausstellung“ waren, werden mit der erklingenden Musik verknüpft und bilden somit eine visuelle Einstiegshilfe in das Hören von Bildern und Ausgangspunkt für die eigene Fantasie. Wenn dann die schlüpfenden Küken in der Celesta schnattern, spielende Kinder in Sechzehntel in einen Streit geraten oder ein großer Ochsenkarren in Form einer Tuba vorbeirollt, wird die Lebendigkeit der Musik direkt fühlbar.

Modest Mussorgski komponierte seinen Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ 1874 unter dem Eindruck einer Gedenkausstellung für den im Jahr zuvor verstorbenen Viktor Hartmann, einen befreundeten Maler. Die geradezu naturalistische, in manchen harmonischen und koloristischen Details den Impressionismus vorwegnehmende Komposition forderte zur Orchestrierung gerade­zu heraus. Michail Tuschmalow, ein Schüler Rimski-Korsakows, legte 1891 eine erste vor.

Der mit Abstand größte Erfolg war jedoch der Fassung von Maurice Ravel beschieden, die 1922 im Auftrag des Dirigenten Serge Koussevitzky entstand. Trotz unvergleichlicher orchestraler Brillanz gelang es Ravel, die Kantigkeit und urtümliche Wucht des Klavieroriginals zu wahren, eine Leistung, die der Sensibilität des großen Franzosen zu danken ist. Ravel hielt sich an die originale Bilderfolge und griff nur an ganz wenigen Stellen in Mussorgskis Konzeption ein, so im Falle der Fortlassung einer der „Promenaden“.


Kinderkonzert
Modest Mussorgsky (1839 – 1881): Bilder einer Ausstellung
Orchestration: Maurice Ravel

Termine: 24.06.2008, 10 Uhr und 11.30 Uhr im Großen Haus

Sprecher: Karl Heinz Glaser, Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm
Dirigent: Gordian Teupke

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