Der Parasit (Friedrich Schiller)
(Tinitoon) - Der Parasit (Friedrich Schiller)
Ursprünglich heißt das Stück „Médicore et Rampant, ou le Moyen de Parvenir“ und ist von Louis-Benoît Picard. Friedrich Schiller übersetzte die französische Komödie 1903 und gab ihr den etwas abweichenden Titel „Der Parasit oder die Kunst, sein Glück zu machen“
Das Stück handelt vom beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg eines Heuchlers, Lügners und Betrüger, Selicour (Nicola Fritzen), und seinem Fall durch die Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit existiert im wahren leben jedoch nicht, und somit dient das Stück - für Schiller üblich - als moralische Anstalt.
Voller Freude berichtet Karl Firmin seinem Vater Firmin (Reinhard Bock), dem Subalternen des Ministers, dass Charlotte, die Tocher des Ministers Narbonne (Renatus Scheibe), die er so oft bei ihrer Tante besucht hat, nun nach Paris mit ihrer Familie gezogen ist. Noch entzückt von der Nachricht treffen die beiden Firmins auf La Roche (Gunther Nickles), der ihnen die Nachricht übermittelt, dass er seine Stelle als Subalterner der Ministers verloren hat.Dies verdankt er Selicour. Und nicht nur das! Selicour macht auch Charlotte den Hof und schmeichelt der Mutter des Ministers , Madame Belmont (Christel Mayr). Durch das Ausnützen der Gutmütigkeit Firmins und dessen Sohn, schleimt sich Selicour immer weiter an die Spitze, besitzt dabei keine eigene Meinung oder gar eine eigene Persönlichkeit. Zum Schluss wird jedoch alles durch die Hilfe von La Roche aufgedeckt und wendet sich zum Guten für die Aufrichtigkeit. Firmin bekommt eine bessere Stellung, Karl seine Charlotte und Selicour flieht wieder zurück in das Dorf, aus dem er gekommen ist.
Der ganze Abend verlief ruhig und ohne besondere Ereignisse. Leider so ruhig, dass so manch einer diese Situation für ein kleines Schläfchen im Ulmer Theater nutzte. Meiner Meinung nach vollkommen unberechtigt!
Die Inszenierung ist zwar nichts neues, aber keinesfalls langweilig! Die Kostüme sind konservativ, die Bühne recht einfach gestaltet. Doch das passt einfach zum steifen Parasiten und macht Eindruck. Das Thema des Stückes ist außerdem aktuell. Wie viele Menschen haben es nicht durch ihre besonderen Fähigkeiten, sondern durch ihr heuchlerisches, angepasstes Verhalten ganz nach oben geschafft, obwohl sie es ja eigentlich nicht verdient haben? Im wahren Leben wendet sich zwar nicht immer alles zum Guten, doch schließlich handelt es sich hier um eine Komödie. Zum Schluss des Abends sind auch die letzten Schlafmützen aufgewacht und besonders Nicola Fritzen und Gunther Nickles konnten sich eines kräftigen Applauses erfreuen, den sie sich auch verdient haben.
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