Du bist nicht eingeloggt.

Login

Pass

Registrieren

Community
Szene & News
Locations
Impressum

Ganz im Zeichen der Romantik

(Frohike) - Im ersten Kammerkonzert der neuen Spielzeit am kommenden Sonntag, 07.10.2007, um 19.30 Uhr im Foyer des Theaters Ulm stehen neben Brahms’ Klarinettentrio op.114 zwei weitere, selten gespielte Werke auf dem Programm, die ganz im Zeichen der Romantik stehen. Max Regers Suite für Violoncello solo, Nr.1 G-Dur, op.131c, und die Klarinettensonate des wichtigsten „klassischen“ argentinischen Komponisten Carlos Guastavino. Erst 1969 uraufgeführt, steht diese ganz in der romantischen Tradition, gepaart mit südamerikanischem Flair.

Das Programm


Max Reger (1873 - 1916)
Suite für Violoncello solo,
Nr.1 G-Dur, op.131c
Praeludium - Aadagio - Fuge

Carlos Guastavino (1912-2000)
Sonata para clarinete y piano
Allegro deciso - Andante - Rondo - Allegro spiritoso

- Pause -

Johannes Brahms (1833-1897)
Klarinettentrio a-moll, op.114
Allegro - Adagio - Andantino grazioso - Allegro


Ausführende Markus Hofer (Klarinette), Andreas Haas (Violoncello),
Wolfgang Wels (Klavier)

Zu den Komponisten und Werken


Max Reger erlitt während einer Konzerttournee mit dem Meininger Hoforchester Ende Februar 1914 einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch. Es folgt ein mehr­wöchiger Aufenthalt in einem Meraner Sanatorium. Von dort übersendet Max Reger das Entlassungsgesuch an seinen Dienstherren Herzog Georg II von Sachsen-Meiningen. Nach seiner Rückkehr beginnt er zunächst mit sogenannten “Erholungskompositionen“­ (leichten Choralvorspielen, Liedern), um wieder “in Schwung zu kom­men” für seine weiteren, größeren Pläne. Im Spätsommer 1914 beginnt er mit der Arbeit an Solo­stücken für Violoncello, einem Genre, das er bis dahin noch nie bearbeitet hatte. Dass Reger diese Cellosoli als Suiten konzipierte, stellt sogleich den Bezug auf Bachs “Sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007-1012” her. Regers drei Cellosuiten op.131c sind bei weitem nicht so ausladende Werke wie die sechssätzigen von Bach, stellen jedoch in vielfacher Weise Verknüpfungen in tonaler und formaler Hinsicht dazu her. Die Suite Nr.1 G-Dur ist dem Cellisten Julius Klengel gewidmet, den Reger auch schon mit seiner a-moll-Sonate op.116 bedacht hatte.

Carlos Guastavino wurde am 5. April 1912 in Santa Fe, im Norden Argentiniens, geboren. Er studierte zunächst auf Wunsch seines Vaters Industriechemie, erhielt jedoch 1938 ein staatliches Stipendium, das ihm die Aufnahme des Klavier- und Kompositionsstudiums am Conservatorio Nacional in Buenos Aires ermöglichte. Von 1947-1949 lebte und arbeitete Carlos Guastavino in London. Während dieser Zeit trat er bei der BBC als Interpret seiner eignen Klavierwerke in Erscheinung und das BBC Symphony Orchestra brachte unter Leitung von Walter Goehs die Orchesterfassung seiner “Tres Romanzes Argentinos” zur Aufführung. Mitte der 50er Jahre unternahm er ausgedehnte Konzertreisen durch die frühere UdSSR und China. Nach seiner Rückkehr nach Argentinien unterrichtete er lange Jahre Klavier und Komposition am Conser­vatorio Nacional in Buenos Aires.
Den Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens bildet die Kammermusik in ver­schiedenen Besetzungen, vor allem Lieder, Chorwerke und Klavierkammermusik. Entgegen den musikalischen Strömungen seiner Zeit sah sich Carlos Guastavino in der Tradition der Romantik. Seine Liebe galt Chopin, Brahms, Schumann und Rachmani­nov. Diese Tradition verbindet er mit Elementen der nationalen argentinischen Volks­musik. Die dem chilenischen Klarinettenvirtuosen Luis Rossi gewidmete Sonate für Klarinette und Klavier liegt in Ausdruck und Gestus nahe an den Klarinettensonaten von Johannes Brahms und wurde im Jahr 1969 uraufgeführt.

Johannes Brahms lernte 1891 während eines Aufenthaltes in Bad Ischl den Klari­nettisten Richard Mühlfeld kennen, der in Diensten der Herzoglichen Hofkapelle Meiningen stand und als gefragter Solist europaweit Konzerte gab. Eigentlich hatte Brahms 1890, als 67-Jähriger, alles erreicht, künstlerisch wie finanziell, und so erklärte er sein gerade vollendetes zweites Streichquintett zu seiner letzten Kompo­sition. Doch unter dem Eindruck der Bekanntschaft mit Richard Mühlfeld entstanden das Klarinettentrio op.114 und das Klarinettenquintett op.115 sowie die beiden Klarinetten­sonaten op.120. Die Uraufführung des Klarinettentrios erfolgte noch im gleichen Jahr im Meininger Schloß.

<<< zurück

(c) 1999 - 2026 team-ulm.de - all rights reserved - hosted by ibTEC Team-Ulm

- Presse - Blog - Historie - Partner - Nutzungsbedingungen - Datenschutzerklärung - Jugendschutz -