„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht
(Tinitoon) - Am 4. Mai fand die Premiere der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht im Ulmer Theater statt.
In dem Stück fliehen zwei Männer und eine Frau vor Constablern und bleiben, als ihr Auto eine Panne hat, in der Pampa stecken. Sie sehen sich gezwungen, an diesem Ort zu verweilen und ihre eigene Stadt zu gründen, denn den Constablern können sie nicht in die Arme laufen, und vor ihnen erstreckt sich eine Wüste. In dieser Stadt, die sie Mahagonny nennen, wollen sie den Männern, die von der Goldküste kommen, ihr Geld abknöpfen und ihnen als Gegenleistung ihre Wünsche erfüllen. Schnell wird den Männern das Leben in Mahagonny zu idyllisch und sie werden unzufrieden.
Als ein Taifun droht die Stadt zu zerstören, entscheidet ein Holzfäller aus Alaska namens Jimmy Ackermann, ein neues Gesetz herrschen zu lassen: „Du darfst alles!“
Der Taifun verschont die Stadt, doch das neue Gesetz bleibt erhalten und wird sogar erweitert: „Du darfst alles, wenn du es bezahlen kannst!“
Aufgrund der teuren Preise ist es Jimmy schließlich nicht mehr möglich, seine Rechnung zu bezahlen, und er verstößt gegen sein eigenes Gesetz. Somit wird er zum Tode verurteilt. Die Preise steigen aber weiter an, bis eine Demonstration gegen die Teuerung das Ende der „Paradiesstadt“ ankündigt.
Kurt Josef Schildknecht hat die Inszenierung sehr gut hinbekommen, das Makabre , das für Brecht typisch ist, gut zur Geltung gebracht. Besonders gut in das Stück passte die schrille Stimme der Jenny (Verena Schoenenberg). Ein großes Lob geht auch an die Choreographen und an die Technik. Die Stimmung des aufregenden 2¾-Stunden-Stück wurde gekonnt durch guten Lichteinsatz unterstrichen. Die einzige Sache, die man auszusetzen haben könnte ist tatsächlich die Dauer. 2 ¾ Stunden sind wirklich lang und da die Oper nicht eine aufregende Szene hinter der anderen zu bieten hat, ist das Ganze auch ein wenig anstrengend. Doch im Endeffekt gab es einen, meiner Meinung nach, wohlverdienten Applaus sowohl an die Schauspieler und Sänger, als auch an das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm, das die ganze Oper begleitet hat.
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