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Podium - Die Lebenden und die Toten

(redback) - Eine Ich-Inszenierung von Johanna Adorján

Elinor muß weg von ihren Eltern, raus in ein schnelles, oberflächliches Leben: Fremde Wohnungen, Hotelzimmer, Luxuswohnungen und dazwischen immer wieder nach Hause zurück. Schillernde Figuren treffen sich in Momentaufnahmen, jede mit sich beschäftigt, leidenschaftlich auf der Suche nach Nähe und Aufmerksamkeit. In schnellen Dialogen kämpfen sie um ihre Sehnsüchte und Vorstellungen von Liebe...

Was unterscheidet mein Leben von dem der "Anderen"? Diese Frage stellt sich Elinor, eine junge Frau Mitte 20. Sie wohnt gemeinsam mit dem Vatermutter. Strenge Überwachung, Gehorsam und eine schwarze Leinwand sind ihre Welt. Die Anderen, das sind Elias, Romy und K., Mitglieder der Upper Class. Die Zutaten ihres Lebens: exzessive Parties, schneller Sex, Drogen. Ein Leben auf dem roten Teppich der Gesellschaft, privilegiert und beneidenswert. Elinor bricht in diese Welt auf, doch wo sie die Antwort auf die entscheidende Frage des Lebens vermutet, findet sie Menschen, die hinter einer Maske aus Coolness und Berechnung mit der unerfüllten Sehnsucht nach Nähe und Liebe leben und kämpfen.

Bei der Ich-Inszenierung ist jeder seine eigene "Very Important Person" mit Recht auf Sonderbehandlung und all den anderen Annehmlichkeiten. Dementsprechend groß ist auch das Bemühen, bloß keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass man irgend jemand anderes sein könnte als "voll und ganz" man selbst...

Die Auszeichnung als "authentische Persönlichkeit" gilt heute als eine der höchsten, die dem "Ich" verliehen werden kann. Spätestens seit Guido Westerwelle in einem Interview erklärte "Ich bin absolut authentisch" dürfte deutlich geworden sein, dass es - anders als bei Jeans, Turnschuhen und koffeinhaltiger Limonade - nicht damit getan ist, sich mit dem selbstgebastelten Label "100% authentisch" zu schmücken. Denn darüber, was zu guter Letzt als authentisch wahrgenommen und diagnostiziert wird, entscheiden immer noch die anderen, nicht man selbst.

Das Stück feierte seine Uraufführung am 27. Oktober 2006 im Podium des Ulmer Theaters. Weitere Aufführungstermine im November sind der 01.11. und der 15.11. (soweit bekannt)

INSZENIERUNG Stephan Suschke
RAUM UND KOSTÜME Marianne Hollenstein

Eintritt: 11,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro)
Karten unter: 0731/1614444 oder www.theater.ulm.de

Fotos: Carola Hölting

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