Veranstaltungsreihe „Quo vadis“ der dzokkis
(grinny) - Die dzokkis, die Jugendgruppe im Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK), veranstalten unter dem Motto „Quo vadis“, „Wohin gehtst du?“ eine Reihe von Vorträgen.
Sie sollen junge, politisch interessierte und engagierte Menschen ansprechen.
Es geht um regionale Themen, wie die jüdische Geschichte Ulms und das KZ am Oberen Kuhberg, aber auch um internationale Themen, wie Kindersoldaten, den Tibet-Konflikt und die internationalen Finanzmärkte.
Die dzokkis, die sonst die KZ-Gedenkstätte am Oberen Kuhberg betreuen und auch Führungen anbieten, wollen durch diese Veranstaltungsreihe eine Diskussionsplattform bieten, damit sich junge Leute weiterbilden können und ihr Bewusstsein für Dinge, die uns alle angehen, schärfen können.
Sie wollen auch als junge Menschen ihren Beitrag in der Welt leisten und Verantwortung übernehmen.
Der erste Vortrag ist am Donnerstag, den 11. Mai um 20 Uhr in der vh-ulm. Das Thema sind Kindersoldaten.
„In unserer Welt gibt es mehr als 30 bewaffnete Konflikte. Dabei werden mehr als 30000 Kinder als Soldaten missbraucht. Es spielt keine Rolle, um was es bei den Auseinandersetzungen geht: Kinder zu rauben und sie zum Töten zu zwingen ist und bleibt ein Verbrechen. Ein Kind, das in einem Krieg war, ist gezeichnet für sein ganzes Leben. Das Traurige dabei ist, dass diese Opfer über keine eigene Organisation, Lobby oder PR-Agentur verfügen. Für die Kinder wollen wir uns stark machen. Ein Abend mit dem Schüler Niklas Aichinger.“
Die zweite Veranstaltung ist ein jüdischer Stadtgang am Samstag, den 20. Mai um 15 Uhr vom Judenhof aus.
„Ulm als freie Reichsstadt hat natürlich eine alte jüdische Geschichte. Nur sieht man wenig davon: Diese Führung mit Christof Maihöfer ersetzt teilweise ein hier fehlendes Museum und zeigt Ulm von einer Seite, die vom jüdischen Leben geprägt ist.
Wir gehen über die alten jüdischen Orte, erfahren über Alltag, Lebenswirklichkeit und Tod und die Bedeutung dieser fast vergessenen Epoche jüdischen Lebens.“
Die dritte Veranstaltung ist wieder eine Führung, diesmal durch die KZ-Gedenkstätte am Oberen Kuhberg. Samstag, den 17. Juni um 15 Uhr.
„Jugendliche aus unserer Gruppe bieten eine Führung durch die KZ-Gedenkstätte an, in der die Nazis von 1933-35 einen Ort des Grauens errichteten. Das ist die Gelegenheit für alle, die noch nie am Oberen Kuhberg waren, wie auch für die, die mal eine Führung von etwa Gleichaltrigen erleben wollen.“
„Wegweiser durch den Dschungel der internationalen Finanzmärkte“ heißt der nächste Vortrag, der am Dienstag, den 27. Juni um 19.30 Uhr in der vh-ulm stattfindet.
„Shareholder Value? Hedgefonds? Derivate? Terminkontrakte? Optionen?
Unmengen von Geld fließen täglich um den Globus und nur die wenigsten wissen woher, wohin und wozu. Dennoch beeinflussen diese Geldströme das Leben der Menschen in allen Teilen der Welt. An diesem Abend werden zwei Referenten von attac Ulm, dem globalisierungskritischen Netzwerk, versuchen Licht ins Dickicht der internationalen Finanzmärkte zu bringen und Zusammenhänge zu erklären. Vorkenntnisse nicht erforderlich!“
Die letzte Veranstaltung am Montag, den 3. Juli um 20 Uhr in der vh-ulm informiert über den Tibet-Konflikt.
„Seit 1950 ist Tibet von chinesischen Truppen besetzt. Während der chinesischen Kulturrevolution zerstörte das chinesische Militär die tibetanische Klosterkultur nahezu vollständig (von ehemals 6000 Klöstern blieben ca. 12). Tibet entwickelte sich zu einer chinesischen Provinz. Der chinesischen Repressionspolitik fielen bisher über eine Million Menschen zum Opfer und die Unterdrückung reicht ins 21. Jahrhundert. Der Vortrag des Schülers Tino Lukas beschäftigt sich mit Ursachen und Entwicklungen des Tibet- Konflikts und versucht einen Ausblick auf die Zukunft zu geben.“
Alle Veranstaltungen sind kostenlos!
Öffnungszeiten der KZ-Gedenkstätte sind Samstag und Sonntag von je 14-17 Uhr, eine Führung ist am Sonntag um 14.30 Uhr.
Die dzokkis treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat um 17 Uhr in der vh-ulm. Jeder, der Lust hat, kann dort gerne mal vorbeischauen.
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