Du bist nicht eingeloggt.

Login

Pass

Registrieren

Community
Szene & News
Locations
Impressum

10 Jahre AuGuS-Theater NU

(Frohike) - Das unlängst veröffentlichte Studienergebnis, nachdem Ulm die gesündeste Stadt Deutschlands sein soll, führt das Neu-Ulmer AuGuS-Theater nicht zuletzt auf die Theaterliebe der Ulmer und Neu-Ulmer zurück. Ganze 1,75 Mal im Jahr geht der Durchschnittsulmer ins Theater, und lässt dabei Städte mit ungleich höherer Theaterdichte weit hinter sich.

Grund zum Feiern gibt es in der Silcherstraße ohnehin: Seit nunmehr zehn Jahren existiert das Theater im ehemaligen Konzertsaal der Stadt. Eigentlich ist es 13 Jahre alt, aber: Seit zehn Jahren hat es seine feste Spielstätte in Neu-Ulm. Erstmalig ging im Herbst 1997 in der Silcherstraße 2 der Lappen hoch, für „Sex – aber mit Vergnügen“ von Franca Rame und Dario Fo, dem damals gerade frisch gekürten Literaturnobelpreisträger.

Ein fulminanter Start mit einer fulminanten Darstellerin: Co-Intendantin Claudia Riese sorgte ein Vierteljahr für ständig ausverkauftes Haus. Jetzt plant sie die elfte Spielzeit in Neu-Ulm mit scheinbar ungebremstem Elan. Ob sie die Leute in Ulm, um Ulm und um Ulm herum noch gesünder machen, sprich noch mehr ins Theater locken will?

Es sah und sieht danach aus. War das AuGuST (Autonomes Goethe- und Schiller-Theater) bei seinem Start die kleinste Profibühne der Region, ohne feste Spielstätte, so hat es sich vor allem in den zehn Neu-Ulmer Jahren zur größten professionellen Privatbühne der Region gemausert und: hat sich in dieser Zeit einen Ruf erworben, der Publikum aus der Region zwischen Stuttgart und Augsburg lockt, darunter vermehrt Ulmerinnen und Ulmer, die das Spielplan-Angebot sehr wohl zu schätzen wissen.

Dabei ist es gar nicht so einfach, gerade das Ulmer Publikum über die Donau zu locken. Als Neu-Ulm noch gar nicht Neu-Ulm hieß, vor 200 Jahren, war das Gebiet auf der anderen Seite der Donau „eine Insel der Erholung für den Bürgersmann in der noch mittelalterlich geprägten Enge seiner Stadt“. Schreibt die Neu-Ulmer Chronik. Schattige Alleen, gepflegte Gärten, ein kleines Paradies im Grünen luden die Ulmerinnen und Ulmer ein zum Spazierengehen und Einkehren. Dann schenkte Napoleon Ulm den Württembergern, machte die Donau zum Grenzfluss und schnitt damit die Ulmer von Ihrem Naherholungsgebiet ab. Wenig später wurde mit der Friedrichsau Ersatz geschaffen. Und irgendwie gingen die Ulmer praktisch nicht mehr nach Neu-Ulm, musste man da doch durch die Passkontrolle und eine Zollschranke überwinden. Die „Grenze in den Köpfen“ hat sich bis heute gehalten. Na, beinahe…

Seit rund 20 Jahren nahmen die Anreize (wieder) zu, Freizeit auf Neu-Ulmer Seite zu verbringen. Der Konzertsaal war auch einer der Magneten, erst wegen regelmäßiger Konzerte und dann wegen noch regelmäßigerer Theatervorstellungen. Und seit das „Café Häberle“ vom Petrusplatz in die Silcherstraße 2 „umgezogen“ ist, können die Theaterbesucher(innen) gleich nebenan im „Konzertsaal – Restaurant, Café, Bar“ ein gastronomisches Angebot nutzen, welches kaum einen Wunsch offen lässt. Dabei müssen sie nicht mal das Haus verlassen (bei Regen und Schnee sehr angenehm!) und brauchen auch keinen neuen Parkplatz zu suchen.

Das Theater Neu-Ulm hat immer gespielt und spielt, was aktuell ist. Für eine Privatbühne, die dringend auf die Kasseneinnahmen angewiesen ist, stehen erstaunlich viele Uraufführungen auf dem Programmzettel, also Stücke, von denen man gar nicht weiß, ob und wie gut sie beim Publikum „ankommen“. Andererseits haben die Neu-Ulmer so manches Stück aufgeführt, was sich dann später in der ganzen Republik als Publikumsrenner entpuppte („Drei Mal Leben“, „Männerhort“, „Sekretärinnen“…).

Die Neu-Ulmer haben „Loriot“ gespielt und einen Heinz-Erhardt-Abend realisiert, als beide noch für eher nicht spielbar gehalten wurden. (In der letzten Spielzeit gehörte Loriot bundesweit zu den zehn meistgespielten Autoren.) Aber neben großer Theaterliteratur wie Goethes „Faust“ und Schillers „Die Räuber“ oder auch Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ waren es auch immer wieder tolle Stoffe lebender Autoren, mit denen das Publikum begeistert wurde, mit Esther Vilars „EiferSucht“ oder Conor McPhersons „Salzwasser“, mit „Marlene“ von Pam Gems oder jetzt gerade mit „Freundinnen“ von Maximilian & Pauli.


Am liebsten aber ist es den Neu-Ulmer Theatermachern, wenn sie ihre erzkomödiantische Ader zeigen und ihr Publikum gut unterhalten können. „Die Leute sollen einfach viel zu lachen haben. Lachen ist und macht bekanntlich besonders gesund!“

Da geht es gleich zu Beginn der Saison ziemlich abgedreht-witzig zu bei „Charleys Tunte beim Black Jack“ von Heribert Benjamini und klassisch-komödiantisch bei „Die Kaktusblüte“. In dieser durch den Film einem breitem Publikum bekannten Komödie spielt die Riese wieder eine Paraderolle, die der Sprechstundenhilfe Stefanie (im Film: Ingrid Bergmann als Partnerin von Walter Matthau). Und weil es um den Zahnarzt Julien und seine Stefanie geht, haben im Herbst alle zahnärztliche Fachangestellten, die sich für Donnertagsvorstellungen anmelden, einen Bonus: Sie werden mit einem Prosecco begrüßt.


Die Termine September bis Dezember


Ulmer / Neu-Ulmer Kulturnacht
"Schnupperprogramm"
15.09.2007
19 bis 23 alle halbe Stunde neu


"Freundinnen"
Schauspiel von Maximilian & Pauli
13., 14., 21., 22., 28., 29.09., sowie am 05. und 06.10.2007, jeweils 20:00 Uhr

Charleys Tunte beim Black Jack
Schwank in drei Akten von Heribert Bejamini
20. und 27.09. sowie am 04.10.2007, jeweils 20:00 Uhr

Die Kaktusblüte
Witzige Komödie von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy
12., 13., 18., 19., 20., 25., 26. und 27.10.,
01., 02., 03., 08., 09., 10., 15., 16., 17., 22., 23., 24., 29. und 30.11.
sowie am 01., 06., 07., 08., 13., 14., 15., 20., 21., 22., 26., 28. und 29.12.2007, jeweils 20:00 Uhr

<<< zurück

(c) 1999 - 2026 team-ulm.de - all rights reserved - hosted by ibTEC Team-Ulm

- Presse - Blog - Historie - Partner - Nutzungsbedingungen - Datenschutzerklärung - Jugendschutz -