„Romantic Landscapes with missing parts“
() - Im Ulmer Museum war vom
07. Juli - 01. September 2002 die Ausstellung „Romantic Landscapes with missing parts“ mit Werken von Nedko Solakov zu sehen. Der 1947 in
Sofia geborene Künstler der jungen Generation zählt wohl zu den bekanntesten Bulgariens. Als junger Mann genoss er, wie Christo, eine
hervorragende Ausbildung an der Kunstakademie in Sofia und machte 1981 dann seinen Abschluß bei Prof. Mito Ganovski. Dannach war er für 2
Jahre am „Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten“ in Antwerpen. Es verschlug ihn nach Zürich, nach Wien und nach Berlin. Seit Anfang
der neunziger Jahre hat er mit zahlreichen Ausstellungen und wichtigen Ausstellungsbeteiligungen weltweit auf sich aufmerksam gemacht,
darunter in den Biennalen von Venedig, Sao Paulo, Istanbul, Kwangju und Lyon sowie in der Manifesta von Rotterdam. Heute arbeitet und lebt
der Künstler in Stockholm.
Wie in allen seiner Arbeiten bezieht Solakov Bestandteile aus klassischen Kunstwerken für seine fiktiven,
häufig grotesken Erzählungen die die Gesellschaft und nicht selten ihn selber reflektieren. Solakov hantiert bei der Ausstellung „Romantic
Landscapes with missing parts“ im Ulmer Museum mit Klischees der Romantischen Landschaft, die er in einer Auswahl von 12 Gemälden auf den
Besucher wirken lässt. Alle ausgestellten Bilder entstanden während der letzten beiden Jahre und sprechen sowohl Ironiker als auch Naive.
Solakov zitiert zwar Bildrhetorik und Konstruktionsschemata der deutschen Romantik, läßt jedoch deren theoretischen Überbau verschwinden:
»Solakov will die heimelige Hausversion des Romantischen«, wie Peter Herbstreuth im Katalog beschreibt.
In allen Bildern fehlt, wie
der Name der Ausstellung schon vermuten lässt etwas, was die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Da fehlt in einem Bild der Mond, eine
Lichtspiegelung oder ein Boot. Auf der Beschriftung der Bilder ist von Solakov akribisch genau vermerkt, welcher Teil in den Romantischen
Landschaften jetzt eigentlich „fehlt“. Er selbst kommentiert das ganze nur mit der Bemerkung:
„do-not-trust-me-or-yourself-too-much“.
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